Aldebaran: der rote Stern im Stier – finden, Daten und Mondbedeckungen

Von · Veröffentlicht am · Angaben geprüft am 3. Oktober 2026

Aldebaran ist der hellste Stern im Sternbild Stier und das rötliche „Auge des Stiers“: ein Roter Riese der Spektralklasse K5 III, rund 67 Lichtjahre entfernt und mit 0,75 bis 0,95 mag der 14. hellste Stern am Nachthimmel. Weitere helle Sterne findest du in unserer Übersicht Sterne am Himmel.

⭐ Kurz gesagt: Aldebaran ist ein Winterstern: Von November bis März steht er abends gut sichtbar im Süden, und du findest ihn ohne Hilfsmittel, wenn du den Oriongürtel nach rechts oben verlängerst. Er wirkt wie ein Teil des V-förmigen Sternhaufens der Hyaden, steht aber weniger als halb so weit entfernt im Vordergrund. Der Mond bedeckt ihn erst ab 2033 wieder – die erste gut sichtbare Bedeckung von Deutschland aus haben wir für den 25. Februar 2034 berechnet.

Aufsuchkarte: vom Oriongürtel nach rechts oben zu Aldebaran im Stier, daneben die Hyaden und weiter die Plejaden, Blick nach Süden
Aufsuchkarte mit Blick nach Süden: Der verlängerte Oriongürtel führt nach rund 22° zum Hyaden-V, Aldebaran steht an dessen linkem Ende. Weitere 13,7° rechts oberhalb liegen die Plejaden. Grafik: sterngucker.de, eigene Berechnung

Aldebaran-Steckbrief: die Daten des Roten Riesen

Aldebaran trägt die Bayer-Bezeichnung α Tauri, ist also der Hauptstern im Stier. Er ist ein alter Stern, der seinen Wasserstoffvorrat im Kern verbraucht hat und sich deshalb zum Riesen aufgebläht hat. Die Werte stammen aus der Fachliteratur, wie sie Wikipedia zusammenfasst; die Positionsangaben haben wir selbst nachgerechnet.

MerkmalWert
Bezeichnungα Tauri (Alpha Tauri), 87 Tauri
SternbildStier (Taurus)
SterntypRoter Riese, Spektralklasse K5 III
Helligkeit0,75 bis 0,95 mag, langsam unregelmäßig veränderlich
Rang am Nachthimmel14. hellster Stern
Entfernungrund 67 Lichtjahre (20,4 Parsec)
Radiusrund 45 Sonnenradien (Durchmesser ca. 63 Mio. km)
Masseca. 1,0 bis 1,2 Sonnenmassen
Leuchtkraftca. 400- bis 500-mal die Sonne
Oberflächentemperaturca. 3.900 K
Alterca. 6,4 Milliarden Jahre
Bewegungentfernt sich mit 54 km/s von uns
Position (J2000)Rektaszension 4h 35m 55s, Deklination +16° 30′
Abstand zur Ekliptik5,5° südlich (darum sind Mondbedeckungen möglich)
Beste BeobachtungszeitNovember bis März, abends
Physikalische Daten nach de.wikipedia und en.wikipedia (Stand 2026), Position und Ekliptikabstand eigene Berechnung.

Auffällig ist das Alter: Aldebaran ist gut 6 Milliarden Jahre alt und damit älter als die Sonne. Mit seiner Masse von etwa einer Sonne zeigt er, wie unser eigener Stern in ferner Zukunft aussehen wird.

So findest du Aldebaran: über Oriongürtel und Plejaden

Den Stern im Stier musst du nicht suchen, wenn du den Orion kennst. Die drei Gürtelsterne zeigen wie ein Pfeil nach rechts oben in seine Richtung. Am besten klappt das an einem Winterabend mit Blick nach Süden.

  • Schritt 1: Such die drei gleich hellen Gürtelsterne des Orion zwischen dem rötlichen Beteigeuze oben links und dem bläulichen Rigel unten rechts.
  • Schritt 2: Verlängere die Gürtellinie nach rechts oben, etwa um das Achtfache der Gürtellänge. Nach rund 22° (gut zwei Fäuste bei ausgestrecktem Arm) triffst du auf ein flaches „V“ aus Sternen – die Hyaden.
  • Schritt 3: Der hellste, orange leuchtende Stern am linken Ende des V ist Aldebaran. Die Gürtellinie zielt dabei etwa 5° rechts an ihm vorbei mitten ins V.
  • Schritt 4: Geh in derselben Richtung weiter: 13,7° rechts oberhalb von Aldebaran glimmt das kleine Sternenknäuel der Plejaden.

