DWARFLAB Draco vs. Seestar S50 Pro: Warten oder jetzt kaufen?

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 25. September 2026

DWARFLAB Draco und Seestar S50 Pro sind die beiden meistdiskutierten Smart-Teleskope des Herbstes 2026. Der Draco hat 90 mm Spiegel-Linsen-Optik, einen gekühlten, drehbaren Sensor und eingebautes Guiding; das S50 Pro ist ein 50-mm-Apochromat, halb so schwer, günstiger und unabhängig getestet.

⭐ Kurz gesagt: Heute ist das Seestar S50 Pro (999 €) die sichere Wahl – erprobte Optik, unabhängig getestet, 2,8 kg. Der Draco (1.499 €) ist auf dem Papier das stärkere Gerät, aber noch ohne unabhängige Tests und mit Lieferzeit. Wer Erfahrung hat, stationär beobachtet und warten kann, reserviert den Draco; alle anderen kaufen das S50 Pro.

DWARFLAB Draco Smart-Teleskop
DWARFLAB Draco · Bild: Astroshop.de
ZWO Seestar S50 Pro Smart-Teleskop
Seestar S50 Pro · Bild: Astroshop.de

● Derzeit nicht lieferbar (lieferbar ab 05.11.2026) – DWARFLAB Draco

● Bestellbar – Seestar S50 Pro

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*Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision – der Preis ändert sich für dich nicht. Preise werden täglich automatisch aktualisiert.

Transparenz: Keines der beiden Geräte stand bei uns im Labor, und vom Draco gibt es Stand 24.09.2026 weltweit noch keine unabhängigen Testbilder. Dieser Vergleich stützt sich auf die Datenblätter von DWARFLAB, ZWO und Astroshop, auf eigene Nachrechnungen und auf drei große Forendiskussionen.

Preis, Lieferzeit und Varianten des Draco stehen ausführlich auf unserer Seite DWARFLAB Draco: Preis, Daten, Liefertermin, alles zum S50 Pro unter Seestar S50 Pro kaufen.

Draco vs. Seestar S50 Pro: die Daten im Vergleich

MerkmalDWARFLAB DracoSeestar S50 Pro
Optikkatadioptrisch (Spiegel-Linsen), 90 mm / 340 mm, f/3,8Apochromat, 4 Linsen mit ED-Glas, 50 mm / 260 mm, f/5,2
Fangspiegel (Obstruktion)40 mmkeine
TelekameraOmniVision OV50Q40, 1/1,3 Zoll, gekühlt, physisch drehbarOmniVision OS08B10, 1/1,2 Zoll, 8,3 MP
Pixelgröße (Ausgabe)2,4 µm (2×2 zusammengefasst)2,9 µm
Abtastung (berechnet)1,45″ pro Pixel2,3″ pro Pixel
Bildfeld Tele (Diagonale)2,06°2,8°
Nachführungeingebaute Leitkamera (Guiding), Alt-Az und EQAlt-Az, zusätzlich EQ-Modus
Max. Einzelbelichtung300 s60 s (EQ-Modus)
FilterAstro, Dunkelbild, ND-Sonne, Dual-Narrowband Hα/OIII; SHO-Version zusätzlich SII/OIIIDuo-Band Hα/OIII, UV/IR-Sperrfilter, Dunkelbild; Sonnenfilter zum Aufsetzen
TauschutzAbwärme der Kühlung heizt die FrontlinseTauschutzheizung
Akku10.000 mAh (7,7 V), ca. 5 h10.000 mAh (3,6 V), bis 9 h
Speicher128 GB128 GB
Schutzart / TemperaturIP56 / −20 bis +45 °Ckeine Angabe / −10 bis +40 °C
Gewicht5,5 kg2,8 kg
Stativ dabeija, Aluminiumja, Carbon
Preis1.499 € (SHO 1.669 €)999 €
KaufenDWARFLAB DracoSeestar S50 Pro
Herstellerangaben DWARFLAB und ZWO, ergänzt um die Datenblätter von Astroshop, Stand 24.09.2026. Abtastung von uns berechnet (206,265 × Pixelgröße ÷ Brennweite). Die Links mit Sternchen sind Partnerlinks.
Video zum Thema · 11 Min.
DWARF Draco oder Seestar S50 Pro?

