Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 25. September 2026
Das Seestar S30 Pro und das DWARF mini sind die beiden kleinsten Smart-Teleskope mit 30 mm Öffnung: Kamera, Montierung und App in einem Gehäuse, gesteuert vom Handy. Gleiche Öffnung, gleiche Pixelgröße – der Unterschied steckt in der Sensorfläche, im Gewicht und im Preis.
⭐ Kurz gesagt: Das Seestar S30 Pro (699 €) ist das bessere Teleskop: 4K-Sensor, rund dreieinhalbmal so großes Bildfeld, Stativ und Tauschutzheizung dabei. Das DWARF mini (429 €) ist das bessere Reisegerät: halb so schwer, günstiger und mit längeren Einzelbelichtungen im EQ-Modus – dafür nur Full HD und ein kürzerer Akku.
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Transparenz: Wir haben beide Geräte nicht selbst im Labor gemessen. Grundlage sind die Datenblätter von ZWO, DWARFLAB und Astroshop, unsere eigene Nachrechnung von Bildfeld und Abtastung und der Abgleich mit Nutzerberichten aus forum.astronomie.de, Cloudy Nights und zwei englischen Vergleichstests.
Seestar S30 Pro vs. DWARF mini: die Daten im Vergleich
| Merkmal | Seestar S30 Pro | DWARF mini |
|---|---|---|
| Öffnung / Brennweite | 30 mm / 160 mm (f/5,3) | 30 mm / 150 mm (f/5) |
| Optik | Apochromat, 4 Linsen mit ED-Glas | Apochromat (laut Testberichten 3 Linsen) |
| Telekamera | Sony IMX585, 1/1,2 Zoll, 8,3 MP (4K) | Sony IMX662, 1/2,8 Zoll, 2,1 MP (Full HD) |
| Pixelgröße | 2,9 µm | 2,9 µm |
| Bildfeld Tele (berechnet) | 3,99° × 2,24° (Diagonale 4,6°) | 2,13° × 1,20° (Diagonale 2,4°) |
| Abtastung (berechnet) | 3,7″ pro Pixel | 4,0″ pro Pixel |
| Weitwinkelkamera | Sony IMX586, 63°, 8 MP | OmniVision OS02K10, 2 MP |
| Filter | UV/IR-Sperrfilter, Duo-Band (Hα/OIII), Dunkelbild | Astrofilter, Dual-Narrowband (Hα/OIII), Dunkelbild |
| Max. Einzelbelichtung (EQ-Modus) | 60 s | 90 s |
| Akku | 6.000 mAh, ca. 6 h (Hersteller) | 7.000 mAh, ca. 4 h (Hersteller) |
| Speicher | 128 GB | 64 GB |
| Tauschutzheizung | ja | keine Angabe |
| Gewicht | 1,65 kg | 840 g |
| Stativ im Lieferumfang (Astroshop) | ja, Tischstativ + Tasche | nein, separat erhältlich |
| Sonnenfilter im Lieferumfang | ja (magnetisch) | ja |
| Preis | 699 € | 429 € |
| Kaufen | Seestar S30 Pro | DWARF mini |
Merksatz: Beide Geräte sammeln gleich viel Licht und lösen gleich fein auf. Das S30 Pro hat nur die viermal größere Sensorfläche – es sieht also ein größeres Stück Himmel auf einmal, in 4K.
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Der eigentliche Unterschied: Sensorfläche und Bildfeld
Die Pixel sind bei beiden 2,9 Mikrometer groß, und die Brennweiten liegen nur zehn Millimeter auseinander. Deshalb bildet ein Nebel in beiden Geräten fast gleich groß ab. Der Sony-Sensor im S30 Pro ist aber viel breiter und höher als der im DWARF mini.
Das Ergebnis: Das S30 Pro erfasst rund 9 Quadratgrad Himmel, das DWARF mini gut 2,5. Die Andromedagalaxie mit gut drei Grad Länge passt beim S30 Pro komplett ins Bild. Beim mini brauchst du dafür ein Mosaik aus mehreren Feldern.
Für kleine Objekte dreht sich das Bild. Ringnebel M 57 oder der Krabbennebel sind in beiden Geräten winzig, weil 150 bis 160 mm Brennweite dafür schlicht zu kurz sind. Hier hilft auch das größere Feld nicht – wer vor allem kleine Galaxien will, braucht mehr Brennweite.
Bildqualität: was die Nutzer berichten
In den Nutzerberichten auf Cloudy Nights liegt das S30 Pro bei der Bildqualität meist vorn. Genannt werden vor allem sauberere Sterne am Bildrand und weniger Rauschen, was zum größeren und moderneren Sony-Sensor passt. Die Bilder kommen zudem schon aus der App ansehnlich heraus.
