Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 22. September 2026
Johannes Kepler (1571–1630) war ein deutscher Astronom und Mathematiker, der entdeckte, dass Planeten auf Ellipsen um die Sonne laufen. Seine drei Keplerschen Gesetze beschreiben die Planetenbahnen bis heute.
| Geboren | 27. Dezember 1571 in Weil der Stadt (Württemberg) |
| Gestorben | 15. November 1630 in Regensburg |
| Beruf | Astronom, Mathematiker, Optiker, Hofastrologe |
| Berühmt für | die drei Keplerschen Gesetze der Planetenbewegung |
| Hauptwerke | Astronomia nova (1609), Harmonices mundi (1619), Rudolfinische Tafeln (1627) |
| Dienstherren | Kaiser Rudolf II., Matthias und Ferdinand II., ab 1628 Wallenstein |

Johannes Kepler für Kinder erklärt
Vor gut 400 Jahren dachten viele Menschen noch, alle Planeten müssten auf perfekten Kreisen laufen. Kepler hat jahrelang gerechnet und herausgefunden: Die Bahnen sind leicht in die Länge gezogen, wie ein flaches Ei. So eine Form heißt Ellipse.
Außerdem merkte er, dass ein Planet schneller wird, wenn er näher an der Sonne ist. Mit seinen Regeln konnte man zum ersten Mal genau vorhersagen, wo ein Planet an einem bestimmten Tag steht.
Keplers Leben: die wichtigsten Stationen
| Jahr | Station |
|---|---|
| 1571 | Geburt in Weil der Stadt |
| 1591 | Magister an der Universität Tübingen, dort lernt er das Weltbild des Kopernikus kennen |
| 1594 | Mathematiklehrer in Graz |
| 1596 | erstes Buch „Mysterium Cosmographicum“ |
| 1600 | als Protestant aus Graz ausgewiesen, Wechsel zu Tycho Brahe nach Prag |
| 1601 | nach Tychos Tod kaiserlicher Hofmathematiker |
| 1609 | „Astronomia nova“ mit dem ersten und zweiten Gesetz |
| 1612 | Landschaftsmathematiker in Linz |
| 1615–1621 | verteidigt seine Mutter im Hexenprozess |
| 1619 | „Harmonices mundi“ mit dem dritten Gesetz |
| 1627 | Rudolfinische Tafeln erscheinen |
| 1628 | im Dienst Wallensteins in Sagan (Schlesien) |
| 1630 | Tod in Regensburg während einer Reise |
Den Schlüssel zu seinem Lebenswerk fand Kepler in Prag. Der Däne Tycho Brahe hatte die genauesten Planetenmessungen seiner Zeit gesammelt, vor allem vom Mars.
Tycho starb 1601, Kepler erbte die Daten und die Stelle als Hofmathematiker. An der Marsbahn rechnete er rund sechs Jahre, bis ihm klar wurde, dass kein Kreis zu den Messungen passt.
Die drei Keplerschen Gesetze
| Gesetz | Aussage | Was es bedeutet |
|---|---|---|
| 1. Gesetz (1609) | Planeten laufen auf Ellipsen, die Sonne steht in einem Brennpunkt | Abschied von den perfekten Kreisen |
| 2. Gesetz (1609) | Die Linie Sonne–Planet überstreicht in gleichen Zeiten gleiche Flächen | in Sonnennähe läuft ein Planet schneller |
| 3. Gesetz (1619) | Das Quadrat der Umlaufzeit ist proportional zur dritten Potenz des Bahnradius | aus der Umlaufzeit folgt der Abstand zur Sonne |

Das dritte Gesetz lässt sich mit einer Zahl greifbar machen. Jupiter steht rund 5,2-mal so weit von der Sonne weg wie die Erde, also braucht er 5,2 hoch 1,5 ≈ 11,9 Jahre für eine Runde. Genau das beobachtet man.
Mit den Gesetzen wurde das heliozentrische Weltbild rechnerisch überlegen. Den physikalischen Grund lieferte erst Isaac Newton 1687 mit dem Gravitationsgesetz.
Keplers Entdeckungen und Erfindungen
Neben den Planetengesetzen hat Kepler Optik und Mathematik vorangebracht. Das Wichtigste auf einen Blick:
| Jahr | Entdeckung oder Werk | Worum es geht |
|---|---|---|
| 1604 | Keplers Stern | beschreibt eine Supernova, die letzte mit bloßem Auge gesehene in der Milchstraße |
| 1611 | Keplersches Fernrohr („Dioptrice“) | zwei Sammellinsen: Bild steht auf dem Kopf, dafür großes Gesichtsfeld – das Prinzip jedes astronomischen Linsenteleskops |
| 1611 | Schrift über Schneeflocken | fragt als Erster, warum Schneekristalle immer sechseckig sind |
| 1615 | Keplersche Fassregel | Näherungsformel für den Inhalt von Weinfässern |
| 1624 | „Chilias logarithmorum“ | eigene Logarithmentafeln, die das Rechnen in der Astronomie beschleunigen |
| 1627 | Rudolfinische Tafeln | Planetentafeln, rund 30-mal genauer als alles davor |
| 1629 | Vorhersage der Merkur- und Venustransite 1631 | der Merkurdurchgang wurde 1631 tatsächlich beobachtet |
| 1634 | „Somnium“ (postum) | Traumreise zum Mond, gilt als eine der ersten Science-Fiction-Erzählungen |
Auch mit den Gezeiten lag er richtig. Kepler vermutete eine Anziehung durch den Mond, Galilei hielt das für Unsinn.
