Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 22. September 2026
Ein Fragezeichen, das spiegelverkehrt am Frühlingshimmel steht, und darunter ein sauberes Dreieck: Das Sternbild Löwe ist eines der ganz wenigen Sternbilder, bei denen man das Tier tatsächlich erkennt, ohne viel Fantasie aufzuwenden. Die Sichel bildet Kopf und Mähne, das Dreieck den Hinterleib – und ganz vorn sitzt Regulus, der hellste Stern der Figur, fast genau auf der Ekliptik.
⚡ Die schnelle Antwort: Der Löwe (lateinisch Leo) ist das große Frühlingssternbild am Südhimmel. Du findest ihn über den Großen Wagen: Die Hinterachse Megrez–Phecda, rund zehnmal nach unten verlängert, zeigt direkt auf den Löwenkopf.
Beste Zeit: Februar bis Juni. Im April steht Regulus abends um 22 Uhr am höchsten – bei 50° Nord rund 52° über dem Horizont. Von August bis November ist der Löwe abends gar nicht zu sehen.
Das Besondere: Der Löwe zeigt aus der Milchstraße hinaus. Deshalb stehen hier keine Sternhaufen und Nebel, sondern Galaxien – neun davon sind schon mit Amateurteleskopen erreichbar, darunter das berühmte Leo-Triplett.

Das Sternbild Löwe auf einen Blick: Daten, Größe und Grenzen
Der Löwe gehört zu den 48 klassischen Sternbildern, die Claudius Ptolemäus im 2. Jahrhundert in seinem Almagest aufgeführt hat – er ist also mindestens zweitausend Jahre alt und in Wahrheit noch deutlich älter. Mit knapp 947 Quadratgrad belegt er Rang 12 unter den 88 Sternbildern, die die Internationale Astronomische Union 1928 verbindlich festgelegt hat.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Lateinischer Name | Leo (Genitiv: Leonis) |
| Offizielle Abkürzung | Leo |
| Fläche | 946,96 Quadratgrad (Rang 12 von 88) |
| Rektaszension | 9h 22m bis 11h 58m |
| Deklination | −6° 21′ bis +33° 08′ |
| Hellster Stern | Regulus (α Leonis), 1,36 mag |
| Sterne heller als 3 mag | 5 (Regulus, Algieba, Denebola, Zosma, Algenubi) |
| Sichtbar zwischen | 85° Nord und 60° Süd |
| Beste Beobachtungszeit | Februar bis Juni, Höhepunkt im April |
| Kulminationshöhe Regulus | 51,8° bei 50° Nord |
| Sonne im Sternbild | 11. August bis 17. September |
| Meteorströme | Leoniden, Januar-Leoniden, Delta-Leoniden |
| Nachbarn | Großer Bär, Kleiner Löwe, Luchs, Krebs, Wasserschlange, Sextant, Becher, Jungfrau, Haar der Berenike |
Zwei Zahlen aus dieser Tabelle sind für die Praxis wichtiger als alle anderen. Die erste ist die Deklinationsspanne: Von −6° bis +33° reicht das Sternbild, es liegt also fast vollständig auf der Nordhalbkugel der Himmelskugel und ist deshalb von Mitteleuropa aus bequem zu beobachten. Die zweite ist die Kulminationshöhe von 51,8°. Ein Objekt, das gut 50° hoch steht, hat kaum noch Dunst und Luftunruhe über sich – und liegt sicher über der schlimmsten Lichtverschmutzung am Horizont. Für die lichtschwachen Galaxien im Löwen ist genau das entscheidend.
Die auffälligen Sterne selbst verteilen sich über einen deutlich kleineren Bereich als die offizielle Fläche: Sie stehen zwischen 9,5h und 11,8h Rektaszension und zwischen +10° und +26° Deklination. Von Regulus bis Denebola, also von der Brust bis zur Schwanzspitze, sind es 24,9° – das sind zweieinhalb Handbreit bei ausgestrecktem Arm.
Sternbild Löwe finden: der Weg über den Großen Wagen
Der Löwe hat einen großen Vorteil gegenüber den meisten anderen Sternbildern: Es gibt einen zuverlässigen, immer gleichen Weg dorthin. Der Große Wagen steht in Mitteleuropa das ganze Jahr über am Himmel – er ist zirkumpolar – und an Frühlingsabenden steht er hoch im Osten bis Zenit. Von dort führen zwei unabhängige Linien zum Löwen.
Die Hauptpeilung: Megrez über Phecda nach unten
Nimm die beiden hinteren Kastensterne des Großen Wagens, also die Seite, die vom Deichselansatz weiter weg liegt: Megrez oben und Phecda unten. Der Abstand zwischen den beiden beträgt 4,5°. Verlängere die Linie von Megrez über Phecda nach unten – und zwar weit: Nach rund 47°, also etwa dem Zehnfachen dieser Strecke, landest du mitten im Kopf des Löwen, zwischen Regulus und Algieba.
Merksatz für den Großen Wagen: Die vordere Kastenseite (Merak → Dubhe) zeigt nach oben zum Polarstern. Die hintere Kastenseite (Megrez → Phecda) zeigt nach unten zum Löwen. Ein Wagen, zwei Wegweiser, entgegengesetzte Richtungen.
Löcher im Gedächtnis? Der Spruch „Ein Loch im Wagen tropft auf den Löwen“ hilft: Die Unterseite des Wagenkastens „tropft“ genau auf das Fell des Löwen.
