Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 22. September 2026
⭐ Kurz gesagt: Deep-Sky-Objekte sind alles, was außerhalb unseres Sonnensystems liegt und kein einzelner Stern ist – Sternhaufen, Nebel und Galaxien. Rund 30 davon siehst du schon im Fernglas, etwa hundert mit einem 130-mm-Teleskop. Die drei einfachsten für den Anfang: die Plejaden, der Orionnebel und die Andromedagalaxie – alle drei bei dunklem Himmel sogar mit bloßem Auge.
Was Deep-Sky-Objekte sind
Der Begriff stammt aus der Amateurastronomie und ist eine reine Abgrenzung: Alles, was nicht Sonne, Mond, Planet oder Komet ist – also nicht zum Sonnensystem gehört – und was nicht als einzelner Punkt erscheint, zählt als Deep-Sky-Objekt. „Tief” meint dabei nicht tief am Horizont, sondern tief im Raum.
Praktisch teilt man sie in vier Klassen ein. Der Unterschied ist nicht akademisch – er entscheidet, was du im Okular tatsächlich erwarten kannst.
| Klasse | Was es ist | Im Teleskop | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Offener Sternhaufen | Junge Sterne aus derselben Gaswolke, noch locker beisammen | Der dankbarste Anblick: einzelne Sterne, funkelnd, oft schon im Fernglas | Plejaden (M45), Eulenhaufen (NGC 457) |
| Kugelsternhaufen | Hunderttausende alte Sterne, kugelförmig gebunden | Ab 100 mm ein körniger Ball, ab 200 mm bis in den Kern in Einzelsterne aufgelöst | M13, M22, M55 |
| Nebel | Gas- und Staubwolken – Geburtsstätten oder Sternenreste | Blasse graue Schleier; Farbe sieht das Auge nicht, die Kamera schon | Orionnebel (M42), Ringnebel (M57) |
| Galaxie | Eigenständige Sternsysteme, Millionen Lichtjahre entfernt | Meist nur ein diffuser Fleck; Spiralarme erst ab 200 mm und dunklem Himmel | Andromeda (M31), M81/M82 |

Der Deep-Sky-Katalog: welches Objekt wann und womit
Die folgende Übersicht listet die Objekte, die wir hier ausführlich beschreiben – sortiert nach der Jahreszeit, in der sie abends am höchsten stehen. Die Helligkeitsangaben sind Näherungswerte: Bei flächigen Objekten verteilt sich das Licht, ein 8-mag-Nebel wirkt deutlich schwächer als ein 8-mag-Stern.
Herbst: Andromeda und Kassiopeia
| Objekt | Sternbild | Typ | Helligkeit | Ab welcher Optik |
|---|---|---|---|---|
| M31 Andromedagalaxie | Andromeda | Galaxie | 3,4 mag | bloßes Auge |
| M32 | Andromeda | Begleitgalaxie | 8,1 mag | 80 mm |
| NGC 752 | Andromeda | offener Sternhaufen | 5,7 mag | Fernglas |
| NGC 891 | Andromeda | Galaxie von der Kante | 9,9 mag | 200 mm |
| M52 | Kassiopeia | offener Sternhaufen | 6,9 mag | Fernglas |
| M103 | Kassiopeia | offener Sternhaufen | 7,4 mag | Fernglas |
| NGC 457 „Eulenhaufen” | Kassiopeia | offener Sternhaufen | 6,4 mag | Fernglas |
| NGC 559 | Kassiopeia | offener Sternhaufen | 9,5 mag | 100 mm |

Winter: der Stier
Das hellste Deep-Sky-Objekt dieser Jahreszeit steht nicht im Stier, sondern nebenan: der Orionnebel M42 im Schwertgehänge des Orion. Er hat bei uns eine eigene Seite und fehlt deshalb in dieser Tabelle – anfangen solltest du trotzdem mit ihm.
