Leoniden 2026: Sternschnuppen im November – Maximum, Uhrzeit & Tipps

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 22. September 2026

Die Leoniden sind der schnellste große Meteorstrom des Jahres: Mit 71 Kilometern pro Sekunde rasen ihre Staubkörner in die Erdatmosphäre – das ist mehr als doppelt so schnell wie bei den Geminiden im Dezember. Genau deshalb hinterlassen sie diese hellen, weißlich-blauen Spuren, die manchmal noch Sekunden nachglühen. Und alle paar Jahrzehnte werden aus dem gemütlichen Schauer Meteorstürme mit zehntausenden Sternschnuppen pro Stunde. 2026 wird es kein Sturm – aber eine sehr gute Nacht.

⚡ Die schnelle Antwort: Die Leoniden sind ein Meteorstrom, der jedes Jahr vom 6. bis 30. November aktiv ist. Sein Maximum liegt 2026 am 17. November gegen 15:52 Uhr MEZ – beobachtet wird deshalb in der Nacht vom 17. auf den 18. November. Erwartet werden rund 15 Meteore pro Stunde. Der zunehmende Halbmond geht um 23:30 Uhr unter, der Radiant im Löwen steigt danach immer höher: Das beste Zeitfenster ist 02:00 bis 05:30 Uhr MEZ. Du brauchst kein Teleskop und kein Fernglas – nur das bloße Auge, einen dunklen Horizont und Geduld. Mutterkörper ist der Komet 55P/Tempel-Tuttle, der die Sonne alle 33,2 Jahre umrundet.

Leoniden 2026: der Beobachtungsplan für die Nacht

Das rechnerische Maximum fällt 2026 auf den 17. November gegen 15:52 Uhr MEZ – also mitten in den Nachmittag, wenn bei uns die Sonne scheint. Das klingt zunächst ärgerlich, ist aber ein Glücksfall: Die darauffolgende Nacht vom 17. auf den 18. November liegt nur rund zehn Stunden nach dem Maximum, und in dieser Nacht steht der Radiant morgens am höchsten. Besser geht es kaum.

Die folgenden Zeiten gelten für Berlin. Für München, Wien oder Zürich verschieben sie sich um höchstens 20 bis 30 Minuten – die Reihenfolge der Ereignisse bleibt gleich.

Uhrzeit (MEZ, Berlin)Was passiertBewertung
16:15Sonnenuntergang
18:15astronomische Dunkelheit beginntRadiant steht noch unter dem Horizont
22:25der Radiant im Löwen geht im Osten auferste, sehr lange Streifmeteore möglich
23:30der Halbmond geht unterab jetzt ist der Himmel dunkel
01:55der Radiant erreicht 30° Höhedie Raten ziehen spürbar an
02:00 – 05:30das beste Zeitfenster der NachtRadiant hoch, Mond weg, Himmel dunkel
05:35die Morgendämmerung setzt einSchluss für diese Nacht
07:35Sonnenaufgang

Die Kurzfassung: Stell dir den Wecker auf 02:00 Uhr. Bis dahin steht der Halbmond entweder noch am Himmel oder der Radiant noch zu tief. Zwischen 02:00 und 05:30 Uhr stimmt dagegen alles gleichzeitig – und das ist bei Meteorströmen selten.

Leoniden im Steckbrief: alle Daten auf einen Blick

MerkmalWert
NameLeoniden (LEO), nach dem Sternbild Löwe
Aktivitätszeitraum 20266. bis 30. November
Maximum 202617. November, gegen 15:52 Uhr MEZ – beste Beobachtungsnacht ist die Nacht vom 17. auf den 18. November
ZHR im Maximumrund 15 Meteore pro Stunde (Normaljahr)
RadiantRektaszension 10h 08m, Deklination +21,8° – im Löwen, gut 10° nördlich von Regulus
Geschwindigkeit71 km/s – der schnellste der großen Meteorströme
MutterkörperKomet 55P/Tempel-Tuttle, Umlaufzeit 33,2 Jahre
Letztes Perihel des KometenFebruar 1998 – das nächste folgt 2031
Typisches Merkmalsehr helle, weißlich-blaue Meteore, viele mit sekundenlang nachleuchtenden Schweifen
Mondbedingungen 2026zunehmender Halbmond (54 %), Untergang 23:30 Uhr – danach störungsfrei

Zeiten berechnet für Berlin (52,52° N, 13,41° O) auf Basis der JPL-Ephemeride DE440. Ratenangaben nach IMO/AMS. Stand: August 2026.