Die Gegenprobe: Dubhe über Merak zu Zosma
Weil 47° eine lange Strecke sind und man sich dabei leicht verpeilt, lohnt sich eine zweite Messung aus einer anderen Richtung. Nimm die vordere Kastenseite, aber diesmal andersherum: von Dubhe über Merak nach unten. Nach etwa 45,6° – gut dem Achtfachen des Abstands Dubhe–Merak von 5,4° – triffst du auf Zosma, den Stern auf dem Rücken des Löwen. Kreuzen sich beide Peilungen im selben Bereich, hast du das Sternbild sicher.
Der Umweg über das Frühlingsdreieck
Wenn du schon etwas Himmelserfahrung hast, geht es auch von unten. Das Frühlingsdreieck aus Arktur im Bärenhüter, Spica in der Jungfrau und Regulus im Löwen spannt die ganze Ostseite des Frühlingshimmels auf. Die Seitenlängen: Regulus–Spica 54,1°, Regulus–Arktur 59,7°, Spica–Arktur 32,8°. Manche Sternkarten setzen statt Regulus lieber Denebola in die Ecke – dann wird das Dreieck mit 35,1° / 35,3° / 32,8° fast gleichseitig und deutlich kompakter.
Ein letzter Hinweis zur Orientierung: Regulus liegt fast genau auf der Ekliptik, der scheinbaren Sonnenbahn. Steht im Frühjahr ein heller Planet in dieser Gegend – Jupiter, Mars oder Venus –, dann steht er praktisch immer neben dem Löwen. Umgekehrt gilt: Wenn du auf deiner Sternenkarte die Ekliptik verfolgst und dabei nach dem Krebs den nächsten hellen Stern erreichst, ist das Regulus.
Die Figur des Löwen: Sichel, Rumpf und Dreieck
Der Löwe zerfällt in zwei Teile, die man getrennt lernen sollte. Vorn die Sichel (englisch the Sickle), hinten das Dreieck. Beide zusammen ergeben ein liegendes Tier, das nach rechts blickt – wenn man nach Süden schaut, also nach Westen.
Die Sichel: Kopf und Mähne als Fragezeichen
Sechs Sterne bilden einen Bogen, der von Regulus nach oben und dann nach rechts schwingt. In Beschreibungen heißt er meist „spiegelverkehrtes Fragezeichen“ – Regulus ist der Punkt darunter, der Rest der Haken. Die Reihenfolge von unten nach oben:
| Stern | Abstand zum vorigen | Rolle in der Figur |
|---|---|---|
| Regulus (α) | – | der Punkt unter dem Fragezeichen |
| η Leonis | 4,8° | schwach, aber für die Bogenform nötig |
| Algieba (γ) | 4,3° | der zweithellste Stern, ein Doppelstern |
| Adhafera (ζ) | 3,7° | hier beginnt der Bogen nach rechts |
| Rasalas (μ) | 6,0° | die Spitze des Bogens |
| Algenubi (ε) | 2,7° | das Ende der Sichel, die Schnauze |
Die Sichel misst entlang des Bogens 21,5°; die Luftlinie von Regulus zu Algenubi beträgt dagegen nur 13,0°. Genau diese Krümmung macht die Figur wiedererkennbar. Alle Winkelabstände auf dieser Seite haben wir selbst aus den J2000-Koordinaten der Sterne berechnet.
Der Rumpf und das Dreieck des Hinterteils
Von Algieba läuft eine lange Linie nach links zu Zosma (13,5°), dem Stern auf dem Rücken. Von dort geht es 10,2° weiter zu Denebola, der Schwanzspitze. Und unterhalb dieser Strecke schließt Chertan das Dreieck: 5,1° unter Zosma und 8,5° vor Denebola. Dieses kleine, fast rechtwinklige Dreieck aus Zosma, Chertan und Denebola ist der markanteste Teil des ganzen Sternbilds – und für die Deep-Sky-Beobachtung der wichtigste, weil das Leo-Triplett direkt darunter steht.
Von der Brust nach unten hängt noch Subra (ο Leonis), 7,0° von Regulus entfernt, als Vorderpfote. Und weit rechts, 14,0° von Regulus, markiert Alterf (λ Leonis) die Schnauze. Beide sind mit 3,5 bzw. 4,3 mag deutlich schwächer und brauchen einen dunklen Himmel.
Die Sterne im Sternbild Löwe: von Regulus bis Wolf 359
| Stern | Bayer | mag | Entfernung (Lj) | Name und Bedeutung |
|---|---|---|---|---|
| Regulus | α Leonis | 1,36 | 78 | „kleiner König“ (lat. regulus) |
| Algieba | γ Leonis | 2,01 | 126 | arabisch al-dschabha, „die Stirn“ |
| Denebola | β Leonis | 2,14 | 36 | arabisch dhanab al-asad, „Schwanz des Löwen“ |
| Zosma | δ Leonis | 2,56 | 58 | griechisch zosma, „Gürtel“ |
| Algenubi | ε Leonis | 2,97 | 251 | „der südliche Stern des Kopfes“ |
| Chertan | θ Leonis | 3,33 | 170 | arabisch al-charatan, „die zwei kleinen Rippen“ |
| Adhafera | ζ Leonis | 3,43 | 260 | arabisch al-dafira, „die Locke“ |
| η Leonis | η Leonis | 3,48 | 2.000 | ohne Eigennamen, ein Überriese |
| Subra | ο Leonis | 3,52 | 116 | arabisch, „Löwentatze“ |
| ρ Leonis | ρ Leonis | 3,84 | 2.500 | ohne Eigennamen, sehr weit entfernt |
| Rasalas | μ Leonis | 3,88 | 133 | „Kopf des Löwen“ (Nordteil) |
| Alterf | λ Leonis | 4,32 | 250 | arabisch at-tarf, „der Blick“ |
Die Entfernungsspalte zeigt sehr deutlich, was ein Sternbild eigentlich ist: keine Gruppe, sondern eine Blickrichtung. Denebola steht 36 Lichtjahre entfernt, η Leonis im selben Bild rund 2.000 – der eine ist ein Nachbar der Sonne, der andere ein Überriese, der nur deshalb überhaupt sichtbar ist, weil er zehntausendfach heller leuchtet.
