Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 22. September 2026
Der November 2026 ist der Monat der beiden Himmelshälften. Am Abend gehört die Bühne Saturn, dazu kommt Ende des Monats Uranus in Opposition – so hoch und so gut sichtbar wie nur einmal im Jahr. Am Morgen spielt sich dagegen das eigentliche Schauspiel ab: Mars und Jupiter ziehen im Löwen bis auf gut einen Grad aneinander vorbei, Venus kehrt als überirdisch heller Morgenstern zurück, und Mitte November gesellt sich sogar Merkur dazu. Dazwischen liegt die Nacht der Leoniden. Hier findest du alle Termine, Uhrzeiten und Aufsuchkarten für Deutschland – gerechnet für Berlin, alle Zeiten in MEZ.
⚡ Die schnelle Antwort: Die vier wichtigsten Termine im November 2026 sind der 16. November (Mars und Jupiter stehen am Morgenhimmel nur 1,2° auseinander), die Nacht vom 17. auf den 18. November (Maximum der Leoniden, bestes Fenster 02:00 bis 05:30 Uhr), der 24. November (Vollmond, der „Bibermond”, abends dicht neben den Plejaden) und der 26. November (Uranus in Opposition, die ganze Nacht im Stier). Die dunkelsten Nächte für Deep-Sky liegen um den Neumond am 9. November. Saturn steht am Abend hoch im Süden, Venus ab etwa 05:00 Uhr als strahlender Morgenstern im Osten.
Für die Leoniden brauchst du kein Teleskop – nur eine dunkle Wiese und Geduld. Für Uranus in Opposition und das enge Paar aus Mars und Jupiter lohnt sich dagegen schon ein kleines Gerät. Was dafür taugt, steht in der Kaufberatung für Planeten-Teleskope; breiter einsteigen kannst du bei den Teleskopen für Einsteiger.
Die Highlights im November 2026 auf einen Blick
Der November bringt in diesem Jahr ungewöhnlich viel zusammen: zwei Planetenbegegnungen von seltener Enge, eine Opposition, einen Meteorstrom und einen Vollmond direkt neben dem schönsten Sternhaufen des Himmels. Diese Tabelle ist dein Terminplan für den Monat – alle Zeiten in MEZ für Berlin, an anderen Orten in Deutschland weichen sie um wenige Minuten ab.
| Datum | Ereignis | Wann und wie beobachten |
|---|---|---|
| 5.11. | Maximum der Südlichen Tauriden | ganze Nacht, rund 5 Meteore pro Stunde – der Mond ist nur zu 18 % beleuchtet und stört kaum |
| 7.11. | schmale Mondsichel bei Venus und Spica | ab etwa 06:00 Uhr im Osten, Abstand Mond–Venus 2,7° – alle drei stehen aber nur rund 5° hoch |
| 9.11. | Neumond um 08:02 Uhr | die dunkelsten Nächte des Monats – die Deep-Sky-Woche schlechthin |
| 9.11. | Venus 1,2° neben Spica | ab 06:00 Uhr tief im Osten – der hellste Planet direkt neben dem Hauptstern der Jungfrau |
| 12.11. | Maximum der Nördlichen Tauriden | ganze Nacht, rund 5 Meteore pro Stunde – bei nur 7 % Mondlicht ideale Bedingungen |
| 16.11. | Mars und Jupiter nur 1,2° auseinander | 03:00 bis 06:00 Uhr im Löwen, zum Ende der Nacht über 50° hoch – das Highlight des Monats |
| 17./18.11. | Maximum der Leoniden | bestes Fenster 02:00 bis 05:30 Uhr, nachdem der Halbmond um 23:30 Uhr untergegangen ist |
| 20.11. | Mond 5,5° unter Saturn | ab 19:00 Uhr hoch im Süden – bequem und ohne Aufstehen zu beobachten |
| 21.11. | Merkur in größter westlicher Elongation (19,6°) | gegen 07:00 Uhr tief im Ostsüdosten, rund 10° über dem Horizont |
| 24.11. | Vollmond („Bibermond”) um 15:53 Uhr | am Abend steht der volle Mond nur 4,5° neben den Plejaden |
| 26.11. | Uranus in Opposition | die ganze Nacht im Stier, um 00:34 Uhr über 58° hoch – die beste Nacht des Jahres für den Eisriesen |
| 26.11. | Mars 1,7° neben Regulus | ab 03:00 Uhr im Löwen – der rote Planet neben dem bläulich-weißen Hauptstern |
Der Mond im November 2026: Neumond, Bibermond und dunkle Nächte
Der Mond ist im November zweimal wichtig: Einmal, weil er im Weg steht – und einmal, weil er selbst das Ziel ist. Rund um den Neumond am 9. November liegen die dunkelsten Nächte des Monats, und die fallen genau in die Zeit, in der Andromeda-Galaxie und Plejaden am höchsten stehen. Und der Vollmond am 24. November schiebt sich abends bis auf 4,5° an die Plejaden heran – hübsch anzusehen, aber für alles Lichtschwache in dieser Nacht das Ende.
