Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 22. September 2026
⚡ Die schnelle Antwort: Eine Galaxie ist ein durch Schwerkraft zusammengehaltenes System aus Sternen, Gas, Staub und Dunkler Materie – von wenigen Millionen bis zu über einer Billion Sternen. Im beobachtbaren Universum gibt es schätzungsweise einige hundert Milliarden bis zwei Billionen Galaxien (warum die Schätzungen so weit streuen). Unsere eigene ist die Milchstraße; die nächstgelegene große Nachbarin, die Andromedagalaxie, ist 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt und mit bloßem Auge als blasser Fleck zu sehen.
🌌 Galaxien im Überblick
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Die Astronomie kennt zweierlei Bedeutungen für das Wort Galaxie. Im Englischen bezeichnet »galaxy« alle Ansammlungen von Sternen und Sternenstaub. Im deutschen Sprachgebrauch begrenzt sich der Name Galaxie einzig auf unsere eigene Galaxie, die Milchstraße.

Mit freundlicher Genehmigung des Astrofotografen Stefan Kühn.
Das Wichtigste in Kürze
- Galaxien sind die Bausteine des Universums und bestehen aus Milliarden von Sternen, Planeten, interstellarer Materie und Dunkler Materie.
- Es gibt verschiedene Klassifizierungen von Galaxien, einschließlich Spiralgalaxien, elliptischen Galaxien, unregelmäßigen Galaxien und Zwerggalaxien.
- Die Entstehung von Galaxien hängt eng mit der Rolle der Dunklen Materie zusammen, die als gravitative Grundlage für die Bildung von Sternen und Galaxien dient.
- Galaxienkollisionen und -verschmelzungen sind wichtige Prozesse, die die Struktur und Morphologie von Galaxien im Laufe der Zeit verändern.
- Die Sternentstehung und -entwicklung in Galaxien beeinflusst ihre chemische Zusammensetzung und spielt eine zentrale Rolle bei der galaktischen Evolution.
- Unsere eigene Galaxie, die Milchstraße, hat eine spiralige Struktur und beherbergt ein supermassives Schwarzes Loch in ihrem Zentrum.
- Die Position unseres Sonnensystems innerhalb der Milchstraße bietet uns einen einzigartigen Blick auf die Struktur und Dynamik unserer Galaxie.
Bedeutung der Galaxien im Universum
Galaxien sind faszinierende Gebilde, die das Universum bevölkern. Sie sind gigantische Systeme aus Milliarden von Sternen, Planeten, interstellarer Materie und Dunkler Materie. Galaxien sind die Bausteine des Universums, und ihr Studium ermöglicht uns, die Geheimnisse unserer kosmischen Umgebung und die Entwicklung des Universums im Laufe der Zeit zu verstehen.
Die Astronomie hat unser Wissen über Galaxien in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich erweitert, und es gibt immer noch viele Fragen, die darauf warten, beantwortet zu werden. Diese unendlichen Weiten des Weltalls haben nicht nur wissenschaftliches Interesse, sondern sie faszinieren auch alle Menschen, die sich für das Universum und seine unglaublichen Phänomene interessieren.
Was ist eine Galaxie?
Sternenstaub wird zu festen Körpern, Planeten zu Sonnensystemen. Eine riesige Ansammlung all dieser Teile bildet eine Galaxie, ein Sternsystem. Es gibt große und kleine, weit entfernte und nähere Galaxien. Einige driften einsam auf ihrem Lebensweg. Andere bilden regelrechte Galaxie-Haufen, die sich wiederum gegenseitig beeinflussen.

Mit freundlicher Genehmigung des Astrofotografen Stefan Kühn.
Definition und grundlegende Eigenschaften einer Galaxie
Eine Galaxie ist ein gravitativ gebundenes System, das aus Milliarden von Sternen, interstellarer Materie (Gas und Staub), Planeten und Dunkler Materie besteht. Galaxien können unterschiedliche Formen und Größen annehmen und sind in Gruppen oder Clustern im Universum verteilt.
Ihre Größe kann von wenigen Tausend Lichtjahren bis hin zu mehreren Millionen Lichtjahren im Durchmesser variieren. Die Entfernungen zwischen den Galaxien sind ebenfalls enorm und reichen von Millionen bis Milliarden Lichtjahren.
Klassifizierung von Galaxien
Galaxien können aufgrund ihrer morphologischen Eigenschaften in verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Die häufigsten Typen sind:
Spiralgalaxien
Spiralgalaxien haben eine flache, scheibenförmige Struktur mit Spiralarmen, die sich um ein zentrales Verdichtungsgebiet, auch Bulge genannt, winden. In den Spiralarmen finden sich viele junge, heiße Sterne, die den charakteristischen blauen Farbton dieser Regionen verleihen. Die älteren Sterne konzentrieren sich eher im Bulge. Unsere eigene Galaxie, die Milchstraße, ist ein Beispiel für eine Spiralgalaxie.

Mit freundlicher Genehmigung des Astrofotografen Stefan Kühn.
Elliptische Galaxie
Elliptische Galaxien sind eher kugelförmig oder ellipsenförmig und enthalten in der Regel ältere Sterne. Sie weisen eine geringere Sternentstehungsrate auf und enthalten weniger Gas und Staub als Spiralgalaxien. Die Farbe elliptischer Galaxien ist meist rötlich oder gelblich, was auf die vorherrschenden älteren Sterne zurückzuführen ist. Elliptische Galaxien sind in verschiedenen Größen vorhanden, von Zwergelliptischen bis hin zu Riesengalaxien.
Unregelmäßige Galaxien
Unregelmäßige Galaxien besitzen keine klar definierte Form oder Struktur und machen etwa 25% der bekannten Galaxien aus. Es gibt zwei Hauptkategorien: Typ I, mit aktiver Sternentstehung und jungen Sternen, und Typ II, mit geringerer Sternentstehungsrate und älteren Sternen. Ihre unregelmäßige Form kann auf Kollisionen oder Verschmelzungen zurückgeführt werden.

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Zwerggalaxien
Zwerggalaxien sind kleine, masseärmere Galaxien, die größtenteils aus wenigen Milliarden Sternen bestehen. Sie können in verschiedene Kategorien wie Zwergspiralgalaxien, Zwergelliptische Galaxien und Zwergirreguläre Galaxien unterteilt werden. Zwerggalaxien sind häufig Begleiter von größeren Galaxien und spielen eine Rolle bei der Erforschung von Dunkler Materie und Galaxienentwicklung.
Entstehung und Entwicklung von Galaxien
Alle Galaxien setzen sich aus Sternen, Gas, Staub und dunkler Materie zusammen. Um sie zu verstehen, wurden viele verschiedene Modelle entwickelt. Dennoch ist die Erforschung der Galaxien noch lange nicht abgeschlossen. Grund hierfür sind stete Widersprüche, die sich bei den Berechnungen und Simulationen ergeben.

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Die Rolle der Dunklen Materie
Dunkle Materie ist eine unsichtbare, schwer fassbare Substanz, die etwa 27% des Universums ausmacht. Obwohl sie nicht direkt beobachtet werden kann, lässt sich ihre Existenz durch die Gravitationswirkung auf sichtbare Materie nachweisen.
Dunkle Materie spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Entwicklung von Galaxien. Sie bildet die gravitative Grundlage, auf der Galaxien entstehen und wachsen. Dunkle Materie-Halos ziehen Gas und Staub an, was zur Bildung von Sternen und schließlich zur Entstehung einer Galaxie führt.
Galaktische Kollisionen und Verschmelzungen
Galaxien sind nicht statisch, sondern interagieren miteinander und entwickeln sich im Laufe der Zeit. Eine der wichtigsten Wechselwirkungen zwischen Galaxien sind Kollisionen und Verschmelzungen. Wenn sich zwei oder mehr Galaxien aufgrund der Gravitationsanziehung zu nahe kommen, können sie miteinander verschmelzen.

Mit freundlicher Genehmigung des Astrofotografen Stefan Kühn.
Diese Prozesse führen zur Umverteilung von Gas, Staub und Sternen, was die Struktur und Morphologie der beteiligten Galaxien verändert. Verschmelzungen können auch zur Bildung von Sternbursts führen – intensiven Phasen der Sternentstehung, die durch das Zusammenwirken von Gas und Staub aus den beteiligten Galaxien ausgelöst werden.
Sternentstehung und -entwicklung in einer Galaxie
Die Entstehung und Entwicklung von Sternen ist ein zentraler Aspekt bei der Entstehung und Evolution von Galaxien. Sterne entstehen aus kollabierenden Gas- und Staubwolken, die unter dem Einfluss der Schwerkraft verdichtet werden. Die Sternentstehungsrate variiert in Abhängigkeit von den Bedingungen innerhalb der Galaxie, wie der Menge an verfügbarem interstellarem Gas und der Dynamik der Galaxie.
Sobald Sterne gebildet sind, durchlaufen sie verschiedene Entwicklungsphasen, die von ihrer Masse und chemischen Zusammensetzung abhängen. Am Ende ihres Lebenszyklus können Sterne als Supernovae explodieren, wodurch chemische Elemente ins interstellare Medium abgegeben werden und neue Generationen von Sternen entstehen.
Dieser Prozess, bekannt als galaktische Chemodynamik, beeinflusst die chemische Zusammensetzung von Galaxien und spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Galaxien im Laufe der Zeit.

Mit freundlicher Genehmigung des Astrofotografen Stefan Kühn.
Die Wechselwirkung zwischen Sternentstehung, Sternentwicklung und der Dynamik der Galaxie führt zu einer fortlaufenden Evolution von Galaxien. Beispielsweise können zentrale Regionen in Galaxien, die eine hohe Sternendichte aufweisen, zu einem erhöhten Gravitationspotenzial führen, was wiederum die Sternentstehungsrate erhöht.
In einigen Fällen kann jedoch auch das Gegenteil eintreten, wenn die Sternentstehungsrate durch bestimmte Faktoren, wie beispielsweise die Anwesenheit eines aktiven galaktischen Kerns, reduziert wird.
Die Erforschung der Entstehung und Entwicklung von Galaxien ermöglicht es uns, ein tieferes Verständnis der grundlegenden Prozesse zu gewinnen, die zur Bildung und Veränderung dieser gewaltigen kosmischen Strukturen führen.

Mit freundlicher Genehmigung des Astrofotografen Stefan Kühn.
Durch Beobachtungen und Simulationen können wir das komplexe Zusammenspiel zwischen Sternen, Gas, Staub, Dunkler Materie und den verschiedenen Kräften, die auf sie einwirken, besser verstehen.
Dieses Wissen hilft uns nicht nur, die Geschichte unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße, besser zu begreifen, sondern auch die Vielfalt der Galaxien im gesamten Universum zu erfassen und die zugrunde liegenden Prinzipien der kosmischen Evolution zu enthüllen.
Galaxien selbst beobachten
Galaxien können auch selbst beobachtet werden. Galaxien haben eine geringe Flächenhelligkeit, wodurch für die visuelle Beobachtung ein Teleskop mit einer sehr großen Öffnung empfehlenswert ist. Gute Modelle sind Dobson-Teleskope bei denen man für den Geldwert eine sehr große Öffnung erhält.
Zu Bedenken ist jedoch, dass mit dem Auge nie die Ereignisse erzielt werden können, wie bei langzeitbelichteten Aufnahmen der Deep Sky Astrofotografie. Außerdem werden die Augen nur ein Schwarz-Weiß-Bild erzeugen.

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Womit du Galaxien wirklich zu Gesicht bekommst
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Wenn Galaxienhaufen zusammenstoßen: Abell 576
Galaxien stehen nicht allein im Raum, sondern in Gruppen und Galaxienhaufen von hunderten bis tausenden Mitgliedern. Und weil sich diese Haufen bewegen, stoßen sie gelegentlich zusammen – die energiereichsten Ereignisse, die das Universum seit dem Urknall kennt.
Zu sehen ist bei so einem Zusammenstoß nicht das, was man erwarten würde. Die einzelnen Galaxien treffen sich praktisch nie: Zwischen ihnen ist so viel leerer Raum, dass sie durcheinander hindurchfliegen. Was tatsächlich kollidiert, ist das heiße Gas zwischen den Galaxien, und das leuchtet im Röntgenbereich. Deshalb sieht man solche Ereignisse nur mit Röntgenteleskopen.
Abell 576 im Sternbild Luchs ist ein Beispiel dafür. Röntgenaufnahmen zeigten 2006 Gasbewegungen, die nicht ins Bild passten: Statt gemächlich zu wabern, schoss das Gas mit rund 3.300 Kilometern pro Sekunde durch den Haufen. Der Astronom Renato Dupke erkannte die Ähnlichkeit zum berühmten Bullet Cluster, bei dem zwei Galaxienhaufen einander durchdrungen haben – nur dass man den Bullet Cluster von der Seite sieht und Abell 576 offenbar genau von vorn. Der Kollisionspartner läge dann direkt hinter dem Haufen, aus unserer Blickrichtung verdeckt.
Solche Kollisionen sind mehr als ein Schauspiel: Weil sich das sichtbare Gas beim Zusammenstoß abbremst, die Dunkle Materie aber ungehindert weiterfliegt, trennen sich beide räumlich voneinander. Genau das gilt als einer der stärksten Belege dafür, dass es Dunkle Materie überhaupt gibt.
Galaxie: unglaubliche Zahlen und Fakten
- Die größte bekannte Galaxie, IC 1101, hat einen Durchmesser von etwa 6 Millionen Lichtjahren, während die kleinste bekannte Zwerggalaxie, Segue 2, nur etwa 90 Lichtjahre misst.
- Es gibt schätzungsweise einige hundert Milliarden bis zwei Billionen Galaxien im beobachtbaren Universum.
- Die Milchstraße und die Andromeda Galaxie sind auf Kollisionskurs und werden in etwa 4 Milliarden Jahren verschmelzen.
- Die Antennengalaxien, ein Paar kollidierender Galaxien, bieten einen spektakulären Anblick: ihre langen, gebogenen Strukturen ähneln Insektenantennen.
- Galaxien können bis zu mehrere Billionen Sterne enthalten, wie die gigantische elliptische Galaxie M87.
- Die Sombrerogalaxie ist berühmt für ihr auffälliges, hutähnliches Aussehen, verursacht durch einen ausgeprägten Staubgürtel, der ihren hellen Kern umgibt.
- Galaxien können aktive galaktische Kerne haben, in denen supermassive schwarze Löcher Materie verschlingen und enorme Mengen an Energie abstrahlen.
- Die kosmische Hintergrundstrahlung, eine Reliktstrahlung aus dem frühen Universum, liefert wichtige Informationen über die Entstehung der ersten Galaxien.
- Gravitationslinseneffekte, verursacht durch massive Galaxien oder Galaxienhaufen, können das Licht von dahinter liegenden Galaxien verzerren und verstärken, was zu beeindruckenden kosmischen Bildern führt.
- Die Milchstraße hat mehrere Zwerggalaxien als Begleiter, darunter die Große und Kleine Magellansche Wolke, die als Satellitengalaxien unseres eigenen Systems fungieren.
- Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, bestehend aus Hunderten oder Tausenden von Galaxien, die durch die Schwerkraft miteinander verbunden sind.
- Die sogenannte “Große Mauer“, ein gigantisches Filament aus Galaxien, erstreckt sich über 1,37 Milliarden Lichtjahre und ist eine der größten bekannten Strukturen im Universum.

Mit dem Weltraumteleskop „Euclid“, das unter anderem Technik aus Jena einsetzt, gelang Forschenden eine zufällige Entdeckung: In einem Testbild, das eigentlich nur der Überprüfung der Funktionsfähigkeit dienen sollte, stießen sie auf einen nahezu perfekten Einsteinring. Dieses ringförmige Phänomen entstand um die bereits seit 1884 bekannte Galaxie NGC 6505, die 590 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist – im kosmischen Maßstab ein eher kurzer Abstand.
Der leuchtende Ring stammt von einer weiter dahinterliegenden, bislang unbekannten Galaxie, die 4,42 Milliarden Lichtjahre entfernt liegt. Ihre Lichtstrahlen werden durch die enorme Schwerkraft von NGC 6505 so stark abgelenkt, dass sie für uns wie ein Kreiskranz um die vordere Galaxie erscheinen. Dieses „Gravitationslinsen“-Phänomen sagt die Allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein bereits voraus und ist äußerst selten zu beobachten.
Die Europäische Weltraumagentur (Esa) hebt hervor, dass es sich um eine besondere Entdeckung handelt: Trotz jahrzehntelanger Beobachtungen von NGC 6505 war ein solcher Einsteinring bisher nicht nachgewiesen worden.