Regulus: der Königsstern auf der Ekliptik
Regulus ist mit 1,36 mag der 21. hellste Stern des gesamten Himmels und der einzige Stern erster Größe, der praktisch auf der Ekliptik steht: Seine ekliptikale Breite beträgt nur +0,47°. Die Folge ist spektakulär – der Mond zieht regelmäßig direkt vor ihm vorbei und bedeckt ihn. Solche Regulus-Bedeckungen treten in Serien über mehrere Jahre auf und sind schon im Fernglas ein Erlebnis, weil der Stern schlagartig verschwindet.
Physikalisch ist Regulus ein Extremfall. Er rotiert in nur 15,9 Stunden einmal um sich selbst – die Sonne braucht 25 Tage – und ist dadurch so stark abgeplattet, dass sein Äquatordurchmesser deutlich größer ist als der Poldurchmesser. Insgesamt hat er etwa den 3,5-fachen Sonnendurchmesser. Dazu ist er ein Dreifachsystem: In 3 Bogenminuten Abstand steht ein Begleitpaar von 7,6 mag, das jedes Fernglas zeigt und das rund 4.200 astronomische Einheiten entfernt ist – ein Umlauf dauert etwa 130.000 Jahre. Eine dritte Komponente von 13 mag steht nur 4 Bogensekunden neben dem Hauptstern.
Algieba: der schönste Doppelstern des Frühlings
Algieba (γ Leonis) ist der Grund, warum man mit einem Teleskop überhaupt in den Löwenkopf schaut. Was mit bloßem Auge als ein Stern von 2,0 mag erscheint, zerfällt im Okular in zwei goldgelbe Riesen von 2,2 und 3,5 mag in 4,4 Bogensekunden Abstand. Das schafft schon eine Öffnung von 4 Zentimetern – vorausgesetzt, du gehst mit dem Okular auf mindestens 100-fache Vergrößerung und die Luft ist ruhig. Für viele Beobachter ist Algieba der schönste Doppelstern nördlich des Himmelsäquators.
Denebola: der Schwanz mit Begleiter
Denebola markiert das hintere Ende des Löwen und ist mit 36 Lichtjahren einer der nächsten hellen Sterne überhaupt. Er leuchtet rund zwanzigmal stärker als die Sonne. Im Fernglas findest du 19 Bogenminuten daneben einen Begleiter sechster Größe – kein physischer Partner, aber ein hübscher optischer Doppelstern, den ein einfaches Prismenglas bereits trennt.
Wolf 359 und R Leonis: zwei Kuriositäten
Wolf 359 steht 12,9° südöstlich von Regulus und ist mit 7,9 Lichtjahren nach dem Alpha-Centauri-System und Barnards Pfeilstern das drittnächste Sternsystem der Sonne. Sehen wirst du ihn trotzdem nicht: Der Rote Zwerg hat nur 13,5 mag und braucht mindestens 20 Zentimeter Öffnung sowie eine präzise Aufsuchkarte.
R Leonis dagegen ist zeitweise leicht zu sehen. Der Mira-Stern schwankt mit einer Periode von 311 Tagen zwischen 4,4 und 11,3 mag – im Maximum steht er also knapp an der Grenze der Sichtbarkeit mit bloßem Auge, im Minimum braucht man ein Teleskop. Er steht nur 5,1° westlich von Regulus und ist damit eines der bequemsten Objekte für den Einstieg in die Veränderlichenbeobachtung.
Wann ist der Löwe sichtbar: Monat für Monat am Abendhimmel
Der Löwe ist ein klassisches Frühlingssternbild. Er geht auf und unter – anders als die zirkumpolaren Sternbilder, die immer da sind. Das folgende Diagramm zeigt für jeden Monat, wie hoch Regulus und Denebola um 22 Uhr Ortszeit über dem Horizont stehen, gerechnet für 50° Nord und 10° Ost.

| Monat | Regulus 22 Uhr | Denebola 22 Uhr | Kulmination | Praxis |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 20,5° | 6,4° | 02:52 Uhr | steigt nach Mitternacht auf |
| Februar | 38,9° | 25,9° | 00:46 Uhr | ab jetzt richtig gut |
| März | 50,1° | 42,4° | 22:56 Uhr | kulminiert am späten Abend |
| April | 51,8° | 49,6° | 21:54 Uhr | bester Monat |
| Mai | 44,1° | 54,1° | 19:56 Uhr | sinkt schon nach Westen |
| Juni | 27,1° | 43,7° | 17:54 Uhr | nur noch tief im Westen |
| Juli | 8,3° | 26,3° | 15:56 Uhr | geht in der Dämmerung unter |
| August | unter Horizont | 6,8° | 13:54 Uhr | nicht mehr sichtbar |
| September | unter Horizont | unter Horizont | 11:52 Uhr | steht tagsüber am Himmel |
| Oktober | unter Horizont | unter Horizont | 09:54 Uhr | nur am Morgenhimmel |
| November | unter Horizont | unter Horizont | 06:52 Uhr | kurz vor Sonnenaufgang im Osten |
| Dezember | 0,9° | unter Horizont | 04:55 Uhr | geht gegen 22 Uhr auf |
Die Tabelle erklärt eine Beobachtung, über die viele stolpern: Von August bis November ist der Löwe abends überhaupt nicht am Himmel. Er steht dann tagsüber über uns, gemeinsam mit der Sonne. Wer ihn im Herbst sehen will, muss vor Sonnenaufgang aufstehen – im November geht Regulus gegen 1 Uhr auf und steht in der Morgendämmerung schon recht hoch im Südosten.