Warten auf den Draco oder jetzt das Seestar kaufen? Die ehrliche Abwägung.

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Öffnung: Wie viel mehr Licht sammelt der Draco wirklich?

Auf dem Datenblatt stehen 90 gegen 50 mm. Das wäre gut dreimal so viel Lichtsammelfläche. Der Draco ist aber ein Spiegel-Linsen-System mit 40 mm großem Fangspiegel mitten im Strahlengang, der einen Teil der Öffnung abschattet.

Zieht man nur die abgeschattete Fläche ab, bleiben rechnerisch rund 80 mm wirksame Öffnung – etwa das 2,6-Fache des S50 Pro. Ein Mitglied im forum.astronomie.de hat zusätzlich die Lichtverluste an den Spiegelflächen eingerechnet und kommt auf nur etwa 69 mm, also rund das 1,9-Fache.

Lichtsammelfläche, S50 Pro = 1S50 Pro (50 mm)1,0×Draco, Datenblatt3,2×Draco ohne Fangspiegel2,6×Draco, Forenrechnung1,9×
Wie viel Licht der Draco gegenüber dem S50 Pro sammelt, hängt davon ab, wie ehrlich man rechnet. Eigene Grafik; Forenrechnung nach forum.astronomie.de.

Ein spürbarer Vorteil bleibt, aber er ist kleiner, als die 90 mm versprechen. Dazu kommt die feinere Abtastung von 1,45 statt 2,3 Bogensekunden pro Pixel: Der Draco zeigt kleine Galaxien größer. Das S50 Pro hat dafür das größere Bildfeld für ausgedehnte Nebel.

Wichtig: Spiegel-Linsen-Systeme können sich dejustieren, ein Linsenfernrohr wie das S50 Pro praktisch nicht. Ob die Draco-Optik nach Transporten stabil bleibt, weiß heute noch niemand – das ist in den Foren der am häufigsten genannte Vorbehalt.

Kühlung, Guiding, Rotator: was der Draco zusätzlich kann

DWARFLAB Draco auf Stativ in einer Wiese
Der Draco ist mit 5,5 kg ein Gerät für Garten und Balkon, weniger für den Wanderrucksack. Herstellerfoto DWARFLAB via Astroshop.de.
  • Sensorkühlung: Ein gekühlter Sensor rauscht bei langen Belichtungen weniger. Das ist vor allem im Sommer ein Vorteil. Wie stark gekühlt wird, gibt DWARFLAB nicht an.
  • Leitkamera (Guiding): Eine zweite kleine Kamera korrigiert die Nachführung laufend. Deshalb sind Einzelbilder bis 300 Sekunden möglich statt 60 beim S50 Pro.
  • Drehbarer Sensor: Bei einer azimutalen Montierung dreht sich das Bildfeld während der Aufnahme. Der Draco dreht den Sensor mit, das S50 Pro schneidet stattdessen den Rand weg oder braucht den EQ-Modus.
  • SHO-Version: Mit zusätzlichem Filter für Schwefel und Sauerstoff sind Falschfarbenbilder im „Hubble-Stil“ möglich. Das ist ein Thema für Fortgeschrittene.

All das sind Funktionen aus der klassischen Astrofotografie, die es in dieser Preisklasse bisher nicht im Komplettgerät gab. Genau deshalb ist das Interesse so groß – und genau deshalb fehlt noch der Praxisbeweis, dass alles zuverlässig zusammenspielt.

Was das Seestar S50 Pro besser macht

Seestar S50 Pro im äquatorialen Modus auf dem Stativ
Im EQ-Modus wird das S50 Pro auf die Polhöhe geneigt – dann dreht sich das Bildfeld nicht mehr. Herstellerfoto ZWO via Astroshop.de.

