Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 14. September 2026
Der Nachthimmel im Frühjahr – zwischen März und Mai – bietet Sternhaufen, Planeten, Mondbegegnungen und Finsternisse. Diese Seite geht Monat für Monat durch die Höhepunkte.
Die Faszination des Sternenhimmels übt seit jeher eine ungebrochene Anziehungskraft auf die Menschheit aus. Von funkelnden Sternhaufen über strahlende Planeten bis hin zu spektakulären Finsternissen – der Nachthimmel im Frühjahr bietet zahlreiche Höhepunkte für alle Hobby-Astronomen und Himmelsbeobachter. Freu dich auf unglaubliche astronomische Erlebnisse zwischen März und Mai!
⚡ Hinweis zu den Terminen: Die auf dieser Seite ausführlich beschriebenen Einzeltermine (Mondbegegnungen, Finsternisse, Oppositionen) beziehen sich auf das Frühjahr 2025. Sie zeigen exemplarisch, welche Arten von Ereignissen der Frühlingshimmel bereithält – die Sternbilder, Deep-Sky-Objekte und Beobachtungstipps gelten unverändert für jedes Frühjahr. Aktuelle Termine für den laufenden Monat findest du hier: September 2026 · Oktober 2026 · November 2026 · alle Astro-Events · Highlights 2026/2027.

März: Ein traumhafter Auftakt in den astronomischen Frühling
1. März: Mond trifft Venus und Merkur
Gleich zum Monatsbeginn erwartet dich ein magisches Schauspiel: Die nur zu 4 % beleuchtete Mondsichel gesellt sich in der frühen Dämmerung zur strahlend hellen Venus (-4,7 mag) und dem scheuen Merkur. Letzterer hält sich tief am westlichen Horizont auf und erfordert daher einen möglichst ungestörten Blick und etwas Geduld. Die Nähe der drei Himmelsobjekte ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern signalisiert zugleich den Beginn einer spannenden Saison astronomischer Highlights.
Tipp: Ein Fernglas erleichtert das Aufspüren des lichtschwächeren Merkur enorm.
9. März: Mond trifft Mars & Goldener Henkel
Gleich zwei Highlights an einem Tag:
- Mond trifft Mars
Abends begegnen sich der rote Planet Mars und der Mond. Beide befinden sich im Sternbild Zwillinge. Mit einem einfachen Fernglas oder Teleskop kannst du die leuchtende Färbung des Mars besonders gut wahrnehmen. Außerdem lohnt es sich, auch nach Merkur Ausschau zu halten, der erst kürzlich seine größte östliche Elongation erreicht hat und dadurch am Abendhimmel besonders gut zu sehen ist. - Goldener Henkel auf dem Mond
Der „Goldene Henkel“ klingt poetisch und ist ebenso spektakulär. Er tritt auf, wenn die aufgehende Sonne den Kraterrand von Sinus Iridum beleuchtet, während die angrenzenden Regionen noch im Schatten liegen. Dabei erscheint am Terminator, der Tag-Nacht-Grenze des Mondes, ein leuchtender Bogen – wie ein goldener Griff.
14. März: Partielle Mondfinsternis (Halbschattenphase)
In den frühen Morgenstunden kommt es zu einer partiellen Mondfinsternis. Für Mitteleuropa ist allerdings nur die Halbschattenphase sichtbar, da der Mond bereits untergeht, bevor der Kernschatten ihn erreicht. Ein Versuch, das Ereignis noch zu erhaschen, lohnt sich für hartgesottene Enthusiasten.
Fun Fact: Auch wenn nur ein Teil des Mondes verfinstert wird, handelt es sich immer um ein seltenes und beobachtenswertes Naturschauspiel. Für bessere Sichtbedingungen am besten ein Fernglas oder Teleskop bereithalten.