Zur Kontrolle gibt es ein Dreieck: Aldebaran steht 21,4° von Beteigeuze und 26,5° von Rigel entfernt. Die beiden Hörnerspitzen des Stiers, Elnath und ζ Tauri, liegen links oberhalb von ihm.

Tipp: Im Herbst geht Aldebaran abends im Osten auf, lange vor Orion. Dann führt der Weg umgekehrt: Erst steigen die Plejaden auf, gut anderthalb Stunden später Aldebaran, und nach weiteren gut zwei Stunden steht der Oriongürtel fast senkrecht über dem Osthorizont. Welche hellen Punkte heute Abend sonst noch am Himmel stehen, zeigt dir unsere Seite Heute am Himmel.

Aldebaran und die Hyaden: Vordergrund statt Mitglied

Die Hyaden bilden mit Aldebaran das Gesicht des Stiers. Doch das V ist eine Täuschung der Perspektive: Die Hyaden sind ein echter offener Sternhaufen, Aldebaran steht nur zufällig in derselben Blickrichtung. Die Entfernungen aus dem Hipparcos-Katalog zeigen das deutlich.

ObjektEntfernungAbstand zu Aldebaran am HimmelWas es ist
Aldebaran67 Lj–Roter Riese im Vordergrund
θ² Tauri (Hyaden)149 Lj1,9°hellster Hyaden-Stern, 3,4 mag
Hyaden (Haufenmitte)153 Ljrund 4°offener Sternhaufen, ca. 625 Mio. Jahre alt
Elnath (β Tauri)131 Lj16,8°nördliche Hornspitze des Stiers
Plejaden (M 45)rund 440 Lj13,7°junger offener Sternhaufen
Entfernungen nach Hipparcos-Parallaxen bzw. Literaturwerten, Winkelabstände eigene Berechnung.

Aldebaran ist also mehr als doppelt so nah wie die Hyaden und gehört nicht zu ihnen. Er ist auch viel älter: Die Hyaden-Sterne sind vor rund 625 Millionen Jahren gemeinsam entstanden, Aldebaran zehnmal früher.

Dass er sich bewegt, hat übrigens schon Edmond Halley 1718 bemerkt. Er verglich antike Sternpositionen mit seinen eigenen und fand heraus, dass Aldebaran ein Stück gewandert war – einer der ersten Nachweise, dass Fixsterne gar nicht fix sind. Heute wissen wir: Aldebaran rückt pro Jahrhundert etwa ein Drittel einer Bogenminute nach Süden.

Aldebaran Monat für Monat: wann du ihn siehst

Wir haben die Höhe von Aldebaran für Frankfurt am Main jeweils am 15. eines Monats um 22 Uhr Ortszeit berechnet, im Sommerhalbjahr also in MESZ. Die beste Zeit sind Dezember und Januar, wenn Aldebaran am späteren Abend hoch im Süden steht.

Eigene Berechnung (Skyfield, DE421) für Frankfurt am Main (50,1° N, 8,7° O), jeweils am 15. des Monats; MESZ von April bis Oktober. Der Höchststand liegt immer bei 56,5°.
MonatHöhe um 22 UhrRichtungHöchststandBewertung
Januar55,6°Süd21:22 Uhrbeste Zeit
Februar43,6°Südwest19:20 Uhrsehr gut am Abend
März27,0°West17:30 Uhrgut nach Einbruch der Dunkelheit
April17,0°West16:28 Uhrtief im Westen
Maiunter dem Horizont–14:30 Uhrbis etwa 10. Mai in der Abenddämmerung
Juniunter dem Horizont–12:28 Uhrunsichtbar, steht bei der Sonne
Juliunter dem Horizont–10:26 Uhrab etwa 5. Juli morgens im Osten
Augustunter dem Horizont–08:25 Uhram Morgenhimmel
Septemberunter dem Horizont–06:23 UhrAufgang gegen 23 Uhr
Oktober8,5°Ostnordost04:25 UhrAufgang gegen 21 Uhr
November37,3°Ostsüdost01:23 Uhrsehr gut
Dezember52,3°Südsüdost23:25 Uhrbeste Zeit

Im Frühsommer verschwindet Aldebaran für knapp zwei Monate. Am 31. Mai steht die Sonne jedes Jahr fast genau vor ihm, er geht dann mit ihr auf und unter. Grob gerechnet ist er etwa ab dem 10. Mai nicht mehr in der Abenddämmerung zu sehen und taucht um den 5. Juli morgens vor Sonnenaufgang wieder auf.

