Sternbild Fische (Pisces): Sterne finden, beste Zeit und M 74

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 31. Oktober 2026

Das Sternbild Fische – lateinisch Pisces – ist ein Tierkreis-Sternbild des Herbsthimmels zwischen dem Wassermann und dem Widder. Mit 889 Quadratgrad liegt es auf Rang 14 der 88 Sternbilder, hat aber keinen Stern heller als 3,6 mag. Zwei Fische, an den Schwänzen mit einem Band verknotet, umrahmen dabei das Pegasus-Quadrat.

⭐ Kurz gesagt: Du findest die Fische unter und links vom Pegasus-Quadrat: 12° fast senkrecht unter Markab liegt der Kranz, ein kleiner Ring aus sechs schwachen Sternen. Von dort läuft ein langes Band nach links zum Knotenstern Alrescha. Am besten siehst du das Sternbild im Oktober und November am Abend, rund 40° hoch im Süden – aber nur unter einem halbwegs dunklen Himmel.

Aufsuchkarte Sternbild Fische: der Kranz des westlichen Fisches 12 Grad unter Markab, das lange Band über Omega zum Knotenstern Alrescha, der nördliche Fisch über Alpherg mit der Galaxie M 74, dazu der rote Kohlenstoffstern TX Piscium
Aufsuchkarte mit Blick nach Süden im November gegen 21 Uhr: Der westliche Fisch hängt unter dem Pegasus-Quadrat, der nördliche zieht links hinauf Richtung Andromeda. Grafik: sterngucker.de, Winkel eigene Berechnung (Hipparcos-Positionen)

Sternbild Fische im Steckbrief

Die Fische gehören zu den 48 klassischen Sternbildern des Ptolemäus. In ihnen liegt heute der Frühlingspunkt, an dem die Sonne im März den Himmelsäquator nach Norden überquert – der Nullpunkt aller Himmelskoordinaten.

MerkmalWert
Lateinischer NamePisces (Genitiv Piscium, Kürzel Psc)
Fläche889 Quadratgrad – Rang 14 von 88
Hellster SternAlpherg (η Psc), 3,6 mag
Bekanntester SternAlrescha (α Psc), 3,8 mag, der Knoten
Beste BeobachtungszeitOktober und November am Abend, Süden
Sonne im Sternbildetwa 12. März bis 18. April
Sternzeichen Fische20. Februar bis 20. März
Messier-ObjektM 74 (Spiralgalaxie)
BesonderheitFrühlingspunkt, Kranz, roter Kohlenstoffstern TX Psc
NachbarnWassermann, Pegasus, Andromeda, Dreieck, Widder, Walfisch
Fläche nach IAU, Helligkeiten nach Hipparcos; Sonnendaten gerundet, sie verschieben sich je nach Jahr um einen Tag.

Durch die Fische läuft die Ekliptik, die scheinbare Bahn der Sonne. Deshalb ziehen Mond und Planeten regelmäßig durch das Sternbild – ein heller „Stern“, der nicht in die Karte passt, ist dort fast immer ein Planet.

Sternbild Fische am Himmel finden: unter dem Pegasus-Quadrat

Die Fische sind lang, schwach und weit verstreut. Der sichere Einstieg ist das helle Pegasus-Quadrat, das im Herbst hoch im Süden steht; die Fische umrahmen es unten und links.

Weg 1: von Markab zum Kranz

  • Schritt 1: Such im Süden das Pegasus-Quadrat. Seine rechte untere Ecke ist Markab.
  • Schritt 2: Geh von Markab gut eine Faust, 12°, fast senkrecht nach unten. Dort steht γ Piscium, der hellste Stern des Kranzes.
  • Schritt 3: Links davon schließt sich ein Ring aus sechs schwachen Sternen an, gut 6° breit – der Kopf des westlichen Fisches. Im Fernglas ist er sofort zu erkennen.

Weg 2: das Band bis Alrescha und hinauf zu Alpherg

Vom Kranz läuft eine lange, flache Sternkette über ω Psc nach links bis zu Alrescha, dem Knoten, an dem beide Fischbänder zusammenlaufen. Von dort zieht der zweite Fisch steil nach oben über Alpherg bis kurz vor die Andromeda; Alpherg findest du auch 8° unterhalb von Sheratan im Widder.

PeilungAbstandWas du dort findest
Markab → γ Psc12°Kranz des westlichen Fisches, Hauptpeilung
γ Psc → ι Psc6°Breite des Kranzes
Algenib → ω Psc9°Beginn des langen Bandes
λ Psc → TX Psc2°tiefroter Kohlenstoffstern
Alrescha → Alpherg15°hinauf in den nördlichen Fisch
Sheratan (Widder) → Alpherg8°zweiter Weg zu Alpherg
Alpherg → M 741,3°Spiralgalaxie, nur im Teleskop
Winkelabstände: eigene Berechnung aus Hipparcos-Positionen. Die ausgestreckte Faust deckt etwa 10° ab.

