Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 17. Oktober 2026
Wega (lateinisch Vega, α Lyrae) ist der hellste Stern im Sternbild Leier: 25 Lichtjahre entfernt, 0,03 mag hell und damit der fünfthellste Stern am Nachthimmel. Beide Namen stammen vom arabischen an-nasr al-wāqi‘ – lateinische Kataloge machten daraus Vega, im Deutschen hat sich die Schreibweise Wega eingebürgert.
⭐ Kurz gesagt: Wega ist der Sommerstern schlechthin: Mitte August steht sie gegen halb elf abends fast senkrecht über dir, als hellster Eckpunkt des Sommerdreiecks. Nördlich einer Linie Köln–Dresden geht sie nie unter, im Winter dümpelt sie nur tief im Nordwesten. Für Wega selbst reicht das bloße Auge – lohnend für Fernglas und Teleskop sind ihre Nachbarn, der Doppel-Doppelstern ε Lyrae und der Ringnebel M 57.

Wega oder Vega als Name: Herkunft und Bedeutung
Arabische Astronomen nannten den Stern an-nasr al-wāqi‘, „der herabstoßende Adler“ – gemeint ist ein Raubvogel mit angelegten Flügeln. Aus dem letzten Wort wāqi‘ wurde in lateinischen Sternkatalogen des Mittelalters „Vega“. Die Internationale Astronomische Union (IAU) hat 2016 offiziell „Vega“ als Eigennamen festgelegt.
Im Deutschen hat sich daneben die eingedeutschte Form „Wega“ gehalten, wie sie in Sternkarten, Schulbüchern und Planetarien steht. Gemeint ist immer derselbe Stern, beide Schreibweisen sind richtig. Wer „Vega Stern“ oder „Wega Stern“ sucht, landet also beim gleichen Himmelskörper – nicht bei der Automarke oder der Rakete gleichen Namens.
| Bezeichnung | Herkunft |
|---|---|
| Wega | eingedeutschte Schreibweise |
| Vega | latinisiert, seit 2016 offizieller IAU-Name |
| α Lyrae (Alpha Lyrae) | Bayer-Bezeichnung: hellster Stern der Leier |
| 3 Lyrae, HR 7001, HIP 91262 | Katalognummern (Flamsteed, Bright Star, Hipparcos) |
| Zhīnǚ / Orihime | „Weberin“ in China und Japan |
Steckbrief der Wega: Entfernung, Größe und Helligkeit
Wega ist ein junger, heißer Hauptreihenstern der Spektralklasse A0 Va – also ein Stern, der wie die Sonne ruhig Wasserstoff zu Helium verbrennt, nur deutlich heftiger. Ihr Licht braucht 25 Jahre bis zu uns: Was du 2026 siehst, hat Wega um 2001 verlassen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Sternbild | Leier (Lyra) |
| Scheinbare Helligkeit | 0,03 mag (fünfthellster Stern am Nachthimmel) |
| Entfernung | 25,0 Lichtjahre (rund 237 Billionen km) |
| Spektralklasse | A0 Va, bläulich-weiß |
| Masse | etwa 2,2 Sonnenmassen |
| Radius | 2,4 (Pol) bis 2,7 (Äquator) Sonnenradien |
| Leuchtkraft | etwa 40- bis 47-fache Sonne |
| Oberflächentemperatur | rund 10.000 K an den Polen, 7.600 bis 8.900 K am Äquator |
| Rotation | 12,5 bis 16,3 Stunden (Studien uneins) |
| Alter | etwa 400 bis 850 Millionen Jahre |
| Koordinaten (J2000) | RA 18h 36m 56s, Dekl. +38° 47′ |
| Radialgeschwindigkeit | kommt mit 13,9 km/s auf uns zu |
Vom deutschen Himmel aus ist Wega nach Sirius und Arktur der dritthellste Stern, denn Canopus und Alpha Centauri gehen bei uns nie auf. Mit nur 25 Lichtjahren ist sie ein naher Nachbar – zum Vergleich: Deneb im Sommerdreieck ist mindestens fünfzigmal so weit weg. Was ein Lichtjahr genau ist, erklären wir separat.