Diagramm: Höhe von Aldebaran um 20 Uhr, 22 Uhr und Mitternacht über das Jahr in Frankfurt, mit Unsichtbarkeit von Mitte Mai bis Anfang Juli
Sichtbarkeit im Jahreslauf: Höhe zur vollen Stunde, gezeigt nur bei Dunkelheit (Sonne tiefer als −6°). Von etwa 10. Mai bis 5. Juli bleibt Aldebaran unsichtbar. Grafik: sterngucker.de, eigene Berechnung

Wie hoch steht Aldebaran: Tabelle für zehn Städte

Mit +16,5° Deklination liegt Aldebaran deutlich nördlich des Himmelsäquators. Deshalb steht er überall im deutschsprachigen Raum mehr als 50° hoch, wenn er durch den Süden zieht. Die maximale Höhe ergibt sich aus 90° minus geografischer Breite plus Deklination.

Höhe im Moment des Höchststands (Kulmination), eigene Berechnung mit den Koordinaten von 2027, ohne Lichtbrechung.
StandortBreiteAldebaranPlejaden
Hamburg53,6° N53,0°60,6°
Berlin52,5° N54,0°61,7°
Dresden51,1° N55,5°63,1°
Köln50,9° N55,6°63,2°
Frankfurt am Main50,1° N56,5°64,1°
Stuttgart48,8° N57,8°65,4°
Wien48,2° N58,4°66,0°
München48,1° N58,4°66,0°
Zürich47,4° N59,2°66,8°
Graz47,1° N59,5°67,1°

Zwischen Hamburg und Graz liegen nur 6,5° Unterschied. Für Aldebaran brauchst du also keinen freien Südhorizont, ein Blick über die Dächer genügt. Selbst am aufgehellten Stadthimmel gehört er zu den ersten Sternen, die nach Sonnenuntergang auftauchen.

Warum Aldebaran rot leuchtet: Farbe, Temperatur und Größe

Mit bloßem Auge wirkt Aldebaran orange bis rötlich, deutlich wärmer als das kühle Weiß von Rigel oder Sirius. Die Farbe verrät die Temperatur: Mit rund 3.900 Kelvin ist seine Oberfläche etwa 1.900 Grad kühler als die der Sonne. Kühle Sterne strahlen den Großteil ihres Lichts im roten und infraroten Bereich ab.

Rote und orange Riesen am Winterhimmel, Daten nach en.wikipedia (gerundet). R☉ = Sonnenradius.
SternSpektraltypTemperaturRadiusEntfernung
AldebaranK5 IIIca. 3.900 K45 R☉67 Lj
Beteigeuze (Orion)M1–M2 Iaca. 3.600 K640–760 R☉ca. 550 Lj
Pollux (Zwillinge)K0 IIIca. 4.800 K9 R☉34 Lj
Antares (Sommer, Vergleich)M1,5 Iabca. 3.660 Kca. 680 R☉ca. 550 Lj
Sonne (Vergleich)G2 Vca. 5.800 K1 R☉–

Aldebaran ist ein „normaler“ Roter Riese, Beteigeuze und Antares dagegen sind Überriesen. Der Unterschied liegt in der Masse: Aldebaran hat etwa so viel wie die Sonne, die beiden anderen das 13- bis 20-Fache. Darum wird nur aus Beteigeuze und Antares einmal eine Supernova.

Wie groß ist Aldebaran im Vergleich zur Sonne?

Aldebaran hat etwa den 45-fachen Radius der Sonne, sein Durchmesser beträgt rund 63 Millionen Kilometer. An die Stelle der Sonne gesetzt, reichte er gut halb bis zur Merkurbahn. In sein Volumen passten etwa 90.000 Sonnen.

Größenvergleich: Aldebaran an Stelle der Sonne mit Merkur-, Venus- und Erdbahn sowie Aldebaran neben den Überriesen Antares und Beteigeuze im Maßstab
Links: Aldebaran mit 45 Sonnenradien im inneren Sonnensystem. Rechts: neben Antares und Beteigeuze schrumpft er zum Punkt. Grafik: sterngucker.de, eigene Darstellung nach Wikipedia-Daten

Neben den Überriesen wirkt Aldebaran winzig. Beteigeuze und Antares haben rund den 15-fachen Durchmesser von Aldebaran – dass alle drei am Himmel ähnlich hell erscheinen, liegt an ihren ganz unterschiedlichen Entfernungen.