| Datum | Uhrzeit (MEZ) | Mondphase | Was das für dich bedeutet |
|---|---|---|---|
| 1. November | 21:28 | Letztes Viertel | die mondfreien Abende beginnen – der Mond geht erst weit nach Mitternacht auf |
| 9. November | 08:02 | Neumond | die dunkelsten Nächte des Monats – beste Zeit für Galaxien und Sternhaufen |
| 17. November | 12:47 | Erstes Viertel | der Halbmond geht in der Leoniden-Nacht um 23:30 Uhr unter – danach ist der Himmel frei |
| 24. November | 15:53 | Vollmond („Bibermond”) | die hellste Nacht des Monats, abends dicht neben den Plejaden |
| 1. Dezember | 07:08 | Letztes Viertel | der nächste dunkle Abschnitt kündigt sich an |
Der Name Bibermond für den Novembervollmond stammt aus Nordamerika: Es war die Zeit, in der die Biberfallen gestellt werden mussten, bevor die Gewässer zufroren. Im deutschen Sprachraum heißt derselbe Mond traditionell Nebelmond oder Windmond – Namen, die zum November hierzulande ehrlich gesagt besser passen. Alle Termine des Jahres findest du im Vollmondkalender.
Für die Beobachtung selbst ist der Vollmond übrigens die schlechteste Mondphase: Weil die Sonne dann steil von vorn auf die Mondoberfläche scheint, wirft kein Krater einen Schatten und die Landschaft sieht flach aus. Spannend wird der Mond zwischen Neumond und Halbmond, wenn entlang der Tag-Nacht-Grenze die Kraterränder lange Schatten werfen. Gute Abende dafür sind im November der 12. bis 19. November. Mehr dazu auf unserer Mondseite.
Die Planeten im November 2026
Im November sind alle sieben anderen Planeten des Sonnensystems zu sehen – man muss nur die richtige Tageszeit erwischen. Der Abend gehört Saturn und Neptun, die ganze Nacht über steht Uranus am Himmel, und die zweite Nachthälfte wird zur großen Bühne für Jupiter, Mars, Venus und Merkur. Die Angaben gelten für die Monatsmitte (15. November) und für Berlin.
| Planet | Helligkeit | Sternbild | Sichtbar | Auf-/Untergang am 15.11. |
|---|---|---|---|---|
| Merkur | −0,5 mag | Waage | Morgendämmerung, 17.–25.11. | auf 05:44 |
| Venus | −4,2 bis −4,9 mag | Jungfrau | Morgenstern, ganzer Monat | auf 04:46 |
| Mars | +0,8 bis +0,4 mag | Löwe | zweite Nachthälfte | auf 23:01 |
| Jupiter | −2,0 bis −2,2 mag | Löwe | zweite Nachthälfte | auf 23:06 |
| Saturn | +0,5 bis +0,6 mag | Walfisch | Abend bis Mitternacht | auf 14:58, unter 03:10 |
| Uranus | 5,6 mag | Stier | ganze Nacht (Opposition 26.11.) | auf 16:37, unter 08:36 |
| Neptun | 7,7 mag | Fische | Abend | auf 14:40, unter 02:36 |
Saturn: der Star des Abendhimmels
Nach seiner Opposition Anfang Oktober steht Saturn jetzt schon in der frühen Nacht günstig: Er kulminiert am 15. November um 21:02 Uhr in 38° Höhe und bleibt bis nach Mitternacht gut beobachtbar. Mit +0,5 mag ist er der auffälligste Lichtpunkt in einer ansonsten sternarmen Himmelsgegend – er steht nämlich im Walfisch, nicht in den benachbarten Fischen, wo ihn viele Karten noch verorten. Sein Scheibchen misst rund 19 Bogensekunden; die Ringe sind nach der extrem flachen Kantenstellung von 2025 wieder deutlich geöffnet und schon in einem kleinen Teleskop ab etwa 50-facher Vergrößerung als Ring erkennbar. Wer geduldig hinschaut, findet auch den Mond Titan als Sternchen 8. Größe daneben.