| Objekt | Sternbild | Typ | Helligkeit | Ab welcher Optik |
|---|---|---|---|---|
| M45 Plejaden | Stier | offener Sternhaufen | 1,6 mag | bloßes Auge |
| NGC 1647 und NGC 1746 | Stier | offene Sternhaufen | 6,4 / 6,1 mag | Fernglas |
| NGC 1807 und NGC 1817 | Stier | offene Sternhaufen | 7,0 / 7,7 mag | Fernglas |
| Theta und Sigma Tauri | Stier | Doppelsterne in den Hyaden | 3,4 mag | bloßes Auge |
| Tau, Phi und Delta Tauri | Stier | Mehrfachsterne | 4,3 mag | Fernglas |
Frühling: die Galaxienzeit
Im Frühling blickt man abends aus der Milchstraßenebene heraus – kein Staub im Weg, dafür Galaxien in Serie. Deshalb heißen die Wochen um April herum unter Beobachtern „Galaxienzeit”. Der Schwerpunkt liegt im Großen Bären, dazu kommen je ein Ziel in Jungfrau und Luchs.
| Objekt | Sternbild | Typ | Helligkeit | Ab welcher Optik |
|---|---|---|---|---|
| M81 Bodes Galaxie | Großer Bär | Spiralgalaxie | 6,9 mag | Fernglas |
| M82 Zigarrengalaxie | Großer Bär | Starburst-Galaxie | 8,4 mag | Fernglas |
| M101 Feuerradgalaxie | Großer Bär | Spiralgalaxie von oben | 7,9 mag | 100 mm, dunkler Himmel |
| M108 | Großer Bär | Spiralgalaxie | 10,0 mag | 150 mm |
| M109 / NGC 3992 | Großer Bär | Balkenspirale | 9,8 mag | 150 mm |
| NGC 2841 | Großer Bär | Spiralgalaxie | 9,2 mag | 150 mm |
| M40 | Großer Bär | Doppelstern (Messiers Irrtum) | 9,6 mag | 80 mm |
| M49 | Jungfrau | elliptische Galaxie | 8,4 mag | 100 mm |
| Abell 576 | Luchs | Galaxienhaufen | sehr schwach | nur fotografisch |
Sommer: Schütze, Schlangenträger, Skorpion
Der Sommerhimmel ist die reichste Region überhaupt – Richtung Schütze schaut man in das Zentrum der Milchstraße. Der Haken für Mitteleuropa: Diese Objekte bleiben dicht über dem Horizont, wo Dunst und Luftunruhe stören. Ein freier Südhorizont ist wichtiger als jede Optik.
| Objekt | Sternbild | Typ | Helligkeit | Ab welcher Optik |
|---|---|---|---|---|
| M22 und M28 | Schütze | Kugelsternhaufen | 5,1 / 7,7 mag | Fernglas |
| M23 und M25 | Schütze | offene Sternhaufen | 6,9 / 6,5 mag | Fernglas |
| M24 und NGC 6522 | Schütze | Sternwolke, Kugelsternhaufen | 4,6 / 8,6 mag | Fernglas |
| M18 und M21 | Schütze | offene Sternhaufen | 7,5 / 6,5 mag | Fernglas |
| M54 und M55 | Schütze | Kugelsternhaufen | 7,6 / 6,3 mag | 100 mm |
| M69 und M70 | Schütze | Kugelsternhaufen | 7,6 / 7,9 mag | 150 mm |
| M14, M19 und M62 | Schlangenträger | Kugelsternhaufen | 7,6 / 6,8 / 6,4 mag | Fernglas bis 100 mm |
| NGC 6366 und NGC 6633 | Schlangenträger | Kugel- und offener Haufen | 9,5 / 4,6 mag | NGC 6633 Fernglas, NGC 6366 ab 150 mm |
| Delta Scorpii (Dschubba) | Skorpion | veränderlicher Mehrfachstern | ca. 2 mag | bloßes Auge |
| NGC 6822 Barnards Galaxie | Schütze | Zwerggalaxie | 8,1 mag | 200 mm, sehr dunkler Himmel |
Nur vom Südhimmel
| Objekt | Typ | Helligkeit | Sichtbar ab |
|---|---|---|---|
| Große Magellansche Wolke | Zwerggalaxie | 0,9 mag | südlich von etwa 20° nördlicher Breite |
| Kleine Magellansche Wolke | Zwerggalaxie | 2,7 mag | südlich von etwa 15° nördlicher Breite |
Was du bei welcher Öffnung siehst
Bei Deep-Sky-Objekten zählt nicht die Vergrößerung, sondern die Öffnung – also der Durchmesser der Linse oder des Spiegels. Sie bestimmt, wie viel Licht ankommt. Eine hohe Vergrößerung an einem kleinen Gerät macht das Bild nur größer und dunkler, nicht detaillierter.
