Supernova – Fakten, Bilder und Spannendes [Astro]

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 22. September 2026

Eine Supernova ist die Explosion eines Sterns am Ende seines Lebens: Für einige Wochen leuchtet er so hell wie Milliarden Sonnen und überstrahlt manchmal seine ganze Galaxie. Danach ist der Stern zerstört – zurück bleiben eine expandierende Gaswolke und oft ein Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch.

⭐ Kurz gesagt: Es gibt zwei Wege zur Supernova: Ein Stern mit mehr als etwa acht Sonnenmassen kollabiert, wenn sein Kern aus Eisen besteht, oder ein Weißer Zwerg zündet, weil er von einem Partnerstern Masse abzieht. In der Milchstraße passiert das grob ein- bis dreimal pro Jahrhundert, die letzte mit bloßem Auge gesehene war 1604. Gefährlich wäre eine Supernova erst näher als rund 50 Lichtjahre – so nah steht kein Kandidat.
Überrest der Tycho-Supernova von 1572 im Röntgen- und Infrarotlicht
Der Überrest der Tycho-Supernova von 1572, aufgenommen im Röntgen- und Infrarotlicht. Quelle: NASA

Was ist eine Supernova?

Der Name geht auf Tycho Brahe zurück, der 1572 einen „neuen Stern“ (lateinisch stella nova) beschrieb. Tatsächlich ist dort kein Stern neu entstanden, sondern ein vorher unscheinbarer explodiert. Die Vorsilbe „Super“ kam in den 1930er-Jahren dazu, um die Ereignisse von den viel schwächeren Novae abzugrenzen.

Die freigesetzte Energie ist kaum vorstellbar: In wenigen Wochen strahlt eine Supernova so viel Licht ab wie die Sonne in rund hundert Millionen Jahren. Beim Kernkollaps entweicht der allergrößte Teil der Energie sogar unsichtbar, als Neutrinos.

Nova oder Supernova – der Unterschied

Beide Begriffe werden oft verwechselt, meinen aber verschiedene Dinge. Eine Nova ist ein Ausbruch an der Oberfläche eines Weißen Zwergs, den der Stern überlebt und der sich wiederholen kann. Eine Supernova zerstört den Stern ganz oder bis auf einen kompakten Rest.

NovaSupernova
Was passiert?Wasserstoff zündet auf der Oberfläche eines Weißen Zwergsganzer Stern explodiert
Stern danachüberlebt, Ausbruch kann sich wiederholenzerstört, höchstens ein Neutronenstern oder Schwarzes Loch bleibt
Helligkeitzehntausend- bis hunderttausendfach hellerMilliarden Sonnen, so hell wie eine Galaxie
Häufigkeit in der MilchstraßeDutzende pro Jahrgrob 1 bis 3 pro Jahrhundert

Wie entsteht eine Supernova?

Es gibt zwei grundverschiedene Wege, die beide in einer Supernova enden. Astronomen sortieren sie nach dem Spektrum: Typ Ia hat keinen Wasserstoff, Typ II schon. Die Grafik zeigt beide Wege nebeneinander.

Kernkollaps (Typ II, Ib, Ic) Weißer Zwerg (Typ Ia) Stern ab ~8Sonnenmassen Eisenkernstürzt ein Neutronensternoder Schwarzes Loch Weißer Zwerg ziehtGas vom Partner ab zündet bei ~1,4Sonnenmassen Rest bleibt übrig Stern wird komplett zerrissen
Die zwei Wege zur Supernova. Eigene Grafik, vereinfacht.

Kernkollaps: wenn ein Riesenstern keinen Brennstoff mehr hat (Typ II)

Ein massereicher Stern verschmilzt in seinem Kern erst Wasserstoff, dann Helium und immer schwerere Elemente. Bei Eisen ist Schluss: Dessen Fusion liefert keine Energie mehr. Ohne diesen Gegendruck bricht der Kern unter seiner eigenen Schwerkraft zusammen – in weniger als einer Sekunde.

Der Kern wird dabei zu einem Neutronenstern mit nur rund 20 Kilometern Durchmesser zusammengepresst. Die einstürzende Hülle prallt ab, und eine Stoßwelle reißt den Rest des Sterns ins All. Ist der Kern zu schwer, entsteht stattdessen ein Schwarzes Loch.

Hat der Stern seine Wasserstoffhülle vorher schon verloren, etwa an einen Begleiter, sprechen Fachleute von Typ Ib oder Ic. Der Mechanismus dahinter ist derselbe Kernkollaps.

Thermonukleare Explosion: der Weiße Zwerg (Typ Ia)

Ein Weißer Zwerg ist der ausgebrannte Kern eines sonnenähnlichen Sterns. Steht er in einem engen Doppelsystem, kann er Materie von seinem Partner absaugen, bis er an die Grenze von etwa 1,4 Sonnenmassen kommt. Dann zündet die Kohlenstofffusion auf einen Schlag, und der Stern wird vollständig zerrissen.