Was sind die Leoniden?

Die Leoniden sind ein Meteorstrom: eine Staubspur, die ein Komet auf seiner Bahn zurückließ und die die Erde jedes Jahr zur gleichen Zeit durchquert. Der Mutterkörper heißt 55P/Tempel-Tuttle. Ernst Wilhelm Tempel und Horace Tuttle entdeckten ihn unabhängig voneinander im Winter 1865/66 – ausgerechnet in dem Jahrzehnt, in dem die Leoniden zum letzten Mal richtig stürmten.

Tempel-Tuttle braucht 33,2 Jahre für einen Sonnenumlauf. Bei jedem Perihel taut seine Oberfläche an und setzt frisches Material frei. Diese jungen, noch dichten Staubbänder sind der Grund für die legendären Leoniden-Stürme: Trifft die Erde ein Band, das erst wenige Jahrzehnte alt ist, steigen die Raten um den Faktor tausend. In allen anderen Jahren durchqueren wir nur den dünn verteilten Altbestand – und sehen eben jene 15 Meteore pro Stunde.

Die einzelnen Teilchen sind dabei winzig: Die meisten wiegen weniger als ein Gramm, viele sind kleiner als ein Sandkorn. Was du siehst, ist nicht der Staubkorn selbst, sondern die glühende Luftbahn, die es in rund 100 Kilometern Höhe hinter sich herzieht. Auf den Boden kommt davon nichts – ein Meteorit entsteht aus Leoniden praktisch nie.

Warum die Leoniden die schnellsten Sternschnuppen sind

55P/Tempel-Tuttle läuft rückläufig um die Sonne, also entgegen der Bewegungsrichtung aller Planeten. Erde und Meteoroide fliegen deshalb frontal aufeinander zu, und die Geschwindigkeiten addieren sich statt sich abzuziehen. Ergebnis: 71 km/s Eintrittsgeschwindigkeit – rund 256.000 km/h.

Das hat drei sichtbare Folgen. Erstens sind Leoniden sehr hell für ihre Größe: Die freigesetzte Energie wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, ein Krumen von einem Zehntelgramm reicht bereits für eine auffällige Spur. Zweitens erscheinen sie weißlich-blau statt gelblich – die heiße Leuchtspur regt andere Emissionslinien an als bei langsamen Strömen. Und drittens hinterlassen sie besonders oft persistierende Schweife: leuchtende Kanäle aus ionisiertem Gas, die noch Sekunden bis Minuten nachglühen und dabei vom Höhenwind verweht werden. Wer so etwas einmal gesehen hat, vergisst es nicht.

Der Radiant im Löwen – so findest du ihn

Alle Leoniden scheinen aus einem Punkt im Sternbild Löwe zu kommen. Dieser Radiant liegt bei Rektaszension 10h 08m und Deklination +21,8° – gut zehn Grad nördlich des hellen Sterns Regulus, mitten in der markanten „Sichel“, die den Kopf des Löwen bildet. Die Sichel sieht aus wie ein spiegelverkehrtes Fragezeichen.

Wichtig: Du sollst nicht auf den Radianten starren. Dort erscheinen die Meteore am kürzesten, weil sie genau auf dich zufliegen. Die eindrucksvollsten, langen Spuren siehst du 40 bis 60 Grad daneben. Such dir also einfach die dunkelste Himmelsrichtung, leg dich flach hin und nimm so viel Himmel wie möglich ins Blickfeld. Der Löwe selbst dient nur zur Orientierung: Steht er hoch, sind die Raten hoch.

Wenn du eine Spur siehst, kannst du sie gedanklich nach hinten verlängern. Endet die Verlängerung im Löwen, war es ein Leonide. Endet sie im Stier, hast du einen Tauriden erwischt – im November sind beide Ströme gleichzeitig unterwegs.

Die Meteorstürme der Leoniden: 1833, 1866, 1966, 1999

Kein anderer Meteorstrom hat eine solche Geschichte. In der Nacht zum 13. November 1833 fielen über Nordamerika so viele Sternschnuppen, dass Menschen das Weltende fürchteten; Augenzeugen sprachen von Schnee aus Feuer. Der Astronom Denison Olmsted wertete die Berichte aus und stellte fest, dass alle Spuren aus einem festen Punkt am Sternenhimmel kamen – der Punkt wanderte mit den Sternen mit, nicht mit der Erde. Damit war bewiesen, dass Sternschnuppen aus dem Weltraum stammen und kein Wetterphänomen sind. Die Meteorastronomie war geboren.

