Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 4. Oktober 2026
Die Plejaden (M 45, auch Siebengestirn) sind ein offener Sternhaufen im Sternbild Stier: rund 443 Lichtjahre entfernt, etwa 100 bis 125 Millionen Jahre jung und mit bloßem Auge als kleines Grüppchen aus sechs bis sieben Sternen zu sehen.
Mehr dazu im Überblick: Sterne.

Was sind die Plejaden? Steckbrief des Siebengestirns
Ein offener Sternhaufen ist eine Gruppe von Sternen, die gemeinsam aus einer Gaswolke entstanden sind und noch locker zusammen durch die Milchstraße ziehen. Die Plejaden sind der auffälligste Sternhaufen am ganzen Nordhimmel – so hell und kompakt, dass sie fast jede Kultur kennt.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Katalognummer | M 45 (Messier), Mel 22 |
| Objekttyp | offener Sternhaufen mit Reflexionsnebel |
| Sternbild | Stier (Taurus) |
| Entfernung | rund 443 Lichtjahre (Gaia DR3: 135,7 Parsec) |
| Alter | etwa 100–125 Millionen Jahre |
| Mitglieder | über 1.000 bestätigte Sterne |
| Ausdehnung | rund 2° – etwa vier Vollmondbreiten |
| Gesamthelligkeit | 1,6 mag |
| Hellster Stern | Alkyone, 2,9 mag |
| Position (J2000) | Rektaszension 3h 47m, Deklination +24° 07′ |
| Beste Zeit | Oktober bis Februar, abends |
Ihre Namen verraten, wie alt die Beobachtung ist: Siebengestirn, Sieben Schwestern, Gluckhenne, im Japanischen Subaru – daher das Autologo mit den sechs Sternen. Auf der Himmelsscheibe von Nebra, rund 3.600 Jahre alt, deutet man eine Gruppe aus sieben goldenen Punkten als die Plejaden.
Plejaden finden: vom Oriongürtel über Aldebaran
Der sicherste Weg führt über den Orion. Verlängere die drei Gürtelsterne nach rechts oben: Nach rund 23° – gut zwei Faustbreiten bei ausgestrecktem Arm – triffst du auf den orangen Aldebaran im Stier.
Aldebaran sitzt am Rand eines V aus Sternen, den Hyaden. Geh in fast derselben Richtung noch einmal rund 14° weiter – knapp anderthalb Faustbreiten, die Linie knickt dabei leicht nach rechts. Dort siehst du ein winziges, fast nebliges Grüppchen: die Plejaden.

Im Herbst, bevor Orion aufgegangen ist, klappt es auch umgekehrt: Die Plejaden gehen gut anderthalb Stunden vor Aldebaran im Osten auf und sind dann das erste auffällige Objekt über dem Osthorizont. Nordöstlich davon, gut 28° entfernt, steht die helle Kapella im Fuhrmann.
Sichtbarkeit in Deutschland: die Plejaden Monat für Monat
Die Plejaden stehen nahe der Ekliptik, also auf der Bahn, auf der Sonne, Mond und Planeten wandern. Ende Mai zieht die Sonne nur 4° an ihnen vorbei, deshalb sind sie von etwa Ende April bis Anfang Juli unsichtbar. Den Rest des Jahres findest du sie – nur zu unterschiedlichen Uhrzeiten.
| Monat | Höhe 22 Uhr | Richtung | Höchststand (Uhr) | Nutzbar |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 59° | Südwest | 20:28 | 8,2 h |
| Februar | 41° | Westsüdwest | 18:26 | 5,5 h |
| März | 24° | West | am Tag | 2,8 h |
| April | 14° | Westnordwest | am Tag | kaum noch |
| Mai | unter Horizont | – | am Tag | unsichtbar |
| Juni | unter Horizont | – | am Tag | unsichtbar |
| Juli | unter Horizont | Nordost | am Tag | ab Monatsanfang morgens |
| August | Aufgang 23:17 | Nordost | am Morgen | 3,0 h (morgens) |
| September | 5° | Ostnordost | 05:32 | 6,0 h |
| Oktober | 23° | Ost | 03:34 | 8,8 h |
| November | 51° | Ostsüdost | 00:32 | 11,5 h ⭐ |
| Dezember | 64° | Süd | 22:30 | 10,7 h |
So sind die Werte gerechnet: jeweils für den 15. des Monats, für 50° Nord und 10° Ost (Mitte Deutschlands), Uhrzeiten in MEZ bzw. MESZ. „Nutzbar” zählt die Stunden, in denen es astronomisch dunkel ist und die Plejaden höher als 20° stehen.