| Öffnung | Was realistisch drin ist |
|---|---|
| Fernglas 10×50 | Rund 30 Objekte: alle hellen offenen Sternhaufen, M31, M13, M22 als runder Fleck. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis am Himmel. |
| 70–80 mm Refraktor | Etwa 50 Objekte. Kugelsternhaufen bleiben körnige Bälle, hellere Galaxien werden als ovale Flecken sichtbar. |
| 130 mm Reflektor | Rund 100 Objekte. M13 löst sich am Rand in Einzelsterne auf, der Orionnebel zeigt Struktur, M81 und M82 stehen gemeinsam im Feld. |
| 200 mm Dobson | Der komplette Messier-Katalog plus die helleren NGC-Objekte. Kugelsternhaufen bis in den Kern aufgelöst, bei M51 die Spiralarme. |
Wenn du noch am Anfang stehst, hilft unser Teleskop-Ratgeber für Einsteiger bei der Auswahl; wer gezielt Galaxien und Nebel sucht, findet unter Teleskop für Galaxien die passenden Geräte.
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Die Sternhaufen der Kassiopeia
Das Himmels-W steht von Mitteleuropa aus das ganze Jahr über dem Horizont und liegt mitten auf dem Band der Milchstraße. Entsprechend dicht stehen dort die offenen Sternhaufen. Vier davon lohnen sich besonders – und drei davon sind schon im Fernglas ein Erlebnis.
NGC 457 – der Eulenhaufen
Der schönste der vier, und ausgerechnet den hat Charles Messier übersehen. Zwei auffällig helle Sterne bilden die „Augen”, ein Sternenband darunter den Körper mit ausgebreiteten Flügeln. Amerikanische Beobachter nennen ihn deshalb den E.T.-Haufen – die Ähnlichkeit ist verblüffend.
Die beiden hellen Sterne sind Phi Cassiopeiae (5 mag) und HD 7902 (7 mag). Ob sie wirklich zum Haufen gehören, ist offen: Wäre Phi Cassiopeiae ein Mitglied, gehörte er zu den leuchtkräftigsten Sternen, die wir kennen. Der Haufen selbst ist rund 21 Millionen Jahre jung, etwa 7.900 Lichtjahre entfernt und versammelt gut 150 Sterne.
M52 und M103 – Messiers Kassiopeia-Funde
Auf M52 stieß Messier 1774 bei der Kometenjagd. Im Fernglas ein nebliger Fleck, im Teleskop ab etwa 100 mm ein dichter Schwarm aus rund hundert Einzelsternen. Bei M52 gehen die Angaben weit auseinander: Die Altersschätzungen reichen je nach Untersuchung von rund 35 bis 160 Millionen Jahren, die Entfernungsangaben von 3.000 bis 7.000 Lichtjahren. Bei offenen Sternhaufen ist beides notorisch schwierig zu bestimmen, weil interstellarer Staub das Licht rötet und schwächt.
