Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 11. Oktober 2026
Das Sternbild Zwilling – offiziell Zwillinge, lateinisch Gemini – ist ein Tierkreis-Sternbild des Winterhimmels: 514 Quadratgrad groß, Rang 30 der 88 Sternbilder, mit den hellen Sternen Kastor und Pollux als Köpfen zweier Brüder. Die Sonne durchquert es jedes Jahr ab dem Sommeranfang rund einen Monat lang – später, als das gleichnamige Sternzeichen behauptet.
⭐ Kurz gesagt: Du findest die Zwillinge über den Orion – die Linie von Rigel durch Beteigeuze zeigt auf Kastor, und Pollux daneben ist der hellere Bruder. Am besten stehen sie von Januar bis März abends hoch im Süden. Die Figur siehst du mit bloßem Auge, M 35 im Fernglas, den Doppelstern Kastor und den Eskimonebel im Teleskop – und im Dezember 2026 liefern die Geminiden fast mondfreie Sternschnuppen-Nächte.

Sternbild Zwillinge im Steckbrief: Daten, Lage und Nachbarn
Die Zwillinge gehören zu den 48 klassischen Sternbildern, die Ptolemäus schon um 150 n. Chr. beschrieb. Ihre Fläche ist nur mittelgroß, doch zwei Sterne erster Größe machen sie viel auffälliger als größere Nachbarn wie den Luchs.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Lateinischer Name | Gemini (Genitiv Geminorum, Kürzel Gem) |
| Fläche | 514 Quadratgrad – Rang 30 von 88 |
| Hellster Stern | Pollux (β Gem), 1,2 mag |
| Zweithellster Stern | Kastor (α Gem), 1,6 mag, Sechsfachsystem |
| Beste Beobachtungszeit | Januar bis März, abends hoch im Süden |
| Sonne im Sternbild | 21./22. Juni bis 20./21. Juli |
| Sternzeichen Zwillinge | 21. Mai bis 21. Juni |
| Meteorstrom | Geminiden, Maximum 13./14. Dezember |
| Messier-Objekt | M 35 (offener Sternhaufen) |
| Nachbarn | Fuhrmann, Luchs, Krebs, Kleiner Hund, Einhorn, Orion, Stier |
Mitten durch das Sternbild läuft die Ekliptik, die scheinbare Bahn der Sonne. Deshalb ziehen Mond und Planeten regelmäßig durch die Zwillinge, und deshalb zählen sie wie Stier und Krebs zum Tierkreis. Unter den zwölf Tierkreis-Sternbildern liegen sie am weitesten nördlich – in Deutschland steigen sie höher als alle anderen.
Sternbild Zwilling am Himmel finden: über Orion, Prokyon und Kapella
Die Figur selbst besteht aus zwei Strichmännchen, die nebeneinander stehen. Die Köpfe Kastor und Pollux sind das einzige, was du sofort erkennst – alles andere ergibt sich, wenn du sie einmal gefunden hast.
Weg 1: Rigel durch Beteigeuze verlängern
- Schritt 1: Such im Süden den Orion mit seinen drei Gürtelsternen. Rechts unten steht der blauweiße Rigel, links oben der orange Beteigeuze.
- Schritt 2: Verbinde beide (18,6°) und verlängere die Linie nach links oben um knapp das Dreifache.
- Schritt 3: Nach 52° ab Rigel landest du bei Kastor, der nur 3,8° neben der Linie steht. Pollux funkelt 4,5° weiter links unten – etwa drei Finger breit bei ausgestrecktem Arm.
