Von Alexander Merz · Veröffentlicht am · Angaben geprüft am 15. September 2026
Der Große Hund (lateinisch Canis Major) ist ein Sternbild des Winterhimmels und beherbergt mit Sirius den hellsten Stern des gesamten Nachthimmels. Es liegt südöstlich des Orion, umfasst 380 Quadratgrad und steht von Mitteleuropa aus nur knapp über dem Horizont.

Auf einen Blick
| Lateinischer Name | Canis Major |
| Fläche | 380 Quadratgrad (Rang 43 von 88) |
| Hellster Stern | Sirius, −1,46 mag |
| Beste Beobachtungszeit | Februarabende |
| Kulminationshöhe Sirius | 23° in Frankfurt, 20° in Hamburg, 26° in Bern |
| Nachbarn | Einhorn, Hase, Taube, Achterdeck, Großer Hund grenzt im Nordwesten an den Orion-Bereich |
| Bekanntestes Deep-Sky-Objekt | M 41, offener Sternhaufen, 4,5 mag |
Den Großen Hund finden
Es gibt am ganzen Himmel kaum eine einfachere Peilung. Verlängere die drei Gürtelsterne des Orion nach links unten, und nach 23 Grad triffst du auf Sirius – das entspricht gut zwei ausgestreckten Handbreiten.
Verwechseln kannst du ihn kaum. Sirius ist mit Abstand das hellste Objekt in dieser Himmelsgegend und funkelt wegen seiner geringen Höhe oft auffallend bunt – rot, blau und weiß im Wechsel.
Die Figur selbst zu erkennen, braucht dagegen einen dunklen Himmel. Der Rumpf mit Adhara, Wezen und Aludra steht noch tiefer als Sirius und verschwindet in der Stadt im Dunst.
Die Sterne des Großen Hundes
| Stern | Helligkeit | Entfernung | Typ |
|---|---|---|---|
| Sirius (α CMa) | −1,46 mag | 8,6 Lichtjahre | weißer Hauptreihenstern A1 V |
| Adhara (ε CMa) | 1,50 mag | rund 430 Lichtjahre | blauer Riese B2 II |
| Wezen (δ CMa) | 1,83 mag | rund 1.600 Lichtjahre | gelber Überriese F8 Ia |
| Mirzam (β CMa) | 1,98 mag | rund 490 Lichtjahre | veränderlicher B1 II/III |
| Aludra (η CMa) | 2,45 mag | rund 2.000 Lichtjahre | blauer Überriese B5 Ia |
| Furud (ζ CMa) | 3,02 mag | rund 340 Lichtjahre | B2,5 V |
Diese Tabelle erzählt die eigentliche Geschichte des Sternbilds. Sirius ist nur deshalb der hellste Stern am Himmel, weil er einer der nächsten ist – an echter Leuchtkraft übertrifft ihn jeder andere Stern dieser Liste um ein Vielfaches.
Aludra etwa strahlt Zehntausende Male heller als Sirius. Er steht nur rund 230-mal weiter weg – und landet deshalb auf Platz fünf statt Platz eins.
Sirius: der hellste Stern und sein unsichtbarer Begleiter
Sirius ist ein Doppelstern. Um ihn kreist in gut 50 Jahren Sirius B, ein Weißer Zwerg von etwa 8,4 mag – ein ausgebrannter Sternrest mit der Masse der Sonne, zusammengepresst auf Erdgröße.
Ihn zu sehen, gehört zu den sportlichsten Aufgaben für Amateure. Das Problem ist nicht die Helligkeit, sondern der Kontrast: Sirius A überstrahlt ihn um das Zehntausendfache bei wenigen Bogensekunden Abstand.
Die gute Nachricht: Der Abstand der beiden ist derzeit nahe seinem Maximum. Wer es versuchen will, braucht mindestens 150 mm Öffnung, eine sehr ruhige Nacht und Geduld – und sollte Sirius möglichst in der Kulmination erwischen.
Mehr über den Stern selbst – Entfernung, Eigenbewegung und die Rätsel um seine Farbe in antiken Quellen – steht auf unserer Seite zu Sirius.
Warum er bei uns so tief steht
Sirius hat eine Deklination von rund −17 Grad, steht also deutlich südlich des Himmelsäquators. In Frankfurt erreicht er im besten Moment 23 Grad Höhe, in Hamburg nicht einmal 20 – und der Rest des Hundes steht noch tiefer.

Das hat Folgen, die man kennen sollte. Unter etwa 20 Grad Höhe schluckt die Luft so viel Licht, dass Farben verfälschen und Teleskopbilder unruhig werden – das berühmte Funkeln von Sirius ist genau das.