Ein abgeplatteter Schnelldreher
Wega dreht sich in weniger als einem Tag einmal um sich selbst, am Äquator mit über 230 km/s. Dadurch ist sie spürbar abgeplattet: Ihr Äquatordurchmesser ist gut 12 Prozent größer als der Poldurchmesser. Die Pole sind deshalb heißer und heller als der Äquatorgürtel.
Das Kuriose: Wir schauen fast genau auf einen ihrer Pole, die Rotationsachse ist nur rund 5° gegen unsere Blickrichtung geneigt. Deshalb blieb die schnelle Drehung lange unentdeckt – erst Messungen mit Interferometern (mehrere zusammengeschaltete Teleskope) zeigten Mitte der 2000er-Jahre das Temperaturgefälle.
Tipp: Vergleiche an einem Sommerabend Wega mit dem orangefarbenen Arktur tief im Westen. Der Farbunterschied zwischen dem bläulich-weißen und dem orangen Stern ist mit bloßem Auge gut zu sehen und zeigt direkt den Temperaturunterschied von mehreren tausend Grad.
Wega finden am Himmel: über Sommerdreieck und Leier
Wega musst du im Sommer nicht suchen: Der hellste Stern hoch über deinem Kopf ist sie. Für die Feinorientierung hilft das Sommerdreieck, das von Juni bis Oktober abends den Himmel dominiert.
- Schritt 1: Schau zwischen Juli und September nach Einbruch der Dunkelheit fast senkrecht nach oben. Der hellste, bläulich-weiße Stern dort ist Wega.
- Schritt 2: Links von ihr (nach Osten) steht in 23,9° Abstand Deneb, der Schwanz des Schwans.
- Schritt 3: Weiter unten Richtung Süden, 34,2° von Wega entfernt, funkelt Atair im Sternbild Adler. Zwischen Deneb und Atair liegen 38,0°.
- Schritt 4: Direkt südöstlich von Wega hängt ein kleines, schiefes Parallelogramm aus vier schwächeren Sternen – der Körper der Leier.
Am Wega-Eck hat das Sommerdreieck einen Winkel von 82° und ist damit fast rechtwinklig. Wega ist zugleich der hellste der drei Eckpunkte: Atair hat 0,76 mag, Deneb 1,25 mag.
Tipp: Die ausgestreckte Faust deckt am Himmel etwa 10° ab, der kleine Finger rund 1°. Von Wega zu Deneb sind es also gut zwei Fäuste, bis Atair dreieinhalb. Welcher helle Punkt gerade sonst noch leuchtet, verrät unsere Seite Welcher helle Stern ist heute zu sehen?
Wega im Jahreslauf: Höhe um 22 Uhr Monat für Monat
Wega ist von Deutschland aus praktisch das ganze Jahr zu sehen, nur Höhe und Himmelsrichtung ändern sich stark. Die Tabelle zeigt sie jeweils am 15. eines Monats um 22 Uhr Ortszeit für Frankfurt am Main (50,1° N).
| Monat | Höhe 22 Uhr | Richtung | Höchststand um | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 0,8° | Nordnordwest | 11:21 Uhr | am Horizont, am Morgen im Nordosten |
| Februar | −0,7° | Nord | 09:19 Uhr | gut ab etwa 1 Uhr früh |
| März | 4,8° | Nordnordost | 07:28 Uhr | nach Mitternacht |
| April | 10,4° | Nordost | 06:26 Uhr | steigt am späten Abend |
| Mai | 24,6° | Ostnordost | 04:29 Uhr | gut ab 23 Uhr |
| Juni | 42,6° | Ostnordost | 02:26 Uhr | sehr gut |
| Juli | 61,4° | Ost | 00:29 Uhr | sehr gut |
| August | 77,7° | Südsüdost | 22:27 Uhr | beste Zeit, fast im Zenit |
| September | 69,8° | Westsüdwest | 20:25 Uhr | sehr gut |
| Oktober | 51,2° | West | 18:26 Uhr | gut am frühen Abend |
| November | 23,8° | Westnordwest | 15:24 Uhr | sinkt im Nordwesten |
| Dezember | 9,8° | Nordwest | 13:26 Uhr | am frühen Abend noch hoch im Westen |

Wega als Sommerstern: fast im Zenit
Ihren Höchststand erreicht Wega Ende Juli gegen 23:30 Uhr, Mitte August um 22:27 Uhr und Anfang September schon um 21:20 Uhr. Genau im Zenit steht sie bei uns aber nie: In Frankfurt fehlen ihr 11,3° bis zum Punkt senkrecht über dir. Exakt über den Kopf zieht sie nur auf 38,8° nördlicher Breite, etwa in Lissabon oder Washington.