Interessant ist auch die Reihenfolge im Frühjahr. Im März und April führt Regulus, im Mai überholt Denebola ihn – weil der Kopf des Löwen dann schon nach Westen kippt, während der Hinterleib noch nahe dem Meridian steht. Wer im Mai auf die Galaxien im Rumpf zielt, hat deshalb bessere Bedingungen als im März. Mehr zum Wechsel der Sternbilder im Jahreslauf findest du bei den astronomischen Jahreszeiten.
Wie lange ist der Löwe pro Nacht über dem Horizont?
Auch das lässt sich exakt ausrechnen. Bei 50° Nord bleibt Regulus 13 Stunden 57 Minuten über dem Horizont, Denebola 14 Stunden 24 Minuten, Zosma sogar 15 Stunden 32 Minuten. Die Galaxie NGC 3521, die knapp südlich des Himmelsäquators liegt, schafft dagegen nur 12 Stunden – und steht davon einen guten Teil so tief, dass die Beobachtung wenig Freude macht. Für sie brauchst du einen wirklich freien Südhorizont.
Wie hoch steht der Löwe: Kulminationshöhen für elf Städte
Wie hoch ein Objekt maximal steigt, hängt allein von der geografischen Breite ab. Die folgenden Werte gelten für den Moment der oberen Kulmination, also den Höchststand im Süden – unabhängig davon, ob es zu diesem Zeitpunkt gerade dunkel ist.
| Stadt | Breite | Regulus | Denebola | Zosma | M 66 |
|---|---|---|---|---|---|
| Hamburg | 53,6° | 48,4° | 51,0° | 57,0° | 49,4° |
| Berlin | 52,5° | 49,4° | 52,1° | 58,0° | 50,5° |
| Dresden | 51,1° | 50,9° | 53,5° | 59,5° | 51,9° |
| Köln | 50,9° | 51,0° | 53,6° | 59,6° | 52,1° |
| Frankfurt | 50,1° | 51,9° | 54,5° | 60,4° | 52,9° |
| Stuttgart | 48,8° | 53,2° | 55,8° | 61,7° | 54,2° |
| Wien | 48,2° | 53,8° | 56,4° | 62,3° | 54,8° |
| München | 48,1° | 53,8° | 56,4° | 62,4° | 54,9° |
| Zürich | 47,4° | 54,6° | 57,2° | 63,1° | 55,6° |
| Graz | 47,1° | 54,9° | 57,5° | 63,5° | 55,9° |
| Bern | 46,9° | 55,0° | 57,6° | 63,6° | 56,0° |
Der Unterschied zwischen Hamburg und Bern beträgt rund sieben Grad. Das klingt wenig, macht bei Galaxien aber einen spürbaren Unterschied: Je höher ein Objekt steht, durch desto weniger Luft schaust du. In Bern steht M 66 mit 56° etwa so hoch wie die Sonne im Hochsommer am Mittag – in Hamburg mit 49° merklich tiefer. Wer im Norden wohnt, sollte deshalb strikt in den Wochen um die Kulmination beobachten und nicht Stunden davor oder danach.
Zosma steht am höchsten, weil es mit +20,5° die nördlichste Deklination der hellen Löwensterne hat. Die praktische Konsequenz: Die Galaxiengruppe um M 95 und M 96, die etwas unterhalb des Rumpfes liegt, ist deutlich bequemer zu beobachten als NGC 3521 weit im Süden.
Deep-Sky im Sternbild Löwe: neun Galaxien im Überblick
Hier liegt der eigentliche Reiz des Sternbilds. Der Löwe zeigt in Richtung des galaktischen Nordpols – unser Blick geht senkrecht aus der Scheibe der Milchstraße hinaus, ohne Staub und ohne Vordergrundsterne. Deshalb gibt es hier praktisch keine Sternhaufen und keine Nebel, dafür ungewöhnlich viele Galaxien. Neun davon sind mit Amateurgeräten erreichbar.

| Objekt | Typ | mag | Entfernung (Lj) | Öffnung | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| M 65 | Spiralgalaxie | 9,2 | ~35 Mio. | ab 10 cm | Teil des Leo-Tripletts |
| M 66 | Spiralgalaxie | 8,9 | ~35 Mio. | ab 8 cm | hellste des Tripletts |
| NGC 3628 | Spiralgalaxie | 9,5 | ~35 Mio. | ab 15 cm | Kantenlage, „Hamburger-Galaxie“ |
| M 95 | Balkenspirale | 9,8 | ~35 Mio. | ab 15 cm | die schwächste der Gruppe |
| M 96 | Spiralgalaxie | 9,2 | ~35 Mio. | ab 10 cm | hellste der M-96-Gruppe |
| M 105 | elliptische Galaxie | 9,5 | ~35 Mio. | ab 10 cm | runder Lichtfleck ohne Struktur |
| NGC 3384 | linsenförmig | 9,9 | ~35 Mio. | ab 15 cm | nur 7′ neben M 105 |
| NGC 2903 | Balkenspirale | 8,8 | ~30 Mio. | ab 8 cm | von Messier übersehen |
| NGC 3521 | Spiralgalaxie | 9,2 | ~26 Mio. | ab 10 cm | steht tief im Süden |
Zur Einordnung der Entfernungen: Die Angaben schwanken je nach Messmethode zwischen etwa 30 und 40 Millionen Lichtjahren. Das ist normal – Galaxienentfernungen sind schwer zu bestimmen. Für die Praxis reicht die Größenordnung: Alle diese Objekte stehen rund tausendmal weiter entfernt als die Andromeda-Galaxie, deshalb sind sie so lichtschwach.
