M81 und M82 Galaxien (Großer Bär)

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 22. September 2026

M81 und M82 sind ein Galaxienpaar im Sternbild Großer Bär in rund 12 Millionen Lichtjahren Entfernung: eine klassische Spiralgalaxie und eine von ihr aus der Form gerissene Starburst-Galaxie, die nur 38 Bogenminuten auseinanderstehen – knapp ein Vollmonddurchmesser. Damit passen beide zusammen in ein Fernglas-Gesichtsfeld und gelten als das lohnendste Galaxienpaar des Nordhimmels.

Zu finden sind sie über die Diagonale des Wagenkastens: von Phecda durch Dubhe, dann etwa dieselbe Strecke über Dubhe hinaus verlängert. Wie du dich im Großen Wagen zurechtfindest, steht ausführlich auf der Sternbildseite.

M81 – Bodes Galaxie

M81 ist mit 6,9 mag die dritthellste Spiralgalaxie des Nordhimmels und nur wenig kleiner als unsere Milchstraße. Entdeckt hat sie 1774 Johann Elert Bode, weshalb sie bis heute Bodes Galaxie heißt – Charles Messier nahm sie erst später in seinen Katalog auf. Schon mit einem Fernglas ist sie als ovaler Nebelfleck zu erkennen, ab etwa 10 Zentimetern Öffnung zeigt sich der hellere Kernbereich.

M81 gibt der ganzen Nachbarschaft ihren Namen: Zur M81-Gruppe gehören rund 60 Galaxien, darunter die irreguläre Zwerggalaxie UGC 5336 direkt an M81s Seite und die verformte NGC 3077. Diese Gruppe ist eine der nächsten Nachbarn unserer eigenen Lokalen Gruppe; beide gehören zum Virgo-Superhaufen mit geschätzt 2.000 Galaxien.

M82 – die Zigarren-Galaxie

M82, die Zigarren-Galaxie, ist eine Starburst-Galaxie: In ihrem Zentrum entstehen etwa zehnmal so schnell neue Sterne wie in der Milchstraße. Sie trägt auch die Bezeichnungen NGC 3034 und Arp 337, ist rund 8,4 mag hell und liegt wie M81 etwa 12 Millionen Lichtjahre entfernt. Wir sehen sie exakt von der Kante, weshalb sie am Himmel als schmaler Strich von rund 11 mal 4 Bogenminuten erscheint – bei dieser Entfernung entspricht das etwa 37.000 Lichtjahren Länge. Daher der Name.

Warum M82 so aussieht, wie sie aussieht

Verantwortlich ist die Nachbarschaft. Vor einigen hundert Millionen Jahren kamen sich M81 und M82 so nahe, dass die Gezeitenkräfte der größeren M81 das Gas in M82 zusammengedrückt haben. Das löste die Sternentstehungswelle aus, die bis heute anhält. Die dabei entstehenden massereichen Sterne leben kurz und explodieren als Supernovae; zusammen erzeugen sie einen galaktischen Superwind, der ionisiertes Gas und Staub senkrecht aus der Scheibe hinausbläst. Auf tiefen Aufnahmen sieht man diese Ausströmungen als rötliche Fahnen über und unter der Zigarre.

Lange galt M82 als irreguläre Galaxie ohne erkennbare Struktur. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch Reste einer verzerrten Spiralform – die Galaxie ist nicht formlos, sondern aus der Form gebracht. Im Halton-Arp-Katalog der ungewöhnlichen Galaxien steht sie als Arp 337.

Ein mittelschweres Schwarzes Loch und eine Supernova

Im Zentrum sitzen zahlreiche junge Sternhaufen mit Massen von jeweils Hunderttausenden Sonnenmassen. Besonders im Blick der Forschung steht die Röntgenquelle M82 X-1: Vermutlich handelt es sich um ein Schwarzes Loch mittlerer Masse – eine Klasse zwischen den stellaren Schwarzen Löchern von wenigen Sonnenmassen und den supermassiven in Galaxienzentren, die lange nur theoretisch existierte und noch immer selten nachgewiesen ist.

Im Januar 2014 leuchtete in M82 die Supernova SN 2014J auf – die nächstgelegene Typ-Ia-Supernova seit Jahrzehnten und für Amateure wochenlang im Teleskop zu verfolgen.

M81 und M82 selbst beobachten

Die beste Zeit ist das Frühjahr, wenn der Große Bär abends hoch am Himmel steht. Ein Fernglas ab 10×50 zeigt beide als kleine Nebelflecken im selben Gesichtsfeld – für viele der erste Blick auf eine fremde Galaxie überhaupt. Ein Teleskop ab etwa 10 Zentimetern Öffnung trennt bei M81 den helleren Kern von der Scheibe und lässt bei M82 erste Unregelmäßigkeiten im Streifen erkennen. Die Staubbänder und die Ausströmungen, die man von Fotos kennt, bleiben allerdings der Astrofotografie vorbehalten; visuell sieht man Graustufen, keine Farbe.

Wichtiger als die Öffnung ist bei beiden ein dunkler Himmel. Unter Stadtlicht verschwindet vor allem M82 im Hintergrundleuchten. Welche Deep-Sky-Objekte in welcher Jahreszeit sichtbar sind und ab welcher Öffnung sich der Blick lohnt, steht gebündelt in unserer Übersicht Deep-Sky-Objekte: Katalog und Sichtbarkeit. Wenn du noch kein passendes Gerät hast, hilft die Kaufberatung Teleskop weiter.