M103 liegt direkt auf dem Milchstraßenband und zeigt sich als kleiner, fächerförmiger Keil. Der scheinbar hellste Stern darin, Struve 131, ist ein Mehrfachsternsystem – gehört aber nicht zum Haufen, sondern steht zufällig in derselben Blickrichtung.
NGC 559 – der für Geduldige
Mit 9,5 mag der schwächste des Quartetts und in der Nachbarschaft der hellen Kollegen leicht zu übersehen. Ab etwa 100 mm Öffnung löst er sich in ein zartes Sterngewimmel auf. Im Caldwell-Katalog, den der britische Astronom Patrick Moore 1995 als Ergänzung zu Messier zusammenstellte, trägt er die Nummer 8.
M69 und M70 – die Verwechslungskandidaten im Schützen
Charles Messier entdeckte beide in derselben Nacht, am 31. August 1780 – und schon damals war unklar, welche Beschreibung zu welchem Objekt gehört. Das Problem hat sich für heutige Beobachter nicht geändert: Zwei Kugelsternhaufen, ähnlich hell, ähnlich groß, in derselben Himmelsgegend.
M69 ist mit rund 7,6 mag der etwas hellere und liegt etwa 28.700 Lichtjahre entfernt in Richtung des galaktischen Zentrums. Unter Kugelsternhaufen ist er eine Ausnahme: Er enthält ungewöhnlich viele schwere Elemente – er ist metallreich, wie Astronomen sagen. Das deutet darauf hin, dass er aus Material entstand, das schon einmal eine Sterngeneration durchlaufen hatte.
M70 steht rund 1.800 Lichtjahre daneben und wirkt im Okular eine Spur schwächer und weniger dicht. Beide zeigen die typische Struktur: zum Zentrum hin immer dichter, nach außen ausfransend.

Deutlich lohnender im selben Sternbild sind M22 und M28: M22 gehört mit 5,1 mag zu den hellsten Kugelsternhaufen des gesamten Himmels. Eine Übersicht über das ganze Sternbild gibt unsere Seite zum Sternbild Schütze.
NGC 752 – der unterschätzte Haufen in der Andromeda
Caroline Herschel beschrieb ihn 1783 als „nebliges Fleckchen”, das man bei guten Bedingungen schon mit bloßem Auge ahnen kann; ihr Bruder William nahm ihn 1786 in seinen Katalog auf. Gesehen hatte ihn allerdings schon 1654 der italienische Astronom Giovanni Battista Hodierna – wie so oft geriet die frühere Entdeckung in Vergessenheit.
Mit 5,7 mag und rund 1.400 Lichtjahren Entfernung gehört NGC 752 zu den näheren offenen Sternhaufen – näher stehen nur wenige, darunter die Hyaden mit 150 und die Plejaden mit 440 Lichtjahren. Mit gut 1,3 Milliarden Jahren ist er zugleich einer der ältesten. Offene Haufen lösen sich normalerweise nach ein paar hundert Millionen Jahren auf; dieser hält bemerkenswert zusammen. Aktuelle Untersuchungen zählen über 300 Mitgliedssterne.
Zu finden ist er etwa fünf Grad südlich von Almach, dem östlichsten hellen Stern der Andromeda – auf halbem Weg zum Dreieck. Wenige Grad weiter steht mit M31 das prominenteste Deep-Sky-Objekt des Herbsthimmels.
Die Sternhaufen im Schlangenträger
Der Schlangenträger steht zwischen Skorpion und Herkules und wird gern übersehen – dabei sammelt kaum ein Sternbild so viele Kugelsternhaufen auf einer Fläche. Der Grund ist derselbe wie beim Schützen nebenan: Der Blick geht in Richtung Milchstraßenzentrum, und um dieses Zentrum liegen die Kugelsternhaufen wie ein Schwarm.
