Zeitraffer-Rechner: Intervall, Filmlänge & Sternspuren berechnen

Zeitraffer-Rechner: Sternspuren am Nachthimmel
Zeitraffer-Rechner für Intervall, Filmlänge und Sternspuren

Von · Veröffentlicht am · Angaben geprüft am 29. Oktober 2026

Ein Zeitraffer-Rechner ermittelt aus Belichtungszeit, Intervall und Aufnahmedauer, wie viele Bilder entstehen, wie lang der fertige Film wird und wie stark die Zeit gerafft ist. Unser kostenloser Rechner ist für den Nachthimmel gebaut: Er zeigt zusätzlich die Pause zwischen zwei Bildern, den Speicherbedarf, die Länge der Sternspuren und die längste Belichtung, bei der Sterne noch Punkte bleiben.

Wähle oben ein Motiv als Startpunkt und passe die Werte an deine Kamera an. Alles läuft im Browser, ohne App und ohne Anmeldung.

Weitere Werkzeuge findest du in unserer Übersicht der Astronomie-Tools, Grundlagen im Ratgeber Astrofotografie.

Zeitraffer planen

z. B. 0,5 oder 1/250
so, wie du es in Kamera oder Auslöser einstellst
RAW meist 20–60 MB, JPEG 5–15 MB
Wie zählt dein Auslöser das Intervall?
Was gibst du vor?
Bilder–
Dauer–
Filmlänge–
Zeitraffer-Faktor–
Abstand–
Pause–
Speicher–
Sternspur-Bogen–

Wie lange darf ein Bild belichtet sein?

Ab einer bestimmten Belichtungszeit werden Sterne wegen der Erddrehung zu kurzen Strichen. Für Zeitraffer und Milchstraße willst du darunter bleiben, für Sternspuren darfst du länger belichten.

echte Brennweite am Objektiv
daraus wird die Pixelgröße geschätzt
leer lassen = aus Megapixel; sonst Datenblatt
500er-Regel–
NPF-Regel (strenger)–
Pixelgröße genutzt–

Alle Werte werden direkt in deinem Browser gerechnet, ohne Anmeldung und ohne dass Daten gesendet werden.

So rechnet der Rechner

Ein Zeitraffer besteht aus vielen Einzelbildern, die hintereinander als Film abgespielt werden. Drei Größen bestimmen alles andere:

  • Abstand von Bild zu Bild: die Zeit vom Beginn eines Fotos bis zum Beginn des nächsten. Sie setzt sich aus Belichtung und Pause zusammen.
  • Anzahl der Bilder = Aufnahmedauer ÷ Abstand von Bild zu Bild.
  • Filmlänge = Anzahl der Bilder ÷ Bildrate des Films (meist 25 oder 30 Bilder pro Sekunde).

Der Zeitraffer-Faktor sagt, wie viel schneller als in Wirklichkeit der Film läuft: Abstand von Bild zu Bild × Bildrate. Ein Beispiel: 18 Sekunden Belichtung, alle 20 Sekunden ein Bild, 90 Minuten lang. Das ergibt 270 Bilder und bei 25 Bildern pro Sekunde einen Film von 10,8 Sekunden. Jede Filmsekunde zeigt 500 Sekunden echte Zeit, also gut acht Minuten.

Daraus folgt die wichtigste Faustregel für Nachtzeitraffer: Für zehn Sekunden Film brauchst du 250 Bilder (bei 25 Bildern pro Sekunde). Bei 20 Sekunden Abstand sind das rund 83 Minuten Aufnahme.

Intervall richtig einstellen

Das Wort „Intervall“ meint nicht überall dasselbe, und genau das sorgt im Forum von Astronomie.de immer wieder für Verwirrung. Es gibt zwei Arten, wie Auslöser zählen:

  • Ab Bildbeginn: Das Intervall ist der Abstand von Bildstart zu Bildstart. Es muss also länger sein als die Belichtung, sonst löst die Kamera nicht zuverlässig aus. So arbeiten zum Beispiel Kabel-Fernauslöser mit Timer und die Canon-Software EOS Utility.
  • Als Pause nach dem Bild: Das Intervall wird an die Belichtung angehängt. 20 Sekunden Belichtung und 2 Sekunden Intervall ergeben dann 22 Sekunden Abstand. So zählen laut Forum etwa die Zeitraffer-App von Sony und die Canon-Erweiterung Magic Lantern.