Die Zeiten wiederholen sich jedes Jahr fast auf die Minute, weil die Plejaden als Fixsterne ihren Platz am Himmel nicht ändern. Im Süden stehen sie etwas höher: maximal 60,6° in Hamburg, 64,0° in Frankfurt und 66,0° in München.
Wie viele Plejaden-Sterne siehst du mit Auge, Fernglas und Teleskop?
Wie viele Sterne du zählst, hängt fast nur vom Himmel ab. In der Stadt bleiben oft nur drei oder vier übrig, auf dem Land unter dunklem Himmel sechs bis sieben. Geübte Beobachter kommen unter sehr gutem Himmel auf neun und mehr.
| Instrument | Sterne | Was du siehst |
|---|---|---|
| Bloßes Auge, Stadt | 3–4 | Alkyone, Atlas, Elektra, Maia als kleines Häufchen |
| Bloßes Auge, Land | 6–7 | die typische Wagenform, daher „Siebengestirn” |
| Fernglas 10×50 | rund 50 | der ganze Haufen mit Umgebung, blauweiße Sterne in Ketten |
| Teleskop, kleine Vergrößerung | über 100 | nur ein Ausschnitt – der Haufen ist größer als das Gesichtsfeld |
Warum sechs statt sieben? Pleione steht nur fünf Bogenminuten neben dem helleren Atlas und verschmilzt mit bloßem Auge meist mit ihm. Asterope ist mit 5,8 mag schlicht zu schwach für den Stadthimmel.
Die sieben Schwestern: Namen und Helligkeiten der Plejaden-Sterne
Die hellsten Sterne tragen die Namen einer griechischen Familie: die sieben Töchter mit ihren Eltern Atlas und Pleione. Der hellste von allen ist Alkyone mit 2,9 mag, er steht fast genau in der Mitte des Haufens.

| Name | Bezeichnung | Helligkeit | Rolle |
|---|---|---|---|
| Alkyone | η Tauri | 2,9 mag | Tochter, hellster Stern |
| Atlas | 27 Tauri | 3,6 mag | Vater |
| Elektra | 17 Tauri | 3,7 mag | Tochter |
| Maia | 20 Tauri | 3,9 mag | Tochter |
| Merope | 23 Tauri | 4,2 mag | Tochter, mit Merope-Nebel |
| Taygeta | 19 Tauri | 4,3 mag | Tochter |
| Pleione | 28 Tauri | 4,8–5,5 mag | Mutter, veränderlich |
| Celaeno | 16 Tauri | 5,4 mag | Tochter |
| Asterope | 21 Tauri | 5,8 mag | Tochter, schwächste |
Fast alle sind junge, heiße Sterne vom Spektraltyp B – deshalb leuchten sie bläulich-weiß. Pleione dreht sich so schnell, dass sie immer wieder eine Gashülle abwirft und dabei ihre Helligkeit ändert.
Entfernung und Alter der Plejaden
Die Plejaden sind rund 443 Lichtjahre von der Erde entfernt, der Gaia-Satellit hat 135,7 Parsec gemessen. Um diesen Wert gab es lange Streit: Der Satellit Hipparcos kam in den 1990ern auf nur rund 390 Lichtjahre.
Erst Radioteleskop-Messungen von 2014 und danach Gaia haben gezeigt, dass Hipparcos hier danebenlag. Ältere Bücher und Webseiten nennen deshalb oft noch 380 bis 410 Lichtjahre.
Mit etwa 100 bis 125 Millionen Jahren sind die Plejaden jung – als sie entstanden, lebten auf der Erde noch die Dinosaurier. Die Sonne ist mit 4,6 Milliarden Jahren rund 40-mal so alt.
Der Merope-Nebel: der blaue Schleier um die Plejaden
Auf Fotos sind die Plejaden in einen blauen Schleier gehüllt. Das ist Staub, kein Gas – und er gehört gar nicht zum Haufen. Die Plejaden ziehen zufällig durch eine Staubwolke, die das blaue Licht ihrer heißen Sterne streut.
Der hellste Teil ist der Merope-Nebel NGC 1435 südlich von Merope, dazu kommt NGC 1432 um Maia. Direkt neben Merope, nur eine halbe Bogenminute entfernt, liegt der winzige Barnards Merope-Nebel IC 349 – ein Ziel für große Teleskope und lange Belichtungen.
Visuell ist der Nebel eine der schwierigsten Beobachtungen an einem hellen Objekt. Selbst erfahrene Beobachter auf forum.astronomie.de fragen sich, ob sie ihn sehen oder nur zu sehen glauben, weil sie wissen, dass er da ist.