Das Leo-Triplett: M 65, M 66 und NGC 3628
Die berühmteste Gruppe des Sternbilds steht knapp unterhalb von Chertan – 2,6° bis 2,8° entfernt, also nur zwei Fingerbreit. M 65 und M 66 trennen gerade einmal 0,34°, NGC 3628 steht 0,6° von beiden entfernt. Alle drei passen damit in ein einziges Übersichtsokular: Bei 1° wahrem Gesichtsfeld hast du das komplette Triplett gleichzeitig im Blick, und genau das macht den Reiz aus.
In der Praxis sieht man nicht dasselbe. M 66 ist mit 8,9 mag am hellsten und zeigt sich schon in einem 8-Zentimeter-Teleskop als längliches Wölkchen. M 65 folgt kurz danach. NGC 3628 dagegen ist tückisch: Die Galaxie steht exakt in Kantenlage, ihr Licht verteilt sich auf einen langen dünnen Streifen, und ein dunkles Staubband schneidet sie mittig durch. Ihre Flächenhelligkeit ist deshalb niedrig. Unter Stadthimmel bleibt sie oft unsichtbar, während die beiden Messier-Galaxien längst zu sehen sind.
So findest du das Triplett:
- Stelle Chertan (θ Leonis) im Sucher ein – der Stern unter der Verbindung Zosma–Denebola.
- Gehe rund 2,5° nach Südosten, also in Richtung Denebola und leicht nach unten.
- Nimm ein Okular mit mindestens 1° Gesichtsfeld. M 65 und M 66 erscheinen als zwei blasse Ovale nebeneinander.
- Erst wenn du beide sicher hast, suche NGC 3628 – sie steht nördlich der beiden und bildet mit ihnen ein flaches Dreieck.
Wichtig: Nutze das indirekte Sehen. Schau leicht an der Galaxie vorbei, dann fällt ihr Licht auf den empfindlicheren Teil der Netzhaut.
Die M-96-Gruppe: M 95, M 96, M 105 und NGC 3384
Die zweite Ansammlung steht 8,7° bis 9,4° östlich von Regulus, ungefähr auf halbem Weg zwischen Regulus und Chertan. Hier stehen die Objekte noch enger: M 95 und M 96 trennen 0,7°, M 105 und NGC 3384 nur 0,12°, also gut sieben Bogenminuten – die beiden passen bequem gemeinsam in ein Okularfeld bei hoher Vergrößerung.
Der Charakter der vier ist unterschiedlich. M 96 ist eine klassische Spirale und die hellste. M 105 ist elliptisch und wirkt wie ein unscharfer Stern – Struktur wirst du daran nie sehen, egal wie groß dein Teleskop ist. M 95 ist eine Balkenspirale, aber mit 9,8 mag die schwächste der Gruppe und braucht wirklich dunklen Himmel. Wenn du in einer Nacht nur eine Gruppe schaffst, nimm das Triplett – die M-96-Gruppe ist die anspruchsvollere.
NGC 2903: die Galaxie, die Messier übersehen hat
Kurioserweise ist die hellste Galaxie des Sternbilds gar keine Messier-Nummer. NGC 2903 leuchtet mit 8,8 mag heller als alles im Triplett, steht aber weit vorn an der Schnauze – nur 1,5° südlich von Alterf und 3,9° von Algenubi. Charles Messier hat sie schlicht übersehen, obwohl sie in jedem 8-Zentimeter-Teleskop leicht zu sehen ist und in größeren Geräten Andeutungen ihrer Spiralarme zeigt. Für viele Beobachter ist sie das lohnendste Einzelobjekt im Löwen.
Was der Löwe sonst noch verbirgt
Jenseits der Amateurreichweite wird es spektakulär. Im Löwen steht NGC 3842, die Zentralgalaxie eines Galaxienhaufens, in deren Kern eines der massereichsten bekannten Schwarzen Löcher sitzt – mit rund zehn Milliarden Sonnenmassen. Ebenfalls hier: der Quasar PKS 1127-145 und der Leo-Ring, eine gewaltige, fast sternlose Wasserstoffwolke von 650.000 Lichtjahren Durchmesser. Sichtbar ist davon nichts – aber es zeigt, wie tief der Blick in dieser Himmelsrichtung reicht. Weitere lohnende Ziele findest du in unserem Deep-Sky-Bereich und bei M 49 in der benachbarten Jungfrau.
