Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 25. September 2026
Ein Refraktor-Teleskop ist ein Linsenteleskop: Eine Objektivlinse vorne im Tubus bündelt das Licht, der Tubus ist geschlossen und muss nie justiert werden.
Mehr dazu im Überblick: Teleskop kaufen.
⭐ Kurz gesagt: Für Mond, Planeten und Doppelsterne ist ein Refraktor das pflegeleichteste Teleskop, das es gibt. Als Allrounder empfehlen wir den Omegon AC 102/660 AZ-3 (364 €). Wer Galaxien und Nebel sehen will, bekommt fürs gleiche Geld mit einem Dobson deutlich mehr Öffnung.

Refraktor-Teleskop kaufen: Für wen es passt
Ein Refraktor ist das Teleskop für Leute, die schnell beobachten wollen. Rausstellen, zehn Minuten warten, loslegen. Kein Spiegel, der verstellt sein kann, kein offener Tubus, in dem Staub landet.
- ✔ Mond, Planeten, Doppelsterne: scharfe, kontrastreiche Bilder ohne Fangspiegel im Strahlengang.
- ✔ Wer wenig Zeit hat: kurze Auskühlzeit, keine Justage, robust im Transport.
- ✔ Beobachtung am Tag: mit Amici-Prisma ein gutes Spektiv für Natur und Landschaft.
- ✔ Astrofotografie: kleine ED-Apochromaten sind die Standard-Optik für Nebel und Galaxien.
- ✘ Wer möglichst viel Öffnung pro Euro will: Ein Dobson mit 200 mm kostet so viel wie ein Achromat mit 102 mm.
- ✘ Lichtschwache Galaxien visuell: dafür fehlt einem Refraktor bis 100 mm schlicht die Öffnung.
Galaxien, Nebel, Planeten – welche Brennweite und Öffnung zu welchem Ziel passt.
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Achromat, ED oder Apochromat: der wichtigste Unterschied
Der Preis eines Refraktors hängt fast nur am Glas. Eine Linse bricht blaues Licht stärker als rotes. Ein einfacher Achromat bekommt das nicht ganz korrigiert, an hellen Objekten entsteht ein violetter Saum.
| Bauart | Was du siehst | Preisrahmen (80–100 mm) |
|---|---|---|
| Achromat | Violetter Saum an Mond, Venus, Jupiter. Stört bei langen Brennweiten (f/10 und länger) wenig. | ca. 100–400 € komplett |
| ED-Doublet | Farbsaum kaum noch sichtbar, sehr gute Schärfe. | ca. 400–800 € nur Tubus |
| Apochromat (Triplet) | Praktisch farbrein, auch für anspruchsvolle Fotos. | ab ca. 900 € nur Tubus |
Für das erste Teleskop reicht ein Achromat völlig. Den Farbsaum nimmt man an hellen Planeten wahr, am Mond fällt er nach ein paar Nächten kaum noch auf. Wer tiefer einsteigen will, findet den ausführlichen Vergleich unter Achromat oder Apochromat.
Kurz oder lang: Was das Öffnungsverhältnis bedeutet
Die zweite Zahl im Namen ist die Brennweite, und die entscheidet über den Charakter. Ein 80/400 hat ein Öffnungsverhältnis von f/5, ein 90/1000 liegt bei f/11.
| Typ | Beispiel | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|---|
| Kurz (f/5–f/7) | AC 80/400 | Riesiges Bildfeld: Sternhaufen, Milchstraße, Kometen | Mehr Farbsaum, Planeten bleiben klein |
| Mittel (f/6,5) | AC 102/660 | Guter Kompromiss für fast alles | An Planeten nicht ganz so farbrein wie lang |
| Lang (f/10–f/11) | AC 90/1000 | Mond und Planeten scharf und kontrastreich | Langer Tubus, wackelt auf kleinen Montierungen |
Tipp: Wenn du dich nicht festlegen willst, nimm ein mittleres Öffnungsverhältnis um f/6,5. Planeten gehen damit ordentlich, und die Plejaden passen trotzdem komplett ins Bild.
