Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 14. September 2026
Die nächste Mondfinsternis in Deutschland ist am 21. Februar 2027 um 00:13 Uhr MEZ – eine tiefe Halbschattenfinsternis, komplett und hoch am Himmel, aber unauffällig. Den nächsten echten Blutmond gibt es am 31. Dezember 2028, mitten am Silvesterabend.
Eine Mondfinsternis entsteht, wenn der Vollmond in den Schatten der Erde wandert. Sie dauert Stunden, braucht keine Schutzausrüstung und ist von der halben Erde aus gleichzeitig zu sehen.
⚡ Die nächsten Mondfinsternisse in Mitteleuropa
- 21.02.2027, 00:13 Uhr MEZ – Halbschatten, komplett sichtbar, nur leichte Abdunklung
- 12.01.2028, 05:13 Uhr MEZ – partiell, nur ein winziger Anschnitt
- 31.12.2028, 17:52 Uhr MEZ – total, der Silvester-Blutmond
- 20.12.2029, 23:42 Uhr MEZ – total, der Mond steht rund 60 Grad hoch
Die partielle Mondfinsternis vom 28. August 2026 ist vorbei: Der Mond ging bei uns zu 77 bis 94 % verfinstert unter. Den Rückblick mit allen Zeiten findest du weiter unten.
Die ausführliche Erklärung samt aller kommenden Termine steht auf unserer Seite zum Blutmond.
🔭 Kurz zur Ausrüstung – bevor du weiterliest
Für eine Mondfinsternis brauchst du nichts: keinen Filter, kein Gerät, keine Schutzbrille. Der verfinsterte Mond ist dunkler als der normale Vollmond und stundenlang gefahrlos mit bloßem Auge zu sehen.
Wenn du trotzdem mehr Details willst, ist ein Fernglas die ehrlichere Empfehlung als ein Teleskop – es zeigt den ganzen Mond auf einmal und ist am tief stehenden Mond in Sekunden ausgerichtet. Unsere Empfehlung dafür ist das Celestron Cometron 7×50 für 65 €.
Wer dagegen langfristig einsteigen will, fährt mit einem Teleskop besser – weiter unten vergleichen wir beides in Ruhe, und unser Ratgeber Teleskop für Einsteiger geht ins Detail.
Alle Mondfinsternisse bis 2032 im Überblick
Die folgende Übersicht ist keine Abschrift aus einem Kalender, sondern eine eigene Rechnung: Wir haben die Positionen von Sonne, Erde und Mond für sieben Jahre im Zwei-Stunden-Raster durchgerechnet, jede Annäherung an den Erdschatten minutengenau nachverfolgt und anschließend geprüft, wie viel Prozent des Verlaufs von Mitteleuropa aus tatsächlich über dem Horizont stattfinden. Die Spalte „Größe” gibt an, welcher Anteil des Monddurchmessers maximal im Schatten steckt – ab 1,00 ist die Finsternis total.
| Datum | Art | Maximum | Größe | Von Mitteleuropa sichtbar? |
|---|---|---|---|---|
| 03.03.2026 | total | 12:34 MEZ | 1,16 | nein – Mond unter dem Horizont |
| 28.08.2026 | partiell | 06:13 MESZ | 0,94 | teilweise – Mond geht unter |
| 21.02.2027 | Halbschatten | 00:13 MEZ | 0,95 | ja, komplett |
| 18.07.2027 | Halbschatten | 18:03 MESZ | 0,03 | nein – Mond unter dem Horizont |
| 17.08.2027 | Halbschatten | 09:14 MESZ | 0,57 | nein – Mond unter dem Horizont |
| 12.01.2028 | partiell | 05:13 MEZ | 0,07 | ja, komplett |
| 06.07.2028 | partiell | 20:20 MESZ | 0,40 | nein – Mond unter dem Horizont |
| 31.12.2028 | total | 17:52 MEZ | 1,25 | ja, komplett |
| 26.06.2029 | total | 05:22 MESZ | 1,85 | teilweise – Mond geht unter |
| 20.12.2029 | total | 23:42 MEZ | 1,12 | ja, komplett |
| 15.06.2030 | partiell | 20:33 MESZ | 0,51 | praktisch nein |
| 09.12.2030 | Halbschatten | 23:28 MEZ | 0,97 | ja, komplett |
| 07.05.2031 | Halbschatten | 05:51 MESZ | 0,91 | teilweise – Mond geht unter |
| 05.06.2031 | Halbschatten | 13:44 MESZ | 0,16 | nein – Mond unter dem Horizont |
| 30.10.2031 | Halbschatten | 08:45 MEZ | 0,74 | praktisch nein |
| 25.04.2032 | total | 17:14 MESZ | 1,20 | nein – Mond unter dem Horizont |
| 18.10.2032 | total | 21:03 MESZ | 1,11 | ja, komplett |

Bei den Halbschattenfinsternissen ist in der Spalte „Größe” der Halbschatten-Wert angegeben, sonst der Kernschatten-Wert. Die Zeiten sind Ortszeit für Mitteleuropa, also MEZ bzw. im Sommer MESZ.