Das DWARF mini hat einen echten Pluspunkt: 90 statt 60 Sekunden pro Einzelbild im EQ-Modus. Bei schwachen Emissionsnebeln wie dem Pferdekopf ergibt das ruhigere Hintergründe. Mehrere Besitzer holen mit DWARFLABs Online-Werkzeugen (Stellar Studio, MegaStack) nachträglich noch sichtbar mehr heraus.


Ehrlich eingeordnet: Herstellerbilder entstehen unter dunklem Himmel, mit viel Belichtungszeit und guter Nachbearbeitung. Aus der Stadt und nach 20 Minuten sieht dein Bild schlichter aus – bei beiden Geräten.
Zwei Testberichte (skiesandscopes.com, telescopicwatch.com) beschreiben beim DWARF mini mehr Wärmerauschen, sobald es draußen über gut 20 Grad hat. Im Sommer ist das S30 Pro damit im Vorteil; im Herbst und Winter spielt das kaum eine Rolle.
Alltag: Gewicht, Akku, Stativ und App

- Gewicht: 840 g gegen 1,65 kg. Wer wandert oder mit dem Rad unterwegs ist, merkt das. Das S30 Pro ist trotzdem noch klein – es wiegt so viel wie eine große Wasserflasche.
- Akku: Das S30 Pro schafft laut ZWO etwa sechs Stunden, das mini laut DWARFLAB etwa vier. Testberichte nennen für das mini in der Praxis eher zwei bis vier Stunden. Plane beim mini eine Powerbank fest ein.
- Stativ: Beim S30 Pro liegt bei Astroshop ein Tischstativ samt Tasche bei. Das mini kommt ohne Stativ; du brauchst eines mit 1/4-Zoll-Gewinde oder das DWARF-Stativ.
- Tau: Das S30 Pro heizt seine Frontlinse selbst. Für das mini nennt DWARFLAB keine Heizung – in feuchten Nächten hilft eine Taukappe.
- App: Seestar-App gegen DWARFLAB-App. Die Seestar-App gilt als einfacher und stärker geführt, die DWARF-App bietet mehr Stellschrauben. Im Forum wird ein Handy oder Tablet mit mindestens 6 GB Arbeitsspeicher empfohlen.
Tipp aus den Kundenbewertungen: Für lange Nächte beim DWARF mini eine Powerbank mit USB-C am Stativ befestigen. Ein Käufer berichtet, dass sich eine lose Powerbank sonst mit dem Gerät mitdreht.
Sonne, Mond und Planeten
Beide Geräte fotografieren die Sonne mit dem mitgelieferten Filter. Der Filter muss dabei immer fest vor dem Objektiv sitzen – ohne ihn zerstört das gebündelte Sonnenlicht den Sensor in Sekunden. Sonnenflecken und partielle Sonnenfinsternisse klappen damit gut.
Der Mond ist in beiden Geräten ein schönes Motiv, er füllt das Bild aber nicht aus. Planeten sind bei 30 mm Öffnung nur kleine Scheibchen: Jupiter mit zwei Streifen, Saturn mit erkennbarem Ring, mehr nicht. Wer Planeten sehen will, ist mit einem klassischen Teleskop besser bedient – mehr dazu im Ratgeber Teleskop für Planeten.
Und das normale Seestar S30?
Viele suchen eigentlich „DWARF mini vs. Seestar S30“ – gemeint ist das günstigere Modell ohne „Pro“. Das normale S30 (479 €) hat denselben Sony-IMX662-Sensor wie das DWARF mini, also auch nur Full HD, bei 150 mm Brennweite.
Damit sind S30 und DWARF mini optisch fast Zwillinge. Die Entscheidung fällt dann über App, Gewicht und Lieferumfang: Das S30 ist schwerer, bringt aber Stativ und Tauschutz mit; das mini ist leichter und belichtet im EQ-Modus länger. Im Forum wurde das normale S30 für ein zwölfjähriges Kind ausdrücklich als ausreichend empfohlen.
| Modell | Sensor | Bildfeld (Diagonale) | Preis |
|---|---|---|---|
| Seestar S30 Pro | IMX585, 4K | 4,6° | 699 € |
| Seestar S30 | IMX662, Full HD | 2,4° | 479 € |
| DWARF mini | IMX662, Full HD | 2,4° | 429 € |
Preis-Leistung: Lohnt sich der Aufpreis?
Zwischen DWARF mini und S30 Pro liegen rund 270 €. Dafür bekommst du den viermal größeren 4K-Sensor, ein Stativ, eine Tauschutzheizung und den doppelten Speicher. Rechnet man beim mini ein passendes Stativ dazu, schrumpft der Abstand spürbar.
Für ein Gerät, das du mehrere Jahre nutzen willst, ist das S30 Pro das bessere Geschäft. Das mini lohnt sich, wenn Gewicht und Preis wirklich an erster Stelle stehen – etwa als Reiseteleskop oder als Zweitgerät neben einem klassischen Teleskop.
