Sternbild Pegasus: Herbstviereck finden, Enif, beste Zeit und M 15

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 31. Oktober 2026

Das Sternbild Pegasus – benannt nach dem geflügelten Pferd der griechischen Sage – ist das bekannteste Sternbild des Herbsthimmels. Mit 1.121 Quadratgrad liegt es auf Rang 7 der 88 Sternbilder. Sein Erkennungszeichen ist das große Herbstviereck, sein hellster Stern Enif, sein schönstes Ziel der Kugelsternhaufen M 15.

⭐ Kurz gesagt: Du findest Pegasus über das Herbstviereck aus vier fast gleich hellen Sternen, das im Herbst hoch im Süden steht. Von der rechten unteren Ecke, Markab, führt der Hals des Pferdes 20° nach rechts zu Enif, dem hellsten Stern; 4° dahinter liegt der Kugelsternhaufen M 15, ein Ziel fürs Fernglas. Beste Zeit: September bis November am Abend.

Aufsuchkarte Sternbild Pegasus: Herbstviereck aus Markab, Scheat, Algenib und Alpheratz, der Hals über Homam und Biham zu Enif, 4 Grad weiter der Kugelsternhaufen M 15, dazu 51 Pegasi und NGC 7331 mit Stephans Quintett
Aufsuchkarte mit Blick nach Süden im Oktober gegen 23 Uhr: Das Viereck ist der Leib des Pferdes, der Hals endet bei Enif. Grafik: sterngucker.de, Winkel eigene Berechnung (Hipparcos-Positionen)

Sternbild Pegasus im Steckbrief

Pegasus gehört zu den 48 klassischen Sternbildern des Ptolemäus. Am Himmel steht nur die vordere Hälfte des Pferdes, und zwar kopfüber – Hals und Kopf zeigen von uns aus gesehen nach rechts unten.

MerkmalWert
Lateinischer NamePegasus (Genitiv Pegasi, Kürzel Peg)
Fläche1.121 Quadratgrad – Rang 7 von 88
Hellster SternEnif (ε Peg), 2,4 mag
Eckpunkte des HerbstvierecksMarkab, Scheat, Algenib und Alpheratz (Andromeda)
Beste BeobachtungszeitSeptember bis November am Abend, hoch im Süden
Messier-ObjektM 15 (Kugelsternhaufen)
Weitere Ziele51 Pegasi, NGC 7331, Stephans Quintett
Sternzeichenkeines – Pegasus liegt nördlich der Ekliptik
NachbarnAndromeda, Eidechse, Schwan, Füchschen, Delfin, Füllen, Wassermann, Fische
Fläche nach IAU, Helligkeiten nach Hipparcos, gerundet.

Sternbild Pegasus am Himmel finden: das Herbstviereck

Das Herbstviereck ist so groß, dass viele es zuerst übersehen. Seine Seiten sind 13 bis 16,5° lang – eine ausgestreckte Hand mit gespreizten Fingern passt knapp hinein, und im Inneren stehen nur schwache Sterne.

Weg 1: das Viereck und seine vier Ecken

  • Schritt 1: Schau an einem Oktoberabend gegen 22 Uhr hoch in den Süden. Das große, leere Viereck dort ist das Herbstviereck.
  • Schritt 2: Rechts unten steht Markab, rechts oben der rötliche Scheat, links unten Algenib.
  • Schritt 3: Die linke obere Ecke ist Alpheratz – er gehört seit 1930 zur Andromeda, deren Sternkette dort nach links oben weiterläuft.

Weg 2: von Markab über den Hals zu Enif und M 15

Von Markab knickt eine Sternkette nach rechts unten ab: über Homam (ζ) und Biham (θ) bis zu Enif. Enif ist die Nase des Pferdes und mit 2,4 mag der hellste Stern des Sternbilds. Gehst du von Enif noch 4° weiter nach rechts oben, findest du im Fernglas den Kugelsternhaufen M 15.