Die vier Finsternisse, die sich wirklich lohnen
- 28. August 2026 – partiell, 0,94. Vorbei. Die einzige tiefe Kernschattenfinsternis dieses Jahrzehnts, die bei uns überhaupt zu sehen war. Haken: Monduntergang mitten im Ereignis.
- 21. Februar 2027 – Halbschatten, 0,95. Keine spektakuläre, aber eine bequeme Finsternis: mitten in der Nacht, Mond 40 bis 50 Grad hoch, komplett sichtbar. Ideal, um den Halbschatten-Effekt fotografisch nachzuweisen.
- 31. Dezember 2028 – total, 1,26. Der Silvester-Blutmond. Totalität von 17:16 bis 18:28 Uhr MEZ, komplett über dem Horizont, Mond steigt dabei von zehn auf zwanzig Grad. Die nächste totale Mondfinsternis über Mitteleuropa.
- 20. Dezember 2029 – total, 1,13. Die beste des Jahrzehnts: Totalität von 23:15 bis 00:09 Uhr MEZ, der Mond steht dabei rund 60 Grad hoch – fast im Zenit, in der längsten und dunkelsten Zeit des Jahres.
Eine Kuriosität am Rande: Zwischen der totalen Mondfinsternis vom 3. März 2026 und der vom 31. Dezember 2028 gibt es weltweit keine einzige totale Mondfinsternis – zwei Jahre und zehn Monate lang. Das Jahr 2027 bringt ausschließlich Halbschattenfinsternisse, 2028 zunächst zwei sehr flache partielle. Wer den nächsten Blutmond sehen will, muss sich also gedulden – oder Silvester 2028 fest einplanen.
Der Silvester-Blutmond 2028: die nächste totale Mondfinsternis
Wenn eine Finsternis in diesem Artikel einen Kalendereintrag verdient, dann diese. Am 31. Dezember 2028 steht der Vollmond über Mitteleuropa vollständig im Kernschatten der Erde – und zwar zu einer Uhrzeit, zu der ohnehin alle draußen sind.
| Phase | Uhrzeit (MEZ) | Mondhöhe in Berlin |
|---|---|---|
| Eintritt Halbschatten | 15:03 Uhr | noch unter dem Horizont |
| Eintritt Kernschatten | 16:08 Uhr | ca. 1°, gerade aufgegangen |
| Beginn der Totalität | 17:16 Uhr | ca. 10° |
| Maximum | 17:52 Uhr | ca. 15° |
| Ende der Totalität | 18:28 Uhr | ca. 20° |
| Austritt Kernschatten | 19:37 Uhr | ca. 30° |
| Austritt Halbschatten | 20:41 Uhr | ca. 37° |
72 Minuten Totalität, der komplette Verlauf über dem Horizont, und der Mond steigt während der roten Phase langsam höher – besser wird es für einen Silvesterabend nicht. In Wien liegen die Zeiten praktisch identisch, in Zürich geht der Mond wenige Minuten später auf, sodass dort der Beginn des Kernschattendurchgangs knapp verpasst wird, die gesamte Totalität aber problemlos sichtbar ist.
Und ein Jahr später legt der Himmel noch einmal nach: Die totale Mondfinsternis vom 20. Dezember 2029 läuft komplett in der Nacht ab, mit dem Mond in rund 60 Grad Höhe. Wer nur eine einzige totale Mondfinsternis im Leben in Ruhe erleben will, sollte sich diesen Termin merken. Weitere Fernziele in unserem Überblick der astronomischen Highlights.
Die Mondfinsternis vom 28. August 2026 im Rückblick
Nur gut zwei Wochen nach der großen Sonnenfinsternis vom 12. August lieferte der Himmel das Gegenstück: Denselben Mondknoten, dieselbe Bahngeometrie – nur diesmal steht die Erde zwischen Sonne und Mond. Die Finsternis vom 28. August 2026 ist mit einer Größe von 0,938 eine der tiefsten partiellen Mondfinsternisse dieses Jahrzehnts. Es fehlen nur gut sechs Prozent des Monddurchmessers, dann wäre sie total gewesen.
Für Mitteleuropa war das gleichzeitig die gute und die schlechte Nachricht. Gut, weil ein zu über 90 Prozent verfinsterter Mond spektakulär aussieht – ein dünner heller Rand, darüber eine große, rostbraun schimmernde Schattenfläche.
Schlecht, weil dieses Maximum bei uns fast genau mit dem Monduntergang und dem Sonnenaufgang zusammenfiel. Der Mond stand da keine drei Grad über dem Horizont, der Himmel war bereits hell.