Weg 2: das Wintersechseck
Pollux ist eine Ecke des Wintersechsecks aus Kapella, Aldebaran, Rigel, Sirius, Prokyon und Pollux. Wer Prokyon im Kleinen Hund kennt, geht von dort 23° senkrecht nach oben und trifft auf Pollux. Kapella im Fuhrmann steht 30° rechts oberhalb von Kastor.
| Peilung | Abstand | Was du dort findest |
|---|---|---|
| Kastor – Pollux | 4,5° | die beiden Köpfe, drei Finger breit |
| Rigel → Kastor | 52° | über Beteigeuze, Hauptpeilung |
| Prokyon → Pollux | 23° | senkrecht nach oben |
| Kapella → Kastor | 30° | nach links unten |
| Aldebaran → Pollux | 45° | quer über Orions Schulter |
| Propus → M 35 | 2,3° | Sternhaufen am Fuß des Kastor-Zwillings |
| Wasat → NGC 2392 | 2,4° | Eskimonebel, östlich von Wasat |
Achtung, Erwartungscheck: Kastor und Pollux siehst du selbst aus der Innenstadt. Die Körpersterne der 3. und 4. Größe gehen im Stadtlicht unter – vollständig werden die Strichmännchen erst am Stadtrand oder auf dem Land. Wie dunkel dein Himmel ist, verrät die Bortle-Skala.
Am Abend im Osten liegen die Zwillinge fast waagerecht, die Köpfe zeigen nach links. Erst wenn sie im Süden stehen, richten sich die Brüder auf, und vor Sonnenaufgang im Westen kippen sie mit den Köpfen nach rechts oben.
Wann die Zwillinge zu sehen sind: Monat für Monat
Die Zwillinge sind ein klassisches Wintersternbild. Von Dezember bis April stehen sie abends gut sichtbar am Himmel, im Februar erreichen sie ihren höchsten Punkt schon gegen halb elf. Ab Juni verschwinden sie in der Abenddämmerung, weil die Sonne selbst durch das Sternbild zieht.
| Monat | Pollux um 22 Uhr | Höchststand | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Januar | 54°, Ostsüdost | 00:31 Uhr | sehr gut |
| Februar | 67°, Südsüdost | 22:29 Uhr | beste Zeit |
| März | 63°, Südwest | 20:39 Uhr | sehr gut |
| April | 55°, Westsüdwest | 19:37 Uhr (noch hell) | gut am frühen Abend |
| Mai | 37°, West | tagsüber | in der Dämmerung |
| Juni | 18°, Westnordwest | tagsüber | kaum, Himmel zu hell |
| Juli bis September | unter dem Horizont | tagsüber | nicht sichtbar |
| Oktober | unter dem Horizont | 07:34 Uhr | Aufgang erst 22:52 Uhr |
| November | 16°, Ostnordost | 04:32 Uhr | ab 23 Uhr |
| Dezember | 34°, Ost | 02:34 Uhr | gut ab 21 Uhr |

So hoch stehen Kastor und Pollux in deiner Stadt
Weil die Zwillinge so weit nördlich liegen, steigen sie bei uns fast 70° hoch. Kastor bleibt in Mitteldeutschland gut 18 Stunden am Tag über dem Horizont, Pollux gut 17. So hoch stehen die wichtigsten Ziele im Moment ihres Höchststands:
| Stadt | Kastor | Pollux | M 35 | Eskimonebel |
|---|---|---|---|---|
| Flensburg (54,8° N) | 67,0° | 63,2° | 59,5° | 56,1° |
| Hamburg (53,6° N) | 68,3° | 64,4° | 60,8° | 57,3° |
| Berlin (52,5° N) | 69,3° | 65,4° | 61,8° | 58,3° |
| Leipzig (51,3° N) | 70,5° | 66,6° | 63,0° | 59,5° |
| Köln (50,9° N) | 70,9° | 67,0° | 63,4° | 59,9° |
| Frankfurt (50,1° N) | 71,7° | 67,8° | 64,2° | 60,7° |
| Stuttgart (48,8° N) | 73,0° | 69,2° | 65,5° | 62,1° |
| München (48,1° N) | 73,7° | 69,8° | 66,2° | 62,7° |
| Wien (48,2° N) | 73,6° | 69,7° | 66,1° | 62,6° |
| Zürich (47,4° N) | 74,5° | 70,6° | 67,0° | 63,5° |
Praktisch heißt das: Alle Ziele der Zwillinge stehen überall im deutschsprachigen Raum über 55°, also weit über dem Horizontdunst. Gerade für den Eskimonebel ist das ein Vorteil, denn hoch am Himmel ist die Luft meist ruhiger.