Uranus: Opposition am 26. November
Uranus erreicht am 26. November seine Opposition und ist damit die ganze Nacht über sichtbar – um 00:34 Uhr steht er 58° hoch, so günstig wie in diesem Jahr nie wieder. Mit 5,6 mag liegt er theoretisch an der Grenze der Sichtbarkeit mit bloßem Auge, praktisch braucht es dafür einen wirklich dunklen Himmel und einen geübten Blick. Im Fernglas ist er leicht zu finden, wenn man weiß, wo man suchen muss – dazu weiter unten mehr, inklusive Aufsuchkarte.
Neptun: das Objekt für die frühe Nacht
Neptun hat seine Opposition schon im September hinter sich und wandert langsam an den Abendhimmel. Er kulminiert am 15. November um 20:35 Uhr in 37° Höhe und steht damit früh genug für eine normale Beobachtungsnacht. Mit 7,7 mag und einem Scheibchen von nur 2,3 Bogensekunden ist er allerdings das anspruchsvollste Planetenziel überhaupt: Im Fernglas bleibt er ein Sternchen unter vielen, erst ab etwa 150-facher Vergrößerung zeigt sich ein winziges, bläuliches Scheibchen. Er steht in den Fischen, keine 15° von Saturn entfernt – Saturn ist also die perfekte Ausgangsbasis für die Suche.
Jupiter und Mars: die Löwen-Bühne am Morgen
Die spannendste Entwicklung des Monats spielt sich im Löwen ab. Jupiter und Mars stehen beide dort, gehen gegen 23:00 Uhr auf und stehen zum Ende der Nacht über 50° hoch – also endlich einmal in einer Höhe, in der die Luftunruhe nicht mehr alles zunichtemacht. Jupiter ist mit −2,1 mag rund zwölfmal heller als Mars und zeigt schon im Fernglas seine vier großen Monde; im Teleskop sind die Wolkenbänder und der Große Rote Fleck drin. Mars dagegen bleibt mit 6 bis 8 Bogensekunden Scheibchendurchmesser noch klein – er nähert sich erst seiner Opposition im Februar 2027. Am 16. November begegnen sich die beiden, am 26. zieht Mars zusätzlich dicht an Regulus vorbei.
Venus: die schmale Sichel wird zum Morgenstern
Venus hat Ende Oktober die untere Konjunktion hinter sich gebracht und taucht jetzt am Morgenhimmel auf – und zwar in ihrer spektakulärsten Phase. Anfang November steht sie noch sehr tief, ist mit 60 Bogensekunden aber so groß wie nie: eine hauchdünne Sichel, die schon in einem stabil aufgestellten Fernglas als solche zu erkennen ist. Im Lauf des Monats schrumpft das Scheibchen auf 39 Bogensekunden, die Sichel wird dicker – und weil beides sich fast ausgleicht, steigt ihre Helligkeit trotzdem weiter auf −4,9 mag. Gleichzeitig klettert sie von 12° auf 23° Höhe. Am 9. November steht sie nur 1,2° neben Spica, dem Hauptstern der Jungfrau – ein extremer Helligkeitskontrast, den man sich nicht entgehen lassen sollte.
Merkur: größte westliche Elongation am 21. November
Merkur liefert im November seine beste Morgensichtbarkeit des Jahres. Seine größte westliche Elongation erreicht er am 21. November mit 19,6° – der scheinbare Winkelabstand zur Sonne ist dann am größten. Die beste Sichtbarkeit fällt allerdings nicht exakt auf dieses Datum, weil auch der Winkel der Ekliptik zum Horizont mitspielt: Am günstigsten steht Merkur vom 17. bis 25. November, wenn er zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung rund 10° hoch steht. Sein Maximum liegt am 20. November bei 10,3°. Suche ihn gegen 07:00 Uhr tief im Ostsüdosten – am einfachsten, indem du von der viel helleren Venus aus nach links unten Richtung Horizont gehst. Ein Fernglas hilft beim ersten Auffinden, danach ist er meist auch mit bloßem Auge zu sehen.
Warum ausgerechnet der Herbst gut für Merkur ist
Merkur ist nicht deshalb schwer zu sehen, weil er lichtschwach wäre – mit −0,5 mag ist er heller als die meisten Sterne. Das Problem ist der flache Winkel, unter dem die Ekliptik im Frühjahr morgens am Horizont steht: Merkur steht dann zwar seitlich weit von der Sonne weg, aber kaum höher. Im Herbst steht die Ekliptik morgens steil, und derselbe Winkelabstand übersetzt sich in echte Höhe über dem Horizont. Deshalb sind die Morgensichtbarkeiten im Herbst und die Abendsichtbarkeiten im Frühjahr die guten.