Refraktor-Empfehlungen nach Budget
Die Liste enthält nur Geräte, deren Montierung zum Tubus passt. Genau daran scheitern viele günstige Refraktoren, dazu gleich mehr.
| Budget | Refraktor | Wofür | Preis |
|---|---|---|---|
| bis 120 € | Omegon AC 70/700 AZ-2 | Mond und Jupitermonde, erstes Kinderteleskop | 119 € |
| bis 300 € | Omegon AC 90/1000 EQ-2 | Mond und Planeten, lange Brennweite | 275 € |
| bis 300 € | Omegon AC 80/400 AZ-3 | Weitfeld: Milchstraße, Sternhaufen, Kometen | 279 € |
| bis 400 € | Omegon AC 102/660 AZ-3 | ⭐ Unsere EmpfehlungDer beste Allrounder: 102 mm, stabile AZ-3, 2-Zoll-Auszug. | 364 € |
| bis 400 € | Bresser AR-102/1000 EQ-3 | Planeten mit parallaktischer Montierung | 399 € |
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Unser Refraktor-Allrounder: Omegon AC 102/660 AZ-3

Der große Refraktor unter den Einsteigern: 102 mm Öffnung, 2-Zoll-Auszug, weites Feld bei 660 mm Brennweite – Mond, Planeten und die hellen Deep-Sky-Objekte ohne Justage.
Preis: 364 €
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Der häufigste Fehlkauf: zu langer Tubus auf zu schwacher Montierung
Ein Refraktor steht und fällt mit seiner Montierung. Ein 1-Meter-Tubus auf einem dünnen Stativ zittert bei jeder Berührung mehrere Sekunden nach. Bei 150-facher Vergrößerung tanzt Jupiter dann durchs Bild.
Häufiger Fehler: Refraktoren mit 1.000 mm Brennweite und mehr auf EQ-1- oder AZ-1-Montierungen. Im Forum heißt das Problem nicht ohne Grund „Wacklizität“. Lieber eine Nummer kleiner beim Tubus als beim Stativ.
Die Faustregel: Die Montierung sollte deutlich mehr tragen, als der Tubus wiegt. Bei den Empfehlungen oben ist das der Fall. Wie parallaktische und azimutale Montierungen sich unterscheiden, steht unter Parallaktische Montierung.
Refraktor oder Spiegelteleskop?
Pro Euro sammelt ein Spiegelteleskop mehr Licht, der Refraktor gewinnt bei Komfort und Kontrast. Ein 200-mm-Dobson sammelt viermal so viel Licht wie ein 100-mm-Refraktor, will aber justiert und ausgekühlt werden.
| Refraktor | Spiegelteleskop (Dobson) | |
|---|---|---|
| Öffnung pro Euro | gering | hoch |
| Wartung | keine | gelegentlich justieren |
| Einsatzbereit nach | ca. 10–15 Minuten | ca. 30–60 Minuten |
| Stärke | Mond, Planeten, Doppelsterne, Tag | Galaxien, Nebel, Sternhaufen |
Den ausführlichen Vergleich mit allen Vor- und Nachteilen findest du unter Spiegelteleskop oder Linsenteleskop.
Refraktor, Dobson oder Smart-Teleskop? Wir sagen dir ehrlich, was zu deinem Himmel passt.