JahrBeobachtete RateWas passierte
1799mehrere tausend pro StundeAlexander von Humboldt beobachtet den Sturm in Venezuela
1833bis zu 100.000 pro Stundeder berühmteste Sternschnuppensturm der Geschichte – er begründete die wissenschaftliche Meteorforschung
1866einige tausend pro Stundekurz nach der Entdeckung des Mutterkometen – der Zusammenhang wird bestätigt
1966bis zu 144.000 pro Stundeüber dem Südwesten der USA fielen zeitweise 40 Meteore pro Sekunde
1999–20021.500 bis 3.000 pro Stundedie letzte große Sturmserie, ausgelöst vom Perihel 1998

Die Raten in dieser Tabelle sind Schätzungen aus Augenzeugenberichten und modernen Zählungen; sie geben die Größenordnung wieder, nicht den Messwert auf die Zahl genau. Gemeinsam ist allen Sturmjahren, dass sie ein bis drei Jahre nach einem Perihel von Tempel-Tuttle lagen – genau dann, wenn die frischen Staubbänder noch kompakt sind.

Wann kommt der nächste Leoniden-Sturm?

Tempel-Tuttle war zuletzt im Februar 1998 in Sonnennähe – darauf folgte die Sturmserie 1999 bis 2002. Sein nächstes Perihel steht 2031 an. Modellrechnungen der Staubbänder erwarten für die Jahre danach, etwa 2033 bis 2037, wieder deutlich erhöhte Raten in der Größenordnung von einigen hundert Meteoren pro Stunde. Ein echter Sturm mit über tausend Meteoren pro Stunde ist nach heutigem Kenntnisstand allerdings erst gegen Ende des Jahrhunderts wieder wahrscheinlich, weil Jupiter die entscheidenden Staubbänder in der Zwischenzeit aus der Erdbahn herausdrängt.

Anders gesagt: Wer 1999 dabei war, hatte Glück. Wer 2033 dabei sein will, sollte sich den Termin schon mal vormerken – und bis dahin jedes Jahr im November die Nacht des Maximums mitnehmen. Alle Termine bis 2027 findest du im Sternschnuppen-Kalender.

Die anderen Meteorströme im November

Die Leoniden sind nicht allein. Der November ist der Monat mit den meisten parallel aktiven Strömen – die meisten davon schwach, aber einer davon liefert die hellsten Feuerkugeln des ganzen Jahres.

MeteorstromMaximum 2026ZHRMutterkörper
Südliche Tauriden5. Novemberca. 5Komet 2P/Encke
Nördliche Tauriden12. Novemberca. 5Komet 2P/Encke
Leoniden17./18. Novemberca. 15Komet 55P/Tempel-Tuttle
Alpha-Monocerotiden21./22. November< 5 (selten Ausbrüche)unbekannt, vermutlich langperiodischer Komet
Andromediden (Bieliden)Ende November/Anfang Dezember< 5Komet 3D/Biela (zerfallen)

Die Tauriden verdienen einen eigenen Hinweis. Ihre ZHR von fünf klingt lächerlich, aber ihre Meteore sind extrem langsam (27 km/s) und stammen aus vergleichsweise großen Brocken. Der November ist deshalb der Feuerkugel-Monat: Wenn du irgendwann zwischen Anfang und Mitte November eine einzelne, unfassbar helle Leuchtkugel siehst, die langsam über den halben Himmel zieht, war das mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Tauride. Die Nächte um den Neumond am 9. November sind dafür ideal.

Die Andromediden sind ein historisches Kuriosum: Ihr Mutterkomet 3D/Biela zerbrach 1846 vor den Augen der Astronomen in zwei Teile und verschwand danach. 1872 und 1885 lieferten seine Trümmer noch Stürme mit mehreren tausend Meteoren pro Stunde – heute ist von dem Strom fast nichts mehr übrig. Man sieht einem Meteorstrom beim Aussterben zu.

