Sternbild Andromeda: Sterne finden, beste Zeit und Andromedagalaxie M 31

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 31. Oktober 2026

Das Sternbild Andromeda – lateinisch ebenfalls Andromeda – ist ein großes Herbststernbild zwischen dem Pegasus und dem Perseus. Mit 722 Quadratgrad liegt es auf Rang 19 der 88 Sternbilder. Berühmt ist es vor allem für einen Nebelfleck: die Andromedagalaxie M 31, das fernste Objekt, das du mit bloßem Auge sehen kannst.

⭐ Kurz gesagt: Du findest Andromeda als Sternkette, die an der linken oberen Ecke des Pegasus-Quadrats beginnt: Alpheratz, Mirach und Almach. Von Mirach gehst du zweimal 4° nach oben und stehst bei M 31. Am besten siehst du das Sternbild von September bis Januar am Abend, im November gegen 21 Uhr fast senkrecht über dir.

Aufsuchkarte Sternbild Andromeda: Sternkette Alpheratz, Delta, Mirach und Almach vom Pegasus-Quadrat aus, von Mirach über My und Ny Andromedae zur Andromedagalaxie M 31, dazu M 33, NGC 752, NGC 891, NGC 7662 und Cassiopeia
Aufsuchkarte mit Blick nach Süden im November gegen 21 Uhr: Die Sternkette der Andromeda hängt am Pegasus-Quadrat, M 31 liegt zwischen Mirach und Cassiopeia. Grafik: sterngucker.de, Winkel eigene Berechnung (Hipparcos-Positionen)

Sternbild Andromeda im Steckbrief

Andromeda gehört zu den 48 klassischen Sternbildern des Ptolemäus. Es ist kein Tierkreis-Sternbild – die Sonne zieht nie hindurch, ein Sternzeichen Andromeda gibt es nicht.

MerkmalWert
Lateinischer NameAndromeda (Genitiv Andromedae, Kürzel And)
Fläche722 Quadratgrad – Rang 19 von 88
Hellste SterneAlpheratz (α And) und Mirach (β And), je 2,1 mag
Dritthellster SternAlmach (γ And), 2,3 mag, Farbdoppelstern
Beste BeobachtungszeitSeptember bis Januar am Abend, im November fast im Zenit
Messier-ObjekteM 31 (Andromedagalaxie), M 32 und M 110
Weitere ZieleNGC 752 (Sternhaufen), NGC 7662 (Blauer Schneeball), NGC 891
Sternzeichenkeines – Andromeda liegt nicht auf der Ekliptik
NachbarnPegasus, Cassiopeia, Perseus, Dreieck, Fische, Eidechse
Fläche nach IAU, Helligkeiten nach Hipparcos, gerundet.

Alpheratz teilt sich die Andromeda mit dem Pegasus: Er ist zugleich die linke obere Ecke des Pegasus-Quadrats. Früher hieß er deshalb auch δ Pegasi, seit 1930 gehört er nach den Grenzen der Internationalen Astronomischen Union allein zur Andromeda.

Sternbild Andromeda am Himmel finden: vom Pegasus-Quadrat aus

Andromeda selbst ist eine unauffällige Sternkette. Der sichere Einstieg ist das Pegasus-Quadrat, das im Herbst hoch im Süden steht und aus vier fast gleich hellen Sternen besteht.

Weg 1: vom Pegasus-Quadrat zu Almach

  • Schritt 1: Such im Süden das große Pegasus-Quadrat. Seine linke obere Ecke ist Alpheratz, der erste Andromeda-Stern.
  • Schritt 2: Geh von Alpheratz nach links oben: Nach 7° kommt der schwächere δ And, nach weiteren 8° der rötliche Mirach.
  • Schritt 3: Verlängere die Kette um gut eine Faust, 12,5°, bis zu Almach. Die drei hellen Sterne bilden einen flachen Bogen, der Richtung Perseus zeigt.

Weg 2: von Mirach zur Andromedagalaxie M 31

Von Mirach aus geht eine zweite, schwächere Kette rechtwinklig nach oben. Nach 4° kommt μ Andromedae, nach weiteren 4° – über den schwachen ν And – der längliche Nebelfleck von M 31. Unter dunklem Himmel siehst du ihn schon mit bloßem Auge, im Fernglas sofort.

