Doppelstern Delta Scorpii

Doppelstern Delta Scorpii
Foto: ESO/IAU and Sky & Telescope, CC BY 4.0 (via Wikimedia Commons)

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 22. September 2026

Das Sternbild Skorpion selbst ist für mitteleuropäische Beobachter nicht vollständig und in lichtverschmutzten Gegenden nicht gut sichtbar. Auch kommt es öfter vor, dass Sterne wegen der tiefen Lage auf der Ekliptik vom Mond oder den Planeten bedeckt werden. Dennoch lohnt so die Beobachtung mit dem Teleskop, zum Beispiel einiger der Doppelsterne mit großem Bogenabstand. Manche Komponente zeigt in kürzeren Zeitabständen Helligkeitsveränderungen, deren Ursachen die Astronomen erst noch erforschen müssen.

Die »Stirn« des Skorpions – Doppelstern Delta Scorpii

Der Doppelstern mit dem traditionellen Namen »Dschubba« (Stirn) gehört unter den Assoziationen der Ekliptik zu den »jungen Blauen«, sogenannten OB Assoziationen. Dies sind sehr junge, sehr heiße und extrem massereiche Sterne, hier als Gruppe gleicher Eigenschaften im Sternbild Skorpion. Im Teleskop zeigt sich seit 2000 eine Helligkeitszunahme des Sterns. Vermutet wird, dass Delta Scorpii Gas von seiner Hülle abwirft oder eine starke Annäherung der zweiten Komponente ihn beeinflusst haben könnte.

Genau genommen ist der Doppelstern Delta Scorpii (Dschubba) ein Mehrfachsternensystem. Eine zweite Komponente umrundet den Hauptstern in nur 20 Tagen Abstand. Der dritte Begleiter ist trotz tiefer Lage des Systems auf der Ekliptik meist gut im Teleskop auflösbar. Deren exzentrische Umlaufbahn beträgt ca. 10 Jahre. Eine sehr starke Annäherung an den Hauptstern könnte im Sommer 2000 dessen Gasausbruch im Sternbild »Skorpion« verursacht haben. Eine vierte Komponente ist noch nicht bestätigt, wird aber vermutet.

Im »Schatten« von Antares: Sigma Scorpii (Al Niyat)

Das Mehrfachsternensystem Sigma Scorpii im Sternbild Skorpion besteht insgesamt aus vier Komponenten. Der Hauptstern auf der Ekliptik wird vom Nachbarsystem »Antares« etwas in den Schatten gestellt. Er kann nur spektroskopisch als Doppelstern getrennt werden. Seine Begleiter, ein Hauptreihestern ähnlich der Sonne sowie B9 Zwerg, können wegen des größeren Bogenabstandes gut im Teleskop einzeln gesehen werden.

Sigma Scorpii im Sternbild Skorpion gehört wahrscheinlich wie viele weitere Doppelsterne und Sternensysteme dem »Gouldschen Gürtel« an. In dieser Region der Milchstraße verteilen sich – zum Teil auch über die Ekliptik – HII-Wolken, Sternentstehungsgebiete und junge Sterne in vergleichsweise jungem Alter und von noch ungeklärter Herkunft. »Wahrscheinlich« bedeutet: Die Beobachtung der Komponenten im Teleskop zeigt nach Lage, geschätztem Alter und Raumgeschwindigkeit eine Zugehörigkeit an, jedoch ist dies noch immer im Forschungsstadium und nicht bestätigt.

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