Andromeda-Galaxie (M31): finden, beobachten, fotografieren

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 22. September 2026

Die Andromeda-Galaxie (M31) ist die nächste große Spiralgalaxie neben unserer Milchstraße: rund 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt und mit 3,4 mag das fernste Objekt, das du mit bloßem Auge sehen kannst.

⭐ Kurz gesagt

Von September bis Januar steht M31 abends hoch am Himmel – jetzt ist ihre Saison. Ein dunkler Standort bringt mehr als jedes Gerät: Dort siehst du sie schon mit bloßem Auge als längliches Wölkchen, ein Fernglas zeigt sie am schönsten. Die Spiralarme der bekannten Fotos zeigt dagegen kein Teleskop im Okular – die holt erst die Kamera heraus.

Die Andromeda-Galaxie M31 mit Staubbändern und den Begleitgalaxien M32 und M110, fotografiert mit Langzeitbelichtung
So zeigt sich M31 erst auf der Langzeitbelichtung – im Okular bleibt ein heller Kern mit ovalem Schimmer. Aufnahme: C11 mit Hyperstar, mit freundlicher Genehmigung von Stefan Kühn.

Andromeda-Galaxie im Steckbrief

MerkmalWert
TypSpiralgalaxie (Sb)
KatalogMessier 31, NGC 224
Entfernungrund 2,5 Millionen Lichtjahre
Durchmesseretwa 150.000 bis 220.000 Lichtjahre, je nach Abgrenzung der äußeren Scheibe
Sterneschätzungsweise rund eine Billion
Helligkeit3,4 mag
Größe am Himmeletwa 3 × 1 Grad – rund sechs Vollmondbreiten lang
SternbildAndromeda
Hellste BegleiterM32 und M110 (NGC 205)

Die Angaben zu Durchmesser und Sternzahl schwanken in der Literatur deutlich. Der Rand einer Galaxie ist keine scharfe Linie, sondern dünnt langsam aus – wer weiter außen misst, kommt auf größere Werte.

Andromeda-Galaxie finden: zwei einfache Wege

AlpheratzScheatMarkabAlgenibδ AndMirachμ Andν AndSchedarCaphγ CasRuchbahSeginM31CassiopeiaPegasus-Quadratgelb: Mirach → zwei Sterne hoch → M31grün: Schedar im W zeigt nach unten auf M31
Aufsuchkarte mit Norden oben und Osten links. Im Herbst steht die Gruppe abends hoch im Osten, je nach Uhrzeit etwas gedreht. Grafik: sterngucker.de, Sternpositionen berechnet.

Über das Pegasus-Quadrat und Mirach

  1. Suche das Pegasus-Quadrat: vier gleich helle Sterne, die ein großes Viereck bilden.
  2. Von seiner Ecke Alpheratz führt eine Kette nach links oben zum hellen Stern Mirach.
  3. Von Mirach gehst du zwei schwächere Sterne nach oben (μ und ν Andromedae).
  4. Knapp rechts neben dem zweiten liegt M31 – ein länglicher, heller Nebelfleck.

Über das Himmels-W der Cassiopeia

Wenn du die Cassiopeia kennst, geht es noch schneller. Die Spitze des W beim Stern Schedar weist nach unten zur Galaxie, etwa dreimal so weit, wie das W breit ist.

Tipp: Schau knapp neben die Stelle, nicht direkt darauf. Dieses indirekte Sehen nutzt die lichtempfindlicheren Zellen am Rand der Netzhaut – der Nebelfleck wird dadurch deutlich größer.

Wann ist die Andromeda-Galaxie sichtbar?

Die beste Zeit sind die Abende von September bis Januar. Im Norden Deutschlands geht M31 nie ganz unter, im Süden sinkt sie im Frühsommer kurz unter den Horizont.

MonatUhrzeitHöhe über dem HorizontRichtung
Mitte September22 Uhrrund 45°Osten
Mitte Oktober21 Uhrrund 55°Osten
Mitte November20 Uhrrund 73°hoch im Südosten
Mitte Dezember20 Uhrrund 79°fast im Zenit
Mitte Januar20 Uhrrund 62°Westen
Mitte März19 Uhrrund 35°Westnordwesten

Die Werte gelten für die Mitte Deutschlands. Am dunkelsten ist der Himmel in den Tagen um den Neumond – dann lohnt sich der Versuch am meisten.

Was du mit Auge, Fernglas und Teleskop siehst

GerätWas du realistisch siehst
Bloßes AugeUnter dunklem Himmel ein länglicher, schwacher Schimmer. In der Stadt meist gar nichts.
Fernglas 10×50Heller Kern mit ovalem Halo, gut drei Grad lang. Oft ist M110 als schwacher Fleck daneben zu erkennen.
Teleskop 100–150 mmKern und Halo deutlicher, M32 als kleiner, runder, heller Fleck.
Teleskop ab 200 mmErste Staubbänder am Rand, die Sternwolke NGC 206 und der Kugelsternhaufen G1 als schwaches Sternchen.
Häufige Enttäuschung: Die Spiralarme der berühmten Fotos siehst du in keinem Amateurteleskop. Im Forum von astronomie.de heißt das nicht umsonst manchmal „Andromeda-Matsch“. Wer das vorher weiß, freut sich über den Anblick: Du siehst Licht, das vor 2,5 Millionen Jahren losgeschickt wurde.