Für den Hals ist das trotzdem eine Herausforderung. Am bequemsten beobachtest du Wega im August im Liegestuhl – mit dem Kopf nach Norden schaust du dann direkt auf das ganze Sommerdreieck. Mehr zum Himmel dieses Monats steht in unserem Sternenhimmel im August.
Wega im Winter: tief im Nordwesten
Im Dezember steht Wega um 22 Uhr nur noch knapp 10° über dem Nordwesthorizont, im Januar fast auf ihm. Wenn dir an einem Winterabend tief im Nordwesten ein heller Stern auffällt, ist es oft Wega – durch die dicke Luftschicht flackert sie dann stark und blitzt farbig. Ab Februar taucht sie in der zweiten Nachthälfte im Nordosten wieder auf.
Ist Wega zirkumpolar: wo sie nie untergeht
Ein Stern ist zirkumpolar, wenn er bei seinem tiefsten Stand im Norden über dem Horizont bleibt. Das ist der Fall, wenn die geografische Breite größer ist als 90° minus seiner Deklination (Himmelsbreite). Für Wega mit +38,8° Deklination liegt die Grenze bei 51,2° Nord – sie verläuft mitten durch Deutschland.
| Stadt | Breite | Höchststand (Süd) | Tiefststand (Nord) | Unter dem Horizont |
|---|---|---|---|---|
| Hamburg | 53,6° N | 75,3° | +2,4° | nie |
| Berlin | 52,5° N | 76,3° | +1,3° | nie |
| Dresden | 51,1° N | 77,8° | −0,1° | rechnerisch nie* |
| Köln | 50,9° N | 77,9° | −0,3° | rechnerisch nie* |
| Frankfurt | 50,1° N | 78,7° | −1,1° | ca. 1 h 30 min |
| Stuttgart | 48,8° N | 80,0° | −2,4° | ca. 2 h 45 min |
| Wien | 48,2° N | 80,6° | −3,0° | ca. 3 h 05 min |
| München | 48,1° N | 80,7° | −3,1° | ca. 3 h 10 min |
| Zürich | 47,4° N | 81,4° | −3,8° | ca. 3 h 35 min |
| Graz | 47,1° N | 81,7° | −4,1° | ca. 3 h 45 min |

Ganz ehrlich: Ob ein Stern 1° über oder unter dem Horizont steht, siehst du in der Praxis kaum, denn dort schlucken Dunst, Häuser und Bäume fast alles. Sichtbar wird Wega erst ab etwa 5° Höhe über einem freien Nordhorizont. Welche Sternbilder bei uns ganzjährig zu sehen sind, zeigt unser Beitrag zu den zirkumpolaren Sternbildern.
Wega als Polarstern: wann die Präzession sie zum Pol bringt
Die Erdachse taumelt wie ein Kreisel und beschreibt in rund 26.000 Jahren einen Kegel – das nennt man Präzession. Der Himmelsnordpol wandert dadurch auf einem großen Kreis durch die Sternbilder, und mit ihm wechselt der Polarstern. Wega liegt nahe an diesem Kreis, deshalb heißt es oft, sie werde „der nächste Polarstern“.
Wir haben das mit dem Langzeit-Präzessionsmodell von Vondrák und Kollegen (2011) nachgerechnet und dabei auch Wegas Eigenbewegung berücksichtigt. Ergebnis: Am nächsten kommt sie dem Pol um 13.600 n. Chr. – bis auf 5,7°. Zuletzt war sie um 12.050 v. Chr. Polarstern, damals sogar 3,4° vom Pol entfernt.