Von oben klappt es auch: Die tiefe Spitze des Himmels-W der Cassiopeia, Schedar, zeigt 15° nach unten genau auf M 31. Und wer von Mirach 7° in die Gegenrichtung geht, landet bei der Dreiecksgalaxie M 33 – sie ist viel blasser und braucht einen wirklich dunklen Ort.

PeilungAbstandWas du dort findest
Alpheratz → δ And7°erster Schritt der Sternkette
δ And → Mirach8°rötlicher Hauptstern
Mirach → Almach12,5°Farbdoppelstern am Ende der Kette
Mirach → μ And4°erster Schritt zu M 31
μ And → M 314°Andromedagalaxie, Hauptpeilung
Schedar (Cassiopeia) → M 3115°Weg von oben
Mirach → M 337°Dreiecksgalaxie, nur unter dunklem Himmel
Almach → NGC 7525°großer Sternhaufen fürs Fernglas
Almach → NGC 8913,5°Galaxie von der Kante, nur im Teleskop
Winkelabstände: eigene Berechnung aus Hipparcos-Positionen. Die ausgestreckte Faust deckt etwa 10° ab.

Achtung, Erwartungscheck: M 31 ist mit bloßem Auge nur ein schwacher, länglicher Schimmer, keine Spirale. Unter Stadthimmel siehst du ihn oft gar nicht, auf dem Land meist mit indirektem Sehen. Wie dunkel dein Himmel ist, verrät die Bortle-Skala.

Wann Andromeda zu sehen ist: Monat für Monat

Andromeda ist das Sternbild der Herbstabende. Im Oktober steht M 31 um Mitternacht am höchsten, im November schon gegen 21 Uhr – dann fast senkrecht über dir. Im Frühjahr steht sie abends tief im Nordwesten und im Norden.

MonatHöchststand M 31Um 22 UhrBewertung
Juli06:32 Uhr13°, Nordostnur am frühen Morgen
August04:30 Uhr27°, Ostnordostgut nach Mitternacht
September02:28 Uhr45°, Ostnordostgut
Oktober00:29 Uhr63°, Ostsehr gut
November21:23 Uhr78°, fast im Zenitbeste Zeit
Dezember19:25 Uhr62°, Westsehr gut
Januar17:23 Uhr43°, Westnordwestgut am frühen Abend
Februartagsüber26°, Nordwesttief am Abend
März bis Junitagsüber2 bis 13°, Nordwest bis Nordostkaum beobachtbar
Eigene Berechnung für den 15. des Monats, Mitte Deutschlands (51° N, 10° O), Sommerzeit von April bis Oktober.

So hoch steht Andromeda in deiner Stadt

Im Herbst steht Andromeda überall im deutschsprachigen Raum hoch. Spannend ist der tiefste Stand: Nördlich von etwa 49° Breite geht M 31 rechnerisch nie unter, im Mai streift die Galaxie dort aber nur knapp über den Nordhorizont.

StadtAlpheratzMirachAlmachM 31 höchster StandM 31 tiefster Stand
Hamburg66°72°79°78°5°
Berlin67°73°80°79°4°
Köln68°75°81°80°2°
Frankfurt69°76°82°81°1°
München71°77°84°83°geht kurz unter
Wien71°77°84°83°geht kurz unter
Zürich72°78°85°84°geht kurz unter
Höhe im Meridian, eigene Berechnung: höchster Stand 90° minus Breite plus Deklination, tiefster Stand Deklination minus (90° minus Breite).

Die hellsten Sterne der Andromeda

Die Namen stammen aus dem Arabischen. Alpheratz bedeutet „Nabel des Pferdes“ – ein Überbleibsel aus der Zeit, als der Stern zum Pegasus gezählt wurde; Mirach leitet sich vom Wort für „Lende“ ab.

SternHelligkeitEntfernungBesonderheit
Alpheratz (α)2,1 magrund 97 Lichtjahreblauweiß, Ecke des Pegasus-Quadrats
Mirach (β)2,1 magrund 200 Lichtjahreroter Riese, Wegweiser zu M 31
Almach (γ)2,3 magrund 350 LichtjahreFarbdoppelstern orange und blau
δ Andromedae3,3 magrund 100 Lichtjahreoranger Riese
51 Andromedae3,6 magrund 175 Lichtjahreoranger Riese Richtung Perseus
Helligkeiten und Entfernungen nach Hipparcos, gerundet.