Castor und Pollux im Vergleich: zwei ungleiche Brüder
Castor und Pollux – im Deutschen meist Kastor und Pollux geschrieben – wirken am Himmel wie ein Paar. In Wirklichkeit haben die beiden Sterne nichts miteinander zu tun: Sie sind unterschiedlich weit entfernt, unterschiedlich alt und völlig verschieden gebaut.
| Merkmal | Pollux (β Gem) | Kastor (α Gem) |
|---|---|---|
| Helligkeit | 1,2 mag | 1,6 mag (alle Komponenten) |
| Farbe | orange | weiß |
| Entfernung | 34 Lichtjahre | 49–52 Lichtjahre |
| Sterntyp | oranger Riese (K0 III) | sechs Sterne in drei Paaren |
| Durchmesser | knapp 9 Sonnen | Hauptsterne je etwa 2 Sonnen |
| Besonderheit | Planet Thestias (Pollux b) | im Teleskop trennbarer Doppelstern |
Pollux: der hellere Zwilling mit Planet
Obwohl Kastor den Buchstaben Alpha trägt, ist Pollux der hellste Stern der Zwillinge. Der orange Riese ist mit 34 Lichtjahren der nächstgelegene Riesenstern überhaupt und leuchtet rund 38-mal so stark wie die Sonne.
Seit 2006 gilt ein Gasriese mit mindestens 2,3 Jupitermassen als Begleiter, der Pollux in rund 590 Tagen umrundet. Ganz sicher ist das nicht: Die Messsignale könnten auch von magnetischer Aktivität des Sterns stammen. Mehr dazu im Porträt von Pollux und im Überblick zu Exoplaneten.
Kastor: sechs Sonnen in einem Lichtpunkt
Mit bloßem Auge ist Kastor ein einzelner weißer Stern. Im Teleskop zerfällt er in zwei Sterne von 1,9 und 3,0 mag, die sich in rund 460 Jahren umkreisen und derzeit gut 5 Bogensekunden auseinanderstehen.
| Komponente | Helligkeit | Aufbau | Umlauf des Paares |
|---|---|---|---|
| Kastor A | 1,9 mag | weißer Stern + Roter Zwerg | 9,2 Tage |
| Kastor B | 3,0 mag | weißer Stern + Roter Zwerg | 92,9 Tage |
| Kastor C (YY Gem) | 9,8 mag | zwei Rote Zwerge, bedecken sich | 19,5 Stunden |
Die engen Paare innerhalb von A, B und C kann kein Amateurteleskop trennen. Sichtbar sind drei Lichtpunkte: A, B und der schwache Kastor C, 73″ abseits. Dass jeder davon doppelt ist, verraten nur Spektren und die Helligkeitseinbrüche von YY Geminorum.
Tipp: Für Kastor A und B reicht ein Teleskop ab etwa 70 mm Öffnung bei 100- bis 150-facher Vergrößerung. Flimmert die Luft, verschmelzen die beiden zu einer Acht – dann an einem ruhigeren Abend wiederkommen.
Weitere Sterne der Zwillinge: Alhena, Wasat, Mekbuda und Co.
Rund ein Dutzend Sterne zeichnen die Körper der Brüder. Ihre Eigennamen stammen meist aus dem Arabischen und sind beliebte Kreuzworträtsel-Lösungen – Gemini, Kastor, Pollux, Alhena und Wasat tauchen dort am häufigsten auf.

