
Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 14. September 2026
Kepler-62 ist ein sonnenähnlicher, aber kühlerer und kleinerer Stern im Sternbild Leier in rund 1.200 Lichtjahren Entfernung, um den fünf Exoplaneten kreisen. Zwei davon – Kepler-62e und Kepler-62f – gelten als mögliche Gesteinsplaneten in der habitablen Zone, also dort, wo flüssiges Wasser bestehen könnte.
Das Sternbild »Leier« oder »Lyra« gehört zu den kleinen, aber prominenten Sternbildern des Nordhimmels. Seit der Entdeckung mehrerer Exoplaneten ist die Konstellation für Astronomen und Medien gleichermaßen interessant.
Die Thematik zum Planetensystem um den Stern Kepler-62 belebt einmal mehr die Fachdiskussion um mögliche Begriffserweiterungen des Lebenskriteriums »habitabel« für Planeten jenseits unseres eigenen Sonnensystems.
Kepler-62, kühler Stern mit habitablen Begleitern im Planetensystem
Mehrere Kriterien machen den sonnenähnlichen Stern Kepler-62 für Exobiologen und Kosmologen interessant. Er ist kühler und kleiner als die Sonne. Seine bisher fünf entdeckten Exoplaneten sind ihm jedoch näher als die Planeten in unserem Sonnensystem.
Dadurch könnte die abgegebene Wärme für habitable Bedingungen ausreichen. Von mindestens 2 Planeten des Planetensystems wird gemutmaßt, dass sie Gesteinsplaneten sind. Beweise gibt es nicht, aber vorerst eine Menge Annahmen.
Das Planetensystem um die »kühle Sonne« Kepler-62 wurde erst kürzlich entdeckt, die Bezeichnung der 5 Exoplaneten erst am 18. April 2013 bekannt gegeben. Wenigstens 2 davon werden – genauere Erforschung vorbehalten – als Gesteinsplaneten eingestuft.
Ihre Umlaufbahn um das Zentralgestirn lässt weiterhin die Annahme zu, es könne dort habitable Bedingungen geben. Vorläufig rein theoretisch könnte es auf beiden Planeten Wasser in flüssiger Form (nach menschlicher Vorstellung die Voraussetzung für Leben) geben, ähnlich der Erde in unserem Sonnensystem.
Magere Fakten, doch große Freude um Kepler-62e und Kepler-62f
Dass überhaupt ein Planetensystem so nah an der Erde entdeckt wurde (»nur« 1.200 Lichtjahre entfernt), ist modernen astronomischen Hochleistungs-Teleskopen zu verdanken. Auch gibt es bisher außerhalb des Sonnensystems wenige Entdeckungen von »steinigen« Exoplaneten um kühle Sterne wie Kepler-62 (im Verhältnis zu den Gesamtentdeckungen). Wenn auch grenzwertig, versuchen Astronomen genauer zu bestimmen, ob die momentane Euphorie gerechtfertigt ist. Im Fall Kepler-62 wird folgendes Szenario seiner 2 mutmaßlich habitablen Begleiter angenommen.
Kepler-62e (Umlaufzeit 122 Tage) ist wie Kepler-62f (Umlauf 267 Tage) klein genug, um als Gesteinsplanet ähnlich der inneren Planeten unseres Sonnensystems angenommen zu werden. Der äußere Exoplanet Kepler-62f könnte flüssiges Wasser unter einer dichten Treibhausgas-Atmosphäre beherbergen, also durchaus habitabel sein.
Ansonsten bekommt er von Kepler-62 nicht genügend Wärme ab. Der innere Begleiter in diesem Planetensystem, Kepler-62e, ist etwas zu warm. Falls er genügend Wolken festhält, würde flüssiges Wasser darunter nicht verdampfen. Präzisere Aussagen sind noch nicht möglich – für die tatsächliche Erforschung sind 1.200 Lichtjahre vorläufig noch eine zu große Distanz für eine Direktuntersuchung, selbst für Weltraumteleskope.
