Von Alexander Merz · Aktualisiert am
Die Säulen der Schöpfung (englisch „Pillars of Creation“) sind drei Türme aus kaltem Gas und Staub im Adlernebel M 16, in denen neue Sterne entstehen: rund 6.500 bis 7.000 Lichtjahre entfernt, die größte Säule etwa 4 Lichtjahre hoch – ein Ausschnitt aus einem der bekanntesten Nebel am Sommerhimmel.

Säulen der Schöpfung erklärt: Gastürme als Sternenwiege
Die Säulen sind Reste einer dichten Molekülwolke, die der Strahlung junger Sterne bisher standgehalten haben. Das Gas rund um sie herum ist längst weggeblasen. Übrig bleiben die dichtesten Klumpen und das Material in ihrem „Schatten“ – ähnlich wie Tafelberge in der Wüste, die härter sind als das Gestein um sie herum.
Verantwortlich ist der Sternhaufen NGC 6611 direkt neben den Säulen. Er ist erst rund 1 bis 2 Millionen Jahre alt und enthält einige extrem heiße, massereiche Sterne der Spektralklasse O. Ihr ultraviolettes Licht bringt das Gas zum Leuchten und trägt es gleichzeitig ab.
Den Namen „Pillars of Creation“ bekam das Motiv mit dem Hubble-Bild von 1995. Er geht auf eine Formulierung des britischen Predigers Charles Spurgeon aus dem Jahr 1857 zurück. Entdeckt hatte die Strukturen aber schon 1920 John Charles Duncan auf einer Fotoplatte des Mount-Wilson-Observatoriums – damals nannte man sie „Elefantenrüssel“.
Wie entstehen Sterne in den Säulen?
In den Säulen verdichtet sich Gas unter seiner eigenen Schwerkraft, bis Knoten entstehen, die zu Sternen kollabieren. Webb zeigt solche Protosterne, also Sterne im Entstehen, als rote Punkte an den Säulenrändern. Sie sind nach Schätzung der Forscher erst einige Hunderttausend Jahre alt.
An den Spitzen sitzen die EGGs, kurz für „Evaporating Gaseous Globules“ – verdampfende Gaskügelchen. Jedes ist größer als unser Sonnensystem und kann einen werdenden Stern enthalten. Die Photoevaporation, also das Verdampfen durch UV-Licht, legt sie frei und schneidet sie dabei vom Nachschub ab: Der Stern hört auf zu wachsen.
Steckbrief Säulen der Schöpfung: die wichtigsten Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Objekt | Drei „Elefantenrüssel“ aus Gas und Staub im Adlernebel |
| Katalog | M 16 (Nebel mit Sternhaufen), NGC 6611 (Sternhaufen), IC 4703 (Nebel) |
| Sternbild | Schlange (Serpens Cauda), Grenze zu Schild und Schütze |
| Entfernung | rund 6.500 Lichtjahre (NASA/ESA), andere Angaben 5.700 bis 7.000 Lichtjahre |
| Länge der linken Säule | rund 4 Lichtjahre, je nach Abgrenzung bis etwa 5 |
| Masse der Säulen | rund 200 Sonnenmassen |
| Masseverlust | rund 70 Sonnenmassen pro Million Jahre |
| Erwartete Restlebensdauer | vielleicht noch 3 Millionen Jahre |
| Anstrahlender Sternhaufen | NGC 6611, Alter 1 bis 2 Millionen Jahre |
| Helligkeit M 16 (Sternhaufen) | rund 6,4 mag |
| Koordinaten M 16 (J2000) | RA 18h 19m, Dekl. −13° 47′ |
| Höchststand in Deutschland | 23° (Hamburg) bis 28° (München) |
| Berühmte Aufnahmen | Hubble 1995 und 2014, Webb 2022 |
Quellen: ESA/Webb, ESA/Hubble, ESO (MUSE-Studie McLeod et al. 2015), Wikipedia; Höhen selbst gerechnet.
Größe und Entfernung der Säulen: wie groß sind sie wirklich?
Die linke, größte Säule ist rund 4 Lichtjahre lang – das ist etwa die Strecke von der Sonne zum nächsten Stern. Licht braucht also vier Jahre von ihrem Fuß bis zur Spitze. Auch der Maßstabsbalken im beschrifteten Webb-Bild passt dazu – die genaue Zahl hängt davon ab, wo man den Fuß der Säule ansetzt.
Die Finger an den Spitzen wirken winzig, sind aber jeweils größer als unser ganzes Sonnensystem. Trotzdem ist das Gas extrem dünn: Die Säulen sind so durchlässig, dass Webb im nahen Infrarot teilweise hindurchsehen kann.