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Refraktor für Fortgeschrittene und Profis
Ab etwa 700 € kaufst du keinen Komplettsatz mehr, sondern Tubus und Montierung getrennt. Dafür bekommst du ED-Glas und einen Auszug, der auch eine Kamera trägt.
| Refraktor (nur Tubus) | Stärke | Preis |
|---|---|---|
| Sky-Watcher EvoStar 100 EDX | Farbreiner 100-mm-ED für Planeten und Deep-Sky | 759 € |
| Sky-Watcher EvoStar 80ED | Klassiker für Einsteiger in die Astrofotografie | 795 € |
| Omegon Pro APO 96/575 Triplet | Echter Triplet-Apo, visuell und fotografisch | 1.290 € |
| Sky-Watcher Esprit 120 EDX | Oberklasse-Apo für Jahre | 2.469 € |
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🚀 Wenn du mehr willst: Sky-Watcher EvoStar 100 EDX
Der ED-Refraktor zeigt Jupiter und Saturn ohne violetten Saum und bleibt auch bei 200-facher Vergrößerung knackig. Er kommt ohne Montierung: Rechne eine solide Montierung wie die EQM-35 Pro dazu. Das lohnt sich, wenn dich der Achromat schon ein Jahr begleitet hat und du genau weißt, was dich stört.
➜ Skywatcher AP 100/700 EvoStar 100 EDX – 759 €
Wer mit dem Refraktor fotografieren will, sollte zuerst Teleskop für Astrofotografie lesen: Dort zählen andere Dinge als beim Schauen.
Zubehör: Was beim Refraktor wirklich fehlt
- Zenitspiegel: liegt meist bei und macht den Einblick bequem. Das Bild ist dann seitenverkehrt.
- Amici-Prisma: für die Beobachtung am Tag, damit das Bild aufrecht und seitenrichtig steht.
- Mondfilter: dämpft den hellen Vollmond, etwa der Omegon Premium-Mondfilter 1,25″ für 19,90 €.
- Ein gutes Okular: die beigelegten Okulare sind brauchbar, ein Zoom-Okular macht mehr Spaß.
Achtung Sonne: Nie ohne zertifizierten Objektiv-Sonnenfilter vor der Linse in die Sonne schauen, auch nicht kurz. Filter, die ins Okular geschraubt werden, können platzen und das Auge dauerhaft schädigen.
Refraktor gebraucht kaufen?
Gebrauchte Refraktoren sind die sicherste Gebrauchtware im Teleskopbereich. Es gibt keinen Spiegel, der erblindet, und keine Justage, die verstellt ist. Worauf du trotzdem achten musst, steht unter Teleskop gebraucht kaufen.
Häufige Fragen zum Refraktor-Teleskop
Was ist ein Refraktor-Teleskop?
Ein Refraktor ist ein Linsenteleskop. Eine Objektivlinse vorne im Tubus bündelt das Licht zu einem Bild, das du mit dem Okular vergrößerst. Der Name kommt von der Lichtbrechung (Refraktion).
Welcher Refraktor ist für Einsteiger geeignet?
Für die meisten Einsteiger ist ein Achromat mit 90 bis 102 mm Öffnung auf einer stabilen Montierung richtig, etwa der AC 102/660 AZ-3. Mit 70 mm geht es günstiger los, dann zeigt der Mond Krater und Jupiter seine Monde.
Welcher Refraktor ist der Testsieger?
Einen neutralen Testsieger gibt es nicht, weil Refraktoren für ganz unterschiedliche Zwecke gebaut sind. In unserer Auswertung ist der AC 102/660 AZ-3 der beste Allrounder unter 400 €. Weitere Geräte vergleicht unser Teleskop-Test.
Wie viel Vergrößerung schafft ein Refraktor?
Als Faustregel gilt das Doppelte der Öffnung in Millimetern: bei 102 mm also rund 200-fach. In der Praxis begrenzt meist die Luftunruhe auf 100- bis 150-fach.
Ist ein Refraktor gut für Astrofotografie?
Ja, aber nur mit ED- oder Apo-Glas und einer parallaktischen Montierung mit Motor. Ein Achromat zeigt auf Fotos um jeden hellen Stern einen violetten Hof. Welche Kombination sich lohnt, steht unter Teleskop für Astrofotografie.
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