Mars trifft Jupiter am 16. November 2026
Das schönste Ereignis des Monats braucht keine Ausrüstung, nur einen Wecker. In den Morgenstunden des 16. November stehen Mars und Jupiter im Löwen nur 1,2° auseinander – gut zwei Vollmondbreiten. Das Paar ist ab etwa 23:00 Uhr über dem Osthorizont, richtig gut wird es aber erst in der zweiten Nachthälfte: Gegen 06:00 Uhr stehen beide über 50° hoch im Südosten, und tiefer als diese Höhe sollte man für einen Blick durchs Teleskop ohnehin nicht gehen.

Der Reiz liegt im Kontrast. Jupiter leuchtet weiß und ruhig mit −2,1 mag, Mars daneben deutlich schwächer und in einem warmen Orangeton. Wer ein Fernglas mitnimmt, sieht die beiden bequem im selben Gesichtsfeld – zusammen mit den vier Galileischen Monden des Jupiter, die als winzige Lichtpunkte auf einer Linie stehen. Im Teleskop passen beide bei kleiner Vergrößerung noch gemeinsam ins Bild; für Details lohnt es sich dann, getrennt auf Jupiters Wolkenbänder zu gehen.
Die Begegnung ist kein einmaliger Moment, sondern zieht sich: Am 15. November beträgt der Abstand 1,2°, am 16. ist er minimal, am 17. sind es 1,3°. Wenn also eine Nacht bewölkt ist, ist die nächste fast genauso gut. Ergänzt wird die Szene ab dem 20. November durch Mars’ Annäherung an Regulus: Am 26. November trennen die beiden nur 1,7°, und man sieht direkt nebeneinander, wie unterschiedlich ein Planet und ein Stern leuchten – Regulus funkelt, Mars steht ruhig.
Die Uranus-Opposition am 26. November 2026
Am 26. November steht die Erde genau zwischen Sonne und Uranus. Der Eisriese geht damit bei Sonnenuntergang auf, kulminiert um Mitternacht und geht bei Sonnenaufgang unter – er ist die ganze Nacht über da, und er steht mit 58° Höhe so hoch wie in keiner anderen Nacht des Jahres. Mit 5,6 mag und einem Scheibchen von 3,8 Bogensekunden ist er kein leichtes, aber ein sehr lohnendes Ziel.

So findest du ihn: Uranus steht 2026 im Stier, und zwar praktisch genau zwischen den beiden auffälligsten Sternhaufen des Winterhimmels – rund 5° südöstlich der Plejaden und etwa 8° nordwestlich von Aldebaran, dem orangen Hauptstern der Hyaden. Beide sind mit bloßem Auge nicht zu übersehen. Stelle im Fernglas die Plejaden ein und schwenke von dort langsam in Richtung Aldebaran: Nach knapp der halben Strecke steht ein „Stern” von 5,6 mag, der sich von den echten Sternen ringsum durch seine ruhige, leicht grünlich-blasse Farbe unterscheidet. Er funkelt nicht – das ist das sicherste Erkennungsmerkmal.
Was du siehst: Im Fernglas bleibt Uranus ein Lichtpunkt. Erst ein Teleskop ab etwa 100-facher Vergrößerung macht aus ihm ein winziges, aber eindeutiges Scheibchen von blassem Blaugrün – der Moment, in dem klar wird, dass man keinen Stern ansieht, sondern eine 51.000 Kilometer große Welt in 2,8 Milliarden Kilometern Entfernung. Seine fünf großen Monde bleiben mit 14. bis 16. Größe Teleskopen ab etwa 25 cm Öffnung vorbehalten.
Warum eine Opposition mehr ist als ein Datum
Zur Opposition ist ein äußerer Planet gleich dreifach im Vorteil: Er steht der Erde am nächsten, ist also am größten und hellsten. Er wird voll von der Sonne beleuchtet, zeigt also keine Phase. Und er steht der Sonne genau gegenüber, kulminiert also um Mitternacht – im Winterhalbjahr bedeutet das gleichzeitig maximale Höhe über dem Horizont und damit die geringste Luftunruhe. Deshalb lohnt es sich, ein Objekt wie Uranus gezielt in seiner Oppositionswoche zu beobachten statt irgendwann im Jahr.