| Stern | Name | Helligkeit | Entfernung | Typ |
|---|---|---|---|---|
| γ Gem | Alhena | 1,9 mag | 105 Lj | weißer Unterriese |
| μ Gem | Tejat | 2,9 mag | rund 230 Lj | roter Riese, leicht veränderlich |
| ε Gem | Mebsuta | 3,1 mag | rund 850–900 Lj | gelber Überriese |
| η Gem | Propus | 3,2–3,9 mag | 350–700 Lj (unsicher) | veränderlicher roter Riese |
| ξ Gem | Alzirr | 3,4 mag | 57 Lj | gelblich-weißer Unterriese |
| δ Gem | Wasat | 3,5 mag | 59 Lj | Doppelstern auf der Ekliptik |
| ζ Gem | Mekbuda | 3,6–4,2 mag | rund 1.200 Lj | Cepheide, Periode 10,15 Tage |
Wasat steht nur 0,2° neben der Ekliptik und wird deshalb gelegentlich vom Mond bedeckt; 1857 schob sich sogar Saturn vor ihn. Mekbuda ist ein Cepheid, ein pulsierender Stern: In gut zehn Tagen schwankt er zwischen 3,6 und 4,2 mag, was du mit bloßem Auge im Vergleich zu seinen Nachbarn verfolgen kannst.
Propus am Fuß des Kastor-Zwillings ändert seine Helligkeit halbregelmäßig über rund 235 Tage. Zusammen mit Tejat markiert er den Weg zum Sternhaufen M 35, dem schönsten Deep-Sky-Ziel des Sternbilds.
Deep-Sky in den Zwillingen: M 35, Eskimonebel und Medusanebel
Der Westrand der Zwillinge liegt in der Wintermilchstraße. Dort sitzt mit M 35 das einzige Messier-Objekt des Sternbilds, weiter östlich warten zwei Planetarische Nebel – ausgestoßene Gashüllen sterbender Sterne – für das Teleskop.
| Objekt | Art | Helligkeit | Größe | Gerät |
|---|---|---|---|---|
| M 35 (NGC 2168) | offener Sternhaufen | 5,3 mag | 28′, fast Vollmondgröße | Fernglas |
| NGC 2158 | offener Sternhaufen | 8,6 mag | 5′ | Teleskop ab 100 mm |
| NGC 2392 (Eskimonebel) | Planetarischer Nebel | 9,1 mag | 48″ | Teleskop ab 100 mm |
| Abell 21 (Medusanebel) | Planetarischer Nebel | sehr lichtschwach | etwa 10′ | ab 200 mm mit OIII-Filter |
| Kastor A/B | Doppelstern | 1,9 / 3,0 mag | gut 5″ Abstand | Teleskop ab 70 mm |
M 35 und NGC 2158: zwei Haufen in einem Feld
M 35 liegt 2,3° rechts oberhalb von Propus. Unter dunklem Himmel ist er schon mit bloßem Auge ein Nebelfleck, im Fernglas ein Feld aus Dutzenden Sternen in rund 2.900 Lichtjahren Entfernung.
Nur 25′ südwestlich liegt NGC 2158, im Teleskop ein kleiner, körniger Fleck. Er ist etwa viermal so weit entfernt und rund 20-mal so alt: rund 2 Milliarden Jahre gegen etwa 100 Millionen bei M 35. Diesen Kontrast im selben Gesichtsfeld zu sehen, ist der eigentliche Reiz.
NGC 2392: der Eskimonebel
Der Eskimonebel liegt 2,4° östlich von Wasat, William Herschel entdeckte ihn 1787. Bei niedriger Vergrößerung sieht er aus wie ein leicht unscharfer, bläulicher Stern; erst ab etwa 100-fach wird er zum Scheibchen mit hellem Zentralstern.
Beobachter im Forum von astronomie.de empfehlen, die Strecke zwischen den schwachen Sternen 56 und 63 Geminorum zu halbieren und dann etwa ein Grad nach Süden zu suchen. Bei Stadthimmel hilft ein UHC- oder OIII-Filter, der das Licht des Nebels durchlässt und den Hintergrund abdunkelt. Die Entfernung ist umstritten: Ältere Werte liegen bei 2.500 bis 4.000 Lichtjahren, die Gaia-Messung ergibt rund 6.500.
