Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 14. September 2026
⚡ Die schnelle Antwort: Das Sommerdreieck besteht aus den drei hellsten Sternen des Sommerhimmels: Wega (Sternbild Leier), Deneb (Schwan) und Altair (Adler). Es ist kein offizielles Sternbild, sondern ein „Asterismus” – eine markante Sternfigur aus drei Sternbildern. Sichtbar von Mai bis in den Dezember, im Hochsommer steht es abends fast senkrecht über dir – mitten in der Milchstraße.
Wenn es an einem Sommerabend richtig dunkel wird, brauchst du nur den Kopf in den Nacken zu legen: Drei strahlend helle Sterne spannen hoch über dir ein riesiges Dreieck auf – das Sommerdreieck. Es ist das perfekte Einsteiger-Objekt: unübersehbar, monatelang sichtbar und der ideale Ausgangspunkt, um Sternbilder, Doppelsterne und sogar die Milchstraße zu erkunden. Hier lernst du seine drei Sterne kennen – und alles, was sich zwischen ihnen versteckt.
Die drei Sterne des Sommerdreiecks im Steckbrief
| Stern | Sternbild | Helligkeit | Entfernung | Das Besondere |
|---|---|---|---|---|
| Wega | Leier | 0,0 mag (hellster der drei) | 25 Lichtjahre | Blau-weiß strahlend; war vor 12.000 Jahren unser Polarstern – und wird es wieder |
| Deneb | Schwan | 1,25 mag | grob 1.500–2.600 Lichtjahre | Ein Überriese mit der rund 200.000-fachen Sonnenleuchtkraft – der mit Abstand fernste helle Stern des Himmels |
| Altair | Adler | 0,77 mag | 17 Lichtjahre | Rotiert so schnell, dass er sichtbar abgeplattet ist – ein Tag auf Altair dauert nur ~9 Stunden |
💡 Der Gänsehaut-Fakt: Alle drei Sterne wirken gleich „nah” – tatsächlich liegt zwischen ihnen ein Faktor von rund hundert: Altairs Licht war 17 Jahre unterwegs, Wegas 25 – aber Denebs Licht startete, als in Europa gerade die Römer regierten (oder noch früher: seine Entfernung ist bis heute erstaunlich unsicher). Dass Deneb trotzdem so hell erscheint, macht ihn zu einem der leuchtkräftigsten Sterne der ganzen Milchstraße.
Sommerdreieck finden: Wo und wann?
- Jahreszeit: Ab Mai steigt es am Abendhimmel im Osten auf, im Juli/August steht es gegen 23 Uhr fast im Zenit – direkt über deinem Kopf. Bis in den Dezember hält es sich am Abendhimmel im Westen.
- So erkennst du es: Such die drei hellsten Sterne hoch am Himmel – sie bilden ein großes, fast rechtwinkliges Dreieck. Wega ist der hellste (im Westen des Dreiecks), Altair steht am weitesten südlich (mit zwei Begleitsternen daneben), Deneb markiert die Nordost-Ecke.
- Bonus bei dunklem Himmel: Mitten durch das Dreieck fließt das Band der Milchstraße – am schönsten in den neumondnahen Nächten (Termine im Vollmondkalender). Folgst du dem Band vom Dreieck aus nach Süden hinunter, landest du im Sternbild Schütze – dort blickst du direkt ins Zentrum der Milchstraße, und das Band ist am hellsten.
Ist das Sommerdreieck ein Sternbild?
Nein – und das ist die häufigste Verwechslung: Das Sommerdreieck ist ein Asterismus, eine auffällige Sternfigur, die sich über drei offizielle Sternbilder erstreckt (Leier, Schwan, Adler). Genau wie der Große Wagen (Teil des Großen Bären) gehört es zu den Figuren, die jeder kennt, die aber in keinem offiziellen Sternbild-Katalog stehen. Warum die 88 Sternbilder so festgelegt sind, erklärt unser Artikel Sternzeichen vs. Sternbild.
Schatzkarte: Was sich im Sommerdreieck versteckt
Das Dreieck ist ein komplettes Beobachtungsprogramm für laue Nächte:
- Albireo (Kopf des Schwans): Der schönste Doppelstern des Himmels – gold und saphirblau, schon im kleinen Teleskop getrennt.
- Ringnebel M57 (Leier): Der berühmte „Rauchring” eines sterbenden Sterns, zwischen den beiden unteren Leier-Sternen.
- Kleiderbügelhaufen (Cr 399): Sieht im Fernglas wirklich aus wie ein umgedrehter Kleiderbügel – ein Geheimtipp zwischen Altair und Albireo.
- Hantelnebel M27 (Füchschen): Einer der hellsten planetarischen Nebel – im Fernglas als Fleckchen, im Teleskop beeindruckend.
- Epsilon Lyrae, der „Doppel-Doppelstern” neben Wega: Ein Sternpaar, dessen beide Sterne wieder Paare sind.
- Sternwolken der Milchstraße im Schwan – jeder Fernglas-Schwenk zeigt hunderte Sterne und dunkle Staubbänder.
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Sommerdreieck und Wintersechseck: Die Jahreszeiten-Wegweiser
Was das Sommerdreieck für laue Nächte ist, ist das Wintersechseck für frostige: eine riesige Figur aus den hellsten Sternen der Saison (Sirius, Rigel, Aldebaran, Capella, Pollux, Prokyon) rund um den Orion. Wer beide Figuren kennt, findet sich das ganze Jahr am Himmel zurecht – und im Spätherbst kannst du sogar beide gleichzeitig sehen: das Sommerdreieck im Westen beim Untergehen, das Wintersechseck im Osten beim Aufgehen.
Häufige Fragen zum Sommerdreieck
Aus welchen Sternen besteht das Sommerdreieck?
Aus Wega (Leier), Deneb (Schwan) und Altair (Adler) – den drei hellsten Sternen des Sommerhimmels.
Wo finde ich das Sommerdreieck heute Abend?
Im Sommer: nach Einbruch der Dunkelheit hoch im Süden bis direkt über dir. Die drei hellsten Sterne hoch am Himmel, die ein großes Dreieck bilden – du kannst es kaum verfehlen.
Warum sieht man das Sommerdreieck auch im Herbst?
Der Name täuscht: Das Dreieck ist von Mai bis Dezember am Abendhimmel sichtbar – im Herbst wandert es langsam Richtung Westhorizont.
Welcher Stern im Sommerdreieck ist der hellste?
Wega – mit 0,0 mag der fünfthellste Stern des gesamten Nachthimmels. Der scheinbar „schwächste”, Deneb, ist tatsächlich der mit riesigem Abstand leuchtkräftigste – er steht nur hundertmal weiter entfernt.
⭐ Weiter erkunden: Wega · Deneb · Sternbild Schwan · Der Sternenhimmel im September 2026 · Alle Sternbilder
Und wer vom Sommerdreieck aus senkrecht nach unten zum Südhorizont blickt, findet dort das Sternbild Skorpion mit Antares – das tiefste, aber auch eines der markantesten Sternbilder des Sommers.
