Sirius: Der hellste Stern am Himmel – Fakten & Beobachtung

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 16. Oktober 2026

Sirius ist der hellste Stern des Nachthimmels: ein Doppelstern im Sternbild Großer Hund, nur 8,6 Lichtjahre entfernt und rund 25-mal leuchtkräftiger als die Sonne.

Mehr dazu im Überblick: Sterne.

Kurz gesagt: Sirius ist mit −1,46 mag der hellste Stern am Nachthimmel und nur 8,6 Lichtjahre (rund 81 Billionen km) entfernt. Er ist ein Doppelstern: ein heißer weißer Hauptstern mit doppelter Sonnenmasse und ein erdgroßer Weißer Zwerg, Sirius B. Von Deutschland aus siehst du ihn im Winter tief im Süden, links unterhalb des Orion.

Sirius im Steckbrief: hellster Stern am Nachthimmel (−1,46 mag) · Entfernung 8,6 Lichtjahre · Sternbild Großer Hund · Doppelstern mit Weißem Zwerg (Sirius B) · sichtbar von Deutschland: Winterhalbjahr

Der hellste Stern des Nachthimmels

Sirius – der „Hundsstern“ im Sternbild Großer Hund – überstrahlt jeden anderen Stern am Himmel. Das liegt an einer Doppelbegabung: Er leuchtet tatsächlich rund 25-mal stärker als die Sonne, und er ist mit 8,6 Lichtjahren einer unserer nächsten Nachbarn. Sein bläulich-weißes Funkeln, das nahe am Horizont oft alle Farben durchläuft, ist kein Eigenleben des Sterns, sondern Luftunruhe unserer Atmosphäre.

Sirius-Steckbrief: die wichtigsten Daten

EigenschaftSirius ASirius B
Artweißer Hauptreihenstern (Spektraltyp A)Weißer Zwerg
Scheinbare Helligkeit−1,46 mag8,4 mag
Masse2,06 Sonnenmassen1,02 Sonnenmassen
Radius1,71 Sonnenradienca. 5.600 km (kleiner als die Erde)
Oberflächentemperaturca. 9.800 Kca. 25.000 K
Leuchtkraftca. 25-mal die Sonnesehr gering
Umlaufzeit um den gemeinsamen Schwerpunkt50,1 Jahre
Entfernung8,6 Lichtjahre (ca. 81 Billionen km)
SternbildGroßer Hund (Canis Major), Bezeichnung α Canis Majoris

Mit knapp 10.000 Kelvin ist Sirius A deutlich heißer als unsere Sonne, die an der Oberfläche rund 5.800 Kelvin hat. Deshalb leuchtet er weiß mit einem Hauch Blau. Und er kommt näher: Weil er sich mit 5,5 km pro Sekunde auf uns zubewegt, wird er in den nächsten 60.000 Jahren noch etwas heller.

Was bedeutet der Name Sirius?

Der Name stammt vom griechischen Seirios, was so viel wie „glühend“ oder „versengend“ bedeutet. Das passt zu einem Stern, der alle anderen überstrahlt. Die Römer nannten ihn Canicula, das Hündchen – daher auch der deutsche Beiname Hundsstern.

Die Astronomen bezeichnen ihn nüchtern als α Canis Majoris, also den hellsten Stern im Großen Hund. Der Hund selbst gehört in der Sage zum Jäger Orion, dem er am Himmel folgt.

So findest du Sirius

Kinderleicht: Verlängere die drei Gürtelsterne des Orion nach links unten – der auffällig helle Stern dort ist Sirius. Beste Sichtbarkeit von Deutschland: Dezember bis März am Süd-Abendhimmel. Im Sommer steht er zu nah an der Sonne.

Wann und wo steht Sirius im Jahreslauf?

Ab Anfang September taucht Sirius wieder am Morgenhimmel auf. Kurz vor der Dämmerung siehst du ihn dann tief im Südosten. Im Laufe des Herbstes geht er jeden Tag etwa vier Minuten früher auf.

Um den Jahreswechsel steht er gegen Mitternacht am höchsten im Süden. Im Februar und März findest du ihn schon am frühen Abend. Im Frühling rückt er immer tiefer in die Abenddämmerung, bis er etwa im Mai im Südwesten verschwindet.

Wie hoch steht Sirius in Deutschland?

Nicht besonders hoch, denn Sirius liegt weit südlich am Himmel. In Hamburg klettert er höchstens auf rund 20 Grad über den Horizont, in Frankfurt auf gut 23 Grad und in München auf etwa 25 Grad. Zum Vergleich: Eine ausgestreckte Faust deckt ungefähr 10 Grad ab.