Plejaden fotografieren: vom Stativ bis zum Smart-Teleskop
Für den Einstieg reicht eine Kamera auf dem Stativ. Mit Weitwinkel und 10 bis 15 Sekunden Belichtung bekommst du Plejaden, Hyaden, Aldebaran und Orion auf ein Bild – aber noch keinen Nebel.
Der blaue Schleier braucht Brennweite, Nachführung und viel Belichtungszeit. Mit einem Teleobjektiv von 135 bis 200 mm auf einer Nachführung, die die Erddrehung ausgleicht, taucht er nach insgesamt ein bis zwei Stunden Belichtung auf. Wie das geht, steht im Ratgeber zur Nachführung für die Astrofotografie.
Bequemer sind Smart-Teleskope, die Kamera, Nachführung und Bildbearbeitung in einem Gerät vereinen. Hier zählt das Bildfeld: Der Seestar S30 Pro erfasst 4,0° × 2,2° und damit den ganzen Haufen, ein Seestar S50 mit 1,3° × 0,7° nur den Kern oder ein Mosaik.
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Mondbedeckungen der Plejaden: die nächsten Termine für Deutschland
Der Mond zieht jeden Monat durch den Stier, trifft die Plejaden aber nur in bestimmten Jahren. Von Deutschland aus läuft seit dem 26. August 2024 wieder eine Serie von Plejaden-Bedeckungen (weltweit begann sie am 5. September 2023, damals nur von der Südhalbkugel aus zu sehen), bei der der Mond einzelne Sterne für einige Minuten verschluckt. Solche Serien kommen alle 18,6 Jahre.
| Nacht | Uhrzeit (ca.) | Bedeckte Sterne | Mond |
|---|---|---|---|
| 27./28. Oktober 2026 | 01:39–03:11 Uhr | Celaeno, Taygeta, Maia, Asterope | 95 %, hoch im Süden |
| 21./22. Dezember 2026 | 23:31–00:55 Uhr | Taygeta, Maia, Asterope | 93 %, hoch im Süden |
| 13./14. März 2027 | 23:12–00:25 Uhr | Celaeno, Taygeta, Maia, Asterope | 31 % Sichel, tief im Westen |
| 24./25. August 2027 | 23:54–02:05 Uhr | Elektra, Celaeno, Maia, Merope, Alkyone, Pleione | 52 %, tief im Osten |
| 14. November 2027 | 18:19–20:14 Uhr | Merope, Alkyone, Atlas, Pleione | 99 %, tief im Osten |
| 12. Dezember 2027 (morgens) | 05:35–07:05 Uhr | Elektra, Merope, Alkyone | 97 %, sehr tief im Westen |
| 4./5. Februar 2028 | 01:19–03:11 Uhr | Elektra, Merope, Alkyone | 62 %, tief im Westen |
Die Zeiten gelten für Frankfurt, in anderen Städten verschieben sie sich um bis zu zehn Minuten, und nicht jeder Stern wird überall bedeckt. Im Oktober 2026 etwa zieht der Mond in München knapp an Celaeno und Maia vorbei. Gerechnet mit den Ephemeriden DE421 für Hamburg, Berlin, Frankfurt und München.
Der schönste Termin ist der 13. März 2027: Die schmale Mondsichel schiebt sich mit ihrem dunklen Rand vor die Sterne, und sie verschwinden schlagartig. Bei fast vollem Mond wie im Oktober 2026 überstrahlt das Mondlicht die schwächeren Sterne – nimm ein Fernglas.
Mythologie der Plejaden: Atlas, Pleione und die sieben Töchter
In der griechischen Sage sind die Plejaden die sieben Töchter des Titanen Atlas und der Nymphe Pleione. Der Jäger Orion stellte ihnen nach, bis Zeus sie in Tauben und schließlich in Sterne verwandelte. Am Himmel jagt Orion ihnen bis heute hinterher – er geht jede Nacht nach ihnen auf.
Warum sieht man nur sechs? Eine Deutung: Merope schämt sich und versteckt sich, weil sie als einzige Schwester einen Sterblichen heiratete, Sisyphos. Diese „verlorene Plejade” taucht in vielen Kulturen auf, von Griechenland bis zu den australischen Aborigines.
Für die Landwirtschaft waren die Plejaden ein Kalender. Der griechische Dichter Hesiod riet, beim Frühaufgang der Plejaden zu ernten und bei ihrem Untergang zu pflügen. Auch die Bibel nennt das Siebengestirn, etwa bei Amos und im Buch Hiob.