Welches Teleskop für den Löwen: eine ehrliche Empfehlung
Bei den meisten Sternbildern lautet unsere Antwort: Fang mit einem Fernglas an. Beim Löwen ist das anders – und wir sagen das bewusst, obwohl ein Fernglas günstiger wäre. Der Grund liegt in der Natur der Objekte.
| Instrument | Was du siehst | Einschätzung |
|---|---|---|
| Bloßes Auge | Die Figur, Sichel und Dreieck, im Maximum R Leonis | Sofort. Der Einstieg. |
| Fernglas 10×50 | Regulus mit Begleitpaar, Denebola mit optischem Partner, die Sichel als Ganzes | Schön für die Übersicht – aber keine einzige Galaxie sicher. |
| Teleskop 13 cm | Algieba getrennt, M 65/M 66/M 96/NGC 2903 als Fleckchen | Der sinnvolle Einstieg. |
| Teleskop 20 cm | Alle neun Galaxien, NGC 3628 mit Staubband, Strukturansätze | Hier wird es richtig gut. |
Das ist der ehrliche Befund: Ein Fernglas zeigt im Löwen kaum Deep-Sky. Die Galaxien sind zwar hell genug in der Katalogangabe, aber ihr Licht verteilt sich auf eine Fläche – die Flächenhelligkeit ist niedrig, und genau darauf kommt es an. Im Orion oder in der Cassiopeia stehen Sternhaufen, die ein Fernglas glänzend zeigt; im Löwen stehen ferne Galaxien. Wer die sehen will, braucht Öffnung. Wir haben das ausführlich in unserem Vergleich Teleskop oder Fernglas aufgeschrieben.
Für den Einstieg: ein kompakter Reflektor
Wenn der Löwe dein erster Anlass ist, ein Teleskop zu kaufen, brauchst du keine große Investition. Mit 13 Zentimetern Öffnung trennst du Algieba sauber, siehst M 66 und M 65 als Ovale nebeneinander und bekommst NGC 2903 leicht. Ein Reflektor auf einer Dobson-Montierung ist dafür die unkomplizierteste Bauform – aufstellen, einschauen, fertig.
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Für die Galaxien wirklich: ab 20 Zentimeter Öffnung
Wer die Galaxien nicht nur nachweisen, sondern anschauen will, kommt an 20 Zentimetern kaum vorbei. Der Unterschied ist nicht subtil: NGC 3628 wird von einem zweifelhaften Schimmer zu einer klar begrenzten Nadel mit dunkler Trennlinie, M 66 zeigt Helligkeitsunterschiede innerhalb der Scheibe, und die vier Objekte der M-96-Gruppe stehen alle sicher im Feld. Ein 8-Zoll-Dobson ist dafür seit Jahrzehnten die vernünftigste Lösung, weil er das meiste Licht pro Euro sammelt.
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Mehr zu Bauformen, Öffnungen und Preisklassen findest du in unserem Ratgeber Teleskop für Galaxien, im Überblick zu Dobson-Teleskopen und bei den Einsteigerteleskopen. Wenn du unsicher bist, hilft dir unsere Teleskopberatung weiter.
Wichtiger als jedes Teleskop: der Standort. Galaxien reagieren auf Himmelshelligkeit empfindlicher als jedes andere Objekt. Ein 13-Zentimeter-Teleskop unter wirklich dunklem Landhimmel zeigt im Löwen mehr als ein 20-Zentimeter-Gerät am Stadtrand.
Nebelfilter helfen hier übrigens nicht: Filter arbeiten mit Emissionslinien, Galaxien strahlen aber im ganzen Spektrum. Gegen Lichtverschmutzung hilft im Löwen nur wegfahren.
Der Löwe im Tierkreis: Sternbild und Sternzeichen
Der Löwe ist eines der zwölf Tierkreissternbilder – die Ekliptik läuft quer durch ihn hindurch, dicht an Regulus vorbei. Damit ziehen Sonne, Mond und alle Planeten regelmäßig durch dieses Sternbild. Genau das ist auch der Grund, warum es ein Sternzeichen gleichen Namens gibt.
Nur stimmen die beiden Zeitangaben nicht überein, und zwar deutlich. Das Sternzeichen Löwe gilt vom 23. Juli bis zum 22. August. Die Sonne steht aber tatsächlich erst vom 11. August bis zum 17. September im Sternbild Löwe. Die Verschiebung von rund drei Wochen entsteht durch die Präzession: Die Erdachse taumelt in 25.800 Jahren einmal herum, seit der Festlegung der Tierkreiszeichen vor etwa 2.000 Jahren hat sich der Himmel entsprechend weitergedreht.
Wie stark das wirkt, zeigt Regulus selbst. Vor 5.000 Jahren stand er bei einer Rektaszension von 5,3 Stunden und einer Deklination von +24° – also weit im Norden. Heute steht er bei 10,2 Stunden und +12°. In dreitausend Jahren wird er bei +7° angekommen sein, und im Jahr 5000 unserer Zeitrechnung steht er mit −4° südlich des Himmelsäquators. Sternbilder sind eben nicht ewig. Mehr dazu in unserem Artikel über Sternzeichen und Sternbilder.
Ein weiterer Unterschied: Die zwölf Sternzeichen teilen den Tierkreis in zwölf exakt gleich große Abschnitte von je 30°. Die Sternbilder dagegen sind verschieden groß. Der Löwe ist mit 947 Quadratgrad eines der größten, die Krebs-Region eine der kleinsten. Und mit dem Schlangenträger gibt es sogar ein dreizehntes Sternbild auf der Ekliptik, das in keinem Horoskop vorkommt.
Die Leoniden im November: Sternschnuppen aus dem Löwen
Einmal im Jahr wird der Löwe auch dann interessant, wenn er eigentlich schlecht steht. Die Leoniden sind einer der bekanntesten Sternschnuppenströme überhaupt. Ihr Radiant – der Punkt, aus dem die Meteore scheinbar kommen – liegt in der Sichel, nahe bei Algieba.
| Strom | Aktivität | Maximum | ZHR | Radiant |
|---|---|---|---|---|
| Leoniden | 6. bis 30. November | 17./18. November | ca. 15 | nahe γ Leonis (Algieba) |
| Januar-Leoniden | 1. bis 7. Januar | 4. Januar | gering | im Kopf des Löwen |
| Delta-Leoniden | Februar bis März | Ende Februar | gering | nahe δ Leonis (Zosma) |
In einem normalen Jahr liefern die Leoniden etwa 15 Meteore pro Stunde unter idealen Bedingungen. Ihr Ruf stammt aber von den Ausnahmejahren: Etwa alle 33 Jahre, wenn der Ursprungskomet 55P/Tempel-Tuttle frisches Material hinterlassen hat, kann daraus ein regelrechter Sturm werden. 1833 und 1966 fielen zeitweise mehr als tausend Meteore pro Minute. Der nächste Durchgang des Kometen steht 2031 an.