Weil M31 so groß ist, ist ausgerechnet das günstigste Gerät das beste für den Einstieg. Ein Fernglas fasst die ganze Galaxie ins Bild, ein Teleskop bei hoher Vergrößerung nur einen Ausschnitt. Das Celestron UpClose G2 10x50 Porro für 62 € reicht dafür völlig; mehr dazu im Ratgeber Astronomie-Fernglas.

Für Staubbänder, NGC 206 und G1 brauchst du dagegen Öffnung und einen dunklen Himmel. Welche Öffnung bei Galaxien welchen Unterschied macht, steht im Ratgeber Teleskop für Galaxien.

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Andromeda-Galaxie fotografieren

Auf dem Foto zeigt M31, was das Auge nicht schafft: Staubbänder, Spiralstruktur und beide Begleiter. Entscheidend ist das Bildfeld, denn die Galaxie ist rund drei Grad lang.

AusrüstungBildfeldPasst M31 ganz drauf?
Kamera mit 135–200 mm Tele auf Nachführungje nach Sensor 7–10° bzw. 5–7°ja, mit viel Umgebung
DWARF 3 (Smart-Teleskop)etwa 2,9 × 1,6°ja, knapp formatfüllend
Seestar S30 Pro (Smart-Teleskop)etwa 4,0 × 2,3°ja, mit Rand
Seestar S50 Proetwa 2,1 × 1,2°fast – die Enden ragen hinaus, als Mosaik komplett
Seestar S50 (erste Generation, nicht mehr neu erhältlich)etwa 1,3 × 0,7°nein, nur der Kern – oder als Mosaik

Die Bildfelder sind aus Brennweite und Sensorgröße gerechnet. Für M31 ist ein großes Bildfeld wichtiger als eine lange Brennweite. Wie sich die Smart-Teleskope sonst unterscheiden, steht im Vergleich Smart-Teleskop.

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Ist Andromeda größer als die Milchstraße?

Im Durchmesser und bei der Zahl der Sterne ist Andromeda wahrscheinlich größer. Die Milchstraße hat nach heutigen Schätzungen einige hundert Milliarden Sterne, M31 rund eine Billion.

Bei der Gesamtmasse sieht es anders aus. Rechnet man die Dunkle Materie mit, sind beide Galaxien nach neueren Messungen etwa gleich schwer.

Wann kollidiert Andromeda mit der Milchstraße?

M31 kommt mit etwa 110 Kilometern pro Sekunde auf uns zu. Lange galt deshalb eine Kollision in rund 4 bis 5 Milliarden Jahren als sicher.

Eine Auswertung neuer Daten von Hubble und Gaia aus dem Jahr 2025 hat das deutlich relativiert. Danach liegt die Wahrscheinlichkeit einer Verschmelzung in den nächsten 10 Milliarden Jahren nur bei etwa 50 Prozent, in den nächsten 5 Milliarden Jahren bei wenigen Prozent.

Selbst wenn es passiert, stoßen kaum Sterne zusammen. Die Abstände zwischen ihnen sind dafür viel zu groß.

Vom „Nebel“ zur Galaxie: kurze Geschichte

  • 964: Der persische Astronom al-Sufi beschreibt M31 als „kleine Wolke“ – die älteste bekannte Erwähnung.
  • 1612: Simon Marius beobachtet sie als Erster mit einem Fernrohr.
  • 1764: Charles Messier nimmt sie als Nummer 31 in seinen Katalog auf.
  • 1923: Edwin Hubble findet in M31 einen veränderlichen Stern, mit dem sich die Entfernung messen lässt. Damit ist klar: Der „Andromedanebel“ liegt weit außerhalb der Milchstraße.

Der alte Name Andromedanebel stammt aus der Zeit davor. Damals hieß jeder verwaschene Lichtfleck am Himmel Nebel, egal was dahintersteckte.

Häufige Fragen zur Andromeda-Galaxie

Kann man die Andromeda-Galaxie mit bloßem Auge sehen?

Ja, unter einem dunklen Himmel fern der Stadt. Sie erscheint als länglicher, schwacher Schimmer neben dem Stern ν Andromedae. In aufgehellten Städten ist sie meist nicht zu sehen.

Wie weit ist die Andromeda-Galaxie entfernt?

Rund 2,5 Millionen Lichtjahre. Das Licht, das du heute siehst, ist also losgeschickt worden, als es noch keine Menschen gab.

Ist Andromeda größer als die Milchstraße?

Im Durchmesser und bei der Sternzahl wahrscheinlich ja. Bei der Gesamtmasse einschließlich Dunkler Materie gelten beide inzwischen als etwa gleich schwer.

Wann trifft uns die Andromeda-Galaxie?

Frühestens in einigen Milliarden Jahren, und sicher ist es nicht mehr. Nach Daten von 2025 liegt die Wahrscheinlichkeit einer Verschmelzung in den nächsten 10 Milliarden Jahren bei etwa 50 Prozent.

Gibt es Leben in der Andromeda-Galaxie?

Das weiß niemand. Bei rund einer Billion Sterne sind Planeten dort sehr wahrscheinlich, nachweisen lassen sie sich auf diese Entfernung aber nicht.

Mit welchem Gerät sieht man die Andromeda-Galaxie am besten?

Mit einem Fernglas 10×50 unter dunklem Himmel. Es zeigt die ganze Galaxie auf einmal. Ein Teleskop lohnt sich erst für Details wie Staubbänder und Begleitgalaxien.

Mehr Galaxien, Nebel und Sternhaufen für den Herbsthimmel findest du in der Übersicht Deep-Sky-Objekte.