Das S50 Pro ist erprobt. Die Seestar-Reihe läuft seit 2023, die App ist ausgereift, und das Pro wird seit September 2026 ausgeliefert und von vielen Besitzern berichtet. Was es kann und was nicht, weiß man.

Dazu kommen handfeste Alltagsvorteile: halbes Gewicht, fast doppelte Akkulaufzeit und ein Linsenobjektiv ohne Justierbedarf. Die Weitwinkelkamera für Milchstraßen-Landschaften und die Tauschutzheizung sind ebenfalls an Bord.

Die Grenzen nennen die Besitzer im forum.astronomie.de offen: zu wenig Auflösung für kleine planetarische Nebel und Planeten, und ohne EQ-Modus verliert man bei langen Sitzungen Bildrand. Was über 80 Besitzer berichten, haben wir in Seestar S50 Pro Erfahrungen ausgewertet.

Was die Foren sagen

QuelleTenor
Cloudy Nights: „S50 Pro vs. Draco – which would you buy?“Draco reizt mit Öffnung, Kühlung und Rotator; das S50 Pro überzeugt als erprobtes, leichtes Gerät. Häufigster Rat: erst echte Tests abwarten.
forum.astronomie.de: DWARF DracoNachrechnung der Obstruktion: wirksam eher 69 mm. Fazit dort: S50 Pro mit etwa 30 % mehr Bildfeld, Draco mit etwa 30 % feinerer Auflösung.
forum.astronomie.de: Vor- und Nachteile S50 ProGelobt: kompakt, einfach, Tauschutz, zwei Kameras. Kritik: Auflösung für kleine Objekte, Bildfelddrehung im Alt-Az-Betrieb.
Cloudy Nights: Draco-HauptthreadDWARFLAB hat vor dem Start keine Testgeräte an unabhängige Tester gegeben; die bisherigen Bilder stammen vom Hersteller. Einige Beiträge berichten, die Version ohne SHO-Filter sei kaum noch erhältlich – offiziell bestätigt ist das nicht.
Stand 24.09.2026. Argumente zusammengefasst, keine wörtlichen Zitate.

Unsere Einordnung: Die Skepsis richtet sich nicht gegen die Idee des Draco, sondern gegen das Fehlen unabhängiger Belege. Sobald die ersten Käufer Bilder zeigen, aktualisieren wir diesen Vergleich.

Warten oder jetzt kaufen?

DWARFLAB nennt für Bestellungen derzeit eine Lieferzeit von etwa drei Monaten ab Bestelldatum. Wer heute bestellt, beobachtet mit dem Draco also frühestens im Dezember – den tagesaktuellen Stand bei Astroshop siehst du oben im Kurz-Fazit.

Beim Kauf im Onlineshop hast du nach Erhalt des Geräts 14 Tage Widerrufsrecht. Eine Vorbestellung ist damit kein Blindkauf: Gefällt dir das Gerät nach den ersten Nächten nicht, kannst du es zurückgeben. Die lange Wartezeit bleibt trotzdem.

Deine SituationEmpfehlungWarum
Dein erstes Smart-TeleskopSeestar S50 Pro⭐ Unsere EmpfehlungErprobt, einfach, sofort nutzbar.
Du willst diesen Winter fotografierenSeestar S50 Pro● Bestellbar – der Draco kommt frühestens im Dezember. Wer nicht warten will, vergleicht den Seestar S30 Pro (● Auf Lager · versandfertig in 24 h).
Reisen, Urlaub, dunkle Plätze mit AnfahrtSeestar S50 Pro2,8 statt 5,5 kg, doppelte Akkulaufzeit.
Garten oder Balkon, kleine Galaxien, Erfahrung vorhandenDWARFLAB DracoMehr Öffnung, feinere Abtastung, 300-s-Belichtungen.
Schmalband- und „Hubble“-FarbenDWARFLAB Draco SHOZusätzlicher SII/OIII-Filter eingebaut.
Die Links mit Sternchen sind Partnerlinks.