Der Verlauf Minute für Minute
Alle Zeiten in MESZ und für ganz Mitteleuropa gültig – der Schattendurchgang selbst läuft überall gleichzeitig ab, nur der Horizont ist von Ort zu Ort verschieden.
| Phase | Uhrzeit | Was passiert |
|---|---|---|
| Eintritt Halbschatten (P1) | 03:23 Uhr | Der Mond betritt den Halbschatten. Noch nichts zu sehen. |
| Erste Abdunklung sichtbar | ca. 04:00 Uhr | Der obere Mondrand wirkt schmutzig-grau. |
| Eintritt Kernschatten (U1) | 04:34 Uhr | Jetzt beginnt die eigentliche Show: Eine scharfe, runde Kante frisst sich in die Mondscheibe. |
| Halbe Bedeckung | ca. 05:15 Uhr | Der halbe Mond liegt im Kernschatten, der Rest wird sichtbar rötlich. |
| Maximum | 06:13 Uhr | 93,8 % des Monddurchmessers stecken im Kernschatten – bei uns bereits in der Dämmerung dicht über dem Horizont. |
| Monduntergang in Deutschland | 06:15 – 06:49 Uhr | Für uns endet die Finsternis hier. Gleichzeitig geht die Sonne auf. |
| Austritt Kernschatten (U4) | 07:52 Uhr | Von Mitteleuropa aus nicht mehr zu sehen. |
| Austritt Halbschatten (P4) | 09:03 Uhr | Ende der Finsternis – sichtbar nur weiter westlich. |
Die Kernschattenphase dauert damit 3 Stunden und 18 Minuten, die gesamte Finsternis inklusive Halbschatten 5 Stunden und 40 Minuten. Von Mitteleuropa aus bekommt man davon knapp die Hälfte mit – aber es ist genau die Hälfte, in der etwas passiert.

Was zu sehen war
Ehrlich gesagt: kein tiefroter Blutmond in schwarzer Nacht. Diese Finsternis war eine Dämmerungsfinsternis.
Zwischen 04:34 und etwa 05:30 Uhr stand der Mond noch zehn bis fünfzehn Grad hoch am Westhimmel vor dunkelblauem Himmel – das war das beste Zeitfenster. Danach sank der Mond schneller, als der Schatten wuchs, und die Morgendämmerung überstrahlte zunehmend alles.
Der eine Tipp, der bei jeder horizontnahen Finsternis über Erfolg oder Misserfolg entscheidet: Such dir vorher – bei Tageslicht – einen Platz mit wirklich freiem Blick nach Westen bis Westsüdwesten. Kein Waldrand, keine Häuserzeile, kein Hügel.
Bei einer Mondhöhe von unter zehn Grad reicht eine Baumreihe in 300 Metern Entfernung, um die gesamte Finsternis zu verstecken. Ein Feldweg mit Blick über offene Felder, ein See-Ufer oder eine Anhöhe sind Gold wert.

Monduntergang und Verfinsterung für 44 deutsche Städte
Weil der Mond bei uns während der Finsternis untergeht, hängt alles am Standort. Je weiter westlich du wohnst, desto länger bleibt der Mond über dem Horizont – aber desto heller ist der Himmel schon.
Je weiter östlich, desto tiefer ist die Finsternis beim Untergang, desto knapper wird das Zeitfenster. Die folgenden Werte sind eigene Berechnungen mit der JPL-Ephemeride DE440.
| Stadt | Monduntergang | Bedeckung beim Untergang | Mondhöhe um 04:34 Uhr | Mondhöhe um 06:13 Uhr |
|---|---|---|---|---|
| Aachen | 06:49 Uhr | 76,6 % | 17,2° | 4,6° |
| Augsburg | 06:33 Uhr | 88,2 % | 16,4° | 2,5° |
| Berlin | 06:15 Uhr | 93,7 % | 12,6° | am Horizont |
| Bielefeld | 06:36 Uhr | 86,1 % | 15,2° | 2,7° |
| Bochum | 06:43 Uhr | 81,5 % | 16,2° | 3,7° |
| Bonn | 06:45 Uhr | 80,1 % | 16,8° | 4,0° |
| Braunschweig | 06:27 Uhr | 90,7 % | 14,1° | 1,5° |
| Bremen | 06:33 Uhr | 88,0 % | 14,4° | 2,2° |
| Chemnitz | 06:20 Uhr | 93,0 % | 13,8° | 0,5° |
| Dortmund | 06:42 Uhr | 82,4 % | 16,1° | 3,5° |
| Dresden | 06:16 Uhr | 93,6 % | 13,3° | am Horizont |
| Duisburg | 06:45 Uhr | 80,0 % | 16,4° | 4,0° |
| Düsseldorf | 06:45 Uhr | 79,7 % | 16,6° | 4,0° |
| Erfurt | 06:28 Uhr | 90,6 % | 14,7° | 1,6° |
| Essen | 06:44 Uhr | 80,8 % | 16,3° | 3,8° |
| Flensburg | 06:27 Uhr | 91,0 % | 13,0° | 1,3° |
| Frankfurt am Main | 06:39 Uhr | 84,2 % | 16,4° | 3,3° |
| Freiburg im Breisgau | 06:46 Uhr | 78,9 % | 18,2° | 4,5° |