Bei der Entfernung nennen NASA und ESA heute rund 6.500 Lichtjahre. ESO und viele ältere Quellen sprechen von etwa 7.000, einzelne neuere Schätzungen landen bei rund 5.700 Lichtjahren. Die Spanne kommt daher, dass verschiedene Methoden verschiedene Sterne des Haufens vermessen – das Licht, das du heute auffängst, ist also um 4500 vor Christus losgelaufen.
Hubble und Webb im Vergleich: dieselben Säulen, andere Augen
Dass es drei berühmte Versionen des Bildes gibt, liegt an den Wellenlängen. Hubble fotografiert vor allem sichtbares Licht und zeigt deshalb die undurchsichtigen Staubsäulen. Webb schaut im Infrarot und damit durch einen Teil des Staubs hindurch.
| Aufnahme | Instrument | Licht | Was sie zeigt |
|---|---|---|---|
| Hubble, 1. April 1995 | WFPC2, 32 Einzelbilder aus 4 Kameras | sichtbar, drei Linienfilter (Sauerstoff, Wasserstoff, Schwefel) | Dunkle, dichte Säulen mit leuchtenden Rändern, EGGs an den Spitzen |
| Hubble, Ende 2014 (veröffentlicht Jan. 2015) | WFC3 | sichtbar, plus Zusatzbild im nahen Infrarot | Schärfer und größerer Ausschnitt; im Infrarot werden die Säulen zu Silhouetten vor einem Sternenfeld |
| Webb, veröffentlicht 19. Oktober 2022 | NIRCam | nahes Infrarot, 0,9–4,7 µm | Halb durchsichtige Säulen, Tausende Sterne, rote Protosterne und Jets |
| Webb, veröffentlicht 28. Oktober 2022 | MIRI | mittleres Infrarot, 7,7–15 µm | Fast nur Staub; die meisten Sterne verschwinden, sichtbar bleiben junge, noch staubverhüllte Sterne |
Quellen: ESA/Hubble heic1501, NASA, ESA/Webb weic2216, NASA Science (MIRI-Bild), ESA.
Das Hubble-Bild von 1995: Hester und Scowen
Aufgenommen haben das Originalbild die Astronomen Jeff Hester und Paul Scowen von der Arizona State University. Es wurde am 1. April 1995 belichtet und im November 1995 veröffentlicht. Heute gilt es als das bekannteste Bild, das Hubble je gemacht hat – es landete auf T-Shirts, Tassen und Briefmarken.
Die Farben sind echt gemessen, aber neu zugeordnet. Im Originalbild steht Grün für Wasserstoff, Rot für Schwefel und Blau für Sauerstoff. Diese Kombination heißt bis heute „Hubble-Palette“, und auch Amateure nutzen sie für ihre Nebelfotos.

Hubble 2014: schärfer und im Infrarot
Zum 25. Geburtstag des Teleskops fotografierte Hubble die Säulen 2014 mit der neueren Kamera WFC3 noch einmal. Das Bild ist schärfer und zeigt einen größeren Ausschnitt. An der Spitze der linken Säule ist ein Gasfetzen zu sehen, der aufgeheizt wurde und davonfliegt.
Der Vergleich der beiden Hubble-Bilder zeigt, dass sich die Säulen messbar verändern. Ein Materiestrahl eines jungen Sterns wurde in den 19 Jahren zwischen den Aufnahmen laut NASA fast 97 Milliarden Kilometer länger. Das Infrarot-Zusatzbild machte außerdem Sterne sichtbar, die im sichtbaren Licht noch im Staub versteckt waren.
James Webb 2022: NIRCam und MIRI
Webbs NIRCam-Bild vom Oktober 2022 ist voller Sterne, und die Säulen wirken fast durchsichtig. Die rot glühenden Punkte an den Rändern sind Protosterne, die welligen Linien sind Jets junger Sterne, die auf das Gas prallen. Hintergrundgalaxien fehlen trotzdem: Das Gas der Milchstraße versperrt den Blick in die Tiefe.
Das MIRI-Bild im mittleren Infrarot zeigt dagegen fast nur Staub. Die meisten Sterne sind bei diesen Wellenlängen zu schwach. Übrig bleiben junge Sterne, die ihre Staubhülle noch nicht abgeworfen haben – mehr zum Teleskop selbst steht auf unserer Seite zum James-Webb-Teleskop.