Achtung, häufiger Fehler: Das berühmte Hubble-Bild mit Gesicht und Fellkapuze ist eine Langzeitaufnahme. Im Okular bleibt der Eskimonebel ein kleines, helles Scheibchen – nur 48″ groß, kleiner als der Ringnebel in der Leier. Wer ihn mit dem Übersichtsokular sucht, fährt oft daran vorbei.
Medusanebel: die Herausforderung für Fortgeschrittene
Der Medusanebel (Abell 21) liegt im Süden des Sternbilds, gut 8° nördlich von Prokyon. Er ist zwar etwa ein Drittel so groß wie der Vollmond, aber extrem flächenschwach. Visuell brauchst du einen wirklich dunklen Himmel, mindestens 200 mm Öffnung und einen OIII-Filter – auf Fotos zeigt er seine verschlungenen Fäden, die an Medusas Schlangenhaar erinnern.
Mit rund 1.500 Lichtjahren ist er der nähere der beiden Nebel. Für den Einstieg ist er kein Ziel, aber ein guter Grund, nach ein paar Jahren mit größerem Gerät in die Zwillinge zurückzukehren. Mehr über Nebelarten erklärt unser Überblick Nebel im Weltraum.
Fernglas oder Teleskop für die Zwillinge: ehrliche Geräteberatung
Für Kastor, Pollux und die Figur brauchst du gar nichts außer deinen Augen. Für M 35 genügt ein Fernglas – ein 10×50 zeigt den ganzen Haufen samt Umgebung auf einmal und funkelnde Sternketten in der Wintermilchstraße.
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Wann sich das Teleskop trotzdem lohnt
Die eigentlichen Highlights der Zwillinge sind Kastor als Doppelstern, NGC 2158 und der Eskimonebel. Alle drei gibt es nur im Teleskop, und ein Gerät mit 130 mm Öffnung zeigt sie sicher. Wie die Abwägung grundsätzlich ausfällt, steht in Teleskop oder Fernglas.
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Mit 200 mm Öffnung sammelst du gut doppelt so viel Licht wie mit 130 mm. Der Eskimonebel zeigt dann seine Ringstruktur, NGC 2158 löst sich am Rand in Einzelsterne auf, und mit OIII-Filter wird sogar der Medusanebel erreichbar. Der Aufpreis lohnt sich, wenn du Deep-Sky-Objekte gezielt suchen willst und Platz zum Aufstellen hast – für Kastor allein ist er nicht nötig.
Geminiden aus den Zwillingen: 2026 mit fast dunklem Himmel
Die Geminiden sind der stärkste Meteorstrom des Jahres, aktiv etwa vom 4. bis 20. Dezember. Ihr Radiant – der Punkt, aus dem die Sternschnuppen zu kommen scheinen – liegt knapp 2° neben Kastor. Unter Idealbedingungen sind bis zu 150 Meteore pro Stunde möglich, unter echtem Landhimmel meist 60 bis 100.
| Jahr | Maximum (MEZ) | Mond | Bedingungen |
|---|---|---|---|
| 2026 | 14.12., 14:41 Uhr | schmale Sichel, 25 %, geht 20:28 Uhr unter | sehr gut: Nächte 13./14. und 14./15. |
| 2027 | 14.12., 20:54 Uhr | Vollmond am 13.12. | schlecht, Mond überstrahlt |
| 2028 | 14.12., 02:57 Uhr | fast Neumond, 5 % | ideal: Maximum mitten in dunkler Nacht |
2026 fällt das Maximum zwar auf den Nachmittag des 14. Dezember. Weil der Mond schon am Abend untergeht, sind beide Nächte davor und danach dunkel – am 14. Dezember verschwindet die Sichel um 21:39 Uhr. Der Radiant steht um 21 Uhr bereits 30° hoch und erreicht gegen 2 Uhr 72°, deshalb lohnen sich die Geminiden auch für Frühschläfer.