Mondbedeckungen von Aldebaran: die nächste Serie ab 2033

Aldebaran liegt nur 5,5° südlich der Ekliptik, der scheinbaren Sonnenbahn, in deren Nähe auch der Mond läuft. Darum schiebt sich der Mond in manchen Jahren jeden Monat vor den Stern – eine Sternbedeckung. Weil die Mondbahn in 18,6 Jahren einmal herumschwenkt, kommen solche Bedeckungen in Serien.

Eigene Berechnung (Skyfield, DE421): Bedeckungen, die irgendwo auf der Erde sichtbar sind. Die Zahl für 2015–2018 stimmt mit den Literaturangaben überein.
SerieErste BedeckungLetzte BedeckungAnzahl
Letzte Serie29. Januar 20153. September 201849
Nächste Serie18. August 203323. Februar 203748
Übernächste SerieMärz 2052––

Bis 2033 zieht der Mond jeden Monat ein paar Grad an Aldebaran vorbei, verdeckt ihn aber nicht. Wer jetzt eine Sternbedeckung im Stier sehen will, schaut auf die Plejaden: Deren Bedeckungsserie läuft nach unserer Rechnung noch bis Mitte 2029.

Aldebaran-Bedeckungen in Deutschland: die Termine für Frankfurt

Jede einzelne Bedeckung ist nur in einem Teil der Welt sichtbar. Wir haben alle 48 Termine der neuen Serie für Frankfurt durchgerechnet: Der Mond muss den Stern verdecken, beide müssen über dem Horizont stehen, und für eine Beobachtung bei Nacht muss die Sonne tiefer als 6° unter dem Horizont sein.

Eigene Berechnung (Skyfield, DE421) für Frankfurt am Main, Zeiten in MEZ bzw. MESZ, Genauigkeit etwa ±2 Minuten. Mond-Prozent = beleuchteter Anteil.
DatumVerschwindenWiedererscheinenMondBedingungen
So, 29.01.203416:25 Uhr17:18 Uhrzunehmend, 75 %Beginn am Taghimmel, Ende in der Dämmerung
Sa, 25.02.203423:42 Uhr00:39 UhrHalbmond, zunehmenddunkle Nacht, Mond 22° hoch – bester Termin
Sa, 23.12.203420:15 Uhr21:14 Uhrfast voll, 96 %abends, Mond 44° bis 51° hoch
Fr, 14.12.203506:30 Uhrunter dem HorizontVollmondnur Verschwinden, 3° hoch im Westnordwesten
Mo, 28.04.203622:05 Uhr22:56 Uhrschmale Sichel, 8 %tief im Westnordwesten, Mond nur 8° hoch
Do, 09.10.2036unter dem Horizont22:08 Uhrabnehmend, 80 %nur Wiedererscheinen, 7° hoch im Ostnordosten

Der Höhepunkt ist die Nacht vom 25. auf den 26. Februar 2034, ein Samstag. Der zunehmende Halbmond steht dann im Westen, und Aldebaran verschwindet schlagartig an seinem dunklen, linken Rand. In Hamburg passiert das gegen 23:38 Uhr, in München gegen 23:45 Uhr und in Wien gegen 23:47 Uhr.

Weitere Bedeckungen fallen in Deutschland auf den Tag, etwa am 5. September 2034 und am 16. August 2036. Im Teleskop ist der helle Stern auch bei Tageslicht zu erkennen, wie Beobachter im Forum von astronomie.de für die Bedeckungen 2015 und 2017 beschreiben. Am 29. Oktober 2034 erwischen nur Beobachter in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz eine kurze Bedeckung nahe dem Mondrand.

Achtung: Bei Bedeckungen am Taghimmel mit schmaler Mondsichel, etwa am 21. April 2034 oder 22. Juni 2036, steht die Sonne nur 20 bis 40 Grad neben dem Mond. Richte dann kein Fernglas und kein Teleskop in diese Himmelsgegend – ein versehentlicher Blick in die Sonne durch eine Optik zerstört die Netzhaut in Sekundenbruchteilen. Mehr dazu in unserem Ratgeber Sonne sicher beobachten.