Unsere Empfehlung: erprobt und unabhängig getestet: ZWO Seestar S50 Pro

ZWO Seestar S50 Pro

Der direkte Nachfolger des Seestar S50: apochromatische Quadruplet-Optik 50/260, zwei Kameras und ein integrierter Doppelband-Filter, der auch aus der Stadt heraus Nebel zeigt.

Preis: 999 €

Bestellbar

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Das stärkere Datenblatt – noch ohne Praxistest: DWARFLAB Draco

DWARFLAB Draco

90 mm Öffnung, gekühlter Sensor, Guiding mit bis zu 300 s Belichtung: das erste Smart-Teleskop der Premium-Klasse zu diesem Preis.

Preis: 1.499 €

Derzeit nicht lieferbar (lieferbar ab 05.11.2026)

Verfügbarkeit prüfen* →

Wenn du mehr willst: Celestron Origin Mark II

Das Origin ist ein Smart-Teleskop mit 152 mm Öffnung – dreimal so viel wie das S50 Pro, ohne Rechentricks. Es zeigt kleine Galaxien und Kugelsternhaufen in einer Tiefe, die beide Geräte hier nicht erreichen. Dafür wiegt es ein Vielfaches und kostet gut das Fünffache; sinnvoll ist es für einen festen Beobachtungsplatz.

Celestron Origin Mark II · ca. 5.499 €

Häufige Fragen zu Draco und S50 Pro

Was ist besser, der DWARFLAB Draco oder das Seestar S50 Pro?

Auf dem Datenblatt der Draco, in der Praxis heute das S50 Pro. Der Draco hat mehr wirksame Öffnung, Kühlung, Guiding und einen drehbaren Sensor. Das S50 Pro ist unabhängig getestet, halb so schwer und günstiger.

Ist die 90-mm-Öffnung des Draco mit einem 90-mm-Linsenteleskop vergleichbar?

Nein. Der 40 mm große Fangspiegel schattet einen Teil der Öffnung ab. Rechnerisch bleiben rund 80 mm, mit Spiegelverlusten eher 70 mm.

Gibt es schon echte Testbilder vom Draco?

Stand 24.09.2026 nicht. Alle veröffentlichten Draco-Bilder stammen vom Hersteller oder aus von ihm bereitgestellten Videos. Unabhängige Aufnahmen erwarten wir erst mit den ersten Auslieferungen.

Was ist der Unterschied zwischen Draco und Draco SHO?

Die SHO-Version hat einen zusätzlichen Schmalbandfilter für Schwefel- und Sauerstofflicht eingebaut. Damit lassen sich Emissionsnebel in Falschfarben abbilden. Für den Einstieg reicht die normale Version.

Kann ich mit beiden Geräten Planeten fotografieren?

Nur eingeschränkt. Jupiter und Saturn bleiben bei 260 bis 340 mm Brennweite kleine Scheibchen. Für Planeten ist ein klassisches Teleskop mit langer Brennweite besser – siehe Teleskop für Planeten.

Kann ich mit dem S50 Pro die Sonne beobachten?

Ja, mit dem mitgelieferten Sonnenfilter, der fest vor dem Objektiv sitzen muss. Der Draco hat einen ND-Sonnenfilter eingebaut. Ohne zertifizierten Filter nie auf die Sonne richten – das zerstört den Sensor.

Fazit: S50 Pro für heute, Draco für Geduldige

Das Seestar S50 Pro ist heute die bessere Kaufentscheidung für fast alle Einsteiger und für jeden, der mobil sein will. Es ist erprobt, leicht und ohne Einarbeitung nutzbar.

Der Draco ist das spannendere Gerät – für erfahrene Beobachter mit festem Platz, die kleine Galaxien und lange Belichtungen wollen und die ersten unabhängigen Tests abwarten können. Alle weiteren Modelle vergleicht unser Smart-Teleskop-Überblick; das kleinere Seestar im Duell zeigt Seestar S50 Pro vs. S30 Pro.

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