Weil diese Explosionen fast immer gleich hell sind, dienen sie als „Standardkerzen“ zur Entfernungsmessung. Mit ihnen entdeckten Forscher 1998, dass sich das Universum beschleunigt ausdehnt – dafür gab es 2011 den Physik-Nobelpreis.

Illustration des Ablaufs einer Sternexplosion
Illustration: So verläuft eine Sternexplosion, vom Stern bis zur Stoßwelle. Quelle: NASA/JPL-Caltech

Was passiert nach einer Supernova?

Die abgesprengten Gasschichten rasen mit Tausenden Kilometern pro Sekunde ins All und leuchten noch Jahrtausende später als Supernova-Überrest. Bekannte Beispiele sind der Krebsnebel und die Cirrusnebel.

Aus dem Kern wird ein Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch. Dreht sich der Neutronenstern schnell und sendet dabei gebündelte Strahlung aus, sehen wir ihn als Pulsar – im Krebsnebel blinkt einer rund 30-mal pro Sekunde.

Wir bestehen aus Sternenstaub

Elemente bis zum Eisen entstehen durch Kernfusion im Inneren der Sterne. Supernovae schleudern sie ins All, wo sie in neue Sterne und Planeten eingebaut werden – auch in die Erde und in uns. Typ-Ia-Supernovae sind dabei die wichtigste Quelle für Eisen.

Bei den schwersten Elementen wie Gold und Platin ist die Sache offener als oft behauptet. Ein großer Teil davon stammt vermutlich aus verschmelzenden Neutronensternen, wie sie 2017 erstmals über Gravitationswellen beobachtet wurden.

Supernova-Überreste selbst beobachten

Eine Supernova lässt sich nicht planen – die letzte in unserer Milchstraße, die mit bloßem Auge zu sehen war, ist über 400 Jahre her. Was sich sehr wohl beobachten lässt, sind die Überreste: die Gaswolken, die solche Explosionen zurückgelassen haben.

Das lohnendste Ziel ist der Krebsnebel M1 im Sternbild Stier, der Rest der Supernova von 1054. Er steht von November bis März am Abendhimmel; im Frühherbst geht der Stier erst nach Mitternacht auf. Mit rund 8,4 mag ist er unter dunklem Himmel schon im 10×50-Fernglas als winziger, blasser Fleck zu erahnen.

Ehrlich dazugesagt: Visuell zeigt M1 auch im Teleskop kein Filament und keine Farbe, sondern ein ovales, mattes Wölkchen. Ab etwa 100 mm Öffnung wird daraus eine erkennbare Form – die bunten Bilder stammen aus der Fotografie und von Weltraumteleskopen.

Der zweite große Überrest, die Cirrusnebel im Sternbild Schwan, ist im Spätsommer und Herbst gut platziert. Er braucht aber praktisch zwingend einen OIII-Filter; ohne ihn ist er auch in einem größeren Teleskop kaum vom Himmelshintergrund zu trennen. Was hinter dem Begriff steckt, steht im Überblick zu den Nebelarten.

Auch Supernovae in fremden Galaxien sind für Amateure erreichbar: SN 2023ixf in der Feuerradgalaxie M101 erreichte etwa 11 mag und war damit in mittleren Teleskopen als neuer Lichtpunkt zu sehen. Wer dafür ein erstes Gerät sucht, findet die Einordnung nach Bauart, Öffnung und Budget im Einsteiger-Ratgeber. Als Einstieg, mit dem M1 im Winter tatsächlich als Fleck erscheint:

Genug für M1, Mondkrater und die hellen Deep-Sky-Klassiker: Skywatcher Heritage 130/650 FlexTube

Skywatcher Heritage 130/650 FlexTube

Kompakter Tisch-Dobson mit echtem Parabolspiegel. Faltbar, passt in den Rucksack: Mond, Planeten und die hellen Deep-Sky-Klassiker.

Preis: 265 €

Auf Lager · versandfertig in 3-7 Tagen

Verfügbarkeit prüfen* →

* Affiliate-Link: Wenn du über diesen Link bestellst, erhalten wir eine kleine Provision von Astroshop. Der Preis ändert sich für dich nicht.

Bekannte Supernovae

Seit dem Jahr 1000 wurden in der Milchstraße nur fünf Supernovae mit bloßem Auge beobachtet. Alle späteren Ereignisse lagen in anderen Galaxien oder waren hinter Staub verborgen.