Welches Bild „richtiger“ ist, lässt sich nicht sagen – jedes zeigt eine andere Schicht derselben Wolke. Wie Hubble überhaupt zu seinem Ruf kam, erzählt unser Artikel zum Hubble-Weltraumteleskop.
Mythos „längst zerstört“: was an der Supernova-These dran ist
Seit 2007 geistert die Behauptung herum, die Säulen seien in Wirklichkeit schon zerstört. Ein Team um Nicolas Flagey (Institut d’Astrophysique Spatiale, Paris) fand mit dem Weltraumteleskop Spitzer eine Schale aus heißem Staub nahe den Säulen. Ihre Deutung: Eine Supernova vor rund 6.000 Jahren habe eine Druckwelle losgeschickt, deren Wirkung wir wegen der Lichtlaufzeit erst in etwa 1.000 Jahren sehen würden.
Schon damals gab es Widerspruch. Der Supernova-Forscher Stephen Reynolds (North Carolina State University) wandte ein, dass ein Supernova-Überrest deutlich mehr Radio- und Röntgenstrahlung aussenden müsste. Er hielt die Winde der massereichen Sterne für die einfachere Erklärung.
2012 fanden Astronomen mit dem Infrarot-Teleskop Herschel keinen Hinweis auf einen Supernova-Überrest. Die Staubtemperaturen passen zur Heizung durch den Sternhaufen NGC 6611 allein (Hill et al. 2012). 2015 bestimmte ein Team mit dem Spektrografen MUSE am Very Large Telescope der ESO, wie schnell die Säulen verdampfen: Bei rund 70 Sonnenmassen pro Million Jahre bleiben ihnen noch etwa 3 Millionen Jahre.
| Jahr | Wer | Aussage |
|---|---|---|
| 2007 | Flagey et al., Spitzer | Heißer Staub, möglicherweise Supernova-Druckwelle – Säulen evtl. schon zerstört |
| 2007 | Stephen Reynolds | Zu wenig Radio- und Röntgenstrahlung für eine Supernova; eher Sternwinde |
| 2012 | Hill et al., Herschel | Kein Hinweis auf einen Supernova-Überrest, Heizung durch NGC 6611 reicht |
| 2015 | McLeod et al., ESO/MUSE | Langsames Verdampfen, Restlebensdauer rund 3 Millionen Jahre |
Adlernebel M16 am Himmel finden: Schlange, Schild und Schütze
Der Adlernebel M 16 liegt im östlichen Teil des Sternbilds Schlange, dem „Schwanz der Schlange“ (Serpens Cauda). Das ist eine sternarme Gegend im Sommer-Milchstraßenband, direkt nördlich der Sternbilder Schütze und Schild. Seinen Namen hat er von der dunklen Staubfigur in seiner Mitte, die an einen Adler mit ausgebreiteten Flügeln erinnert.
Am leichtesten findest du ihn über den Omeganebel M 17: M 16 steht rund 2,4° nördlich davon. Ein zweiter Wegweiser ist der Stern Gamma Scuti (4,7 mag) im Schild, etwa 2,6° westlich und 1° nördlich davon. Mit einem Fernglas hangelst du dich von der hellen Sternwolke im Schild aus Richtung Westen.

Sichtbarkeit in Deutschland: tief im Süden an Sommerabenden
Der Adlernebel ist ein Sommerobjekt und steht von Deutschland aus immer tief. Bei einer Deklination von rund −13,8° kommt er in 50° Nord höchstens auf etwa 26° über den Horizont, in Hamburg auf 23°, in München auf 28°. Zum Vergleich: Eine ausgestreckte Faust ist rund 10° breit.
Die beste Zeit ist Juli bis Mitte August rund um Mitternacht. Dann steht er zur dunkelsten Stunde am höchsten im Süden. Im Juni stört die kurze, helle Nacht, ab September verschwindet er abends schon früh in der Dämmerung.
| Datum | Höchststand (Süden) | Dunkel und mind. 15° hoch | Tipp |
|---|---|---|---|
| 15. Mai | 04:05 Uhr (Dämmerung) | 01:15–03:50 Uhr | Nur für Frühaufsteher |
| 15. Juni | 02:00 Uhr | 23:35–03:05 Uhr | Kurze Nächte |
| 15. Juli | 00:05 Uhr | 23:15–02:55 Uhr | Beste Zeit |
| 1. August | 22:55 Uhr | 22:40–01:45 Uhr | Sehr gut, früher am Abend |
| 15. August | 22:00 Uhr (Dämmerung) | 22:05–00:50 Uhr | Direkt nach Einbruch der Nacht |
| 1. September | 20:55 Uhr (Dämmerung) | 21:25–23:45 Uhr | Schon im Südwesten |
| 15. September | 20:00 Uhr (hell) | 20:50–22:50 Uhr | Saisonende |
Gerechnet für 51° Nord, 10° Ost (Mitte Deutschlands), Sommerzeit; „dunkel“ = Sonne mehr als 12° unter dem Horizont. Die Höhe im Höchststand beträgt dort rund 25°.