Unsere Empfehlung: das bessere Teleskop: ZWO Seestar S30 Pro

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Das leichteste Smart-Teleskop für unterwegs: DWARFLAB DWARF mini

Nur 840 g: das leichteste Smart-Teleskop. Größere Pixel, 90-s-Belichtungen – dafür Full HD statt 4K.
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Welches passt zu dir?
| Deine Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Du willst das beste Bild für unter 700 € | Seestar S30 Pro | ⭐ Unsere Empfehlung4K-Sensor, großes Bildfeld, Stativ und Tauschutz dabei. |
| Wandern, Rad, Reisen mit Handgepäck | DWARF mini | 840 g und klein wie ein dickes Taschenbuch. |
| Kind oder Familie, knappes Budget | Seestar S30 oder DWARF mini | Gleicher Sensor; das S30 bringt das Stativ gleich mit. |
| Große Nebel und Andromeda in einem Bild | Seestar S30 Pro | Fast viermal mehr Himmel pro Aufnahme. |
| Schwache Nebel, Aufnahmen über mehrere Nächte | DWARF mini | 90-Sekunden-Belichtungen und MegaStack. |
| Vor allem Planeten | kein Smart-Teleskop | 30 mm sind dafür zu klein – siehe Teleskop für Planeten. |
Wenn du mehr willst: Seestar S50 Pro
Die nächste Stufe hat 50 statt 30 mm Öffnung und 260 mm Brennweite. Sie sammelt fast dreimal so viel Licht und zeigt Galaxien und kleine Nebel deutlich größer. Der Aufpreis lohnt sich, wenn du nach den großen Nebeln auch Galaxien wie M 81 oder M 51 fotografieren willst – für Reisen ist es mit 2,8 kg weniger geeignet.
Seestar S50 Pro · 999 € · Vergleich: Seestar S50 Pro vs. S30 Pro
Häufige Fragen zu Seestar S30 Pro und DWARF mini
Welcher ist besser, der DWARF mini oder der Seestar S30?
Beim normalen Seestar S30 ist es fast ein Unentschieden, weil beide denselben Sensor nutzen. Das S30 bringt Stativ und Tauschutz mit, das mini ist leichter und belichtet im EQ-Modus länger. Gegen das S30 Pro verliert das mini bei Bildqualität und Bildfeld klar.
Braucht das DWARF mini ein Stativ?
Ja. Es liegt kein Stativ bei, du brauchst eines mit 1/4-Zoll-Fotogewinde. Für den EQ-Modus muss sich der Stativkopf auf die Polhöhe neigen lassen, in Deutschland also etwa 48 bis 54 Grad.
Wie lange hält der Akku wirklich?
ZWO nennt für das S30 Pro etwa sechs, DWARFLAB für das mini etwa vier Stunden. Testberichte bestätigen das S30 Pro ungefähr, beim mini liegen sie eher bei zwei bis vier Stunden. Beide lassen sich per USB-C aus einer Powerbank weiter betreiben.
Ist ein Sonnenfilter dabei?
Bei beiden ja, laut Lieferumfang bei Astroshop. Beobachte die Sonne nur mit fest montiertem Filter und prüfe ihn vorher auf Kratzer und Löcher.
Kann ich mit den Geräten auch tagsüber Vögel beobachten?
Ja, beide haben einen Foto- und Videomodus für Landschaft und Tiere. Umgerechnet auf eine Kleinbildkamera entspricht das S30 Pro etwa einem 540-mm-Teleobjektiv, das DWARF mini wegen des kleineren Sensors etwa einem 1.000-mm-Objektiv. Für Vögel in einigen Dutzend Metern Entfernung reicht beides.
Welches eignet sich für Kinder?
Beide, wenn ein Erwachsener beim ersten Aufbau hilft. Für den kleinsten Preis empfehlen Forenmitglieder das normale Seestar S30 oder das DWARF mini; die Bedienung läuft komplett über Handy oder Tablet. Unsere Übersicht Teleskop für Kinder zeigt auch klassische Alternativen.
Fazit: S30 Pro für das Bild, DWARF mini für den Rucksack
Das Seestar S30 Pro ist das bessere Smart-Teleskop. Es zeigt mehr Himmel in höherer Auflösung und bringt alles mit, was du in der ersten Nacht brauchst. Wer das Budget hat, sollte es nehmen.
Du hast dich schon für den kleinen DWARF entschieden? Preis, Lieferumfang und Besitzererfahrungen stehen auf der Seite DWARF mini: Preis, Daten und Erfahrungen.
Das DWARF mini ist die richtige Wahl, wenn jedes Gramm zählt oder wenn es ein günstiges Zweitgerät sein soll. Alle Smart-Teleskope im Überblick findest du im Smart-Teleskop-Vergleich; den Schritt nach oben zeigt Seestar S30 Pro vs. DWARF 3.
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