SupernovaWoTypBesonderheit
SN 1006Sternbild Wolf, MilchstraßeIahellste je aufgezeichnete Supernova, etwa −7,5 mag
SN 1054Stier, MilchstraßeII23 Tage am Taghimmel sichtbar, Rest ist der Krebsnebel
SN 1572 (Tycho)Kassiopeia, MilchstraßeIabewies, dass sich der Fixsternhimmel verändern kann
SN 1604 (Kepler)Schlangenträger, MilchstraßeIaletzte mit bloßem Auge gesehene Supernova der Milchstraße
SN 1987AGroße Magellansche WolkeIImit bloßem Auge sichtbar, erstmals Neutrinos gemessen
SN 2011feM101, 21 Mio. LichtjahreIaerreichte rund 10 mag, im Teleskop leicht zu sehen
SN 2014JM82, 11,5 Mio. LichtjahreIanächste Typ-Ia-Supernova seit Jahrzehnten
SN 2023ixfM101, 21 Mio. LichtjahreIIvon einem Amateur entdeckt, im Teleskop gut zu sehen

Die Tycho-Supernova ist nach dem dänischen Astronomen Tycho Brahe benannt, die von 1604 nach Johannes Kepler. SN 1987A in der Großen Magellanschen Wolke war die erste, deren Vorläuferstern vorher bekannt war.

Wann gibt es die nächste Supernova?

Rein statistisch ist eine Supernova in der Milchstraße seit Langem „überfällig“. Wahrscheinlich hat es seit 1604 sogar mehrere gegeben, nur verdeckt vom Staub der Milchstraßenscheibe – den Überrest G1.9+0.3 aus der Zeit um 1900 hat man erst nachträglich gefunden.

Einen Termin kann niemand vorhersagen. „Bald“ heißt bei Sternen: irgendwann in den nächsten hunderttausend Jahren. Diese Sterne gelten als heiße Kandidaten:

SternEntfernungTypEinordnung
Beteigeuzerund 550 LichtjahreRoter Überriesebekanntester Kandidat, Explosion nach heutigen Modellen in rund 100.000 Jahren
Antaresrund 550 LichtjahreRoter Überrieseähnliches Stadium wie Beteigeuze
Spicarund 250 LichtjahreDoppelsternHauptstern schwer genug für einen Kernkollaps
Rigelrund 860 LichtjahreBlauer Überriesewird wohl erst noch zum Roten Überriesen
IK Pegasirund 150 LichtjahreWeißer Zwerg mit Partnermöglicher Typ-Ia-Kandidat, aber erst in Millionen Jahren
Eta Carinaerund 7.500 LichtjahreLeuchtkräftiger Blauer Veränderlichernur von der Südhalbkugel sichtbar
WR 104rund 8.000 LichtjahreWolf-Rayet-Sterngilt als möglicher Auslöser eines Gammablitzes

Wenn Beteigeuze explodiert, würde er nach heutigen Modellen etwa drei Monate so hell wie der Halbmond leuchten und am Taghimmel stehen. Mehr dazu, auch zu seinem 2025 abgebildeten Begleitstern, steht im Artikel über Beteigeuze.

Ist eine Supernova gefährlich für die Erde?

Aus der Nähe wäre eine Supernova tödlich: Röntgen- und Gammastrahlung könnten die Ozonschicht so stark schädigen, dass UV-Strahlung ungebremst auf die Oberfläche trifft. Als kritische Entfernung gelten rund 50 Lichtjahre.

Kein bekannter Kandidat steht so nah. Beteigeuze und Antares sind mehr als zehnmal weiter weg – für uns wären sie ein Schauspiel, keine Gefahr.

Und die Sonne? Die Sonne wird nie zur Supernova, dafür ist sie viel zu leicht. In rund fünf Milliarden Jahren bläht sie sich zum Roten Riesen auf und endet als Weißer Zwerg. Mehr dazu im Artikel über die Sonne.

Häufige Fragen zur Supernova

Was ist eine Supernova einfach erklärt?

Eine Supernova ist die Explosion eines Sterns am Ende seines Lebens. Für einige Wochen wird er so hell wie Milliarden Sonnen, danach bleibt eine Gaswolke und oft ein Neutronenstern oder Schwarzes Loch übrig.

Was passiert nach einer Supernova?

Die Hülle des Sterns breitet sich als leuchtender Nebel aus, der Kern wird zum Neutronenstern oder Schwarzen Loch. Die ausgeworfenen Elemente mischen sich ins interstellare Gas und stecken später in neuen Sternen und Planeten.

Wie oft gibt es eine Supernova?

In der Milchstraße schätzungsweise ein- bis dreimal pro Jahrhundert, wobei viele hinter Staub verborgen bleiben. Im ganzen beobachtbaren Universum explodiert statistisch in jeder Sekunde irgendwo ein Stern.

Wann war die letzte Supernova?

Die letzte in der Milchstraße, die man mit bloßem Auge sah, war 1604 die Kepler-Supernova. In anderen Galaxien entdecken Himmelsdurchmusterungen heute jedes Jahr Tausende, zuletzt besonders hell SN 2023ixf in M101.

Kann man eine Supernova mit bloßem Auge sehen?

Nur wenn sie in der Milchstraße oder einer sehr nahen Nachbargalaxie stattfindet – zuletzt 1987. Supernovae in fernen Galaxien brauchen ein Teleskop, ihre Überreste wie den Krebsnebel findest du mit Fernglas oder Teleskop.

Wird die Sonne zur Supernova?

Nein. Dafür bräuchte sie mindestens etwa achtmal so viel Masse. Sie endet ohne Explosion als Weißer Zwerg.