M14, M19 und M62 – drei Kugelsternhaufen mit eigenem Charakter
M14 ist der unauffälligste der drei: rund 30.000 Lichtjahre entfernt, 7,6 mag hell und etwa 11 Bogenminuten groß. Im Dobson zeigt er sich als körnige, fast runde Kugel ohne große Helligkeitsunterschiede. Das Aufsuchen ist die eigentliche Herausforderung, denn in der Umgebung stehen kaum helle Sterne zur Orientierung, und staubige Milchstraßenregionen dämpfen sein Licht zusätzlich. Historisch bemerkenswert: 1938 leuchtete in M14 eine Nova auf – die erste, die je in einem Kugelsternhaufen fotografiert wurde.
M19 ist der am stärksten verformte Kugelsternhaufen, den man kennt. Statt rund erscheint er deutlich elliptisch – vermutlich, weil er dem Zentrum der Milchstraße so nahe steht, dass dessen Gezeitenkräfte ihn in die Länge ziehen. Messier hielt ihn 1764 für ein „diffuses Gestirn“; erst Wilhelm Herschel löste ihn zwanzig Jahre später in Einzelsterne auf. Seine Entfernung lässt sich nur ungenau angeben, weil interstellarer Staub dazwischen liegt; die Werte liegen bei rund 28.000 Lichtjahren.
M62 ist mit etwa 22.000 Lichtjahren der nächste der drei und ähnlich unsymmetrisch wie M19 – auch hier wirkt die Nähe zum galaktischen Zentrum. Messier beschrieb ihn als kometenähnlich: „hell im Zentrum und von einem schwachen Glühen umgeben“. Er steht bereits so weit südlich, dass er von Mitteleuropa aus tief über dem Horizont bleibt.
NGC 6366 und NGC 6633 – der schwierigste und der leichteste
Diese beiden könnten unterschiedlicher kaum sein, obwohl sie im selben Sternbild stehen.
NGC 6366 ist ein Geduldsobjekt. Er steht mit rund 11.500 Lichtjahren zwar vergleichsweise nah, ist aber locker aufgebaut, und interstellarer Staub schluckt einen guten Teil seines Lichts – übrig bleibt ein blasser, kaum strukturierter Fleck. Ein 8-Zoll-Teleskop zeigt einen großen, diffusen Nebel, erst ab 12 Zoll blitzen einzelne Sterne auf. Zum Aufsuchen nimmt man die Nachbarschaft zu Hilfe: 17 Bogenminuten westlich steht ein Stern von 4,5 mag, 4 Bogenminuten westlich ein auffälliges Sternpaar. Ohne Aufsuchkarte findet man ihn trotzdem kaum. Fachlich interessant ist er, weil er zu den metallreichsten Kugelsternhaufen im Halo unserer Galaxis gehört und deutlich jünger wirkt als seine Artgenossen.
NGC 6633 ist das genaue Gegenteil: ein offener Sternhaufen aus etwa 30 hellen Sternen, gut 1.000 Lichtjahre entfernt und am Himmel ungefähr so groß wie der Vollmond. Genau diese Kombination macht ihn zu einem der besten Fernglasobjekte des Sommerhimmels – ein Teleskop zeigt bei üblicher Vergrößerung nur einen Ausschnitt. Beschrieben hat ihn bereits Philippe Loys de Chéseaux Mitte des 18. Jahrhunderts. Gleich nebenan im Sternbild Schlange steht IC 4756, ein zweiter großer Haufen; beide zusammen füllen ein Fernglasgesichtsfeld.