Ungewöhnlich ist ihr Ursprung: Die Geminiden stammen vom Asteroiden 3200 Phaethon und nicht von einem Kometen. Alle anderen Ströme des Winters findest du im Sternschnuppen-Kalender.
Sternbild vs. Sternzeichen Zwillinge: warum die Daten abweichen
Wer nach „Gemini deutsch“ oder dem Sternzeichen Zwillinge sucht, meint meist die Astrologie. Das Sternzeichen Zwillinge gilt vom 21. Mai bis 21. Juni, das Sternbild ist dagegen ein echtes Himmelsfeld mit festen Grenzen. In dieser Zeit steht die Sonne heute aber noch im Stier.

| Jahr | Sonne tritt in die Zwillinge | … in den Krebs | Dauer |
|---|---|---|---|
| 2026 | 21.06.2026, 23:19 Uhr | 21.07.2026, 04:04 Uhr | 29,2 Tage |
| 2027 | 22.06.2027, 05:29 Uhr | 21.07.2027, 10:17 Uhr | 29,2 Tage |
| 2028 | 21.06.2028, 11:42 Uhr | 20.07.2028, 16:31 Uhr | 29,2 Tage |
Schuld an der Verschiebung ist die Präzession: Die Erdachse taumelt wie ein Kreisel einmal in rund 25.800 Jahren herum. Die Tierkreiszeichen sind seit der Antike nicht mitgewandert, die Sternbilder am Himmel schon – inzwischen um fast ein ganzes Zeichen. Die komplette Gegenüberstellung aller zwölf Zeichen findest du in der Übersicht Sternzeichen und Sternbilder.
Gut zu wissen: Bis 1989 stand die Sonne zur Sommersonnenwende in den Zwillingen. Seit 1990 liegt der Sonnenwendpunkt im Stier – auch das ist eine Folge der Präzession. Das Symbol ♊ ist übrigens das astrologische Zeichen, eine stilisierte römische Zwei, nicht die Sternfigur.
Mond und Planeten in den Zwillingen: was 2026 bis 2028 passiert
Bis Juni 2026 stand Jupiter in den Zwillingen, jetzt ist er weitergezogen. Im Winter 2026/27 hält sich kein heller Planet im Sternbild auf, dafür besucht der Mond die Brüder jeden Monat – am 24. Dezember 2026 sogar als fast voller Weihnachtsmond.
| Wer | Zeitraum in den Zwillingen | Sichtbarkeit |
|---|---|---|
| Mond | 26.–28.11.2026 | 89 %, abnehmend, ab dem Abend |
| Mond | 24.–25.12.2026 | 99 %, Weihnachtsvollmond in den Zwillingen |
| Mond | 20.–22.01.2027 | 98 %, kurz vor Vollmond |
| Mond | 16.–18.02.2027 | 86 %, abends hoch im Süden |
| Mond | 16.–18.03.2027 | 66 %, zunehmend |
| Venus | 4.–26.07.2027 | nur 8° neben der Sonne, nicht beobachtbar |
| Mars | 22.07.–01.09.2028 | am Morgenhimmel |
| Venus | 14.08.–03.09.2028 | als heller Morgenstern |
| Saturn / Jupiter | ab Juli 2032 / ab Mai 2037 | nächste Besuche |
Ein heller „Stern“ in den Zwillingen, der in keiner Karte steht, ist also fast immer der Mond oder ein Planet. Welcher es gerade ist, verrät unsere Seite Heute am Himmel mit den aktuellen Positionen für deinen Ort.
Uranus und Pluto: zwei Entdeckungen in den Zwillingen
Am 13. März 1781 fand William Herschel nahe Propus ein Scheibchen, das er zuerst für einen Kometen hielt. Es war der Planet Uranus, der erste, der mit einem Teleskop entdeckt wurde. 1930 spürte Clyde Tombaugh auf Fotoplatten aus der Gegend um Wasat den Zwergplaneten Pluto auf.