Sternschnuppen im November 2026
Der November ist kein Rekordmonat für Sternschnuppen – aber er ist einer der abwechslungsreichsten. Gleich vier Ströme sind aktiv, und die beiden wichtigsten davon fallen 2026 auf Nächte mit wenig bis gar keinem Mondlicht. Dazu kommt, dass der November-Sternenhimmel früh dunkel wird: Am 15. November beginnt die astronomische Dunkelheit schon um 18:13 Uhr und dauert bis 05:28 Uhr – über elf Stunden potenzielle Beobachtungszeit pro Nacht.
| Meteorstrom | Maximum 2026 | Meteore pro Stunde | Mutterkörper | Mondbedingungen |
|---|---|---|---|---|
| Südliche Tauriden | 5. November | ca. 5 | Komet 2P/Encke | gut – Mond zu 18 % beleuchtet |
| Nördliche Tauriden | 12. November | ca. 5 | Komet 2P/Encke | sehr gut – Mond zu 7 % beleuchtet |
| Leoniden | 17./18. November | ca. 15 | Komet 55P/Tempel-Tuttle | gut ab 23:30 Uhr, wenn der Halbmond untergeht |
| Alpha-Monocerotiden | 21./22. November | unter 5, selten Ausbrüche | unbekannt | gut – zunehmender Mond geht früh unter |
Die Leoniden in der Nacht vom 17. auf den 18. November
Die Leoniden sind der bekannteste Strom des Monats – und der schnellste überhaupt: Ihre Teilchen treffen mit 71 km/s auf die Atmosphäre, weil sie der Erde frontal entgegenkommen. Das Ergebnis sind auffallend helle, weißlich-blaue Meteore, von denen viele eine sekundenlang nachleuchtende Spur hinterlassen. Das Maximum liegt 2026 am 17. November gegen 15:52 Uhr – am Tag also, weshalb die Nächte davor und danach beide in Frage kommen. Die bessere ist die Nacht vom 17. auf den 18.
Der Ablauf dieser Nacht: Der Radiant im Löwen geht um 22:25 Uhr auf, der zu 54 % beleuchtete Halbmond verschwindet um 23:30 Uhr unter dem Horizont, und ab etwa 02:00 Uhr steht der Radiant hoch genug für ordentliche Raten. Das beste Fenster liegt damit zwischen 02:00 und 05:30 Uhr, bevor die Dämmerung einsetzt. Rechne mit rund 15 Meteoren pro Stunde unter dunklem Himmel – deutlich weniger, wenn du aus der Stadt heraus beobachtest.
Die Tauriden: Feuerkugeln Anfang November
Die Tauriden liefern zahlenmäßig wenig, dafür qualitativ oft das Beste des Monats. Beide Zweige – der südliche mit Maximum am 5., der nördliche am 12. November – kommen vom Kometen 2P/Encke und bestehen aus vergleichsweise großen Bruchstücken. Sie treffen mit nur etwa 28 km/s auf die Atmosphäre und ziehen deshalb als langsame, gemächliche Leuchtspuren über den Himmel. Immer wieder sind ausgesprochen helle Feuerkugeln dabei, die den ganzen Himmel für einen Moment aufhellen. Weil beide Maxima 2026 nahe am Neumond liegen, sind die Bedingungen ausgezeichnet – man braucht nur Geduld, denn auf fünf Meteore pro Stunde muss man warten können. Eine Übersicht über alle Ströme des Jahres findest du im Sternschnuppen-Kalender, die Hintergründe erklärt unsere Seite zum Meteorstrom.
So beobachtest du Sternschnuppen richtig
Für Meteore brauchst du kein Instrument – im Gegenteil, Fernglas und Teleskop schaden nur, weil sie das Gesichtsfeld einengen. Was zählt, ist ein möglichst großer Himmelsausschnitt und Dunkeladaption: Rechne mit 20 bis 30 Minuten, bis deine Augen die volle Empfindlichkeit erreicht haben, und benutze in dieser Zeit kein weißes Licht. Leg dich flach hin – eine Isomatte oder ein Liegestuhl ist die wichtigste Ausrüstung – und schau nicht direkt auf den Radianten, sondern etwa 40° daneben; dort erscheinen die Meteore länger. Und such dir einen Ort abseits der Stadt: Lichtverschmutzung kostet dich schnell drei Viertel aller Meteore.
Die lohnenden Termine liegen oft Monate auseinander – und sind schnell vergessen. Damit dir keiner entgeht:
Eine kurze Mail, rechtzeitig vorher – mit Uhrzeiten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich das Aufstehen lohnt.
Du bekommst gleich eine Bestätigungsmail. Deine Adresse bleibt bei uns – keine Weitergabe, keine Werbung Dritter.
Die Sternbilder im November 2026
Der November ist der Übergangsmonat: Der Herbsthimmel steht abends am höchsten, während im Osten schon die großen Wintersternbilder heraufziehen. Wer um 22:00 Uhr nach draußen geht, hat beides gleichzeitig am Himmel – das ist der eigentliche Reiz dieses Monats. Die folgenden Angaben gelten für den 15. November, 22:00 Uhr MEZ.