Was du für eine Leoniden-Nacht wirklich brauchst

Die ehrliche Antwort zuerst: kein Teleskop und kein Fernglas. Beide zeigen dir einen winzigen Himmelsausschnitt – genau das Gegenteil von dem, was du bei Meteoren willst. Sternschnuppen beobachtet man mit dem bloßen Auge, und zwar liegend, damit du ohne Nackenschmerzen den halben Himmel überblickst. Das wichtigste „Zubehör“ sind deshalb eine Isomatte, ein Schlafsack und heißer Tee. Im November hat es in Mitteleuropa nachts oft nur wenige Grad über null, und du bewegst dich drei Stunden lang nicht.

Zwei Dinge helfen trotzdem wirklich. Erstens: rund 20 Minuten Dunkeladaption, bevor du anfängst zu zählen – jeder Blick aufs Handy setzt sie zurück. Und zweitens ein dunkler Standort; wie viel Lichtverschmutzung ausmacht, unterschätzen fast alle. Zwischen Stadtrand und einem wirklich dunklen Feld liegt gut der Faktor drei bei der Zahl der gesehenen Meteore.

Was sich lohnt, ist eine drehbare Sternkarte: Damit stellst du den 18. November, 03:00 Uhr ein und siehst sofort, wo der Löwe steht – ohne Akku, ohne Display, das deine Dunkeladaption zerstört.

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Und wenn du ein Stück Sternschnuppe wirklich in die Hand nehmen willst: Von den Leoniden selbst erreicht nie etwas den Boden, dazu sind ihre Teilchen zu klein und zu schnell. Es gibt aber echte Eisenmeteoriten aus Argentinien, die als Ganzes durch die Atmosphäre kamen – und als Weihnachtsgeschenk für ein sternenbegeistertes Kind ist so ein 4,5 Milliarden Jahre alter Brocken schwer zu schlagen.

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Häufige Fragen zu den Leoniden

Wann kann man die Leoniden 2026 beobachten?

In der Nacht vom 17. auf den 18. November 2026, am besten zwischen 02:00 und 05:30 Uhr MEZ. Vorher steht entweder der Halbmond noch am Himmel (er geht um 23:30 Uhr unter) oder der Radiant zu tief. Aktiv sind die Leoniden aber schon ab dem 6. November und noch bis zum 30. November – in den Nächten um das Maximum herum lohnt sich der Blick also auch.

Wie viele Sternschnuppen sieht man bei den Leoniden?

Die ZHR – die rechnerische Rate bei perfektem Himmel und Radiant im Zenit – liegt 2026 bei etwa 15 pro Stunde. Real siehst du unter einem guten Landhimmel eher 8 bis 12 pro Stunde, am Stadtrand nur zwei bis vier. Das klingt wenig, aber die Leoniden gleichen es durch Qualität aus: Ihre Meteore sind heller und spektakulärer als die der meisten anderen Ströme.

Was sind Leoniden überhaupt?

Es sind Staub- und Grusteilchen des Kometen 55P/Tempel-Tuttle, die mit 71 km/s in die Erdatmosphäre eintreten und dort in rund 100 Kilometern Höhe verdünnte Luft zum Leuchten bringen. Weil alle Teilchen auf derselben Bahn fliegen, scheinen ihre Spuren aus einem gemeinsamen Punkt im Löwen zu kommen – daher der Name.

Warum heißen die Leoniden so?

Meteorströme werden nach dem Sternbild benannt, in dem ihr Radiant liegt. Der Radiant der Leoniden steht im Löwen, lateinisch Leo – also Leoniden. Nach demselben Muster heißen die Perseiden nach dem Perseus und die Geminiden nach den Zwillingen.

Sind die Leoniden gefährlich?

Für dich am Boden nicht im Geringsten – die Teilchen verdampfen 100 Kilometer über dir vollständig. Für Satelliten sind Leoniden-Stürme dagegen ein reales Risiko: Bei 71 km/s reicht ein Zehntelmillimeter großes Korn, um Solarpaneele zu durchschlagen. Während der Stürme 1998 bis 2002 wurden mehrere Satelliten vorsorglich gedreht, und der Start von Raumfahrtmissionen wurde verschoben.

Braucht man für die Leoniden ein Teleskop?

Nein – und ein Teleskop wäre sogar hinderlich. Es zeigt weniger als ein Grad Himmelsausschnitt; ein Meteor zieht dagegen über zehn Grad und mehr. Sternschnuppen sind das einzige astronomische Phänomen, bei dem das bloße Auge jedem Instrument überlegen ist. Ein Teleskop lohnt sich für Planeten, Mondkrater und Deep-Sky – nicht hierfür.

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