Mythologie der Zwillinge: Kastor, Polydeukes und die Dioskuren
In der griechischen Sage sind Kastor und Polydeukes, lateinisch Pollux, die Dioskuren – die Söhne der spartanischen Königin Leda. Polydeukes stammte von Zeus und war unsterblich, Kastor vom König Tyndareos und sterblich.
Als Kastor im Kampf fiel, bat Polydeukes seinen Vater, die Unsterblichkeit mit dem Bruder teilen zu dürfen. Seither verbringen die beiden abwechselnd einen Tag im Olymp und einen in der Unterwelt – und stehen gemeinsam am Himmel.
Schutzpatrone der Seeleute: Als Argonauten fuhren die Brüder mit Jason auf der Argo. Das Elmsfeuer an Schiffsmasten galt als ihr Zeichen und als gutes Omen. Schon die Babylonier sahen hier „die großen Zwillinge“, und in Rom erinnert bis heute der Castor-Tempel auf dem Forum an die beiden.
Häufige Fragen zum Sternbild Zwilling
Wie sieht das Sternbild Zwilling aus?
Wie zwei nebeneinander stehende Strichmännchen. Die Köpfe sind die hellen Sterne Kastor und Pollux, die Körper laufen als zwei fast parallele Sternketten Richtung Orion. Am Abend im Osten liegt die Figur waagerecht, im Süden steht sie aufrecht.
Wann sieht man das Sternbild Zwillinge am Himmel?
Abends von Dezember bis April, am besten im Februar, wenn Pollux um 22 Uhr 67° hoch im Süden steht. Im November gehen die Zwillinge am späten Abend auf. Von Juni bis Mitte September sind sie abends und um Mitternacht nicht zu sehen, weil die Sonne in ihrer Nähe steht; ab Anfang August erscheinen sie wieder vor der Morgendämmerung.
Wie lautet der lateinische Name des Sternbilds Zwillinge?
Gemini, im Genitiv Geminorum, abgekürzt Gem. Daher heißen die Sterne α Geminorum (Kastor), β Geminorum (Pollux) und so weiter. Auch der Meteorstrom der Geminiden ist nach dem lateinischen Namen benannt.
Welcher Stern ist heller, Kastor oder Pollux?
Pollux mit 1,2 mag – er ist orange und steht weiter südöstlich. Kastor ist mit 1,6 mag etwas schwächer und weiß. Pollux ist 34 Lichtjahre entfernt, Kastor rund 50.
Warum ist Kastor Alpha, obwohl Pollux heller ist?
Johann Bayer vergab die griechischen Buchstaben 1603 nicht streng nach Helligkeit. Die beiden galten als etwa gleich hell, und Kastor steht in der Sage an erster Stelle. Deshalb bekam er das Alpha.
Wann steht die Sonne im Sternbild Zwillinge?
Vom 21. oder 22. Juni bis zum 20. oder 21. Juli, also rund 29 Tage. 2026 tritt sie am 21. Juni um 23:19 Uhr ein und verlässt das Sternbild am 21. Juli um 04:04 Uhr. Das Sternzeichen Zwillinge (21. Mai bis 21. Juni) liegt einen Monat früher.
Welche Planeten stehen 2026/2027 in den Zwillingen?
Im Winter 2026/27 keiner. Jupiter hat das Sternbild im Juni 2026 verlassen, Venus zieht im Juli 2027 nur unsichtbar nahe der Sonne hindurch. Erst im Sommer 2028 stehen Mars und Venus am Morgenhimmel in den Zwillingen.
Kann man M 35 mit bloßem Auge sehen?
Ja, unter dunklem Landhimmel als kleinen Nebelfleck neben Propus. Aus der Stadt brauchst du ein Fernglas. Erst darin zeigt sich, dass der Fleck aus Dutzenden Sternen besteht.
Gehören die Zwillinge zum Wintersechseck?
Ja, Pollux ist eine der sechs Ecken, zusammen mit Kapella, Aldebaran, Rigel, Sirius und Prokyon. Manche Darstellungen nehmen statt Pollux auch Kastor. Beteigeuze steht etwa in der Mitte des Sechsecks.
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