
Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 14. September 2026
Kepler 16b ist ein Exoplanet im Sternbild Schwan, der nicht einen, sondern gleich zwei Sterne umkreist – ein Planet in einem Doppelsternsystem, entdeckt 2007.
Faszinierend an den Wechselwirkungen der verschiedenen Himmelskörper sind ihre gegenseitige Beeinflussung, Störung oder Stabilisierung. Besonders bei Sternensystemen sind es oft mehrere Paare, die nicht nur zueinander, sondern zu weiteren Paaren in lockerer oder festerer Bindung stehen.
Weil wir nur unsere »einsame« Sonne als Zentralgestirn kennen, zeichnen Künstler fantasievoll, wie wohl die Bewohner eines fernen Planeten beispielsweise den Auf- und Untergang zweier Sonnen eines Doppelsternensystems sehen. Die Vielfalt der Bindungsverhältnisse ist offensichtlich noch längst nicht vollständig entdeckt, wie die Entdeckung des Exoplaneten Kepler -16b aus dem Jahr 2007 zeigt.
Exoplanet Kepler -16b – Wissenschaftliches Rätsel
Kepler -16 ist ein Sternensystem im Sternbild Schwan (Nordhimmel). Dort wurde 2007 zum ersten Mal seit der Entdeckungsflut von Exoplaneten ein Begleiter entdeckt, der nicht eine Sonne umkreist, die ihrerseits um eine andere läuft, sondern der die beiden Sterne umläuft.
Seine Existenz widerspricht allen Theorien über Doppelsternensysteme, Planetenentstehung und theoretische Voraussetzungen solcher Bahnen. Bis zu dieser Entdeckung galt als Voraussetzung, dass ein exosolarer Planet wirklich stabil um ein Doppelsystem kreisen könne, wenn er einen Mindestabstand zu den Sternen vom Siebenfachen ihres Abstands untereinander einhielte. Im Falle des Planeten Kepler -16b sind es jedoch nur ca. 3 ½ Mal.
Außerdem wurden in anderen Sternensystemen bisher zuerst Gasriesen, einige davon vom Typ »Hot Jupiter«, später »Super-Erden« (theoretische Gesteinsplaneten) entdeckt.
Im Doppelsternensystem Kepler -16 ist es jedoch ein saturnähnlicher Planet, halb Gesteins-, halb Gasriese. Die Astronomen rechnen mit langjährigen Studien, um herauszufinden, wie es zu dieser Zusammensetzung eines exosolaren Planeten kommen kann.
Entdeckung ruft Exobiologen auf den Plan
Die Suche nach Leben in Sternensystemen bleibt bisher ebenso theoretisch wie die Einschätzung habitabler Zonen im interstellaren Raum. Exobiologen spielten das Szenario um das Doppelsternensystem Kepler -16 nun unter der Maßgabe durch, dass der exosolare Planet Kepler -16b habitabel (lebensfreundlich im astronomischen Sinne) sein könnte.
Zwar erfüllt er einige Kriterien, beispielsweise eine stabile Umlaufbahn um beide Sonnen. Doch laut Simulationen ist es dort mit unter – 100 °C für Leben im bekannten Sinne zu kalt. Auch erhält er bei seinem Umlauf weniger Licht als die Erde von der Sonne trotz seiner »Doppelbeleuchtung«.
Denn die beiden Sterne sind um ein Vielfaches kleiner und »kühler« als unser Zentralgestirn. Selbst zusammen reicht ihre Beleuchtung nicht für eine ausreichende Oberflächenerwärmung aus.