Almach: einer der schönsten Doppelsterne

Almach besteht aus einem orangefarbenen Hauptstern mit 2,3 mag und einem blauen Begleiter mit 5 mag, nur knapp 10 Bogensekunden entfernt. Ein Fernglas trennt die beiden nicht, schon ein kleines Teleskop ab etwa 50-facher Vergrößerung zeigt sie sicher – der Farbkontrast erinnert an Albireo im Schwan.

Mirach und „Mirachs Geist“

Mirach ist ein roter Riese mit deutlich orangem Ton. Nur 7 Bogenminuten neben ihm liegt die kleine Galaxie NGC 404, die Beobachter „Mirachs Geist“ nennen. Sie ist rund 10 Millionen Lichtjahre entfernt und geht im Glanz des Sterns leicht unter – ein Test für Teleskope ab 150 mm.

Andromedagalaxie M 31 und ihre Begleiter

M 31 ist eine Spiralgalaxie wie unsere Milchstraße, nur größer. Ihr Licht ist rund 2,5 Millionen Jahre unterwegs – die Sterne des Sternbilds Andromeda liegen dagegen nur einige hundert Lichtjahre entfernt in unserer eigenen Galaxie. Dass beide am selben Fleck stehen, ist reiner Zufall der Blickrichtung.

Mit 3,4 mag ist M 31 hell, aber ihr Licht verteilt sich auf eine Fläche von mehreren Vollmondbreiten. Im Fernglas siehst du einen hellen Kern mit einem langen, ovalen Schleier, im Teleskop zusätzlich die beiden Begleitgalaxien. Alles zu Aufbau, Größe und dem Zusammenstoß mit der Milchstraße steht auf unserer Seite zur Andromedagalaxie.

ObjektArtHelligkeitAb welchem Gerät
M 31Spiralgalaxie3,4 magbloßes Auge, Fernglas
M 32elliptische Begleitgalaxie, südlich des Kerns8,1 magkleines Teleskop
M 110elliptische Begleitgalaxie, nordwestlich8,5 magTeleskop ab 100 mm
NGC 752offener Sternhaufen5,7 magFernglas
NGC 7662planetarischer Nebel8,6 magTeleskop ab 100 mm
NGC 891Galaxie von der Kante10 magTeleskop ab 150 mm, dunkler Himmel
Helligkeiten gerundet nach NGC/IC-Katalog; die Geräteangaben gelten für einen dunklen Landhimmel.

NGC 752, Blauer Schneeball und NGC 891

Neben M 31 hat Andromeda drei Ziele, die viele übersehen. Eins ist ein Fernglasobjekt, zwei brauchen ein Teleskop.

NGC 752: ein Sternhaufen fürs Fernglas

NGC 752 liegt 5° südlich von Almach und ist größer als der Vollmond. Im Fernglas löst er sich in Dutzende Sterne auf, im Teleskop ist er fast zu groß fürs Gesichtsfeld. Mit rund 1.400 Lichtjahren Entfernung und einem Alter von über einer Milliarde Jahren ist er einer der ältesten offenen Haufen am Himmel.

NGC 7662: der Blaue Schneeball

NGC 7662 ist ein planetarischer Nebel, die abgestoßene Gashülle eines sterbenden Sterns. Wilhelm Herschel entdeckte ihn 1784, den Beinamen gab ihm später der Amerikaner Leland S. Copeland. Schon bei 100-facher Vergrößerung zeigt er eine kleine, deutlich blaugrüne Scheibe – eine der auffälligsten Farben am Himmel.

Am leichtesten findest du ihn an der Grenze zur Eidechse, rund 16° nordwestlich von Alpheratz. Seine Entfernung ist unsicher, die Angaben reichen von gut 2.000 bis über 5.000 Lichtjahre.

NGC 891: die Galaxie von der Kante

NGC 891 ist eine Spiralgalaxie, die wir genau von der Seite sehen. Quer über die schmale Spindel zieht sich ein dunkles Staubband – so ungefähr sähe unsere Milchstraße von außen aus. Die Galaxie ist rund 30 Millionen Lichtjahre entfernt, 1986 leuchtete in ihr eine Supernova auf.

Für die Beobachtung braucht es einen dunklen Himmel. Ab etwa 150 mm Öffnung zeigt sich die Spindel, das Staubband erst ab rund 200 mm und bei ruhiger Luft.

Fernglas oder Teleskop für Andromeda?