Im Rechner stellst du ein, wie dein Gerät zählt. Schau im Zweifel in die Anleitung oder mach einen kurzen Test mit Stoppuhr: Drei Bilder mit 10 Sekunden Belichtung und 12 Sekunden Intervall sind nach 34 Sekunden fertig, wenn ab Bildbeginn gezählt wird, und nach 54 Sekunden, wenn das Intervall als Pause angehängt wird.

Die Pause zwischen zwei Bildern sollte kurz, aber nicht zu kurz sein. Viele Kameras brauchen nach jedem Foto einen Moment, um es auf die Karte zu schreiben. Liegt die Pause unter einer Sekunde, fällt ab und zu ein Bild aus. Ist sie dagegen länger als die Belichtung, wirkt der Film ruckelig, und Sternspuren bekommen Lücken.

Startwerte je Motiv

Diese Werte sind ein Startpunkt für eine Kamera mit Weitwinkelobjektiv, keine festen Regeln. Die Belichtung hängt von Brennweite, Blende, Sensor und der Helligkeit des Himmels ab.

MotivBelichtungIntervallDauerWorauf es ankommt
Milchstraße15–20 sBelichtung + 2 s1–2 hBelichtung unter dem NPF-Wert halten, sonst ziehen die Sterne Striche
Sternspuren30 s31 s1–3 hMöglichst kurze Pausen, damit die Spuren geschlossen bleiben
Polarlicht1–4 sBelichtung + 1 s30–60 minKurze Belichtung, sonst verwischen die Strukturen
Mondaufgangsehr kurz (z. B. 1/250 s)2 s30–45 minDer Mond ist hell – eher Tageslicht-Einstellungen
Wolken & Dämmerungca. 1 s3 s1 hDie Helligkeit ändert sich stark; mit Automatik flackert der Film leichter

Mehr zur Aufnahme selbst steht in unseren Ratgebern Milchstraße fotografieren und Polarlichter fotografieren.

500er-Regel oder NPF-Regel?

Weil sich die Erde dreht, wandern die Sterne über den Himmel. Ab einer bestimmten Belichtungszeit sind sie auf dem Foto keine Punkte mehr, sondern kurze Striche. Zwei Faustformeln schätzen diese Grenze:

  • 500er-Regel: maximale Belichtung in Sekunden = 500 ÷ (Brennweite × Crop-Faktor). Sie stammt aus der Zeit des Kleinbildfilms und ist für heutige, hochauflösende Sensoren meist zu großzügig.
  • NPF-Regel (vereinfachte Form nach Frédéric Michaud): maximale Belichtung = (35 × Blendenzahl + 30 × Pixelgröße in µm) ÷ Brennweite. Sie berücksichtigt, wie fein der Sensor auflöst, und ist deshalb strenger.

Ein Beispiel mit Vollformatkamera, 14-mm-Objektiv, Blende 2,8 und 5,9 µm Pixelgröße: Die 500er-Regel erlaubt 35,7 Sekunden, die NPF-Regel nur 19,6 Sekunden. Wer beim Hineinzoomen runde Sterne sehen will, hält sich an den kleineren Wert. Für einen Zeitraffer, der meist verkleinert gezeigt wird, ist ein Wert dazwischen oft noch in Ordnung – für Einzelbilder nicht.

Die Pixelgröße steht im Datenblatt der Kamera. Fehlt sie, schätzt der Rechner sie aus Sensorgröße und Megapixeln. Für Bildfeld und Abtastung am Teleskop hilft der Astrofotografie-Rechner.

Sternspuren: Länge des Bogens

Der Himmel dreht sich in einem Sterntag – 23 Stunden und 56 Minuten – einmal um 360 Grad. Das sind gut 15 Grad pro Stunde. Eine Aufnahme über zwei Stunden ergibt also Bögen von rund 30 Grad, ein Zwölftel eines Kreises. Richtest du die Kamera nach Norden auf den Polarstern, laufen die Spuren als Kreisbögen um ihn herum.