PeilungAbstandWas du dort findest
Markab → Scheat13°Westkante des Vierecks
Scheat → Alpheratz14°Nordkante
Alpheratz → Algenib14°Ostkante
Algenib → Markab16,5°Südkante
Markab → Enif20°über Homam und Biham, der Hals
Enif → M 154°Kugelsternhaufen, Hauptpeilung
Markab → 51 Pegasi6°erster Stern mit nachgewiesenem Planeten
Matar → NGC 73314,5°Galaxie, daneben Stephans Quintett
Winkelabstände: eigene Berechnung aus Hipparcos-Positionen. Die ausgestreckte Faust deckt etwa 10° ab.

Tipp: das Viereck als Himmelstest. Zähl die Sterne, die du im Inneren des Herbstvierecks siehst. In der Stadt ist es oft fast leer, unter dunklem Landhimmel füllt es sich mit schwachen Sternen – je mehr du zählst, desto besser taugt die Nacht für M 15. Mehr dazu bei der Bortle-Skala.

Wann Pegasus zu sehen ist: Monat für Monat

Pegasus ist das Leitsternbild des Herbstes. Im September steht Markab gegen 1 Uhr am höchsten, im Oktober gegen 23 Uhr, im November schon kurz vor 20 Uhr. Ab Januar verschwindet das Viereck in der Abenddämmerung im Westen.

MonatHöchststand MarkabUm 22 UhrBewertung
Juli04:54 Uhrgeht gerade aufnur am frühen Morgen
August02:52 Uhr23°, Ostgut nach Mitternacht
September00:50 Uhr41°, Ostsüdostgut
Oktober22:47 Uhr53°, Südsüdostbeste Zeit
November19:45 Uhr45°, Südwestsehr gut am Abend
Dezember17:47 Uhr28°, Westam frühen Abend
Januartagsüber9°, Westnordwestnur kurz nach der Dämmerung
Februar bis Junitagsüberunter dem Horizontnicht sichtbar am Abend
Eigene Berechnung für den 15. des Monats, Mitte Deutschlands (51° N, 10° O), Sommerzeit von April bis Oktober.

So hoch steht Pegasus in deiner Stadt

Das Viereck steht im deutschsprachigen Raum überall gut. Für M 15 macht die Breite trotzdem einen Unterschied: In Zürich steigt der Haufen sechs Grad höher als in Hamburg und damit weiter aus dem Dunst.

StadtScheatMarkabEnifM 15
Hamburg65°52°46°49°
Berlin66°53°47°50°
Köln67°54°49°51°
Frankfurt68°55°50°52°
München70°57°52°54°
Wien70°57°52°54°
Zürich71°58°53°55°
Höhe im Meridian (höchster Stand), eigene Berechnung: 90° minus Breite plus Deklination.

Die hellsten Sterne im Pegasus

Die Sternnamen stammen aus dem Arabischen und beschreiben Teile des Pferdes. Enif heißt „Nase“, Markab „Sattel“, Scheat vermutlich „Schienbein“; Matar bedeutet „Glücksregen“.

SternHelligkeitEntfernungBesonderheit
Enif (ε)2,4 magrund 690 Lichtjahreoranger Überriese, hellster Stern
Scheat (β)2,4 mag (schwankt)rund 200 Lichtjahreroter Riese, veränderlich 2,3 bis 2,7 mag
Markab (α)2,5 magrund 135 Lichtjahreblauweiß, rechte untere Ecke
Algenib (γ)2,8 magrund 390 Lichtjahreheißer blauer Stern
Matar (η)2,9 magrund 215 Lichtjahregelber Riese, Wegweiser zu NGC 7331
Helligkeiten und Entfernungen nach Hipparcos, gerundet. Enifs Entfernung ist mit größerer Unsicherheit behaftet.

Dass ausgerechnet Markab den Buchstaben α trägt, obwohl Enif und Scheat heller sind, geht auf Johann Bayer zurück. Er vergab die Buchstaben 1603 nicht streng nach Helligkeit, sondern auch nach der Lage im Sternbild.