Die geringe Höhe ist das eigentliche Problem. Du schaust durch viel mehr Luft als beim Blick nach oben, dazu kommen Dunst und der Lichtschein von Orten im Süden. Ein Beobachtungsplatz mit freier Sicht nach Süden ist deshalb wichtiger als das Teleskop.
Säulen der Schöpfung im Teleskop: was du wirklich siehst
Ehrlich gesagt: Die Säulen selbst sind visuell eines der schwierigsten Ziele am Sommerhimmel. Was du im Okular leicht siehst, ist der Sternhaufen NGC 6611 mit einem schwachen Nebelschimmer. Die Säulen zeigen sich – wenn überhaupt – als kleine dunkle Kerbe im hellsten Teil des Nebels.
Erfahrene Beobachter im Forum von astronomie.de sind sich einig, dass man mit durchschnittlicher Ausrüstung die Säulen nicht sieht. Möglich wird es erst mit Erfahrung, sehr dunklem Himmel, mindestens 200 mm Öffnung und einem OIII-Filter, der nur das Licht von Sauerstoff durchlässt. Englischsprachige Beobachter nennen eher 250 mm und mehr sowie eine sehr klare, durchsichtige Luft.
| Instrument | Sternhaufen NGC 6611 | Nebel | Säulen |
|---|---|---|---|
| Bloßes Auge | nur unter sehr dunklem Himmel als Fleckchen | nein | nein |
| Fernglas 10×50 | kleine Sterngruppe | allenfalls ein Hauch | nein |
| Teleskop 130–150 mm | deutlich, Dutzende Sterne | schwach, mit UHC- oder OIII-Filter besser | praktisch nein |
| Teleskop 200–250 mm + OIII | eindrucksvoll | flächig mit Struktur | angedeutet als dunkle Kerbe, dunkler Himmel nötig |
| Ab 300 mm + Filter | eindrucksvoll | hell, mit dunklen Buchten | kleine dunkle V- oder Häkchenform |
Grundlage: Beobachtungsberichte aus forum.astronomie.de und Cloudy Nights sowie BBC Sky at Night; gilt für einen dunklen Landhimmel. Von Deutschland aus kostet die geringe Höhe zusätzlich Kontrast.
Die Farben der Weltraumbilder siehst du im Teleskop nie. Bei wenig Licht arbeiten im Auge nur die farbenblinden Stäbchen, der Nebel wirkt grau. Wie viel mehr ein anderes Nebel-Ziel zeigt, siehst du am Orionnebel, der im Winter viel höher und heller steht.
Säulen der Schöpfung fotografieren: mit dem Smart-Teleskop
Fotografisch sind die Säulen deutlich leichter als visuell. Eine Kamera sammelt Licht über viele Minuten und sieht das rote Wasserstofflicht, für das dein Auge nachts fast blind ist. Die Säulen sind am Himmel allerdings nur wenige Bogenminuten groß, du brauchst also etwas Brennweite.
Am einfachsten gelingt das mit einem Smart-Teleskop, das Nachführung, Kamera und Stapeln der Bilder selbst erledigt. Besitzer eines Seestar S50 zeigen die Säulen schon nach 20 bis 30 Minuten Belichtung als kleine dunkle Finger im Nebel. Mit ein bis zwei Stunden wird das Bild ruhiger und die Form klarer, mit mehreren Nächten entsteht ein detailreiches Foto.
| Ausrüstung | Gesamtbelichtung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Smart-Teleskop Seestar S50, mit Filter | 19–30 min | Säulen als kleine dunkle Struktur erkennbar (Cloudy Nights, Bortle-4-Himmel) |
| 90/500-mm-Refraktor, Systemkamera, AZ-GTi | rund 1,8 h (220 × 30 s) | Mehrere Säulen sichtbar, Sterne wegen Nachführgrenzen nicht ganz rund (forum.astronomie.de) |
| 103-mm-Apochromat, gekühlte Farbkamera, Autoguiding | rund 2,9 h (57 × 180 s) | Plastische Säulen in Hubble-Palette (forum.astronomie.de) |
| Smart-Teleskop Seestar S50 | 5,3 h über mehrere Nächte | Detailreicher Nebel am Stadtrand-Himmel (Bortle 5, Offenburg) |
Die Angaben stammen aus veröffentlichten Amateuraufnahmen; Himmel und Bearbeitung beeinflussen das Ergebnis stark.