Für die Sternkette brauchst du nur deine Augen. Für M 31 und den Sternhaufen NGC 752 ist ein 10×50-Fernglas das beste Einstiegsgerät: Es zeigt die ganze Länge der Galaxie, die im Teleskop oft nicht ins Bild passt.

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Für den Doppelstern Almach, die Begleiter M 32 und M 110 und den Blauen Schneeball brauchst du ein Teleskop. Ein kompakter 130-mm-Dobson zeigt alle drei, für das Staubband von NGC 891 lohnt sich mehr Öffnung. Welche Bauart sich für Galaxien eignet, steht in unserem Ratgeber Teleskop für Galaxien.

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Sternbild Andromeda oder Andromedagalaxie?

Beide tragen denselben Namen, sind aber völlig verschiedene Dinge. Das Sternbild ist eine Himmelsregion mit Sternen unserer Milchstraße, die Galaxie ist ein eigenes Sternsystem weit dahinter. Die Galaxie heißt nur so, weil sie in dieser Himmelsregion steht.

MerkmalSternbild AndromedaAndromedagalaxie M 31
Was es istHimmelsfeld mit festen IAU-GrenzenSpiralgalaxie mit rund einer Billion Sternen
EntfernungSterne meist 100 bis 400 Lichtjahrerund 2,5 Millionen Lichtjahre
Mit bloßem AugeSternkette aus drei hellen Sternenschwacher länglicher Fleck
Mehr dazudiese SeiteAndromedagalaxie

Mythologie: die angekettete Prinzessin

In der griechischen Sage ist Andromeda die Tochter des äthiopischen Königs Kepheus und der Königin Kassiopeia. Weil Kassiopeia prahlte, schöner zu sein als die Meeresnymphen, schickte Poseidon ein Seeungeheuer, und Andromeda wurde zur Besänftigung an einen Felsen gekettet.

Perseus kam auf dem Rückweg vom Kampf gegen Medusa vorbei, tötete das Ungeheuer und heiratete Andromeda. Alle Beteiligten stehen heute nebeneinander am Herbsthimmel: Kepheus, Kassiopeia, Andromeda, Perseus, das geflügelte Pferd Pegasus und das Ungeheuer als Sternbild Walfisch.

Häufige Fragen zum Sternbild Andromeda

Wie sieht das Sternbild Andromeda aus?

Wie ein flacher Bogen aus drei hellen Sternen – Alpheratz, Mirach und Almach –, der an der Ecke des Pegasus-Quadrats beginnt. Von Mirach zweigt eine schwächere Kette Richtung M 31 ab. Mit Fantasie ergibt sich eine Frauengestalt mit ausgebreiteten Armen.

Wann sieht man das Sternbild Andromeda am Himmel?

Von September bis Januar am Abend, am besten im Oktober und November. Im November steht es gegen 21 Uhr fast senkrecht über dir. Im Frühjahr steht es abends nur tief im Nordwesten und Norden.

Was ist der hellste Stern im Sternbild Andromeda?

Alpheratz und Mirach sind praktisch gleich hell, beide etwa 2,1 mag; je nach Messung liegt mal der eine, mal der andere knapp vorn. Alpheratz trägt den Buchstaben α und gilt deshalb als Hauptstern. Er ist zugleich die Ecke des Pegasus-Quadrats.

Kann man die Andromedagalaxie mit bloßem Auge sehen?

Ja, unter einem dunklen Landhimmel als schwachen, länglichen Fleck nordwestlich von Mirach. In der Stadt ist sie meist unsichtbar. Mit einem Fernglas findest du sie dagegen fast überall, wenn du dem Weg über μ Andromedae folgst.

Welche Deep-Sky-Objekte gibt es in der Andromeda?

Die Andromedagalaxie M 31 mit ihren Begleitern M 32 und M 110, den offenen Sternhaufen NGC 752, den planetarischen Nebel NGC 7662 und die Kantengalaxie NGC 891. Mehr Ziele dieser Art findest du in unserer Übersicht der Deep-Sky-Objekte.

Ist Andromeda ein Sternzeichen?

Nein. Andromeda liegt weit nördlich der Ekliptik, die Sonne zieht nie durch das Sternbild. Die Nachbarn Fische und Widder gehören dagegen zum Tierkreis; zum Sternbild Widder sind es von Almach rund 19° nach Süden.