Gerade weil er so tief steht, funkelt er so kräftig. Sein Licht muss einen langen Weg durch unruhige Luftschichten nehmen. Ein freier Blick nach Süden ohne Häuser und Bäume ist deshalb Gold wert.

Zusammen mit Beteigeuze im Orion und Prokyon im Kleinen Hund bildet Sirius das Winterdreieck, ein großes, fast gleichseitiges Dreieck am Winterhimmel. Mit einer drehbaren Sternkarte findest du diese Winterfiguren auch ohne App schnell – stell einfach Datum und Uhrzeit ein:

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Der versteckte Begleiter: Sirius B

Sirius ist ein Doppelstern: Um den hellen Hauptstern kreist alle 50 Jahre Sirius B, liebevoll „das Welpchen“ genannt – ein Weißer Zwerg von Erdgröße, aber Sonnenmasse. Ein Teelöffel seiner Materie wöge Tonnen. Er wurde 1862 entdeckt und war erst der zweite je gefundene Weiße Zwerg. Wegen des gleißenden Hauptsterns ist er selbst für größere Amateurteleskope eine echte Herausforderung.

Seine Existenz sagte Friedrich Wilhelm Bessel schon 1844 voraus. Ihm war aufgefallen, dass Sirius am Himmel leicht hin und her schlingert. Gesehen hat den Begleiter erst Alvan Graham Clark am 31. Januar 1862, beim Test eines neuen Linsenteleskops.

Gerade ist eine gute Zeit für einen Versuch: Die beiden Sterne stehen derzeit mit rund 11 Bogensekunden fast maximal weit auseinander. Du brauchst aber ruhige Luft, hohe Vergrößerung und mindestens 10 bis 15 cm Öffnung, also Durchmesser der Hauptoptik. Welches Teleskop sich für solche Herausforderungen lohnt, zeigt unser Teleskop-Test.

Sirius im Vergleich mit anderen Sternen

Der zweithellste Stern am ganzen Himmel, Canopus mit −0,74 mag, ist nur etwa halb so hell. Den bekommst du von Deutschland aus aber nie zu sehen, er steht zu weit im Süden. Heller als Sirius sind an unserem Himmel nur Mond, Venus, Jupiter und zeitweise Mars.

Neben Überriesen wie Rigel oder Beteigeuze wirkt Sirius wie ein Winzling. Er ist nur knapp doppelt so groß wie die Sonne. Seine Helligkeit am Himmel verdankt er vor allem der Nähe: Stünde er so weit weg wie Rigel, rund 860 Lichtjahre, könntest du ihn mit bloßem Auge gar nicht mehr sehen.

Sirius in der Geschichte

Kaum ein Stern hat Kulturen so geprägt: Im alten Ägypten kündigte sein erstes Erscheinen am Morgenhimmel die Nilflut an und definierte den Kalender. Die „Hundstage“ im Hochsommer heißen bis heute nach ihm – man glaubte, Sirius heize gemeinsam mit der Sonne der Erde ein.

Häufige Fragen

Warum funkelt Sirius so stark?

Sein Licht durchquert bei uns oft dicke Luftschichten nahe am Horizont. Turbulenzen brechen es ständig neu – das erzeugt das farbige Flackern.

Ist Sirius ein Planet oder ein Stern?

Ein Stern – genauer ein Doppelsternsystem aus dem hellen Hauptstern Sirius A und dem Weißen Zwerg Sirius B.

Wann sieht man Sirius in Deutschland?

Im Winterhalbjahr, am besten von Dezember bis März am südlichen Abendhimmel, unterhalb links des Orion.

Ist Sirius der größte Stern?

Nein, nur der hellste an unserem Himmel – dank seiner Nähe. Riesensterne wie Beteigeuze sind hunderte Male größer, aber viel weiter entfernt.

Wie weit ist Sirius von der Erde entfernt?

Rund 8,6 Lichtjahre, das sind etwa 81 Billionen Kilometer. Sein Licht ist also gut achteinhalb Jahre zu uns unterwegs. Damit ist Sirius das fünftnächste Sternsystem nach der Sonne.

Wann sind die Hundstage?

In Mitteleuropa traditionell vom 23. Juli bis 23. August. Der Name erinnert an den Morgenaufgang des Sirius im Hochsommer. Wegen der langsamen Taumelbewegung der Erdachse taucht er in Deutschland heute aber erst ab etwa Ende August am Morgenhimmel auf.

Ist Sirius heller als Venus?

Nein. Venus ist am Abend- oder Morgenhimmel ein Vielfaches heller als Sirius, ebenso Jupiter. Ein Unterschied hilft beim Erkennen: Planeten funkeln kaum, Sirius dagegen stark.