| Garmisch-Partenkirchen | 06:33 Uhr | 87,8 % | 16,8° | 2,6° |
| Gelsenkirchen | 06:43 Uhr | 81,1 % | 16,2° | 3,7° |
| Halle (Saale) | 06:23 Uhr | 92,3 % | 13,9° | 0,9° |
| Hamburg | 06:27 Uhr | 90,8 % | 13,6° | 1,4° |
| Hannover | 06:30 Uhr | 89,3 % | 14,4° | 1,9° |
| Karlsruhe | 06:42 Uhr | 82,0 % | 17,3° | 3,8° |
| Kassel | 06:34 Uhr | 87,7 % | 15,2° | 2,4° |
| Kiel | 06:25 Uhr | 91,7 % | 13,0° | 1,0° |
| Konstanz | 06:41 Uhr | 82,8 % | 17,7° | 3,8° |
| Krefeld | 06:46 Uhr | 79,2 % | 16,6° | 4,1° |
| Köln | 06:45 Uhr | 79,9 % | 16,7° | 4,0° |
| Leipzig | 06:21 Uhr | 92,7 % | 13,8° | 0,7° |
| Lübeck | 06:23 Uhr | 92,1 % | 13,0° | 0,9° |
| Magdeburg | 06:23 Uhr | 92,3 % | 13,7° | 0,9° |
| Mainz | 06:41 Uhr | 82,8 % | 16,7° | 3,6° |
| Mannheim | 06:41 Uhr | 82,8 % | 16,9° | 3,6° |
| Mönchengladbach | 06:47 Uhr | 78,5 % | 16,8° | 4,2° |
| München | 06:30 Uhr | 89,4 % | 16,2° | 2,1° |
| Münster | 06:40 Uhr | 83,5 % | 15,7° | 3,3° |
| Nürnberg | 06:30 Uhr | 89,5 % | 15,6° | 2,0° |
| Rostock | 06:17 Uhr | 93,5 % | 12,2° | am Horizont |
| Saarbrücken | 06:48 Uhr | 77,6 % | 17,8° | 4,6° |
| Stuttgart | 06:39 Uhr | 84,1 % | 17,0° | 3,4° |
| Sylt (Westerland) | 06:31 Uhr | 88,9 % | 13,4° | 1,8° |
| Wiesbaden | 06:41 Uhr | 82,9 % | 16,6° | 3,6° |
| Wuppertal | 06:43 Uhr | 81,0 % | 16,4° | 3,8° |
Rechenbeispiel Berlin: Der Mond geht um 06:15 Uhr unter, zu diesem Zeitpunkt sind 93,7 % seines Durchmessers im Kernschatten – praktisch das Maximum. Wer in Berlin einen freien Westhorizont hat, sieht also fast die volle Finsternis, allerdings in immer heller werdender Dämmerung. In Aachen dagegen steht der Mond bis 06:49 Uhr am Himmel, ist dann aber „nur” zu 76,6 % bedeckt – dafür in einer Höhe, in der man ihn wirklich noch findet.
Eine Zahl in dieser Tabelle zählt mehr als alle anderen: die Mondhöhe um 06:13 Uhr, also zum Maximum der Finsternis. In Berlin, Dresden und Rostock steht der Mond zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Horizont – dort ist die Finsternis vorbei, bevor sie ihren Höhepunkt erreicht.
Selbst im Westen, wo es am besten aussieht, kommt der Mond um 06:13 Uhr nicht über viereinhalb Grad hinaus. Das ist etwa die Breite von zwei ausgestreckten Fingern über dem Horizont.
Wer also auf „Maximum um 06:13 Uhr” plant, plant an dieser Finsternis vorbei. Der brauchbare Teil liegt zwischen 04:34 und etwa 05:30 Uhr, wenn der Mond noch zweistellig hoch steht und der Erdschatten sichtbar über ihn wandert.
Was das praktisch bedeutet: Alles, was in 50 Metern Entfernung höher als etwa zwölf Meter ist, verdeckt ihn. Ein vierstöckiges Haus reicht. Eine Baumreihe reicht.
Deshalb ist der wichtigste Schritt nicht der Wecker, sondern die Ortssuche – und zwar am Abend vorher bei Tageslicht. Stell dich dorthin, wo du beobachten willst, und schau nach Westen: Siehst du den Horizont, oder siehst du Dachkanten?
Ein Feldrand, eine Brücke, ein Parkplatz am Ortsrand oder ein Hügel nach Westen – mehr braucht es nicht. Wer im Tal wohnt oder nach Westen zugebaut ist, sieht von dieser Finsternis gar nichts, egal wie klar die Nacht ist.
Was du dafür brauchst – und was nicht
Keine Schutzbrille, keinen Filter, kein Teleskop. Anders als bei einer Sonnenfinsternis ist eine Mondfinsternis mit bloßem Auge gefahrlos, und das bloße Auge sieht die Schattengrenze auch tatsächlich.
Es gibt allerdings einen Punkt, an dem ein Fernglas hier mehr bringt als sonst: Wenn vom Mond nur noch ein heller Rest übrig ist und der schon tief in der Dämmerung steht, wird der Kontrast schwach. Ein lichtstarkes 7×50 wie das Celestron Cometron 7×50 (65 €) zeigt dann noch Struktur, wo das Auge nur eine graue Scheibe sieht – und du findest den flach stehenden Mond damit überhaupt erst zwischen den Dächern.