Hoch im Süden und im Zenit: das Herbstviereck
Fast senkrecht über dir steht Cassiopeia, das markante Himmels-W, das um 21:08 Uhr mit 86° Höhe praktisch den Zenit erreicht. Direkt daneben zieht sich Perseus entlang der Milchstraße; sein Hauptstern Mirfak kulminiert um 23:52 Uhr in 87° Höhe. Südlich davon spannt sich das Herbstviereck des Pegasus auf, an dessen linker oberer Ecke die Sternenkette der Andromeda ansetzt. Tiefer im Süden stehen die lichtschwachen Sternbilder Fische, Widder und Walfisch – wobei der Walfisch dieses Jahr durch Saturn eine ungewohnte Auffälligkeit bekommt. Ganz tief am Südhorizont blinzelt Fomalhaut, der schon um 19:26 Uhr seine maximale Höhe von mageren 8° erreicht.
Im Osten: der Winterhimmel zieht herauf
Hier passiert im November das Spannende. Der Stier mit den Plejaden (Aufgang 15:53 Uhr) und dem orangen Aldebaran (17:33 Uhr) steht abends schon hoch – und beherbergt in diesem Jahr zusätzlich Uranus. Gegen 20:11 Uhr schiebt sich der Orion-Gürtel über den Horizont, Beteigeuze ist schon ab 19:44 Uhr da. Hoch im Nordosten steht der Fuhrmann mit der hellen Kapella, die von Deutschland aus gar nicht untergeht und um 01:48 Uhr 84° Höhe erreicht. Nach Mitternacht folgen die Zwillinge, und um 22:45 Uhr kommt schließlich Sirius herauf, der hellste Stern des ganzen Himmels – er bleibt allerdings mit maximal 21° Höhe immer horizontnah.
Im Westen und Norden: Abschied vom Sommer
Vom Sommerdreieck ist am Abendhimmel nur noch der Abschied zu sehen: Wega hat ihren Höchststand schon um 15:05 Uhr hinter sich, Deneb um 17:09 Uhr. Am frühen Abend stehen beide noch ordentlich hoch im Westen, sinken aber im Lauf der Nacht weg – Deneb als Zirkumpolarstern bleibt dabei knapp über dem Nordhorizont. Im Norden dreht der Große Wagen seine tiefste Runde und steht am Abend flach über dem Horizont; die Verlängerung seiner Hinterachse führt wie immer zum Polarstern, der unverändert in 52° Höhe steht. Nach Mitternacht schließlich geht im Osten der Löwe auf: Regulus erscheint um 23:33 Uhr – und mit ihm Jupiter und Mars.
Deep-Sky im November: die besten Ziele des Monats
Für lichtschwache Objekte ist der November hervorragend: lange Nächte, ein hoch stehender Herbsthimmel und mit dem Neumond am 9. November eine ganze Woche ohne störendes Mondlicht. Die Zeiten in der Tabelle sind die Kulminationen am 15. November – der Moment, in dem ein Objekt am höchsten und damit am besten steht.
| Objekt | Sternbild | Kulmination | Höhe | Womit beobachten |
|---|---|---|---|---|
| M31 Andromeda-Galaxie | Andromeda | 21:11 Uhr | 79° | bloßes Auge (dunkler Himmel), Fernglas ideal |
| h und χ Persei | Perseus | 22:48 Uhr | 85° | Fernglas – das schönste Doppelsternhaufen-Paar des Himmels |
| M33 Dreiecksnebel | Dreieck | 22:02 Uhr | 68° | Fernglas, aber nur bei wirklich dunklem Himmel |
| M45 Plejaden | Stier | 00:15 Uhr | 62° | bloßes Auge und Fernglas – für ein Teleskop zu groß |
| M35 | Zwillinge | 02:40 Uhr | 62° | Fernglas und Teleskop |
| M42 Orionnebel | Orion | ab 02:00 Uhr gut | 36° | Teleskop – das Winterhighlight kündigt sich an |
Zwei Objekte sollte man sich im November besonders vornehmen. Die Andromeda-Galaxie steht mit 79° so hoch, wie sie überhaupt kommen kann – 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt und trotzdem unter dunklem Himmel als blasser Fleck mit bloßem Auge zu erahnen. Und h und χ Persei, das Doppelsternhaufen-Paar zwischen Cassiopeia und Perseus, ist das vielleicht dankbarste Fernglasziel des ganzen Jahres: zwei Schwärme aus je einigen hundert jungen Sternen, dicht nebeneinander im selben Gesichtsfeld. Weitere Ziele findest du in unserer Deep-Sky-Übersicht.