Praktisch heißt das: In der Nacht vom 17. auf den 18. November lohnt sich das Aufstehen. Der Radiant steht erst nach Mitternacht brauchbar hoch – gegen 1 Uhr geht Regulus auf, in der zweiten Nachthälfte steigt der Löwe dann im Osten. Schau nicht direkt auf den Radianten, sondern etwa 40° daneben; dort sind die Spuren länger. Alle Termine des Jahres findest du in unserem Sternschnuppen-Kalender und im Überblick zum Sternenhimmel im November.
Mythologie des Sternbilds Löwe: Herakles, Ägypten und Berenike
Der Nemeïsche Löwe
In der griechischen Überlieferung ist der Löwe am Himmel das Untier von Nemea, dessen Fell keine Waffe durchdringen konnte. Herakles sollte es als erste seiner zwölf Aufgaben töten. Pfeile prallten ab, die Keule zerbrach – am Ende erwürgte er das Tier mit bloßen Händen. Danach zog er ihm das Fell mit den eigenen Krallen ab und trug es fortan als Mantel, mit dem Rachen als Helm. Zeus setzte den Löwen zur Erinnerung an den Kampf an den Himmel.
Die ägyptische Spur
Die Figur ist aber älter als der griechische Mythos, und ihre Herkunft ist vermutlich ägyptisch. Vor rund viertausend Jahren durchwanderte die Sonne das Sternbild von Mitte Juni bis Mitte Juli – also in der Zeit der größten Sommerhitze. Genau dann zogen sich die Löwen an die Sandbänke des Nils zurück, um Wasser zu finden. Die Ägypter verbanden also ganz konkret die Jahreszeit, das Tier und die Sternenfigur miteinander.
Interessant ist dabei, dass das ägyptische Sternbild nur den Rumpf umfasste. Die Sternenkette, die wir heute als Kopf und Mähne lesen, galt ihnen als Messer. Auch Perser, Syrer, Babylonier und Juden sahen an dieser Himmelsstelle einen Löwen – die Figur gehört damit zu den kulturübergreifend stabilsten des ganzen Himmels.
Wie der Löwe seine Schwanzquaste verlor
Der Löwe war ursprünglich noch größer. Die Sterne, die wir heute als Haar der Berenike kennen, bildeten bis ins 2. Jahrhundert nach Christus die Quaste seines Schwanzes. Dann wurden sie zu einem eigenen Sternbild erklärt – benannt nach Berenike II., der Königin von Ägypten, die ihr Haar den Göttern opferte, damit ihr Gemahl heil aus dem Krieg zurückkehre. Das Haar verschwand aus dem Tempel, und der Hofastronom erklärte kurzerhand, Zeus habe es an den Himmel versetzt.
Und noch eine Bedeutungsschicht: In der jüdischen Überlieferung steht der Löwe für den Stamm Jehuda und gilt als Symbol des Messias. Er war damit lange die einzige bildliche Darstellung, die in Synagogen erlaubt war.
Die Nachbarn des Löwen: was rundherum am Himmel steht
Neun Sternbilder grenzen an den Löwen. Wer sie kennt, findet sich am Frühlingshimmel schnell zurecht – der Löwe steht ziemlich genau in der Mitte dieser Region.
| Nachbar | Lage | Bemerkung |
|---|---|---|
| Großer Bär | nördlich | enthält den Großen Wagen – die Peilhilfe zum Löwen |
| Kleiner Löwe | nördlich | unauffällige Sterngruppe zwischen Löwe und Großem Bären |
| Luchs | nordwestlich | berührt den Löwen nur an einer Ecke, sehr sternarm |
| Krebs | westlich | davor am Tierkreis, mit dem Sternhaufen Praesepe |
| Wasserschlange | südwestlich | das flächengrößte Sternbild überhaupt |
| Sextant | südlich | schwach, direkt unter Regulus |
| Becher | südöstlich | kleines Viereck am Frühlingshimmel |
| Jungfrau | östlich | dahinter am Tierkreis, mit Spica und dem Virgo-Galaxienhaufen |
| Haar der Berenike | nordöstlich | die ehemalige Schwanzquaste, voller Galaxien |
Zwei dieser Nachbarn sind für Deep-Sky-Beobachter besonders wichtig. Östlich schließen Jungfrau und Haar der Berenike an – dort liegt der Virgo-Galaxienhaufen mit über tausend Mitgliedern. Wer im Frühjahr die Galaxien im Löwen abgearbeitet hat, wandert von selbst dorthin weiter. Und westlich, im Krebs, steht mit Praesepe einer der schönsten offenen Sternhaufen des Himmels – ein guter Ausgleich, wenn die Galaxien an einem dunstigen Abend nicht mitspielen. Weiter westlich folgen dann die Zwillinge.
Eine Übersicht über alle 88 Sternbilder und ihre Anordnung am Himmel findest du in unserem Sternbilder-Katalog. Was in den kommenden Wochen sonst am Himmel los ist, steht in unseren Astro-Events und den Highlights der Nordhalbkugel.
Häufige Fragen zum Sternbild Löwe
Wann sieht man das Sternbild Löwe am besten?