| Stern | Kleinster Polabstand | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Thuban (Drache) | 0,1° | um 2.800 v. Chr. |
| Polaris (Kleiner Wagen) | 0,46° (heute 0,63°) | 2102 n. Chr. |
| Wega, letztes Mal | 3,4° | um 12.050 v. Chr. |
| Wega, nächstes Mal | 5,7° | um 13.600 n. Chr. |
Viele Quellen nennen 13.700 oder 14.000 n. Chr. – das ergibt sich, wenn man Wegas eigene Bewegung weglässt. Wichtiger ist die Einordnung: 5,7° sind elf Vollmondbreiten, Polaris steht heute rund neunmal näher am Pol. Als grober Wegweiser nach Norden taugt Wega dann trotzdem, denn sie ist viel heller als Polaris.
Wega in der Forschung: Parallaxe, Foto und Nullpunkt
Kaum ein Stern hat die Astronomie so oft vorangebracht. Wega war mehrfach der erste Stern, an dem eine neue Methode funktionierte – weil sie hell, nah und im Norden hoch steht.
| Jahr | Meilenstein |
|---|---|
| 1837/38 | Friedrich Georg Wilhelm Struve misst in Dorpat ihre Parallaxe zu 0,125″ – eine der ersten Sternentfernungen überhaupt |
| 17. Juli 1850 | William Bond und John Adams Whipple fotografieren Wega in Harvard: das erste Foto eines Sterns außer der Sonne |
| 1872 | Henry Draper fotografiert ihr Spektrum mit Absorptionslinien, wieder als erster Stern |
| 1953 | Das UBV-Helligkeitssystem legt Wega als Bezugsstern mit Farbindex null fest |
| 1983 | Der Infrarotsatellit IRAS entdeckt einen Staubring um Wega |
| 2021 | Ein möglicher heißer Planet wird gemeldet, ist aber nicht bestätigt |
Struves Messung war eine Pionierleistung, auch wenn Friedrich Wilhelm Bessel mit 61 Cygni etwa gleichzeitig ein genaueres Ergebnis veröffentlichte. Heute liegt der Wert bei 0,130″ – Struve lag also erstaunlich nah dran.
Am bekanntesten ist Wegas Rolle als Nullpunkt der Helligkeitsskala: Lange galt sie per Definition als 0,0 mag in allen Farben, alle anderen Sterne wurden an ihr gemessen. Heute ist das System feiner geeicht, sodass Wega bei 0,03 mag landet. In der Fachsprache heißen solche Helligkeiten bis heute „Vega-Magnituden“.
Staubscheibe um Wega: gibt es dort Planeten?
1983 fiel dem Satelliten IRAS auf, dass Wega im Infraroten viel zu hell leuchtet. Der Grund ist eine ausgedehnte Scheibe aus Staub und Trümmern, die von der Sternstrahlung aufgeheizt wird. Wega war der erste Stern, bei dem man so etwas fand; Astronomen sprechen seither vom „Wega-Phänomen“.
Die Scheibe reicht nach heutigen Messungen bis etwa 170 Astronomische Einheiten (AE, Abstand Erde–Sonne) hinaus, mit einer Lücke bei rund 60 AE. Das Weltraumteleskop James Webb fand 2024 eine erstaunlich glatte Scheibe ohne die Ringe und Lücken, die große Planeten normalerweise hineinfräsen.
Achtung, oft falsch dargestellt: Ein Planet bei Wega ist nicht bestätigt: 2021 wurde zwar ein Kandidat mit mindestens rund 22 Erdmassen und 2,4 Tagen Umlaufzeit gemeldet, der Nachweis gilt aber als unsicher. Riesenplaneten weit draußen sind nach den Webb-Daten eher unwahrscheinlich. Mehr zur Planetensuche findest du bei unseren Exoplaneten.