Aldebaran im Wintersechseck: sechs helle Wintersterne

Aldebaran ist eine der sechs Ecken des Wintersechsecks, einer riesigen Figur aus den hellsten Sternen des Winterhimmels. Es reicht von Kapella hoch im Süden bis Sirius dicht über dem Horizont und umschließt fast den ganzen Orion. Die Ecken gehören zu sechs verschiedenen Sternbildern.

Sternkarte Wintersechseck mit Kapella, Aldebaran, Rigel, Sirius, Prokyon und Pollux, in der Mitte Beteigeuze, Blick nach Süden
Das Wintersechseck im Januar gegen 23 Uhr: Aldebaran bildet die rechte Ecke, Beteigeuze steht etwa in der Mitte. Grafik: sterngucker.de, eigene Berechnung
  • Kapella im Fuhrmann – oberste Ecke, gelblich.
  • Aldebaran im Stier – rechte Ecke, orangerot.
  • Rigel im Orion – unten rechts, blauweiß.
  • Sirius im Großen Hund – unterste Ecke, der hellste Stern des Nachthimmels.
  • Prokyon im Kleinen Hund – linke Ecke, weißgelb.
  • Pollux in den Zwillingen – oben links, orange.

Im Sechseck lassen sich Sternfarben besonders gut vergleichen. Aldebaran, Pollux und Beteigeuze sind die drei warmen Farbtupfer zwischen lauter weißen und bläulichen Sternen. Am deutlichsten wird der Unterschied, wenn du die Sterne im Fernglas leicht unscharf stellst.

Aldebaran-Name und Mythologie: warum er „der Folgende“ heißt

Der Name stammt aus dem Arabischen: ad-Dabarān bedeutet „der Folgende“. Aldebaran folgt den Plejaden über den Himmel – er geht nach ihnen auf und erreicht seinen Höchststand rund 50 Minuten später. Die Plejaden waren für viele Kulturen ein wichtiger Kalenderstern, Aldebaran ihr ständiger Begleiter.

Historische Namen nach en.wikipedia.
NameHerkunftBedeutung
ad-Dabarānarabischder Folgende (der Plejaden)
ʿAin al-Thaur, Oculus Tauriarabisch, lateinischAuge des Stiers
Cor TaurilateinischHerz des Stiers
Paliliciumlateinischnach dem römischen Hirtenfest Parilia
RohiniindischMondstation und Lieblingsgattin des Mondgottes

Im Bild des Stiers sitzt Aldebaran genau im Auge, die Hyaden formen das Gesicht. Die Griechen sahen in dem Tier Zeus, der sich in einen Stier verwandelte, um die Königstochter Europa zu entführen – die ganze Sage erzählen wir im Artikel zum Sternbild Stier. In Persien zählte Aldebaran zu den vier „Königssternen“, zusammen mit Regulus, Antares und Fomalhaut.

Der Begriff „Aldebaraner“ hat mit Astronomie nichts zu tun. Er stammt aus der Esoterik- und Verschwörungsszene, die angebliche Außerirdische von einem Planeten bei Aldebaran erfunden hat; Belege dafür gibt es keine.

Begleiter und Planet von Aldebaran: was gesichert ist

Rund um Aldebaran wird viel behauptet, gesichert ist wenig. Einen bestätigten Planeten hat der Stern bis heute nicht. Die Übersicht zeigt den Stand der Forschung.

Nach en.wikipedia und den dort zitierten Fachartikeln, Stand 2026.
ObjektWas es istStand
Aldebaran BRoter Zwerg, 13,2 mag, mindestens 680 AE entferntwahrscheinlich gebunden, aber nicht sicher
Aldebaran C und Dlichtschwache Sterne in der Nähegehören zu den Hyaden im Hintergrund
Aldebaran bPlanetenkandidat, mind. 6 Jupitermassen, Umlauf ca. 629 Tage2015 gemeldet, seit 2019 stark angezweifelt
Pioneer 10NASA-Raumsonde, seit 2003 ohne Funkkontaktfliegt grob in Richtung Aldebaran, Ankunft in rund 2 Mio. Jahren

Beim Planetenkandidaten liegt das Problem im Stern selbst. Rote Riesen schwingen und pulsieren, und das täuscht in den Messdaten eine Umlaufbahn vor. Neuere Studien halten das Signal deshalb für eine Eigenschaft von Aldebaran, nicht für einen Exoplaneten.