Von Februar bis Juni, mit dem Höhepunkt im April. Dann steht Regulus gegen 22 Uhr am höchsten – bei 50° Nord rund 52° über dem Südhorizont. Von August bis November ist der Löwe abends überhaupt nicht sichtbar, weil er dann gemeinsam mit der Sonne am Taghimmel steht.
Wie finde ich das Sternbild Löwe am Himmel?
Über den Großen Wagen. Verlängere die hintere Kastenseite von Megrez über Phecda nach unten, und zwar rund zehnmal so weit wie der Abstand der beiden Sterne – nach etwa 47° stehst du im Löwenkopf. Zur Kontrolle: Die vordere Kastenseite von Dubhe über Merak trifft nach 45° auf Zosma.
Welcher ist der hellste Stern im Sternbild Löwe?
Regulus (α Leonis) mit 1,36 mag, der 21. hellste Stern des ganzen Himmels. Er steht 78 Lichtjahre entfernt, rotiert in nur 15,9 Stunden einmal um sich selbst und ist dadurch stark abgeplattet. Der Name bedeutet „kleiner König“.
Wie viele Sterne hat das Sternbild Löwe?
Die Hauptfigur besteht aus neun bis elf Sternen, je nachdem, ob man Subra und Alterf mitzählt. Fünf davon sind heller als 3 mag: Regulus, Algieba, Denebola, Zosma und Algenubi. Innerhalb der offiziellen Sternbildgrenzen stehen natürlich weit mehr Sterne – mit bloßem Auge sind es unter gutem Himmel rund siebzig.
Sternbild Löwe mit 7 oder 8 Buchstaben – welcher Stern ist gesucht?
Für Kreuzworträtsel: Mit 3 Buchstaben ist der lateinische Name Leo gesucht. Mit 5 Buchstaben kommen Zosma, Chort (die Kurzform von Chertan) und Subra infrage. Mit 7 Buchstaben sind es Regulus oder Algieba, mit 8 Buchstaben Denebola oder Adhafera.
Warum stehen im Löwen so viele Galaxien?
Weil er in Richtung des galaktischen Nordpols zeigt. Unser Blick geht senkrecht aus der Scheibe der Milchstraße hinaus, ohne Staubwolken und ohne dichte Vordergrundsterne. Deshalb fehlen im Löwen die Sternhaufen und Gasnebel, die etwa in Cassiopeia oder im Schwan das Bild bestimmen – und stattdessen sieht man ungehindert bis zu Galaxien in dreißig Millionen Lichtjahren Entfernung.
Kann man die Galaxien im Löwen mit einem Fernglas sehen?
Ehrlich gesagt kaum. Unter sehr dunklem Himmel lässt sich M 66 als Andeutung erahnen, mehr aber nicht. Die Katalogwerte von 8,8 bis 9,9 mag klingen erreichbar, doch dieses Licht verteilt sich auf eine Fläche – die Flächenhelligkeit ist niedrig. Für die Galaxien im Löwen brauchst du ein Teleskop mit mindestens 10 bis 13 Zentimetern Öffnung, für einen wirklich schönen Anblick eher 20.
Was ist das Leo-Triplett?
Eine Gruppe aus drei Galaxien – M 65, M 66 und NGC 3628 –, die rund 35 Millionen Lichtjahre entfernt steht und knapp unterhalb von Chertan zu finden ist. Weil die drei nur 0,3° bis 0,6° auseinanderliegen, passen sie gemeinsam in ein Okularfeld. Das macht sie zu einem der beliebtesten Motive der Astrofotografie.
Ist der Löwe ein Sternzeichen oder ein Sternbild?
Beides – aber es sind zwei verschiedene Dinge. Das Sternbild ist eine reale Fläche am Himmel mit festen Grenzen, das Sternzeichen ein 30°-Abschnitt der Ekliptik. Die Zeiträume verschieben sich um etwa drei Wochen: Sternzeichen 23. Juli bis 22. August, Sternbild 11. August bis 17. September.
Wie weit ist das Sternbild Löwe von der Erde entfernt?
Diese Frage hat keine einzelne Antwort, weil ein Sternbild kein Objekt ist, sondern eine Blickrichtung. Die Hauptsterne stehen zwischen 36 Lichtjahren (Denebola) und rund 2.500 Lichtjahren (ρ Leonis) hintereinander. Die Galaxien im selben Blickfeld liegen bei rund 30 Millionen Lichtjahren – also fast zehntausendmal weiter als die hellsten Sterne der Figur.
Kann man das Sternbild Löwe von der Südhalbkugel sehen?
Ja, sogar sehr gut. Der Löwe ist zwischen 85° Nord und rund 60° Süd sichtbar, also fast von der ganzen Erde. Auf der Südhalbkugel steht er allerdings kopfüber im Norden – die Sichel öffnet sich dann in die andere Richtung, was die Wiedererkennung anfangs erschwert.
Weiterlesen auf Sterngucker
- Großer Wagen – der Wegweiser zum Löwen
- Sternbild Jungfrau – der östliche Nachbar mit dem Virgo-Haufen
- Sternbild Krebs – der westliche Nachbar mit Praesepe
- Haar der Berenike – die abgetrennte Schwanzquaste
- Nachthimmel im Frühjahr – was sonst noch am Frühlingshimmel steht
- Leoniden – die Sternschnuppen aus dem Löwenkopf
- Teleskop für Galaxien – worauf es bei der Öffnung ankommt
- Sternzeichen und Sternbilder – warum die Daten auseinandergehen
- Alle Sternbilder im Überblick – der Einstieg in unseren Katalog