Beobachtungsziele neben Wega: ε Lyrae und Ringnebel M 57
Wega selbst bleibt in jedem Instrument ein Lichtpunkt, denn Sterne sind zu weit weg für eine sichtbare Scheibe. Spannend wird es in ihrer direkten Nachbarschaft: Die kleine Leier hat zwei Klassiker, die jeder Sternfreund einmal gesehen haben sollte.

| Objekt | Helligkeit | Abstand von Wega | Instrument |
|---|---|---|---|
| ε Lyrae (Paar ε1/ε2) | je etwa 4,6 mag | 1,7° | scharfes Auge, Fernglas |
| ε Lyrae (alle vier Sterne) | 4,7 bis 6,2 mag | 1,7° | Teleskop ab ca. 100-fach |
| ζ Lyrae | 4,3 mag | 1,9° | kleines Teleskop (weites Paar) |
| Ringnebel M 57 | 8,8 mag | 6,7° | Teleskop ab 100 mm |
| Albireo (Schwan) | 3,1 mag | 15,6° | Teleskop, gold-blaues Paar |
Epsilon Lyrae: der Doppel-Doppelstern
Nur 1,7° nordöstlich von Wega steht ε Lyrae. Mit sehr guten Augen und dunklem Himmel siehst du schon ohne Hilfsmittel zwei Sterne, die 208″ (knapp 3,5 Bogenminuten) auseinanderliegen. Im Fernglas ist das Paar mühelos getrennt – Beobachter im Forum von astronomie.de berichten das schon für ein kleines 8×32.
Im Teleskop zerfällt dann jeder der beiden Sterne noch einmal in zwei, mit Abständen von nur 2,3″ und 2,4″. Dafür brauchst du rund 100-fache Vergrößerung und ruhige Luft; schon ein 130-mm-Spiegel schafft das. Die beiden Paare stehen fast senkrecht zueinander – ein Anblick, den man nicht vergisst.
Ringnebel M 57: der Rauchring zwischen Sheliak und Sulafat
Der Ringnebel ist ein Planetarischer Nebel – die abgestoßene Gashülle eines sterbenden Sterns, rund 2.570 Lichtjahre entfernt. Du findest ihn auf 40 Prozent der Strecke von Sheliak (β) nach Sulafat (γ), den beiden südlichen Sternen der Leier. Charles Messier entdeckte ihn im Januar 1779.
Im kleinen Teleskop sieht er aus wie ein winziger, grauer Rauchring von etwa einer Bogenminute Größe. Farben wie auf Fotos siehst du mit dem Auge nicht, und der Zentralstern mit knapp 16 mag bleibt großen Geräten vorbehalten. Mit 100- bis 150-facher Vergrößerung ist das Loch in der Mitte aber deutlich zu erkennen.
Die Lyriden: Sternschnuppen aus Wegas Nähe
Um den 22. April zeigt sich der Meteorstrom der Lyriden. Sein Ausstrahlungspunkt liegt rund 8° südwestlich von Wega, an der Grenze zum Herkules. Termine und Mondlicht findest du bei den Lyriden im April.
Instrument für Wega und die Leier: Auge, Fernglas, Teleskop
Um Wega zu sehen, brauchst du nichts – sie gehört zu den wenigen Sternen, die selbst am hellen Stadthimmel sofort auffallen. Ein Fernglas zeigt dir das Paar ε Lyrae und das ganze Parallelogramm der Leier in einem Blickfeld; ein typisches 10×50 wie das Omegon Brightsky 10x50 reicht dafür völlig. Mehr Auswahl vergleicht unser Ratgeber zum Astronomie-Fernglas.
Für die vier Sterne von ε Lyrae und den Ringnebel M 57 brauchst du dagegen ein Teleskop. Ab 130 mm Öffnung (Durchmesser des Hauptspiegels) gelingen beide Ziele zuverlässig, auch aus einem Vorort.
Tipp: Wega ist der klassische Test für Farbfehler. Zeigt ein günstiges Linsenteleskop um Wega einen violetten Saum, ist das kein Defekt, sondern typisch für einfache Achromaten. Spiegelteleskope wie die beiden Empfehlungen unten haben dieses Problem nicht.