Pioneer 10 wurde 1972 gestartet und war die erste Sonde, die Jupiter besuchte. Bis sie die Gegend von Aldebaran erreicht, vergehen rund zwei Millionen Jahre – mit der berühmten Pioneer-Plakette an Bord, einer Grußbotschaft der Menschheit.

Aldebaran beobachten: Auge, Fernglas oder Teleskop

Für Aldebaran selbst brauchst du kein Gerät. Das bloße Auge zeigt seine Farbe am schönsten, besonders im direkten Vergleich mit Rigel oder Kapella. Ein Teleskop macht aus ihm nur einen helleren Punkt.

Seine Umgebung ist dagegen ein Paradies für das Fernglas. Das Hyaden-V ist rund 4° groß und passt damit gerade ins Gesichtsfeld eines 10×50-Glases, dazu kommen Dutzende schwächere Haufensterne. Die Plejaden daneben sind im Fernglas einer der schönsten Anblicke des Winterhimmels.

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Wann sich das Teleskop trotzdem lohnt

Für zwei Dinge rund um Aldebaran ist ein Teleskop die bessere Wahl. Bei den Mondbedeckungen ab 2033 siehst du erst bei 50- bis 100-facher Vergrößerung, wie schlagartig der Stern am Mondrand verschwindet – und am Taghimmel findest du ihn überhaupt nur mit Optik. Dazu kommen Doppelsterne in den Hyaden wie θ¹ und θ² Tauri, die nur 5,6 Bogenminuten auseinanderstehen und im Teleskop schön ihre unterschiedlichen Farben zeigen.

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Häufige Fragen zu Aldebaran

Welcher Stern ist das Auge des Stiers?

Das Auge des Stiers ist Aldebaran, der hellste Stern im Sternbild Stier. Die Hyaden um ihn herum bilden das Gesicht des Tiers. Schon die arabischen Astronomen nannten ihn ʿAin al-Thaur, „Auge des Stiers“.

Wie heißt der hellste Stern im Stier?

Der hellste Stern im Stier ist Aldebaran (α Tauri) mit 0,75 bis 0,95 mag. Der zweithellste ist Elnath (β Tauri) an der Spitze des nördlichen Horns mit 1,65 mag.

Wie weit ist Aldebaran entfernt?

Aldebaran ist rund 67 Lichtjahre entfernt, das sind etwa 630 Billionen Kilometer. Das Licht, das du heute siehst, ist also um 1959 losgelaufen. Was ein Lichtjahr genau ist, erklären wir in einem eigenen Artikel.

Wie groß ist Aldebaran?

Aldebaran hat rund 45 Sonnenradien, also einen Durchmesser von etwa 63 Millionen Kilometern. Seine Masse liegt dagegen nur bei etwa 1,0 bis 1,2 Sonnenmassen – das Gas in seinen äußeren Schichten ist extrem dünn.

Ist Aldebaran rot?

Aldebaran leuchtet orangerot, weil seine Oberfläche mit rund 3.900 Kelvin vergleichsweise kühl ist. Astronomen ordnen ihn als Spektralklasse K5 ein, also an der Grenze zwischen orangen und roten Sternen. Tief am Horizont wirkt er durch die Luft noch röter.

Wann wird Aldebaran wieder vom Mond bedeckt?

Die nächste Bedeckungsserie beginnt am 18. August 2033 und läuft bis Februar 2037. In Deutschland ist die erste Bedeckung bei dunklem Himmel nach unserer Rechnung am Abend des 25. Februar 2034 zu sehen, gegen 23:40 Uhr.

Hat Aldebaran einen Planeten?

Ein Planet ist nicht bestätigt. Der 2015 gemeldete Kandidat Aldebaran b gilt seit 2019 als zweifelhaft, weil das Signal wahrscheinlich von Schwingungen des Sterns stammt.

Was sind die Aldebaraner?

Die „Aldebaraner“ sind eine Erfindung aus Esoterik und Verschwörungsmythen, keine wissenschaftliche Entdeckung. Bei Aldebaran ist nicht einmal ein Planet nachgewiesen, geschweige denn Leben.

Wird Aldebaran zur Supernova?

Nein, dafür ist Aldebaran zu leicht. Er wird seine äußeren Schichten abstoßen und als Weißer Zwerg enden, ähnlich wie es der Sonne bevorsteht. Eine Supernova erwartet man dagegen von den Überriesen Beteigeuze und Antares.

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