20. März: Frühlingsanfang und Mondbedeckung
Am 20. März markiert die Tagundnachtgleiche den astronomischen Frühlingsbeginn. Die Tage werden nun länger und die Nächte kürzer – trotzdem halten sie noch einige Überraschungen bereit:
- Mond bedeckt π Sco: Am frühen Morgen verschwindet der Stern π Sco kurz hinter der beleuchteten Mondseite. Gleichzeitig taucht der rötlich leuchtende Antares in unmittelbarer Nähe auf. Wer diese Bedeckung mitverfolgt, kann einen seltenen Moment am Himmel bestaunen.
29. März: Partielle Sonnenfinsternis
Ein absoluter Höhepunkt ist die partielle Sonnenfinsternis, die über Mitteleuropa sichtbar wird – wenn auch nur mit geringer Bedeckung:
- London: ~24 % Bedeckung
- Hamburg: ~20 % Bedeckung
- München: ~10 % Bedeckung
Die Finsternis beginnt um 11:20 MEZ, erreicht ihr Maximum gegen 12:10 MEZ und endet schließlich um 13:00 MEZ.
Achtung: Beobachte die Sonne nur mit speziellen Sonnenfinsternis-Brillen oder geeigneten Filtern, um deine Augen zu schützen!
April: Sternhaufen, Planeten und ein funkelnder Meteorstrom
1. April: Mond trifft Plejaden
Die Plejaden (auch „Siebengestirn“ genannt) sind ein offener Sternhaufen im Sternbild Stier. An diesem Abend kommt es zu einer besonders fotogenen Begegnung mit dem Mond, der nur etwa einen Grad entfernt steht. Schon mit bloßem Auge lassen sich die hellen Sterne erkennen – durch ein Fernglas oder Teleskop erscheint ihre gesamte Pracht, häufig von zartem Nebel umgeben.
Fun Fact: Die Plejaden bestehen aus jungen, heißen Sternen, die nur rund 100 Millionen Jahre alt sind – im Vergleich zum Alter unseres Sonnensystems (4,6 Milliarden Jahre) also wahre „Neulinge“.

(Celestron Origin Intelligent Home Observatory, 4.599 €)
2. April: Mond trifft Jupiter
Einen Tag später gesellt sich der zunehmende Mond zum größten Planeten unseres Sonnensystems: Jupiter. Der imposante Gasriese fasziniert durch seine Wolkenbänder, die beim professionellen Teleskopblick sichtbar werden. Selbst in einem guten Fernglas erkennst du die vier größten Monde Jupiters (Io, Europa, Ganymed, Kallisto) als kleine Lichtpunkte in seiner Nähe.
5. April: Mond trifft Mars
An diesem Tag stehen Mars und der Mond im Sternbild Zwillinge dicht beieinander. Mars leuchtet mit einer Helligkeit von -1,5 mag und ist mit seiner rötlichen Färbung leicht zu identifizieren. Diese Konstellation eignet sich hervorragend für die ersten Beobachtungsversuche in der Dämmerung, da beide Objekte bereits mit freiem Auge erkennbar sind.
22. April: Lyriden-Meteorstrom
Der Meteorstrom der Lyriden verspricht bis zu 20 Meteore pro Stunde, die scheinbar aus dem Sternbild Leier austreten. Da der Mond in diesem Jahr kaum stört, sind die Bedingungen ideal. Mach es dir in einem Liegestuhl bequem, blick in Richtung Zenith und genieß das Spektakel.
Extra-Wissen: Die Lyriden stammen von Komet Thatcher, der 1861 von einem amerikanischen Amateurastronomen entdeckt wurde. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen die Staubpartikel und verursachen die leuchtenden Sternschnuppen.
25. April: Venus in maximaler Helligkeit
Mit -4,7 mag gleicht die Venus einem hellen Scheinwerfer am Morgenhimmel. Sie geht etwa gegen 4:35 MEZ auf und bleibt für rund 1,5 Stunden sichtbar, bis das Sonnenlicht sie überstrahlt. Zudem gesellt sich die feine Mondsichel zu Venus und dem schwach leuchtenden Saturn – ein Trio, das dicht über dem Horizont steht und atemberaubende Fotomotive liefert.