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Wega in Mythos und Kultur: Leier, Weberin und Contact
Die Griechen sahen in der Leier das Saiteninstrument des Sängers Orpheus, dessen Musik selbst Steine rührte. Wega ist der hellste Stern dieser Leier; der arabische Name vom herabstoßenden Adler zeigt, dass man dieselben Sterne andernorts ganz anders sah.
In Ostasien ist Wega die Weberin (Zhīnǚ in China, Orihime in Japan), Atair der Kuhhirte. Die Milchstraße trennt die Liebenden, nur einmal im Jahr dürfen sie sich treffen. Gefeiert wird das am siebten Tag des siebten Monats als Qixi-Fest in China und als Tanabata in Japan, dort meist am 7. Juli.
Tipp: In Carl Sagans Roman Contact (1985), verfilmt 1997 mit Jodie Foster, kommt die erste Botschaft Außerirdischer von Wega. Den Stern, nach dem die Heldin lauscht, kannst du an jedem Sommerabend selbst sehen – ein schöner Einstieg, wenn du Kindern den Sternenhimmel zeigst.
Häufige Fragen zu Wega (Vega)
Was ist Wega für ein Stern?
Wega ist ein bläulich-weißer Hauptreihenstern der Spektralklasse A0 Va im Sternbild Leier. Sie hat etwa 2,2 Sonnenmassen, leuchtet rund 40- bis 47-mal so stark wie die Sonne und ist mit 0,03 mag der fünfthellste Stern am Nachthimmel.
Wie weit ist Wega von der Erde entfernt?
Wega ist 25,0 Lichtjahre entfernt, das sind rund 237 Billionen Kilometer. Ihr Licht ist also 25 Jahre zu uns unterwegs. Gemessen wurde die Entfernung erstmals 1837/38 von Friedrich Georg Wilhelm Struve.
In welchem Sternbild steht Wega?
Wega ist der Hauptstern des kleinen Sternbilds Leier (Lyra) und trägt deshalb die Bezeichnung α Lyrae. Zusammen mit Deneb im Schwan und Atair im Adler bildet sie das Sommerdreieck.
Wie groß ist der Stern Wega?
Wega hat 2,4 (Pol) bis 2,7 (Äquator) Sonnenradien, ihr Durchmesser liegt damit bei rund 3,4 bis 3,8 Millionen Kilometern. Dass sie am Äquator dicker ist, liegt an ihrer schnellen Rotation von 12,5 bis 16,3 Stunden.
Ist Wega der Polarstern?
Heute nicht, Polarstern ist Polaris im Kleinen Wagen. Durch die Präzession der Erdachse kommt Wega dem Himmelsnordpol aber um 13.600 n. Chr. bis auf 5,7° nahe, nach unserer Rechnung. Zuletzt war sie um 12.050 v. Chr. Polarstern.
Wo finde ich Wega heute am Himmel?
Im Sommer und Frühherbst steht Wega abends hoch im Süden bis fast im Zenit, im Frühjahr steigt sie im Nordosten auf, im Winter steht sie tief im Nordwesten. Für deinen Standort und die aktuelle Uhrzeit hilft unsere Seite Heute am Himmel.
Hat Wega Planeten?
Bestätigt ist bisher keiner. Wega ist von einer großen Staub- und Trümmerscheibe umgeben, 2021 wurde ein Planetenkandidat gemeldet, der aber unsicher ist. Das Webb-Teleskop fand 2024 keine Spuren großer Planeten in der Scheibe.
Was bedeutet der Name Wega?
Der Name kommt vom arabischen an-nasr al-wāqi‘, „der herabstoßende Adler“. In lateinischen Katalogen wurde daraus Vega, im Deutschen ist auch die Schreibweise Wega üblich. Beide meinen denselben Stern.
Welche Farbe hat Wega?
Wega leuchtet bläulich-weiß, weil ihre Oberfläche mit 7.600 bis 10.000 Kelvin deutlich heißer ist als die der Sonne. Tief am Horizont kann sie durch die Luftunruhe bunt flackern, das ist aber ein Effekt der Atmosphäre.
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