Erdenzwilling Kepler 22b?

Erdenzwilling Kepler-22b
Foto: NASA/Ames/JPL-Caltech, Public domain (via Wikimedia Commons)

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 14. September 2026

Kepler 22b ist ein Exoplanet, den das Kepler-Weltraumteleskop am 5. Dezember 2011 bekannt gab: der erste Kandidat in der habitablen Zone eines sonnenähnlichen Sterns – ein möglicher zweiter „Blauer Planet“.

Die Frage nach der Einzigartigkeit unseres Sonnensystems ist seit den 80er Jahren beantwortet. Es gibt Planetensysteme wie unseres, um die Planeten kreisen. Die bisher über 700 exosolaren Entdeckungen sind größtenteils Gasriesen. Seit auch Exoplaneten mit theoretischem Aufbau aus Gestein von den Weltraumteleskopen enttarnt wurden, hat sich der Forscherdrang nach erdähnlichen Kandidaten vervielfacht.

Am 05. Dezember 2011 wurde die langersehnte Sensation bekanntgegeben. Das Kepler-Weltraumteleskop hat mit Kepler 22b möglicherweise einen zweiten »Blauen Planeten« ausgespäht.

Weltweite Sensationsmeldung von einem »Erdenzwilling«

Vielleicht führten die Zweifel an bisher entdeckten »Supererden« zu diesem Nachrichtenrekord. Innerhalb weniger Stunden nach Bekanntgabe machte die Kunde vom habitablen Planetensystem weltweit in Zeitschriften, Netzwerken und Enzyklopädien die Runde. Der entdeckte exosolare Planet kreist um den Gelben Zwerg Kepler 22 zwischen Sternbild »Schwan« und Sternbild »Leier«. Erst nach 2 Jahren akribischer Teleskopbeobachtung gaben die Entdecker die ersehnte Nachricht vom »Erdenzwilling« Kepler 22b preis.

Im Planetensystem Kepler 22 wurden außer diesem bisher keine Planeten gesichtet. Der exosolare Planet, der ihn (möglicherweise) in der »habitablen Zone« umrundet, ist nur etwas mehr als doppelt so groß wie die Erde. Er bewegt sich um sein Zentralgestirn Kepler 22 auf einer Bahn, innerhalb derer Wasser in flüssiger Form nicht verdampft oder einfriert. Vom »Beweis« eines bewohnbaren Kepler 22b zu sprechen, ist allerdings verfrüht. Bestätigt wurde in der Meldung lediglich die Existenz eines Exoplaneten mit eventuell erdähnlichem Charakter.

Habitable Voraussetzungen – oder auf Kepler 22b knapp vorbei?

Um »habitable« Bedingungen im Umkreis eines Planetensystems zu besitzen, muss ein Planet sich nahe genug am Zentralstern aufhalten, damit dessen Strahlung dort Wasser in flüssiger Form zulässt. Es darf jedoch nicht verdampft werden. Bewölkung in der Atmosphäre von über oder unter 50 % kann habitable Entwicklungen durch heiße Oberflächentemperaturen, hohe UV-Einstrahlung oder eine zu flüchtige Atmosphäre ausschließen. Auch zeigen erst künftige Forschungen, ob der exosolare Planet Kepler 22b ein terrestrischer Planet oder doch nur ein besonders kleiner Gasriese ist.

Bisher vermutete »habitable« Kandidaten konnten die Hoffnung bisher nicht stärken. Doch bedeutet dieser Teleskopblick auf ein vergleichbares Planetensystem einen Meilenstein in der Geschichte der Suche nach exosolaren Planeten. Obwohl durch seine 600 Lichtjahre Entfernung eine Direktuntersuchung von Kepler 22b vorläufig unmöglich ist, bleibt die Forscherfreude, dass es sie wirklich dort draußen gibt – die »Zwillinge« unseres »Blauen Planeten«.