Die lohnenden Termine liegen oft Monate auseinander – und sind schnell vergessen. Damit dir keiner entgeht:
Eine kurze Mail, rechtzeitig vorher – mit Uhrzeiten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich das Aufstehen lohnt.
Du bekommst gleich eine Bestätigungsmail. Deine Adresse bleibt bei uns – keine Weitergabe, keine Werbung Dritter.
Mai: Kleinplanet in Opposition und weitere spannende Konstellationen
1. Mai: Vesta in Opposition
Der Kleinplanet Vesta, einer der hellsten Asteroiden im Asteroidengürtel, steht jetzt in Opposition zur Sonne und erreicht eine Helligkeit von rund 5,4 mag. Unter besonders dunklem Himmel ist Vesta sogar mit bloßem Auge erkennbar. Im Teleskop zeigt sich Vesta dennoch sternförmig – bemerkenswert ist allerdings die reine Tatsache, dass du gerade einen Asteroiden beobachtest, der rund 525 Kilometer im Durchmesser misst und sich etwa 350 Millionen Kilometer von uns entfernt befindet.
3. Mai: Mond trifft M44 und Mars
Der Mond wandert entlang der Ekliptik und trifft dabei auf den offenen Sternhaufen M44 (Praesepe oder Krippe) im Sternbild Krebs. Das Praktische: Mars gesellt sich dazu, sodass du alle drei Objekte mit einem Fernglas erfassen kannst.
Tipp: M44 ist ein Sternhaufen, der bereits mit bloßem Auge als nebliger Fleck erkennbar ist. Schwenk dein Fernglas langsam um den Mond herum, um das Aufspüren zu erleichtern.
Lesetipp: Sterne beobachten für Einsteiger und Fortgeschrittene
9. Mai: Venus trifft Saturn (+ Neptun zwischen den beiden)
Am östlichen Horizont begegnen sich Venus und Saturn in einem Abstand von etwa 7°. Das Besondere dabei: Neptun liegt zwischen den beiden Planeten, was eine seltene Konstellation darstellt. Um Neptun zu erspähen, brauchst du allerdings ein Teleskop, da der Eisriese mit bloßem Auge nicht sichtbar ist.
24. Mai: Mond trifft Venus
In der Morgendämmerung kommt es zu einem malerischen Moment: Eine nur zu 13 % beleuchtete Mondsichel nähert sich der hell strahlenden Venus. Diese Konstellation ist ein Genuss für Hobby-Astrofotografen und alle Frühaufsteher.
Hinweis: Gerade kurz vor Sonnenaufgang sind die atmosphärischen Bedingungen oft ruhiger, sodass man mit etwas Glück eine klare Sicht hat.
28. Mai: Mond trifft Jupiter
Gegen Monatsende stößt du auf ein weiteres Duo am Himmel: die hauchzarte Mondsichel und der Gasgigant Jupiter. Eine gute Horizontsicht ist wichtig, da beide Himmelskörper nicht allzu hoch über den Osten emporsteigen. Frühaufsteher werden mit einem eindrucksvollen Bild belohnt.
Fazit: Jetzt ist die beste Zeit für den Nachthimmel
Mit diesen astronomischen Highlights von März bis Mai erwartet dich ein Feuerwerk für die Sinne. Von Bedeckungen und Finsternissen bis hin zu strahlenden Planeten und funkelnden Meteorströmen: Es lohnt sich, den Blick gen Himmel zu richten. Ob du dich für Mondphänomene, Planetenkonstellationen oder Sternschnuppen begeisterst – die klaren Frühlings- und Frühsommernächte bieten zahlreiche Möglichkeiten, unvergessliche Beobachtungen zu machen.
Denk an passendes Equipment (Fernglas, Teleskop, bequeme Decke oder Liegestuhl), eine warme Jacke und – ganz wichtig – eine Sternenkarte oder entsprechende Apps zur Orientierung. Mit ein wenig Vorbereitung kannst du das Schauspiel am Nachthimmel in vollen Zügen genießen. Wir wünschen dir viele klare Nächte und unvergessliche Augenblicke unter den Sternen!
Mehr Informationen: