Sternbild Großer Hund: Sirius finden, Sterne und M 41

Von · Veröffentlicht am · Angaben geprüft am 15. September 2026

Der Große Hund (lateinisch Canis Major) ist ein Sternbild des Winterhimmels und beherbergt mit Sirius den hellsten Stern des gesamten Nachthimmels. Es liegt südöstlich des Orion, umfasst 380 Quadratgrad und steht von Mitteleuropa aus nur knapp über dem Horizont.

⭐ Kurz gesagt: Du findest den Großen Hund, indem du die drei Gürtelsterne des Orion nach links unten verlängerst – nach 23 Grad stößt du auf Sirius. Beste Zeit sind die Februarabende. Der Haken: Sirius klettert in Frankfurt nie höher als 23 Grad, in Hamburg nicht einmal 20 – du brauchst freie Sicht nach Süden.
Aufsuchkarte: Orion-Gürtel nach links unten verlängert führt zu Sirius im Großen Hund
Der Gürtel des Orion zeigt direkt auf Sirius. Eigene Grafik nach J2000-Positionen, sterngucker.de

Auf einen Blick

Lateinischer NameCanis Major
Fläche380 Quadratgrad (Rang 43 von 88)
Hellster SternSirius, −1,46 mag
Beste BeobachtungszeitFebruarabende
Kulminationshöhe Sirius23° in Frankfurt, 20° in Hamburg, 26° in Bern
NachbarnEinhorn, Hase, Taube, Achterdeck, Großer Hund grenzt im Nordwesten an den Orion-Bereich
Bekanntestes Deep-Sky-ObjektM 41, offener Sternhaufen, 4,5 mag
Höhenangaben berechnet als 90° − geografische Breite + Deklination.

Den Großen Hund finden

Es gibt am ganzen Himmel kaum eine einfachere Peilung. Verlängere die drei Gürtelsterne des Orion nach links unten, und nach 23 Grad triffst du auf Sirius – das entspricht gut zwei ausgestreckten Handbreiten.

Verwechseln kannst du ihn kaum. Sirius ist mit Abstand das hellste Objekt in dieser Himmelsgegend und funkelt wegen seiner geringen Höhe oft auffallend bunt – rot, blau und weiß im Wechsel.

Gegenprobe: Ziehst du die Gürtellinie stattdessen nach rechts oben, landest du beim orangen Aldebaran im Stier. Zwei Richtungen, zwei berühmte Sterne – damit sitzt die Orientierung am Winterhimmel.

Die Figur selbst zu erkennen, braucht dagegen einen dunklen Himmel. Der Rumpf mit Adhara, Wezen und Aludra steht noch tiefer als Sirius und verschwindet in der Stadt im Dunst.

Die Sterne des Großen Hundes

SternHelligkeitEntfernungTyp
Sirius (α CMa)−1,46 mag8,6 Lichtjahreweißer Hauptreihenstern A1 V
Adhara (ε CMa)1,50 magrund 430 Lichtjahreblauer Riese B2 II
Wezen (δ CMa)1,83 magrund 1.600 Lichtjahregelber Überriese F8 Ia
Mirzam (β CMa)1,98 magrund 490 Lichtjahreveränderlicher B1 II/III
Aludra (η CMa)2,45 magrund 2.000 Lichtjahreblauer Überriese B5 Ia
Furud (ζ CMa)3,02 magrund 340 LichtjahreB2,5 V
Der Kontrast ist enorm: Sirius steht 8,6 Lichtjahre entfernt, Aludra rund 2.000 – sie stehen nur scheinbar nebeneinander.

Diese Tabelle erzählt die eigentliche Geschichte des Sternbilds. Sirius ist nur deshalb der hellste Stern am Himmel, weil er einer der nächsten ist – an echter Leuchtkraft übertrifft ihn jeder andere Stern dieser Liste um ein Vielfaches.

Aludra etwa strahlt Zehntausende Male heller als Sirius. Er steht nur rund 230-mal weiter weg – und landet deshalb auf Platz fünf statt Platz eins.

Sirius: der hellste Stern und sein unsichtbarer Begleiter

Sirius ist ein Doppelstern. Um ihn kreist in gut 50 Jahren Sirius B, ein Weißer Zwerg von etwa 8,4 mag – ein ausgebrannter Sternrest mit der Masse der Sonne, zusammengepresst auf Erdgröße.

Ihn zu sehen, gehört zu den sportlichsten Aufgaben für Amateure. Das Problem ist nicht die Helligkeit, sondern der Kontrast: Sirius A überstrahlt ihn um das Zehntausendfache bei wenigen Bogensekunden Abstand.

Die gute Nachricht: Der Abstand der beiden ist derzeit nahe seinem Maximum. Wer es versuchen will, braucht mindestens 150 mm Öffnung, eine sehr ruhige Nacht und Geduld – und sollte Sirius möglichst in der Kulmination erwischen.

Mehr über den Stern selbst – Entfernung, Eigenbewegung und die Rätsel um seine Farbe in antiken Quellen – steht auf unserer Seite zu Sirius.

Warum er bei uns so tief steht

Sirius hat eine Deklination von rund −17 Grad, steht also deutlich südlich des Himmelsäquators. In Frankfurt erreicht er im besten Moment 23 Grad Höhe, in Hamburg nicht einmal 20 – und der Rest des Hundes steht noch tiefer.

Balkendiagramm der Kulminationshöhen von Sirius und Adhara in elf Städten
Je weiter südlich dein Standort, desto besser. Eigene Berechnung, sterngucker.de

Das hat Folgen, die man kennen sollte. Unter etwa 20 Grad Höhe schluckt die Luft so viel Licht, dass Farben verfälschen und Teleskopbilder unruhig werden – das berühmte Funkeln von Sirius ist genau das.

Häufiger Irrtum: Das bunte Blitzen von Sirius ist keine Eigenschaft des Sterns. Es entsteht in unserer Atmosphäre, weil das Licht bei so flachem Einfall durch besonders viel unruhige Luft muss. Vom Süden Europas aus, wo Sirius höher steht, ist der Effekt deutlich schwächer.

Wann der Große Hund zu sehen ist

Das Sternbild ist ein reines Winterobjekt. Von Dezember bis März steht Sirius abends über dem Südhorizont, am besten im Februar – dann kulminiert er gegen halb zehn Uhr abends.

MonatHöhe um 22 UhrKulmination
Dezember01:37 Uhr
Januar20°23:31 Uhr
Februar23°21:29 Uhr
März16°19:39 Uhr
April10°18:37 Uhr
Mai bis Novemberunter dem Horizonttagsüber
Berechnet für Frankfurt am Main. Die Zeiten wiederholen sich jedes Jahr fast auf die Minute.

Im Hochsommer steht Sirius mit der Sonne am Tageshimmel. Genau daraus stammt der Begriff Hundstage: In der Antike tauchte Sirius Ende Juli erstmals wieder in der Morgendämmerung auf – zeitgleich mit der größten Hitze.

Mit der Hitze hat der Stern natürlich nichts zu tun. Die Gleichzeitigkeit war reiner Zufall – und durch die Präzession der Erdachse hat sich der Termin seit der Antike ohnehin verschoben.

M 41: der Sternhaufen unter Sirius

Vier Grad südlich von Sirius steht M 41, ein offener Sternhaufen mit rund 100 Mitgliedern in etwa 2.300 Lichtjahren Entfernung. Mit 4,5 mag ist er unter dunklem Himmel schon mit bloßem Auge als Fleck zu ahnen.

Sein natürliches Instrument ist das Fernglas. Der Haufen ist gut so groß wie der Vollmond – in einem Teleskop mit hoher Vergrößerung sieht man nur noch Ausschnitte davon.

So findest du ihn: Stelle Sirius an den oberen Rand des Fernglas-Gesichtsfelds. M 41 steht dann ungefähr in der Mitte – vier Grad entsprechen bei einem 10×50-Fernglas knapp zwei Dritteln des Felds.

Im selben Sternbild steht übrigens VY Canis Majoris, einer der größten bekannten Sterne überhaupt. Mit bloßem Auge ist er nicht zu sehen – er liegt rund 3.900 Lichtjahre entfernt hinter dichten Staubwolken. Den Rekordhalter unter den Riesensternen stellt allerdings Stephenson 2-18.

Fernglas oder Teleskop

Für dieses Sternbild ist die Antwort ungewöhnlich eindeutig. M 41 und die weiten Sternfelder der Wintermilchstraße verlangen ein großes Gesichtsfeld, kein hohes Vergrößern – ein Fernglas gewinnt hier sachlich.

Für M 41 die richtige Wahl: Celestron Cometron 7x50

Celestron Cometron 7x50

Der Astronomie-Klassiker unter den günstigen Ferngläsern: 7×50 mit großer Austrittspupille für helle Mond- und Milchstraßenbilder aus der Hand – ideal als erster Schritt vor dem Teleskop.

Preis: 65 €

Empfohlen statt des derzeit nicht lieferbaren Omegon Brightsky 10x50.

Auf Lager · versandfertig in 24 h

Verfügbarkeit prüfen* →

Wann sich das Teleskop trotzdem lohnt

Sobald du Sirius B trennen willst, führt kein Weg an Öffnung vorbei. Unter 150 mm brauchst du es gar nicht zu versuchen, und selbst dann entscheidet die Luftruhe.

Wenn du mehr willst: der nächste Schritt
Der Skyliner 200/1200 Dobson bringt 200 mm Öffnung mit. Konkret heißt das hier: Sirius B wird bei ruhiger Luft überhaupt erst erreichbar, und M 41 löst sich bis in die schwächeren Mitglieder auf. Der Aufpreis lohnt sich, wenn dich Doppelsterne und Deep-Sky dauerhaft interessieren – für den Anblick des Sternbilds selbst ist er nicht nötig.

Für Fortgeschrittene: Skywatcher Dobson N 200/1200 Skyliner Classic

Skywatcher Dobson N 200/1200 Skyliner Classic

200 mm Öffnung — das Maximum an Himmel fürs Budget. Auf den Boden stellen, von Hand zeigen: Nebel, Sternhaufen und Galaxien über Jahre.

Preis: 479 €

Auf Lager · versandfertig in 3-7 Tagen

Verfügbarkeit prüfen* →

* Affiliate-Link: Wenn du über diesen Link bestellst, erhalten wir eine kleine Provision von Astroshop. Der Preis ändert sich für dich nicht.

Häufige Fragen zum Großen Hund

Wie finde ich das Sternbild Großer Hund?

Verlängere die drei Gürtelsterne des Orion nach links unten. Nach etwa 23 Grad – gut zwei Handbreiten bei ausgestrecktem Arm – stößt du auf Sirius, den hellsten Stern des Himmels. Der Rest der Figur liegt darunter und südöstlich davon.

Welcher Stern ist der hellste im Großen Hund?

Sirius mit −1,46 mag. Er ist zugleich der hellste Stern des gesamten Nachthimmels – nicht weil er besonders leuchtkräftig wäre, sondern weil er mit 8,6 Lichtjahren zu unseren nächsten Nachbarn gehört.

Warum funkelt Sirius so stark und bunt?

Weil er von Mitteleuropa aus sehr tief steht. Sein Licht durchquert dadurch besonders viel Atmosphäre, die es wie ein unruhiges Prisma zerlegt. Der Effekt liegt an der Luft, nicht am Stern.

Wann sieht man den Großen Hund am besten?

An klaren Februarabenden. Dann steht Sirius gegen halb zehn Uhr am höchsten. Von Mai bis November ist das Sternbild von Mitteleuropa aus praktisch nicht zu beobachten, weil es nur tagsüber über dem Horizont steht.

Was haben die Hundstage mit dem Sternbild zu tun?

Der Name stammt von Sirius, dem Hundsstern. In der Antike erschien er Ende Juli erstmals wieder in der Morgendämmerung – genau zur heißesten Zeit des Jahres. Einen Zusammenhang mit dem Wetter gibt es nicht, nur eine zeitliche Gleichzeitigkeit.

Kann man Sirius B mit einem Amateurteleskop sehen?

Mit mindestens 150 mm Öffnung und sehr ruhiger Luft ja, einfach ist es nicht. Der Weiße Zwerg steht dicht neben einem zehntausendfach helleren Stern. Am besten gelingt es, wenn Sirius seinen höchsten Punkt erreicht hat.

Weiterlesen