Für Sternspuren werden die Einzelbilder später übereinandergelegt. Je kürzer die Pause zwischen den Bildern, desto geschlossener wirken die Spuren. Eine Belichtung über dem NPF-Wert ist hier kein Problem – Striche sind ja gewollt.

Checkliste für die Nacht

  • Langzeit-Rauschreduzierung ausschalten. Sie nimmt nach jedem Bild ein Dunkelbild in derselben Länge auf und verdoppelt so die Pause.
  • Alles manuell: Fokus, Belichtung, ISO und Weißabgleich fest einstellen. Automatiken ändern die Werte von Bild zu Bild, und der Film flackert.
  • Speicher: Der Rechner zeigt den Bedarf. Eine Nacht in RAW füllt schnell mehrere Gigabyte.
  • Akku: In kalten Nächten hält er spürbar kürzer. Ein Ersatzakku oder eine externe Stromversorgung gehört dazu.
  • Tau: Gegen beschlagene Objektive hilft ein Heizband.
  • Über 30 Sekunden: Viele Kameras belichten im manuellen Modus höchstens 30 Sekunden. Für längere Zeiten brauchst du den Bulb-Modus und einen Auslöser, der ihn steuern kann.

Häufige Fragen zum Zeitraffer

Wie viele Bilder brauche ich für 10 Sekunden Zeitraffer?

Bei 25 Bildern pro Sekunde brauchst du 250 Bilder, bei 30 Bildern pro Sekunde 300. Mit 20 Sekunden Abstand zwischen zwei Fotos sind das rund 83 bzw. 100 Minuten Aufnahmezeit.

Welches Intervall nehme ich für die Milchstraße?

Belichte so lange, wie die NPF-Regel für dein Objektiv erlaubt – bei 14 mm und Blende 2,8 meist 15 bis 20 Sekunden –, und stelle das Intervall ein bis zwei Sekunden länger ein, wenn dein Auslöser ab Bildbeginn zählt.

Was ist der Unterschied zwischen 500er-Regel und NPF-Regel?

Die 500er-Regel rechnet nur mit der Brennweite und dem Crop-Faktor. Die NPF-Regel bezieht zusätzlich Blende und Pixelgröße ein und liefert bei modernen Kameras deutlich kürzere Zeiten. Für punktförmige Sterne ist die NPF-Regel die verlässlichere.

Brauche ich einen Intervall-Auslöser?

Nicht unbedingt. Viele aktuelle Kameras haben einen eingebauten Intervall-Timer. Fehlt er oder willst du länger als 30 Sekunden belichten, hilft ein Kabel-Fernauslöser mit Timer-Funktion.

Wie lang wird ein Sternspuren-Bogen pro Stunde?

Etwa 15 Grad pro Stunde, weil sich der Himmel in knapp 24 Stunden einmal ganz dreht. Nach vier Stunden ist ein Sechstel des Kreises erreicht.

Kann ich einen Sternen-Zeitraffer mit dem Handy machen?

Mit Einschränkungen. Die eingebaute Zeitraffer-Funktion belichtet für Sterne meist zu kurz. Besser ist eine Kamera-App mit manueller Belichtung, ein Stativ und ein dunkler Ort. Mehr dazu im Ratgeber Astrofotografie mit dem Smartphone.

Datengrundlage

Die Rechnungen sind einfache Formeln und laufen vollständig in deinem Browser. Die Länge der Sternspuren beruht auf dem Sterntag von 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden (15,04 Grad pro Stunde). Die NPF-Regel verwenden wir in der vereinfachten Form nach Frédéric Michaud (Société Astronomique de France), die Pixelgröße schätzen wir aus Sensorbreite und Megapixeln. Die beiden Zählweisen für das Intervall haben Nutzer im Thread „Belichtungszeit länger als Intervall?“ auf forum.astronomie.de beschrieben (Dezember 2022). Fehler gefunden? Schreib uns – wir korrigieren den Rechner.