Die Sonne im November 2026: die Tage werden kurz
Der November schrumpft den Tag spürbar: Zwischen dem 1. und dem 30. November verliert Deutschland rund anderthalb Stunden Tageslänge. Für Sternfreunde ist das die gute Nachricht – man muss nicht mehr bis Mitternacht warten, bis es richtig dunkel ist.
| Datum | Sonnenaufgang | Sonnenuntergang | Tageslänge | Mittagshöhe |
|---|---|---|---|---|
| 1. November | 07:03 Uhr | 16:37 Uhr | 9 h 34 min | 23,0° |
| 10. November | 07:19 Uhr | 16:21 Uhr | 9 h 02 min | 20,3° |
| 20. November | 07:37 Uhr | 16:07 Uhr | 8 h 30 min | 17,7° |
| 30. November | 07:53 Uhr | 15:57 Uhr | 8 h 04 min | 15,8° |
Entscheidend für die Beobachtung ist aber nicht der Sonnenuntergang, sondern das Ende der astronomischen Dämmerung – erst dann ist der Himmel wirklich schwarz. Am 15. November ist das um 18:13 Uhr der Fall, und die Dunkelheit hält bis 05:28 Uhr am Morgen. Das sind über elf Stunden am Stück. Zum Vergleich: Im Juni sind es an manchen Orten in Deutschland null. Mehr über unseren Stern erfährst du auf der Sonnenseite.
Welches Gerät lohnt sich für den Novemberhimmel?
Der November ist ein Teleskopmonat. Die prägenden Ereignisse sind Uranus in Opposition, Saturn mit seinen Ringen, Jupiters Wolkenbänder und die Venussichel – alles Ziele, bei denen es auf Vergrößerung und Auflösung ankommt und bei denen ein Fernglas prinzipbedingt an seine Grenzen stößt. Ein Fernglas ist trotzdem sinnvoll, aber für andere Objekte: für die Plejaden, für Andromeda, für h und χ Persei. Wer nur ein Gerät kaufen kann und den Himmel wirklich erkunden will, greift zum Teleskop; das Fernglas ist die Ergänzung, nicht der Ersatz.
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Mit 130 mm Öffnung zeigt dieses Gerät genau das, worum es im November geht: Saturns Ringe deutlich getrennt, Jupiters Wolkenbänder und seine vier Monde, die Venussichel – und Uranus als eindeutiges Scheibchen statt als Punkt. Die zusammenschiebbare Bauweise macht es kompakt genug, um es zum dunklen Beobachtungsplatz mitzunehmen, was gerade für die Leoniden-Nacht praktisch ist. Wenn du erst noch vergleichen willst, hilft unsere Übersicht Teleskop unter 300 Euro oder – wenn es etwas größer sein darf – der Ratgeber zum Dobson-Teleskop.
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Für die großflächigen Objekte des Novemberhimmels ist ein Fernglas dem Teleskop tatsächlich überlegen: Die Plejaden passen in kein Teleskopgesichtsfeld, die Andromeda-Galaxie ist sechsmal so breit wie der Vollmond, und h und χ Persei entfalten ihre Wirkung erst nebeneinander im selben Bild. Auch für die Mars-Jupiter-Begegnung am 16. November ist ein Fernglas das schnellere Werkzeug – und für die erste Suche nach Merkur in der Dämmerung ohnehin.
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Astronomie verschenken: im November wird es ernst
Der November ist der Monat, in dem die Geschenkefrage entschieden wird. Wer bis Ende November bestellt, hat die Auswahl und einen ruhigen Dezember. Ideen jenseits des Teleskops: ein Heimplanetarium, ein Astronomie-Adventskalender oder ein Mondglobus. Wer wartet, findet bei den beliebten Einsteigerteleskopen oft nur noch Lieferzeiten im neuen Jahr.
Am 27. November 2026 ist Black Friday, und in den Tagen davor stehen die Astro-Angebote dicht. Zwei Dinge helfen dabei: den Preis eines Geräts vorher einmal notieren, damit sich der Rabatt einordnen lässt – und sich nicht von der Vergrößerungsangabe auf dem Karton leiten lassen.
Diese Zahl ist der häufigste Fehlkauf der Saison. Bei einem 60-mm-Refraktor ist bei rund 120-fach Schluss, ganz gleich, was der Karton verspricht; darüber wird das Bild nur größer und matschiger. Öffnung und eine stabile Montierung entscheiden, nicht die Vergrößerung.
Was sich wirklich lohnt, sortiert nach Budget – vom Poster über das Fernglas bis zum ersten richtigen Teleskop –, steht in der Übersicht Astronomie-Geschenke. Für Kinder führt die Kaufberatung Teleskop für Kinder am schnellsten zum passenden Gerät, für Erwachsene ohne Vorkenntnisse der Einsteiger-Ratgeber.
Und wenn du nicht weißt, was schon im Schrank steht: Ein Gutschein ist bei Teleskopen keine Verlegenheitslösung. Welches erste Gerät passt, hängt stark davon ab, was der Beschenkte beobachten will und wie viel Gewicht er in den Garten tragen mag.