Rechne mit der geringen Höhe: Pro Nacht steht M 16 im Juli nur gut dreieinhalb dunkle Stunden höher als 15°. Ein Smart-Teleskop kann aber mehrere Nächte auf dasselbe Ziel sammeln. Ein Filter gegen Lichtverschmutzung hilft, weil er das Wasserstoff- und Sauerstofflicht durchlässt und Straßenlicht dämpft.
Realistischer Weg zum eigenen Säulen-Foto: ZWO Seestar S50 Pro

Fährt M 16 selbst an, führt nach und stapelt live – die Säulen tauchen nach etwa einer halben Stunde auf. Wegen der kleinen Öffnung von 50 mm bleiben sie aber ein Detail im Bild, kein bildfüllendes Motiv wie bei Hubble.
Preis: 999 €
Bestellbar
Günstiger und kompakter ist das ZWO Seestar S30 Pro. Es hat eine kürzere Brennweite, zeigt also mehr Himmel, dafür werden die Säulen im Bild noch kleiner. Für den Adlernebel als Ganzes reicht es, wer gezielt die Säulen will, ist mit dem S50 besser bedient.
Die Forumsbilder mit den plastischsten Säulen entstanden mit Linsenteleskopen von 90 bis 100 mm Öffnung, einer Astrokamera und einer nachgeführten Montierung. Mehr Öffnung und Brennweite machen die Säulen größer und schärfer, dafür brauchst du Laptop oder Steuerrechner, Einarbeitung und deutlich mehr Budget als für ein Smart-Teleskop. Das lohnt sich, wenn dich Astrofotografie länger packt – den Einstieg beschreibt unser Ratgeber zur Deep-Sky-Astrofotografie.
Welche Modelle es gibt und worin sie sich unterscheiden, vergleicht unser Überblick zum Smart-Teleskop. Dort geht es auch um Bildfeld, Filter und Akkulaufzeit.
Häufige Fragen zu den Säulen der Schöpfung
Wo befinden sich die Säulen der Schöpfung?
Im Adlernebel M 16, im Sternbild Schlange (Serpens Cauda) nahe der Grenze zu Schild und Schütze. In der Milchstraße liegen sie im Sagittarius-Arm, einem Spiralarm weiter innen als die Sonne. Von Deutschland aus stehen sie im Sommer tief im Süden.
Wie viele Lichtjahre sind die Säulen der Schöpfung entfernt?
NASA und ESA nennen rund 6.500 Lichtjahre, ESO und ältere Quellen etwa 7.000. Einzelne neuere Schätzungen liegen bei rund 5.700 Lichtjahren. Das Licht ist also mehrere Jahrtausende zu uns unterwegs.
Gibt es die Säulen der Schöpfung noch?
Nach heutigem Stand ja. Die Supernova-These von 2007 wird durch spätere Herschel-Daten nicht gestützt und gilt als sehr unwahrscheinlich. ESO-Messungen zufolge verdampfen die Säulen langsam und halten noch etwa 3 Millionen Jahre.
Warum heißen sie Säulen der Schöpfung (Pillars of Creation)?
Weil in ihnen neue Sterne „erschaffen“ werden. Der Name tauchte mit dem Hubble-Bild von 1995 auf und greift eine Formulierung des Predigers Charles Spurgeon von 1857 auf. Vorher sprachen Astronomen nüchtern von „Elefantenrüsseln“.
Kann man die Säulen der Schöpfung mit bloßem Auge sehen?
Nein. Mit bloßem Auge ist unter sehr dunklem Himmel höchstens der Sternhaufen als schwaches Fleckchen zu erkennen. Selbst im Teleskop brauchst du viel Öffnung, einen OIII-Filter und einen sehr dunklen Standort, um die Säulen anzudeuten. Fotografisch klappt es dagegen schon mit einem Smart-Teleskop.
Wer hat das berühmte Foto gemacht?
Die Astronomen Jeff Hester und Paul Scowen von der Arizona State University mit dem Hubble-Weltraumteleskop, belichtet am 1. April 1995. Das Bild setzt sich aus 32 Einzelaufnahmen zusammen. Neuere Versionen stammen von Hubble 2014 und vom James-Webb-Teleskop 2022.
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