Achtung, Erwartungscheck: Die meisten Fische-Sterne sind 4. und 5. Größe. Unter Stadthimmel siehst du oft nur Alpherg und γ Psc, den Kranz gar nicht – nimm ein Fernglas oder fahr aufs Land. Wie dunkel dein Himmel ist, verrät die Bortle-Skala.

Wann die Fische zu sehen sind: Monat für Monat

Die Fische sind ein Sternbild der Herbstabende. Der Kranz im Westen steht im Oktober gegen 23 Uhr am höchsten, Alrescha im Osten erst im November gegen 22:40 Uhr. Im November steht damit das ganze Sternbild am Abend günstig.

MonatHöchststand Kranz (γ)Höchststand AlreschaBewertung
August03:04 Uhr05:49 Uhrnur am frühen Morgen
September01:02 Uhr03:47 Uhrnach Mitternacht
Oktober23:00 Uhr01:48 Uhrgut
November19:58 Uhr22:42 Uhrbeste Zeit
Dezember18:00 Uhr20:44 Uhrgut am frühen Abend
Januartagsüber18:42 Uhrnur der Ostteil, früh am Abend
Februar bis Julitagsübertagsüberabends nicht sichtbar
Eigene Berechnung für den 15. des Monats, Mitte Deutschlands (51° N, 10° O), Sommerzeit von April bis Oktober.

So hoch stehen die Fische in deiner Stadt

Der Kranz und Alrescha liegen knapp über dem Himmelsäquator. Zwischen Hamburg und Zürich steigen sie um sechs Grad höher – genug, damit die schwachen Kranzsterne besser aus dem Dunst kommen.

StadtAlphergKranz (γ)AlreschaM 74
Hamburg52°40°39°52°
Berlin53°41°40°53°
Köln54°42°42°55°
Frankfurt55°43°43°56°
München57°45°45°58°
Wien57°45°45°58°
Zürich58°46°45°58°
Höhe im Meridian (höchster Stand), eigene Berechnung: 90° minus Breite plus Deklination.

Die hellsten Sterne der Fische

Kein Fische-Stern erreicht die 3. Größe. Der hellste ist nicht α, sondern η Piscium – Johann Bayer vergab die Buchstaben 1603 nicht streng nach Helligkeit.

SternHelligkeitEntfernungBesonderheit
Alpherg (η)3,6 magrund 350 Lichtjahregelber Riese, hellster Stern
γ Piscium3,7 magrund 135 Lichtjahrehellster Stern des Kranzes
Alrescha (α)3,8 magrund 150 Lichtjahreenger Doppelstern, der Knoten
ω Piscium4,0 magrund 105 Lichtjahrenahe am Frühlingspunkt
Helligkeiten und Entfernungen nach Hipparcos, gerundet.

Alrescha: der Knoten als Doppelstern

Der Name Alrescha kommt aus dem Arabischen und bedeutet „das Seil“. Der Stern besteht aus zwei weißen Sternen, nur knapp 2 Bogensekunden voneinander entfernt. Um sie zu trennen, brauchst du ein Teleskop ab etwa 100 mm, 150-fache Vergrößerung und ruhige Luft.

TX Piscium: ein tiefroter Kohlenstoffstern

Gut 2° östlich des Kranzes steht TX Piscium, früher 19 Piscium genannt. Er ist ein Kohlenstoffstern und gehört zu den rötesten Sternen, die man ohne großes Gerät sieht. Mit etwa 5 mag ist er im Fernglas leicht zu finden und schwankt unregelmäßig um einige Zehntel.

M 74 und die Galaxien der Fische

Die Fische liegen fern der Milchstraße. Ihre Deep-Sky-Ziele sind deshalb Galaxien, und die sind schwach: Das hellste, M 74, verlangt einen dunklen Himmel.

M 74: die Phantomgalaxie

M 74 ist eine Spiralgalaxie, auf die wir genau von oben schauen, rund 32 Millionen Lichtjahre entfernt und 1,3° östlich von Alpherg. Mit 9,4 mag klingt sie hell, aber ihr Licht verteilt sich auf eine große Fläche – deshalb heißt sie bei Beobachtern Phantomgalaxie. Im Fernglas ist sie nur unter sehr dunklem Himmel ein schwacher Hauch.