Messier, NGC, Caldwell – die drei Kataloge
Fast jedes Deep-Sky-Objekt trägt mehrere Nummern. Das ist kein Chaos, sondern Geschichte: Drei Kataloge sind mit unterschiedlicher Absicht entstanden.
| Katalog | Entstehung | Umfang | Wofür er heute taugt |
|---|---|---|---|
| Messier (M) | Charles Messier, ab 1774 | 110 Objekte | Die Einsteigerliste. Messier suchte Kometen und notierte, was ihn dabei störte – ausgerechnet daraus wurde die beste Auswahl heller Objekte des Nordhimmels. |
| NGC / IC | J. L. E. Dreyer, 1888 | rund 7.840 (+ 5.386 im IC) | Das Standardwerk. Wer über Messier hinaus beobachtet, arbeitet mit NGC-Nummern. |
| Caldwell (C) | Patrick Moore, 1995 | 109 Objekte | Die Ergänzung: helle Objekte, die Messier ausließ – darunter der Südhimmel, den er von Frankreich aus nie sah. |
Die Zahl hinter dem M sagt übrigens nichts über Helligkeit oder Schönheit aus, sondern nur über die Reihenfolge der Aufnahme. Und Messier hat sich geirrt: M40 ist gar kein Nebel, sondern ein simpler Doppelstern.
Galaxien und Nebel brauchen vor allem Öffnung – und einen dunklen Himmel.
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Häufige Fragen zu Deep-Sky-Objekten
Was sind Deep-Sky-Objekte?
Alle Himmelsobjekte außerhalb des Sonnensystems, die keine Einzelsterne sind: offene Sternhaufen, Kugelsternhaufen, Nebel und Galaxien. Der Begriff kommt aus der Amateurastronomie und grenzt sie von Mond, Planeten und Kometen ab.
Welche Deep-Sky-Objekte sieht man mit bloßem Auge?
Bei dunklem Himmel etwa ein halbes Dutzend: die Plejaden (M45), den Orionnebel (M42) als nebligen Fleck im Schwertgehänge, die Andromedagalaxie (M31), den Doppelhaufen im Perseus, M13 als Andeutung und – mit etwas Übung – NGC 752. Von der Südhalbkugel kommen die Magellanschen Wolken dazu.
Welches Teleskop brauche ich für Deep Sky?
Entscheidend ist die Öffnung, nicht die Vergrößerung. Ab 130 mm werden rund hundert Objekte zugänglich, ab 200 mm der komplette Messier-Katalog. Ein Dobson bietet dabei die meiste Öffnung pro Euro. Details im Ratgeber Teleskop für Galaxien.
Warum sehe ich keine Farben wie auf den Fotos?
Weil das menschliche Auge bei schwachem Licht nur die farbunempfindlichen Stäbchen der Netzhaut nutzt. Kameras sammeln Licht über Minuten und zeigen deshalb Farben, die visuell prinzipiell unerreichbar sind. Die Ausnahme sind einige Doppelsterne und der Orionnebel, der in großen Teleskopen grünlich schimmert.
Wann ist die beste Zeit für Deep-Sky-Beobachtung?
In den Nächten um Neumond, mindestens 90 Minuten nach Sonnenuntergang, und mit mindestens 20 Minuten Dunkeladaption ohne Blick aufs Handy. Die Jahreszeit entscheidet über das Angebot: Winter bringt Sternhaufen und Nebel, Frühling die Galaxien, Sommer das galaktische Zentrum, Herbst die Andromeda-Region.
Was bedeutet die Helligkeitsangabe in mag?
Die scheinbare Helligkeit – je kleiner die Zahl, desto heller. Bei flächigen Objekten führt sie allerdings in die Irre: Die 3,4 mag der Andromedagalaxie verteilen sich über eine Fläche von mehreren Vollmonddurchmessern, weshalb sie schwächer wirkt als ein 3,4-mag-Stern. Bei Nebeln und Galaxien zählt die Flächenhelligkeit.
Wie finde ich ein bestimmtes Deep-Sky-Objekt?
Über Star-Hopping: von einem hellen, sicher erkannten Stern in kleinen Schritten weiterhangeln. Die Technik erklären wir Schritt für Schritt unter Sternbilder erkennen.
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