Wann der Große Hund zu sehen ist
Das Sternbild ist ein reines Winterobjekt. Von Dezember bis März steht Sirius abends über dem Südhorizont, am besten im Februar – dann kulminiert er gegen halb zehn Uhr abends.
| Monat | Höhe um 22 Uhr | Kulmination |
|---|---|---|
| Dezember | 8° | 01:37 Uhr |
| Januar | 20° | 23:31 Uhr |
| Februar | 23° | 21:29 Uhr |
| März | 16° | 19:39 Uhr |
| April | 10° | 18:37 Uhr |
| Mai bis November | unter dem Horizont | tagsüber |
Im Hochsommer steht Sirius mit der Sonne am Tageshimmel. Genau daraus stammt der Begriff Hundstage: In der Antike tauchte Sirius Ende Juli erstmals wieder in der Morgendämmerung auf – zeitgleich mit der größten Hitze.
Mit der Hitze hat der Stern natürlich nichts zu tun. Die Gleichzeitigkeit war reiner Zufall – und durch die Präzession der Erdachse hat sich der Termin seit der Antike ohnehin verschoben.
M 41: der Sternhaufen unter Sirius
Vier Grad südlich von Sirius steht M 41, ein offener Sternhaufen mit rund 100 Mitgliedern in etwa 2.300 Lichtjahren Entfernung. Mit 4,5 mag ist er unter dunklem Himmel schon mit bloßem Auge als Fleck zu ahnen.
Sein natürliches Instrument ist das Fernglas. Der Haufen ist gut so groß wie der Vollmond – in einem Teleskop mit hoher Vergrößerung sieht man nur noch Ausschnitte davon.
Im selben Sternbild steht übrigens VY Canis Majoris, einer der größten bekannten Sterne überhaupt. Mit bloßem Auge ist er nicht zu sehen – er liegt rund 3.900 Lichtjahre entfernt hinter dichten Staubwolken. Den Rekordhalter unter den Riesensternen stellt allerdings Stephenson 2-18.
Fernglas oder Teleskop
Für dieses Sternbild ist die Antwort ungewöhnlich eindeutig. M 41 und die weiten Sternfelder der Wintermilchstraße verlangen ein großes Gesichtsfeld, kein hohes Vergrößern – ein Fernglas gewinnt hier sachlich.
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Wann sich das Teleskop trotzdem lohnt
Sobald du Sirius B trennen willst, führt kein Weg an Öffnung vorbei. Unter 150 mm brauchst du es gar nicht zu versuchen, und selbst dann entscheidet die Luftruhe.
Der Skyliner 200/1200 Dobson bringt 200 mm Öffnung mit. Konkret heißt das hier: Sirius B wird bei ruhiger Luft überhaupt erst erreichbar, und M 41 löst sich bis in die schwächeren Mitglieder auf. Der Aufpreis lohnt sich, wenn dich Doppelsterne und Deep-Sky dauerhaft interessieren – für den Anblick des Sternbilds selbst ist er nicht nötig.
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Häufige Fragen zum Großen Hund
Wie finde ich das Sternbild Großer Hund?
Verlängere die drei Gürtelsterne des Orion nach links unten. Nach etwa 23 Grad – gut zwei Handbreiten bei ausgestrecktem Arm – stößt du auf Sirius, den hellsten Stern des Himmels. Der Rest der Figur liegt darunter und südöstlich davon.
Welcher Stern ist der hellste im Großen Hund?
Sirius mit −1,46 mag. Er ist zugleich der hellste Stern des gesamten Nachthimmels – nicht weil er besonders leuchtkräftig wäre, sondern weil er mit 8,6 Lichtjahren zu unseren nächsten Nachbarn gehört.
Warum funkelt Sirius so stark und bunt?
Weil er von Mitteleuropa aus sehr tief steht. Sein Licht durchquert dadurch besonders viel Atmosphäre, die es wie ein unruhiges Prisma zerlegt. Der Effekt liegt an der Luft, nicht am Stern.
Wann sieht man den Großen Hund am besten?
An klaren Februarabenden. Dann steht Sirius gegen halb zehn Uhr am höchsten. Von Mai bis November ist das Sternbild von Mitteleuropa aus praktisch nicht zu beobachten, weil es nur tagsüber über dem Horizont steht.
Was haben die Hundstage mit dem Sternbild zu tun?
Der Name stammt von Sirius, dem Hundsstern. In der Antike erschien er Ende Juli erstmals wieder in der Morgendämmerung – genau zur heißesten Zeit des Jahres. Einen Zusammenhang mit dem Wetter gibt es nicht, nur eine zeitliche Gleichzeitigkeit.
Kann man Sirius B mit einem Amateurteleskop sehen?
Mit mindestens 150 mm Öffnung und sehr ruhiger Luft ja, einfach ist es nicht. Der Weiße Zwerg steht dicht neben einem zehntausendfach helleren Stern. Am besten gelingt es, wenn Sirius seinen höchsten Punkt erreicht hat.
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