Ab 130 mm Öffnung siehst du einen runden Schimmer mit hellerem Kern, Spiralarme erst ab etwa 250 mm unter dunklem Landhimmel. In M 74 leuchteten 2002, 2003 und 2013 Supernovae auf; die erste fand ein japanischer, die zweite ein australischer Amateurastronom.

NGC 488 und NGC 524 für große Teleskope

NGC 488 ist eine Spiralgalaxie mit sehr eng gewundenen Armen in rund 90 Millionen Lichtjahren Entfernung, NGC 524 eine linsenförmige Galaxie in rund 100 Millionen Lichtjahren. Beide sind im Teleskop nur ovale Flecken mit hellem Kern und etwas für Beobachter, die die Fische gezielt nach Galaxien absuchen.

Fernglas oder Teleskop für die Fische?

Für die Fische ist das Fernglas das wichtigste Gerät. Ein 10×50 zeigt den Kranz als hübschen Ring, den roten TX Piscium und das ganze Band bis Alrescha, die mit bloßem Auge oft im Dunst verschwinden.

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Für den Doppelstern Alrescha und für M 74 brauchst du ein Teleskop. Ein kompakter 130-mm-Dobson zeigt beides; für die Arme von M 74 lohnt sich mehr Öffnung. Welches Gerät dafür reicht, steht im Teleskop-Ratgeber für Einsteiger.

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Sternbild vs. Sternzeichen Fische: warum die Daten abweichen

Das Sternzeichen Fische gilt vom 20. Februar bis 20. März. Am Himmel steht die Sonne aber erst etwa vom 12. März bis 18. April im Sternbild Fische – rund drei Wochen später.

Der Grund ist die Präzession: Die Erdachse taumelt in rund 26.000 Jahren einmal im Kreis und schiebt den Frühlingspunkt langsam rückwärts durch den Tierkreis. Vor gut 2.000 Jahren lag er im Widder, heute in den Fischen, um das Jahr 2600 wandert er in den Wassermann – daher die Rede vom „Zeitalter des Wassermanns“.

Mythologie und der Stern von Bethlehem

In der griechischen Sage flohen Aphrodite und ihr Sohn Eros vor dem Ungeheuer Typhon in einen Fluss. Sie verwandelten sich in zwei Fische und banden sich mit einem Seil zusammen, um sich nicht zu verlieren – der Knoten ist Alrescha. Schon die Babylonier sahen hier Fische und verbanden sie mit ihrer Liebesgöttin Ischtar.

Im Jahr 7 v. Chr. begegneten sich Jupiter und Saturn in den Fischen gleich dreimal. Johannes Kepler hielt diese dreifache Konjunktion für eine mögliche Erklärung des Sterns von Bethlehem – eine von mehreren Deutungen, die bis heute diskutiert werden.

Häufige Fragen zum Sternbild Fische

Wie sieht das Sternbild Fische aus?

Wie ein großes, liegendes V aus zwei Sternketten, die sich bei Alrescha treffen. Am Ende der waagerechten Kette sitzt der Kranz, ein kleiner Ring aus sechs Sternen unter dem Pegasus-Quadrat. Die zweite Kette zieht steil nach oben Richtung Andromeda.

Wann sieht man das Sternbild Fische am Himmel?

Von Oktober bis Dezember am Abend im Süden, am besten im November zwischen 20 und 23 Uhr. Im September steht es erst nach Mitternacht günstig, im Januar ist abends nur noch der Ostteil zu sehen. Von Februar bis Juli ist es abends nicht sichtbar.

Was ist der hellste Stern im Sternbild Fische?

Alpherg (η Piscium) mit 3,6 mag, knapp vor γ Piscium im Kranz mit 3,7 mag. Alrescha trägt zwar den Buchstaben α, ist mit 3,8 mag aber nur der dritthellste.

In welcher Himmelsrichtung steht das Sternbild Fische?

Im Herbst im Süden, unter und links vom Pegasus-Quadrat. Im Oktober geht es abends im Osten auf und steht gegen Mitternacht im Süden, im Dezember sinkt es am Abend in den Südwesten und Westen.

Wann steht die Sonne im Sternbild Fische?

Etwa vom 12. März bis 18. April, je nach Jahr einen Tag früher oder später. Am Frühlingsanfang um den 20. März steht sie dort am Frühlingspunkt. Das Sternzeichen Fische (20. Februar bis 20. März) liegt wegen der Präzession davor.

Wie heißt das Sternbild Fische auf Latein?

Pisces, im Genitiv Piscium, abgekürzt Psc. Daher heißen die Sterne α Piscium, η Piscium und so weiter. Auch im Englischen heißt das Sternbild Pisces.