Kepler als Astrologe: Kaiser und Wallenstein
Als Hofmathematiker stellte Kepler Horoskope für Rudolf II., Matthias und Ferdinand II. Über 800 Horoskope aus seiner Hand sind erhalten. Bekannt wurde er damit schon 1595 in Graz, als Kalendervorhersagen zu Kälte und Türkeneinfällen eintrafen.
Für Albrecht von Wallenstein erstellte er 1608 ein erstes Horoskop, 1624/25 eine überarbeitete Fassung. Ab 1628 stand er in Wallensteins Diensten und lebte in Sagan, vor allem um die Rudolfinischen Tafeln fortzuführen.
Kepler selbst sah die Sterndeutung kritisch. Er nannte sie das „närrische Töchterlein“ der Astronomie, das die Mutter ernähren müsse, und lehnte allzu genaue Zukunftsvorhersagen für Wallenstein ab.
Keplers Familie: Ehefrauen und Kinder
1597 heiratete Kepler in Graz Barbara Müller. Das Paar bekam fünf Kinder, nur Susanna und Ludwig wurden erwachsen. Barbara starb 1611 in Prag.
1613 heiratete er in Linz Susanna Reuttinger aus Eferding. Aus dieser Ehe kamen sechs Kinder, drei starben früh. Sohn Ludwig gab später Keplers „Somnium“ heraus, Tochter Susanna heiratete den Astronomen Jakob Bartsch.
Ab 1615 wurde Keplers Mutter Katharina als Hexe angeklagt. Kepler übernahm selbst die Verteidigung und erreichte im Oktober 1621 ihren Freispruch nach 14 Monaten Haft. Sie starb wenige Monate später, im April 1622.
Glaube und Vertreibung
Kepler war überzeugter Lutheraner, lebte aber meist in katholischen Ländern. 1600 musste er Graz verlassen, weil er nicht konvertieren wollte. In Linz schloss ihn die eigene lutherische Gemeinde vom Abendmahl aus, weil er in Glaubensfragen eigene Wege ging.
Seine Arbeit sah er nicht als Widerspruch zum Glauben. Für ihn war die mathematische Ordnung der Planeten ein Beleg für den Plan des Schöpfers.
Was heute an Kepler erinnert
- Weltraumteleskop Kepler (2009–2018): fand mehr als 2.600 bestätigte Exoplaneten, darunter Kepler-22b.
- Keplers Stern (SN 1604): ihr Überrest ist heute ein beliebtes Ziel der Röntgenastronomie.
- Orte: das Kepler-Museum in seinem Geburtshaus in Weil der Stadt und das Kepler-Gedächtnishaus in Regensburg.
- Grab: Der Friedhof in Regensburg wurde 1633 im Dreißigjährigen Krieg verwüstet, Keplers Grab ist seitdem verschollen.
Häufige Fragen
Wer war Johannes Kepler?
Ein deutscher Astronom und Mathematiker (1571–1630). Er entdeckte die elliptischen Planetenbahnen und stellte die drei Keplerschen Gesetze auf.
Was hat Johannes Kepler entdeckt?
Die drei Gesetze der Planetenbewegung, das Keplersche Fernrohr, die Keplersche Fassregel und die Supernova von 1604. Außerdem schuf er die Rudolfinischen Tafeln.
Wie viele Kinder hatte Johannes Kepler?
Elf: fünf mit Barbara Müller und sechs mit Susanna Reuttinger. Viele davon starben im Kindesalter.
Wer war der Astrologe Wallensteins?
Johannes Kepler stellte Wallenstein 1608 und 1624/25 Horoskope und stand ab 1628 in seinen Diensten. Später war Giovanni Battista Seni sein Hofastrologe.
Wo ist Johannes Kepler gestorben?
In Regensburg, am 15. November 1630. Sein Grab ging im Dreißigjährigen Krieg verloren.
Was sagt das dritte Keplersche Gesetz?
Das Quadrat der Umlaufzeit eines Planeten ist proportional zur dritten Potenz seines mittleren Sonnenabstands. Wer die Umlaufzeit kennt, kann also den Abstand berechnen.