Welches Gerät für die Plejaden? Fernglas schlägt Teleskop
Die Plejaden sind das seltene Objekt, bei dem ein Teleskop der schlechtere Weg ist. Mit rund 2° Ausdehnung sprengen sie fast jedes Teleskop-Gesichtsfeld – du siehst immer nur einen Ausschnitt und nie die Figur, die dem Siebengestirn seinen Namen gegeben hat.
Ein Fernglas mit zehnfacher Vergrößerung und 50 mm Öffnung ist hier genau richtig. Es fasst mit rund 6,5° Feld den ganzen Haufen samt Umgebung und macht aus sieben Sternen auf einen Schlag mehrere Dutzend.
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Worauf es bei einem Fernglas für den Nachthimmel ankommt, steht im Ratgeber Astronomie-Fernglas. Am Stativ oder im Liegen wird das Bild ruhiger, und du siehst mehr Sterne als freihändig.
Wann sich das Teleskop trotzdem lohnt
Im Teleskop gilt: kleinste Vergrößerung, längstes Okular, keine Barlowlinse. Dann zeigt es Farben und Sternketten im Kern, die das Fernglas nicht hergibt, dazu die schwächsten Mitglieder des Haufens.
Wer nur ein Gerät kaufen kann und den Himmel wirklich erkunden will, greift trotzdem zum Teleskop. Das Fernglas ist die Ergänzung, nicht der Ersatz – für Planeten, Mondkrater und Doppelsterne brauchst du Öffnung und Vergrößerung. Einen Überblick gibt der Einsteiger-Ratgeber.
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Passend dazu: Die Plejaden sind vermutlich schon vor rund 3.600 Jahren auf der Himmelsscheibe von Nebra abgebildet – als Gruppe aus sieben goldenen Punkten.
Der helle orange Stern 13,7° links unterhalb der Plejaden ist Aldebaran – sein arabischer Name bedeutet „der Folgende“, weil er den Plejaden über den Himmel folgt.
Häufige Fragen zu den Plejaden
Was sind die 7 Plejaden?
Die sieben Plejaden sind die hellsten Sterne des Haufens, benannt nach den Töchtern von Atlas und Pleione: Alkyone, Elektra, Maia, Merope, Taygeta, Celaeno und Asterope. Dazu kommen die Eltern Atlas und Pleione, die ebenfalls als Sterne im Haufen stehen. Der Haufen selbst hat über 1.000 Mitglieder.
Kann man die Plejaden in Deutschland sehen?
Ja, von Ende August bis Anfang April, ganz ohne Hilfsmittel. Am besten stehen sie von Oktober bis Februar, im November die ganze Nacht. Nur von etwa Ende April bis Anfang Juli stehen sie zu nah an der Sonne.
Wo am Himmel sieht man die Plejaden?
Im Sternbild Stier, rund 14° nordwestlich von Aldebaran. Im Herbst gehen sie abends im Osten auf, im Dezember stehen sie gegen 22:30 Uhr hoch im Süden, im Frühjahr sinken sie abends im Westen. Am leichtesten findest du sie über die Verlängerung des Oriongürtels.
Was sind Plejaden-Wesen?
„Plejadier” sind eine Vorstellung aus der Esoterik und der UFO-Szene: angeblich menschenähnliche Außerirdische von den Plejaden. Dafür gibt es keinerlei Belege. Die Plejaden-Sterne sind zudem erst rund 100 Millionen Jahre alt – viel zu jung, als dass sich auf Planeten um sie herum Leben hätte entwickeln können.
Wie viele Lichtjahre sind die Plejaden von uns entfernt?
Rund 443 Lichtjahre, gemessen vom Gaia-Satelliten. Ältere Angaben von 380 oder 390 Lichtjahren gehen auf eine fehlerhafte Messung des Satelliten Hipparcos zurück.
Was ist das Siebengestirn?
Siebengestirn ist der alte deutsche Name für die Plejaden. Er kommt daher, dass man unter gutem Himmel sieben Sterne zählt, die wie ein winziger Wagen angeordnet sind.
Gibt es Sternschnuppen aus den Plejaden?
Einen eigenen Plejaden-Meteorstrom gibt es nicht. Die Perseiden im August kommen aus dem Perseus, rund 34° von den Plejaden entfernt – die Plejaden gehen in diesen Nächten aber gegen Mitternacht darunter im Nordosten auf, daher die Verwechslung. Wirklich aus der Nähe der Plejaden kommen die Nördlichen Tauriden, mit einem Maximum um den 12. November, wenigen Meteoren pro Stunde und gelegentlich hellen Feuerkugeln.
Welcher Stern ist der hellste der Plejaden?
Alkyone (η Tauri) mit 2,9 mag. Er steht fast in der Mitte des Haufens und ist ein heißer, bläulicher Riesenstern.
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