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Wer schon ein Teleskop hat, findet weiter unten die ausführliche Ausrüstungs-Empfehlung samt Foto-Tipps.
Und wer keines hat: Für eine Mondfinsternis brauchst du auch keines – das bloße Auge ist hier das bessere Instrument, und das sagen wir lieber, als dir etwas zu verkaufen. Wenn dich der Mond aber neugierig gemacht hat, erklärt unser Ratgeber für Einsteiger-Teleskope in Ruhe, worauf es beim ersten Gerät wirklich ankommt – ohne Kaufdruck.
Und wenn dich der Mond neugierig gemacht hat: Welches Teleskop passt zu dir?
Sechs kurze Fragen, ehrliche Antwort – auch dann, wenn ein Fernglas die bessere Wahl wäre.
Mondfinsternis 2026 in Österreich und der Schweiz
Auch von Österreich und der Schweiz aus war die Finsternis zu sehen – mit derselben Einschränkung. In Österreich ging der Mond noch früher unter als in Deutschland, in der Schweiz dank westlicherer Lage etwas später:
| Stadt | Land | Monduntergang | Bedeckung beim Untergang | Mondhöhe um 04:34 Uhr |
|---|---|---|---|---|
| Graz | Österreich | 06:16 Uhr | 93,7 % | 14,7° |
| Innsbruck | Österreich | 06:32 Uhr | 88,4 % | 16,8° |
| Salzburg | Österreich | 06:24 Uhr | 91,8 % | 15,6° |
| Wien | Österreich | 06:10 Uhr | 93,7 % | 13,5° |
| Basel | Schweiz | 06:48 Uhr | 77,4 % | 18,6° |
| Bern | Schweiz | 06:49 Uhr | 76,1 % | 19,1° |
| Genf | Schweiz | 06:56 Uhr | 69,9 % | 20,3° |
| Zürich | Schweiz | 06:44 Uhr | 80,5 % | 18,2° |
Die Spannweite ist beachtlich: In Wien verschwindet der Mond schon um 06:10 Uhr hinter dem Horizont – dafür zu 93,7 % verfinstert, also im Maximum. In Genf bleibt er bis 06:56 Uhr sichtbar, dort ist er beim Untergang jedoch erst zu 69,9 % bedeckt.
Für Beobachter in den Alpen gilt zusätzlich: Ein Bergrücken im Westen kostet leicht zwanzig Minuten. Ein Aussichtspunkt mit Blick ins Flachland oder über einen See ist hier fast Pflicht.
Die Mondfinsternis am 28. August ist vorbei – und die nächsten lohnenden Termine liegen wieder Monate auseinander. Damit du keinen davon verpasst:
Eine kurze Mail, rechtzeitig vorher – mit Uhrzeiten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich das Aufstehen lohnt.
Du bekommst gleich eine Bestätigungsmail. Deine Adresse bleibt bei uns – keine Weitergabe, keine Werbung Dritter.
Wie entsteht eine Mondfinsternis?
Die Erde wirft, wie jeder von der Sonne beschienene Körper, einen Schatten ins All – einen mehr als 1,3 Millionen Kilometer langen Kegel. Der Mond ist im Mittel nur 384.400 Kilometer entfernt und läuft damit tief in diesem Schattenkegel, wann immer er ihn trifft. Das kann nur bei Vollmond passieren, denn nur dann stehen Sonne, Erde und Mond in einer Reihe.
Trotzdem gibt es nicht jeden Monat eine Finsternis. Die Mondbahn ist gegen die Erdbahn um rund 5,1 Grad geneigt. Meist zieht der Vollmond deshalb oberhalb oder unterhalb am Erdschatten vorbei.
Nur wenn er zum Vollmondtermin zufällig auch nahe einem der beiden Schnittpunkte beider Bahnebenen steht – den sogenannten Knoten – trifft er den Schatten. Das ist zwei- bis dreimal pro Jahr der Fall, und weil dieselbe Geometrie zwei Wochen später bzw. früher auch für Sonnenfinsternisse gilt, treten Sonnen- und Mondfinsternisse fast immer paarweise auf. Genau das erleben wir im August 2026.
Die drei Arten der Mondfinsternis
Der Erdschatten hat zwei Zonen: den Kernschatten (Umbra), in den kein direktes Sonnenlicht fällt, und den Halbschatten (Penumbra), in dem die Sonne nur teilweise von der Erde verdeckt wird. Wie tief der Mond eintaucht, entscheidet über die Art der Finsternis.

Totale Mondfinsternis: der Blutmond
Der Mond taucht vollständig in den Kernschatten. Er verschwindet dabei aber nicht, sondern glüht kupfer- bis ziegelrot – deshalb der Name Blutmond.
Bis zu 106 Minuten kann die Totalität dauern. Für Beobachter ist das die eindrucksvollste Variante, weil man den Mond dann stundenlang bequem ansehen kann, ohne geblendet zu werden, und weil gleichzeitig die sonst vom Vollmondlicht überstrahlten Sterne hervorkommen.
Partielle Mondfinsternis: nur ein Bissen fehlt
Nur ein Teil der Mondscheibe steckt im Kernschatten. Es sieht aus, als hätte jemand ein rundes Stück aus dem Vollmond herausgebissen. Die Kante ist dabei immer gekrümmt – schon Aristoteles hat daraus geschlossen, dass die Erde eine Kugel sein muss.
Je tiefer die Finsternis, desto deutlicher färbt sich der bedeckte Teil rötlich. Bei 93,8 % wie am 28. August 2026 ist dieser Effekt sehr gut zu sehen.
Halbschatten-Mondfinsternis: kaum zu erkennen
Der Mond streift ausschließlich den Halbschatten. Die Abdunklung ist so subtil, dass viele Menschen sie schlicht übersehen – erst ab etwa 70 % Halbschatten-Größe fällt auf, dass eine Mondseite grauer wirkt als die andere.
Auf Fotos mit identischen Einstellungen vor und während der Finsternis ist der Unterschied dagegen klar messbar. Die tiefe Halbschattenfinsternis vom 21. Februar 2027 ist bei uns komplett und hoch am Himmel zu sehen und lohnt genau diesen Vergleichsversuch.
Warum wird der Mond rot? Der Blutmond erklärt
Der Kernschatten der Erde ist nicht wirklich schwarz. Die Erdatmosphäre wirkt wie eine riesige Linse: Sie bricht Sonnenlicht in den Schattenkegel hinein.
Auf dem Weg durch die Lufthülle wird das kurzwellige blaue Licht weggestreut – derselbe Effekt, der den Himmel blau und den Sonnenuntergang rot macht. Übrig bleibt langwelliges rotes Licht, und genau das erreicht den Mond.
Anders gesagt: Ein Astronaut auf dem verfinsterten Mond würde die schwarze Erdscheibe sehen, umgeben von einem schmalen, glühenden Ring – allen Sonnenauf- und -untergängen der Erde gleichzeitig. Dieses Licht beleuchtet den Mond.
Wie rot es wird, hängt vom Zustand unserer Atmosphäre ab. Nach großen Vulkanausbrüchen mit viel Staub in der Stratosphäre werden Mondfinsternisse auffällig dunkel und grau-braun; in sauberen Jahren leuchten sie hell orange.
Astronomen bewerten das mit dem Danjon-Wert von L = 0 (sehr dunkel, Mond fast unsichtbar) bis L = 4 (hell kupferrot mit bläulichem Rand). Diese Schätzung kann jeder mit bloßem Auge abgeben – eine der wenigen astronomischen Beobachtungen, bei denen Amateure bis heute echte Daten liefern.
Mondfinsternis beobachten: Ausrüstung und Tipps
Die gute Nachricht zuerst, und sie gilt ausnahmslos: Für eine Mondfinsternis brauchst du keinerlei Schutzausrüstung und kein einziges Gerät. Der verfinsterte Mond ist dunkler als der normale Vollmond, nicht heller.
Man kann ihn völlig gefahrlos stundenlang mit bloßem Auge ansehen. Alles Weitere ist Komfort und Detailgewinn.
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Beobachten mit bloßem Auge
Der Gesamteindruck – die runde Schattenkante, die Farbe, der Kontrast zur Landschaft – kommt ohne Optik am besten rüber. Am 28. August 2026 hieß das ganz konkret: Wecker auf 04:15 Uhr, warm anziehen, freier Westhorizont – und dann einfach zuschauen, wie sich der Schatten über den Mond schiebt.
Fürs nächste Mal gilt dasselbe Rezept. Nimm dir mindestens eine Stunde Zeit – die Veränderung ist langsam, aber gerade das ist der Reiz.
Das erste Teleskop: was der Mond wirklich hergibt
Der Mond ist das dankbarste Objekt am Himmel – hell genug für jeden Balkon, jede Stadt, jeden Vollmond. Und er ist der einzige Himmelskörper, bei dem ein Einsteigergerät sofort liefert: Krater mit scharfen Schatten, Gebirgszüge, die dunklen Ebenen der Maria.
Der spannendste Moment einer Mondfinsternis im Teleskop ist die Schattengrenze selbst. Sie wandert in gut zwei Stunden über die Mondscheibe und löscht dabei einen Krater nach dem anderen aus. Zuzusehen, wie Kopernikus und Tycho nacheinander verschwinden und ihre Ringwälle noch als letzte helle Bögen stehen bleiben, ist ein Erlebnis, das kein Fernglas liefert.
Wichtiger ist aber, was danach kommt. Eine Finsternis dauert zwei Stunden im Jahr; der Mond steht in jeder zweiten Nacht am Himmel. Wer sich wegen einer Finsternis ein Gerät zulegt, kauft es nicht für die zwei Stunden, sondern für die dreihundert Abende danach – und dann ist die Frage nicht Fernglas oder Teleskop, sondern welches Teleskop.
Für den Anfang reicht deutlich weniger, als die meisten denken. Ein Tischdobson mit 130 Millimetern Öffnung zeigt Mondkrater bis hinunter zu wenigen Kilometern Größe, dazu die Jupitermonde und die Saturnringe. Er kostet einen Bruchteil dessen, was Einsteiger sich üblicherweise aufschwatzen lassen, und er steht in zwei Minuten auf dem Gartentisch statt zwanzig Minuten im Aufbau.
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Der Aufpreis lohnt sich, wenn du einen festen Stellplatz für ein Gerät von gut 25 Kilogramm hast und bereit bist, es in zwei Teilen nach draußen zu tragen. Für den schnellen Blick vom Balkon bleibt der 130er die praktischere Wahl – ehrlich gesagt bringt ein Teleskop, das aufgebaut im Weg steht, weniger als eines, das man in zwei Minuten dabeihat.
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Ein Hinweis für die Nächte vor und nach der Finsternis: Der unverfinsterte Vollmond ist im Teleskop unangenehm hell und blendet minutenlang nach. Wer seine Ausrüstung schon am Vorabend testet – sehr zu empfehlen –, ist mit einem einfachen Graufilter deutlich entspannter unterwegs.
Gegen die Blendung vor und nach der Finsternis: Omegon Premium-Mondfilter 1,25″

Dämpft das grelle Mondlicht, schont die Augen und bringt deutlich mehr Kontrast und Details – unser meistverkaufter Filter und die Nummer 1 zum Einstieg.
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Und das Fernglas?
Für einen tief stehenden, verfinsterten Mond wie am 28. August ist es tatsächlich die praktischere Wahl, und das soll nicht untergehen: Ein Fernglas zeigt den kompletten Mond auf einmal, hält die Farbe des Kernschattens zusammen und ist am tief stehenden Mond schneller ausgerichtet als jedes Teleskop.
Der Haken ist die Reichweite. Nach der Finsternis liegt ein Fernglas meist in der Schublade, während ein Teleskop den Winter über in Gebrauch bleibt. Wenn du ohnehin eins im Haus hast, nimm es mit – wenn du zwischen beidem wählst, ist es die Ergänzung, nicht der Einstieg.
Das passende Gerät ist dasselbe, das schon oben bei »Was du dafür brauchst« steht: das Celestron Cometron 7×50 für 65 €.
Mondfinsternis fotografieren
Der verfinsterte Mond ist rund 10.000-mal dunkler als der volle – darauf muss die Kamera vorbereitet sein. Mit einem Teleobjektiv ab etwa 200 Millimetern Brennweite bekommt man am Vollformat eine formatfüllende Mondscheibe. Wichtig ist ein stabiles Stativ, manueller Fokus (Autofokus versagt am dunklen Mond zuverlässig) und die Bereitschaft, die Belichtung während der Finsternis um mehrere Blendenstufen nachzuführen.
Am 28. August 2026 kam ein gestalterischer Vorteil dazu, der bei jeder horizontnahen Finsternis gilt: Der verfinsterte Mond steht tief über dem Horizont in der blauen Stunde. Das erlaubt Aufnahmen mit Landschaft, Kirchturm oder Bergsilhouette im selben Bild – Motive, die bei einer hochstehenden Finsternis unmöglich sind. Ein Weitwinkel neben dem Tele ist hier keine schlechte Idee.
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Um wie viel Uhr ist die Mondfinsternis?
Die nächste totale Mondfinsternis über Mitteleuropa läuft am 31. Dezember 2028 von 16:08 bis 19:37 Uhr MEZ, die rote Phase beginnt um 17:16 Uhr und endet um 18:28 Uhr. Das Maximum – der dunkelste Moment – liegt um 17:52 Uhr.
Eine Mondfinsternis hat keine einzelne Uhrzeit, sondern fünf Marken. Merken musst du dir nur zwei: den Beginn der Totalität (ab dann ist der Mond rot) und das Maximum. Alles davor und danach sieht nach angeknabbertem Mond aus.
| Phase | Uhrzeit (MEZ) | Was du siehst |
|---|---|---|
| Eintritt Kernschatten | 16:08 Uhr | Am Rand fehlt ein Stück – fällt erst nach ein paar Minuten auf |
| Beginn Totalität | 17:16 Uhr | ⭐ Ab hier lohnt es sichDer Mond färbt sich kupferrot |
| Maximum | 17:52 Uhr | Dunkelste und intensivste Färbung |
| Ende Totalität | 18:28 Uhr | Ein heller Rand kehrt zurück |
| Austritt Kernschatten | 19:37 Uhr | Finsternis vorbei |
Diese Zeiten gelten in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz gleich – anders als bei einer Sonnenfinsternis verschiebt der Standort nichts. Was sich unterscheidet, ist nur die Höhe des Mondes über dem Horizont; die Werte für 44 Städte stehen weiter oben auf dieser Seite.
Häufige Fragen zur Mondfinsternis
Wann ist die nächste Mondfinsternis in Deutschland?
Die nächste ist die tiefe Halbschattenfinsternis am 21. Februar 2027 – bei uns komplett und hoch am Himmel, dafür unauffällig: Der Mond bleibt außerhalb des Kernschattens und wird nur merklich grauer. Die letzte Kernschattenfinsternis war die vom 28. August 2026, einem Freitagmorgen: Eintritt in den Kernschatten um 04:34 Uhr MESZ, Maximum mit 93,8 % Bedeckung um 06:13 Uhr, Monduntergang in Deutschland zwischen 06:15 Uhr (Berlin) und 06:49 Uhr (Aachen), dann zu 77 bis 94 % verfinstert. Die nächste totale Mondfinsternis über Deutschland ist die vom 31. Dezember 2028.
Wie lange war die Mondfinsternis am 28. August 2026 sichtbar?
Die gesamte Finsternis dauerte 5 Stunden und 40 Minuten, die auffällige Kernschattenphase 3 Stunden und 18 Minuten. Von Mitteleuropa aus sichtbar war davon aber nur der Anfang: zwischen 04:34 Uhr und dem Monduntergang, also rund 100 bis 135 Minuten je nach Standort. Das wirklich brauchbare Fenster war noch kürzer – etwa 04:34 bis 05:45 Uhr, bevor Dämmerung und Horizontnähe den Mond schluckten.
War die Mondfinsternis 2026 in Österreich und der Schweiz zu sehen?
Ja, in beiden Ländern. In Österreich ging der Mond zwischen 06:10 Uhr (Wien) und 06:32 Uhr (Innsbruck) unter, verfinstert zu 88 bis 94 %. In der Schweiz reicht die Spanne von 06:44 Uhr (Zürich, 80,5 %) bis 06:56 Uhr (Genf, 69,9 %). Österreich sieht also die tiefere Verfinsterung, die Schweiz die längere Sichtbarkeit. In beiden Ländern ist ein freier Blick nach Westen entscheidend – in Alpentälern kann ein Bergrücken die Finsternis komplett verdecken.
Kann man die Mondfinsternis 2026 in Spanien oder auf Mallorca sehen?
Hier liegt eine häufige Verwechslung vor. Das große Finsternis-Ereignis über Spanien und Mallorca im Jahr 2026 ist keine Mond-, sondern die totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026 – deren Totalitätszone quer über Nordspanien und die Balearen zog. Die Mondfinsternis vom 28. August war von Spanien aus sogar deutlich besser zu sehen als bei uns, weil der Mond dort erheblich später unterging: In Madrid stand er beim Untergang um 07:45 Uhr nur noch zu 10 % im Kernschatten, in Sevilla und Málaga war die Kernschattenphase um 07:52 Uhr sogar schon vorbei – dort lief die gesamte partielle Phase über dem Horizont ab. Auf Mallorca ging der Mond um 07:19 Uhr unter und war dann noch zu rund 44 % verfinstert, auf den Kanaren war die Finsternis komplett zu sehen. Wer aber „Mallorca 2026″ sucht, meint fast immer die Sonnenfinsternis.
Wann ist der nächste Blutmond?
Als Blutmond bezeichnet man den kupferrot leuchtenden Mond während einer totalen Mondfinsternis. Der nächste, der von Mitteleuropa aus zu sehen ist, ist der Silvester-Blutmond am 31. Dezember 2028 mit 72 Minuten Totalität zwischen 17:16 und 18:28 Uhr MEZ. Weltweit gibt es davor überhaupt keinen: Die totale Finsternis vom 3. März 2026 ist bei uns unsichtbar, und danach folgt fast drei Jahre lang keine einzige. Mehr über das Phänomen in unserem Artikel zum Blutmond.
Braucht man für eine Mondfinsternis eine Schutzbrille?
Nein, auf keinen Fall nötig – und eine Sonnenfinsternisbrille wäre hier sogar völlig nutzlos, weil man durch sie überhaupt nichts sähe. Eine Mondfinsternis ist absolut ungefährlich: Du blickst dabei auf reflektiertes, stark abgeschwächtes Sonnenlicht, nicht in die Sonne. Schutzbrillen braucht man ausschließlich bei Sonnenfinsternissen.
Wie oft gibt es Mondfinsternisse?
Im langjährigen Mittel finden pro Jahr zwei bis drei Mondfinsternisse statt, in seltenen Jahren bis zu vier – aber die meisten davon sind unauffällige Halbschattenfinsternisse. Von 17 Finsternissen zwischen 2026 und 2032 sind nur sechs total und vier partiell. Dazu kommt die Standortfrage: Eine Mondfinsternis ist immer nur von der Nachtseite der Erde aus zu sehen. Von unseren 17 Terminen sind ganze sechs von Mitteleuropa aus komplett zu verfolgen. Eine wirklich gute totale Mondfinsternis erlebt man am eigenen Wohnort daher nur alle paar Jahre.
Was heißt Mondfinsternis auf Englisch?
Lunar eclipse. Die einzelnen Arten heißen total lunar eclipse, partial lunar eclipse und penumbral lunar eclipse; der Blutmond ist der blood moon. Kernschatten heißt umbra, Halbschatten penumbra – beides lateinische Wörter, die in beiden Sprachen gleich verwendet werden. Unsere englische Fassung dieser Seite findest du unter sterngucker.de/en/moon/lunar-eclipse.
Weiterlesen auf Sterngucker.de
- Sonnenfinsternis am 12. August 2026 – das Gegenstück zwei Wochen vorher, mit bis zu 90 % Bedeckung über Deutschland
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