51 Pegasi: der erste Planet um eine zweite Sonne

Rund 6° oberhalb von Markab, knapp rechts der Westkante des Vierecks, steht der unscheinbare Stern 51 Pegasi mit 5,5 mag. Um ihn fanden Michel Mayor und Didier Queloz 1995 den ersten Exoplaneten bei einem sonnenähnlichen Stern – dafür gab es 2019 den Physik-Nobelpreis.

Der Stern ist rund 50 Lichtjahre entfernt und unter dunklem Himmel gerade noch mit bloßem Auge zu sehen, im Fernglas sicher. Den Planeten selbst sieht niemand: Er umkreist seinen Stern in nur 4,2 Tagen und verrät sich nur durch das Taumeln des Sterns.

M 15 und die Galaxien im Pegasus

Pegasus liegt weit weg von der Milchstraße. Deshalb schaut man hier tief ins Weltall hinaus – auf einen der dichtesten Kugelsternhaufen und auf Galaxien in vielen Millionen Lichtjahren Entfernung.

ObjektArtHelligkeitAb welchem Gerät
M 15Kugelsternhaufen6,2 magFernglas
NGC 7331Spiralgalaxie9,5 magTeleskop ab 130 mm
NGC 7479Balkenspiralgalaxie11 magTeleskop ab 200 mm
Stephans QuintettGalaxiengruppe13 bis 14 mag je GalaxieTeleskop ab 250 mm, sehr dunkler Himmel
Helligkeiten gerundet nach NGC-Katalog; die Geräteangaben gelten für einen dunklen Landhimmel.

M 15: ein Kugelsternhaufen fürs Fernglas

M 15 ist rund 35.000 Lichtjahre entfernt und enthält Hunderttausende Sterne. Im Fernglas ist er ein runder, deutlich nicht sternförmiger Fleck neben einem schwachen Stern; ab 130 mm Öffnung zerfällt der Rand in Einzelsterne.

Sein Kern gehört zu den dichtesten der ganzen Milchstraße. Selbst große Teleskope lösen die Mitte nicht auf – sie bleibt ein heller, fast sternartiger Knoten. Das ist der Unterschied zum lockeren Haufen M 13 im Herkules.

NGC 7331 und Stephans Quintett

NGC 7331 ist eine schräg gesehene Spiralgalaxie in rund 45 Millionen Lichtjahren Entfernung, 4,5° nördlich von Matar. Sie gilt oft als Ebenbild unserer Milchstraße und zeigt im Teleskop einen hellen, länglichen Kern.

Nur ein halbes Grad daneben liegt Stephans Quintett, 1877 von Édouard Stephan in Marseille entdeckt. Vier der fünf Galaxien stehen rund 300 Millionen Lichtjahre entfernt und stoßen gerade zusammen, die fünfte, NGC 7320, steht nur zufällig im Vordergrund. Das James-Webb-Teleskop zeigte die Gruppe im Juli 2022 auf einem seiner ersten Bilder.

NGC 7479: die Balkenspirale

NGC 7479 ist eine Balkenspiralgalaxie in rund 110 Millionen Lichtjahren Entfernung, entdeckt von Wilhelm Herschel 1784. Im Teleskop siehst du vor allem den hellen Balken quer durch den Kern, die Spiralarme zeigen erst Fotos. In ihr leuchteten 1990 und 2009 Supernovae auf.

Fernglas oder Teleskop für Pegasus?

Für das Viereck brauchst du nur deine Augen. Für M 15 und 51 Pegasi genügt ein 10×50-Fernglas, das auch das Innere des Vierecks mit seinen schwachen Sternen zeigt.

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Für die Galaxien brauchst du ein Teleskop. Ein kompakter 130-mm-Dobson zeigt NGC 7331 und löst den Rand von M 15 auf; für Stephans Quintett braucht es deutlich mehr Öffnung und einen sehr dunklen Ort. Welches Gerät für welche Ziele taugt, steht im Teleskop-Ratgeber für Einsteiger.