Häufige Fragen zum Sternenhimmel im November 2026
Wann sind im November 2026 Sternschnuppen zu sehen?
An vier Terminen: Die Südlichen Tauriden erreichen ihr Maximum am 5. November, die Nördlichen Tauriden am 12. November, die Leoniden in der Nacht vom 17. auf den 18. November und die Alpha-Monocerotiden am 21./22. November. Die ergiebigste Nacht ist die der Leoniden mit rund 15 Meteoren pro Stunde – am besten zwischen 02:00 und 05:30 Uhr, nachdem der Halbmond um 23:30 Uhr untergegangen ist. Die besten Mondbedingungen hat dagegen der 12. November mit nur 7 % beleuchtetem Mond.
Was ist der Sternschnuppenschwarm im November?
Damit sind meist die Leoniden gemeint. Sie heißen so, weil ihre Meteore scheinbar alle aus dem Sternbild Löwe kommen, und sie sind mit 71 km/s der schnellste große Meteorstrom überhaupt. Ihr Ursprung ist der Komet 55P/Tempel-Tuttle, der alle 33 Jahre die Sonne umrundet und dabei frisches Material hinterlässt. In den Jahren nach einem solchen Vorbeiflug kann es zu echten Meteorstürmen mit Zehntausenden Meteoren pro Stunde kommen – zuletzt 1999 bis 2002. 2026 ist ein normales Jahr; der nächste Ausbruch wird frühestens um 2033 erwartet.
Wann ist Vollmond im November 2026?
Am 24. November 2026 um 15:53 Uhr MEZ. Weil der Mond in Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgegangen ist, siehst du ihn in der Nacht vom 24. auf den 25. November praktisch voll – und dann in einer besonders hübschen Konstellation, nämlich nur 4,5° neben den Plejaden. Neumond ist am 9. November um 08:02 Uhr.
Welche Sternbilder sieht man im November?
Im November stehen die Herbststernbilder am höchsten: Cassiopeia fast im Zenit, daneben Perseus und Andromeda, südlich davon das Herbstviereck des Pegasus sowie die lichtschwachen Fische, Widder und Walfisch. Gleichzeitig ziehen im Osten schon die Wintersternbilder herauf – der Stier mit den Plejaden, ab etwa 20:00 Uhr der Orion, dazu der Fuhrmann mit Kapella. Nach Mitternacht folgen die Zwillinge, Sirius und schließlich der Löwe. Im Westen verabschiedet sich das Sommerdreieck.
Welche Planeten sind im November 2026 zu sehen?
Alle sieben. Am Abend stehen Saturn (im Walfisch) und Neptun (in den Fischen), die ganze Nacht über Uranus im Stier, der am 26. November seine Opposition erreicht. In der zweiten Nachthälfte kommen Jupiter und Mars im Löwen dazu, ab etwa 05:00 Uhr Venus als strahlender Morgenstern und zwischen dem 17. und 25. November tief darunter auch noch Merkur. Mit bloßem Auge sichtbar sind davon Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn.
Ist im November 2026 ein Komet zu sehen?
Kein heller Komet, der mit bloßem Auge sichtbar wäre. Komet 2P/Encke, der Mutterkörper der Tauriden, steht zwar am Himmel, bleibt aber ein Objekt für größere Teleskope. Helle Kometen lassen sich grundsätzlich nicht langfristig vorhersagen – die spektakulärsten werden oft erst wenige Monate vorher entdeckt. Die Meteore der Tauriden und Leoniden sind allerdings selbst Kometenmaterial: Was du in diesen Nächten aufleuchten siehst, sind Staubkörner, die einmal zu einem Kometenkern gehörten.
Bis wann sollte man ein Teleskop als Weihnachtsgeschenk bestellen?
Bis Ende November. Die empfehlenswerten Einsteigergeräte sind in der Vorweihnachtszeit regelmäßig vergriffen, und ein früh gekauftes Teleskop lässt sich vor dem Fest in Ruhe aufbauen und ausrichten – am 24. Dezember gelingt das selten. Welches Gerät zu welchem Budget passt, steht in der Übersicht Astronomie-Geschenke.
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➡️ So geht es weiter: Der Sternenhimmel im Dezember 2026 – mit den Geminiden, dem stärksten Sternschnuppenstrom des Jahres.
⬅️ Der Monat davor: Der Sternenhimmel im Oktober 2026 – mit der Saturn-Opposition am 4. Oktober, den Draconiden und den Orioniden.
Passend zu diesem Monat: Die Leoniden · Uranus · Das Sternbild Stier · Die Geminiden im Dezember · Vollmondkalender 2026