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Mythologie: das geflügelte Pferd

In der griechischen Sage entsprang Pegasus dem Hals der Medusa, als Perseus ihr den Kopf abschlug; sein Vater war Poseidon. Der Held Bellerophon zähmte ihn mit einem goldenen Zaumzeug der Athene und besiegte auf ihm die Chimäre.

Als Bellerophon übermütig zum Olymp hinauffliegen wollte, warf Pegasus ihn ab. Das Pferd stieg allein weiter auf und trägt seitdem die Blitze des Zeus. Am Herbsthimmel steht es neben Andromeda, Perseus und Kassiopeia, den übrigen Figuren derselben Sagenwelt.

Wer vom Herbstviereck aus nach Süden weitergeht, landet im Sternbild Wassermann: Die Westkante des Vierecks nach unten verlängert führt auf den Wasserkrug, das kleine Y aus vier Sternen. Dort warten der Helixnebel NGC 7293 und der Kugelsternhaufen M 2.

Pegasus im Kreuzworträtsel: die häufigsten Lösungen

„Stern im Pegasus“ ist eine Kreuzworträtsel-Frage mit mehreren richtigen Antworten – entscheidend ist die Buchstabenzahl:

FrageBuchstabenLösung
Stern im Pegasus4ENIF
Hellster Stern im Pegasus4ENIF
Stern im Pegasus5MATAR, HOMAM, BIHAM
Stern im Pegasus6MARKAB, SCHEAT
Stern im Pegasus7ALGENIB
Stern im Pegasus9SADALBARI
Stern am Pegasus-Quadrat (heute Andromeda)9ALPHERATZ
Stern am Pegasus-Quadrat (heute Andromeda)6SIRRAH
Geflügeltes Pferd der griechischen Sage7PEGASUS
Sternbild mit 7 Buchstaben7PEGASUS

Der häufigste Stolperstein: Die vier Eckpunkte des bekannten Pegasus-Quadrats sind Markab, Scheat, Algenib – und Alpheratz, der seit der Festlegung der Sternbildgrenzen 1930 zur Andromeda gehört. Fragt das Rätsel nach dem „hellsten Stern“, ist ENIF gemeint, die Nase des Pferdes mit 2,4 mag.

Häufige Fragen zum Sternbild Pegasus

Wer war die Mutter des geflügelten Pferds Pegasus?

Die Gorgone Medusa; der Vater war der Meeresgott Poseidon. Pegasus entsprang ihrem Hals, als Perseus sie enthauptete. Auch das Sternbild Perseus steht am Herbsthimmel, nicht weit vom Pegasus.

Wann sieht man das Sternbild Pegasus?

Am besten an Herbstabenden von September bis November: Dann steht Pegasus nach Einbruch der Dunkelheit hoch im Süden, im Oktober gegen 23 Uhr am höchsten. Im Dezember sinkt er früh am Abend nach Westen, im Frühjahr ist er abends nicht zu sehen.

Welche Sterne bilden das Herbstviereck?

Markab, Scheat und Algenib aus dem Pegasus sowie Alpheratz, der offiziell zum Nachbarsternbild Andromeda gehört. Früher wurde Alpheratz auch dem Pegasus zugerechnet und hieß dort δ Pegasi.

Was ist der hellste Stern im Sternbild Pegasus?

Enif (ε Pegasi) mit 2,4 mag, die Nase des Pferdes. Scheat ist ähnlich hell, schwankt aber zwischen 2,3 und 2,7 mag. Markab trägt zwar den Buchstaben α, ist aber nur der dritthellste.

Kann man M 15 mit dem Fernglas sehen?

Ja. Mit 6,2 mag ist M 15 in jedem 10×50-Fernglas als runder Nebelfleck zu sehen, 4° rechts oberhalb von Enif. Einzelsterne zeigt erst ein Teleskop ab etwa 130 mm Öffnung.

Ist Pegasus ein Sternzeichen?

Nein. Pegasus liegt nördlich der Ekliptik, die Sonne zieht nie hindurch. Sein südlicher Nachbar Fische gehört dagegen zum Tierkreis, ebenso der Wassermann.